Kategoriearchiv: Geschichte
Die Hindenburg: Ein Zeppelin zwischen Ruhm und Tragödie –Deutschlandfahrt Überflug von Roden
Der Zeppelin LZ 129 Hindenburg, benannt nach dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg war eines der größten jemals gebauten Luftfahrzeuge. Die Jungfernfahrt fand im März 1936 statt. Ursprünglich mit 25 Schlafkabinen und 50 Betten ausgestattet, wurde die Kapazität durch den Einbau von weiteren 10 Kabinen auf 72 Betten erhöht. Jede Kabine verfügte über ein Doppelstockbett, einklappbares Waschbecken mit warmen und kaltem Wasser, Klapphocker mit Tischchen und einen Rufknopf für das Personal.
Das obere Deck beeindruckte mit einem großen Speisesaal und einer Lounge. Ein Schreib- und Lesezimmer bot Platz zum Entspannen, während die Promenaden mit Sitzgelegenheiten und zu öffnenden Fenstern den Passagieren einen atemberaubenden Ausblick gewährten. Die Besatzung schief im Rumpf des Schiffes.
Ursprünglich für Heliumbetrieb geplant, musste die Hindenburg aufgrund eines US-Exportverbots auf Wasserstoff umsteigen. Mit 190.000 m³ Wasserstoff an Bord, transportierte sie auch 88.000 Liter Dieselkraftstoff, 4500 Liter Schmieröl und 40.000 Liter Wasserballast.
Angetrieben wurde der Zeppelin von wassergekühlten Sechzehnzylinder-V-Motoren von Daimler-Benz. Neben Passagieren wurden auch Fracht und Post transportiert. Ein bemerkenswerter Transport war der 500.000ste gebaute Opel, ein Opel Olympia, der im März/April 1936 als erste Luftfracht eines Autos von Friedrichshafen nach Rio de Janeiro geflogen wurde.
Die längste Fahrt des Luftschiffs führte vom 21. bis 25. Oktober 1936 von Frankfurt nach Rio de Janeiro, über eine Strecke von 11.278 km in 111,41 Stunden. Im März 1936 fand eine gemeinsame Deutschlandfahrt mit LZ 127 „Graf Zeppelin“ statt, bei der Flugblätter zur Reichstagswahl abgeworfen wurden.
Am 6. Mai 1937 ereignete sich die Katastrophe: Bei der Landung in Lakehurst, New Jersey, entzündete sich die Wasserstofffüllung im Heck, was zur Zerstörung des Luftschiffs führte. 35 der 97 Menschen an Bord sowie ein Mitglied der Bodenmannschaft verloren ihr Leben.
Quelle: Wikipedia, Theo Speicher, Zeppelin Weltfahrten, Rosa-Maria Kiefer-Paulus, Bundesarchiv, Bild 102-00844 / CC-BY-SA 3.0
Rodena GmbH
Geschichte Bergmannsheim Ensdorf
Der Deiwelsstähn auf dem Steinrauschhang (Walter Schmolenzky)
Bei dem sogenannten Deiwelsstähn, den Erich Hewer in einer seiner Geschichten beschreibt und der irgendwo auf der heutigen Kurt-Schumacher-Allee auf dem „Steinrausch“ gestanden haben soll, handelte es sich vermutlich um einen aufallend großen Grenzstein.
Der Stein, der nach Hewer eine besondere Zusammensetzung (eine Art Marmor) aufwies, stammte nach seinen Ausführungen von einer römischen Tempelanlage auf dem Hirnberg bei Ihn. Eine wunderbare mythische Umschreibung und Herkunftsvermutung für den Stein, die ich auch nicht anzweifeln möchte.
Verbürgt ist, dass die Äbtissin zu Lautern wegen heftiger Grenzstreitigkeiten zwischen ihr und dem Koster Mettlach und ohne Abstimmung mit dem Abtschöffen im Jahre 1500 einen Grenzstein auf dem heutigen Steinrausch hat setzen lassen, um den Verlauf der Banngrenzen zwischen Fraulautern und Roden – Distrikt Lessert-Heiden – deutlich zu machen. Roden gehörte in jener Zeit zu Mettlach. Vielleicht hat sie dabei einen besonders markanten Grenzstein gewählt, der in seinem Aussehen und seiner Beschaffenheit, der Beschreibung Hewers über den Stein nahe kommt.
Warum man den Stein aber „Deiwelsstähn“ (Teufelsstein) nannte, ist meines Wissens nicht überliefert. Viele Flurbezeichnungen beinhalten das Bestimmungswort „Teufel“. Auch in der Sagenwelt ist oftmals von sogenannten Teufelssteinen die Rede (z. Beispiel der Teufelsstein am Trierer Dom). Häufig sind es auch Plätze, die den Menschen nicht ganz geheuer sind. Vermutlich war der Stein den Menschen in Roden und Fraulautern allein schon deshalb nicht ganz geheuer, weil er sich aufgrund seiner Größe und seines Aussehens dem übrigen Gestein nicht zuordnen ließ. Hinzu kommt die Nähe zum Galgenberg, um den sich einige schauerliche Geschichten ranken:
So sollen in besonders dunklen Nächten die Seelen der Gehängten auf dem Galgenberg umherwandern. Besonders in den „Raunächten“, den kalten stürmischen Winternächten, so wird in Roden berichtet, sollte man den Bereich um den Galgenberg tunlichst meiden:
In jenen Nächten – hier sind wohl die Nächte „zwischen den Jahren, und zwar vom Thomastag am 21. 12. bis zu Neujahr“ – gemeint, gingen dort recht geheimnisvolle Dinge vor, die für die Menschen nicht ungefährlich seien. So könne man zwischen die Reiter der „Wilden Jagd“ geraten und Schaden nehmen, auf Kobolde oder sonstige verwunschene Wesen treffen, die für das „Neue Jahr“ nur Unglück bringen würden. Da sich am Fuße des Berges auch der „Schindacker“ befand, auf dem das im Dorf verendete Vieh verscharrt wurde, gehörte der Ochsenberg, so wird er auch genannt, zu den unheimlichsten Plätzen in Roden. Und weil in jenen Nächten neben den Geistern der Gehängten auch die gestorbenen Tiere hier umherirren und keine Ruhe finden, war es naheliegend, den in der Nähe befindlichen fremden Stein als des Teufels Werk anzusehen.
Daher wohl die Bezeichnung:
„Deiwelsstähn“
Quellen:
Erich Hewer Rodener Geschichten
Roden im Wandel der Jahrhunderte von 1933, S. Delges
Bildmaterial:
Wikepedia. org
Rituale und Aberglaube: Traditionen zur Jahreswende
Der Ursprung von Weihnachten
eines Knaben in der Provinz Judäa am achten Tage nach der Geburt oder die Auslösung






