Alle Beiträge von Rosa-Maria Kiefer-Paulus
Generationen verbinden: Ein bunter Bastelmorgen voller Lebensfreude
Johannes Hoffmann im Porträt – Filmvorführung und Diskussion mit Alfred Gulden
Ein Stück saarländische Geschichte hautnah erleben!
Tauchen Sie ein in ein entscheidendes Kapitel unserer Heimat: Anlässlich des 70. Jahrestages der historischen Volksbefragung (23.10.1925) über das Saarstatut laden wir Sie zu einem ganz besonderen Abend ein.
Die Veranstaltung bildet die Fortsetzung der „Rodena Veranstaltungsreihe“ (17.10. – 29.10.2025).
Erleben Sie das einzigartige Filmporträt „JoHo Johannes Hoffmann“ von und mit dem bekannten saarländischen Autor und Regisseur Alfred Gulden. Nutzen Sie im Anschluss die seltene Gelegenheit, persönlich mit dem Filmemacher ins Gespräch zu kommen. Nach dem offiziellen Teil lassen wir den Abend gemütlich bei einem gemeinsamen Umtrunk ausklingen.
- 📅 Wann: Donnerstag, 17. September 2026 | 18:00 Uhr
- 📍 Wo: Donatuszentrum, Café „Herz und Hand“ (Saarlouis-Roden), Schulstr. 7
- 🎟️ Eintritt: Kostenfrei!
Anmeldung & Informationen:
Zur besseren Planung der Plätze bitten wir um Anmeldung bis zum 11. September unter:
- Kursnummer: 262-10022
- Telefon (VHS Saarlouis): 06831/69890-30
- E-Mail: vhs@saarlouis.de
Eine Veranstaltung des Rodena Heimatkundevereins Roden, der Diakonie, der VHS Saarlouis, der Quartiersmanagerin Roden und der Stadtbibliothek Saarlouis – mit freundlicher Genehmigung des Saarländischen Rundfunks.
(Filmbild: Alfred Gulden)
Der Maiworms Hannes – Eine Erzählung aus der Nachkriegszeit von Walter Schmolenzky
Angeregt durch die vielen Presseberichte über das „Bundeshäuschen“ in Bonn, einem Getränke- und Zeitungskiosk aus den 1950-iger Jahren, den man inzwischen sogar unter Denkmalschutz gestellt hat, erinnerte ich mich daran, dass es in Roden einen ähnlichen Kiosk gab.
Das Holzbüdchen stand auf dem Bahnhofsvorplatz, und zwar an der Straßenbahnhaltestelle der Linie 1. Was das Bundeshäuschen für die Abgeordneten und Minister in Bonn war, die hier ihre Zeitungen und Tabakwaren kauften, war für die Rodener der Verkaufskiosk am Bahnhof. Zugegeben: Das Holzhäuschen mit dem Bundeshäuschen in Bonn zu vergleichen dürfte ein wenig weit hergeholt sein und ich räume gerne ein, dass es in Roden sicherlich bedeutendere Bauwerke gibt, über die es sich eher lohnen würde zu berichten. Dennoch möchte ich diesem kleinen Zeitungs- und Verkaufsstand aus den späten Nachkriegsjahren, insbesondere seinem Betreiber, einem Rodener Original, dem „Maiworms Hannes“, ein paar Zeilen widmen:
Das kleine, aus Restfarben weiß-blau gestrichene Holzbüdchen mit der farbigen Werbung für allerlei Süssigkeiten und den bunten Zeit- schriften, war für uns Kinder ein farbenfroher Anblick auf dem an- sonsten von Ruinen und grauen Wohnblocks umgebenen Bahn-hofsvorplatz. Oft umlagerten wir Kinder den Kiosk und betrachteten die bunten Auslagen hinter den kleinen Butzenscheiben, bis der Hannes es leid war und uns verscheuchte. Hochglanzmagazine der Schönen und Reichen, Illustrierte mit Aufnahmen ausländischer Schauspieler und Sportler zogen uns magisch an. Für uns Kinder und Jugendliche eine unerreichbare Welt. Unsere kleine Welt war die Welt der Süßigkeiten, der Meckos und Lollys, sowie die damaligen Comic`s: Akim, Sigurd, Tarzan, Phantom und die unsterbliche Mickey Maus.
Obwohl der Hannes meist mürrisch und griesgrämig war, steckte er uns ab und an ein paar Guuzia (Bonbons) zu oder schenkte uns ein altes, abgegriffenes Comic-Heft. So ganz selbstlos tat es das alte Schlitzohr allerdings nicht. Er wusste nämlich genau, dass wir die wenigen Francs, die wir beim Altmaterialsammeln einnahmen, wieder bei ihm ausgaben. Mit einigen von uns hatte er ein Abkommen geschlossen – heute sagt man wohl „Deal“ dazu. Für Comics, die wir gelesen und sauber zurück gaben, erstattete er uns den halben Kaufpreis, um sie anschließend wieder zum vollen Preis zu verkaufen. Waren die abgegriffenen Hefte einfach nicht mehr zu verkaufen, dann verlieh er sie noch für ein paar Franc, bis sie schließlich auseinanderfielen. Nicht nur uns Kinder hatte er mit dieser Masche an sich gebunden; nein, auch Erwachsene gingen ihm auf den Leim.
Bei schönem Wetter saß der Hannes meist vor seinem Büdchen. Oft saßen ein paar Rentner auf ihren mitgebrachten Klappstühlen mit in der Runde. Dabei rauchten sie ihre Selbstgedrehten aus getrockneten Tabakblättern (Gewel s. unten!) und tranken dazu ihr Gläschen selbst gebrannten Schnaps. Ab und an spendierte der Hannes aus seinem Bestand eine nachtschwarze Originalzigarette der Marken: Puck und Rotfuchs oder seine Hausmarke. Dies geschah nicht ohne Hinterge- danken:
Der alte Fuchs drehte nämlich auf einer eigens von ihm entwickelten Maschine aus dem minderwertigen Gewel, dem er eine Prise hoch- wertigen Tabaks beimischte, erstaunlich runde und fest gedrehte Zigaretten, die er unter der Hand als seine Hausmarke unter die Leute brachte. So war er, der Maiworms Hannes, ein Schlitzohr, ein Rodener Original.
Die Nachkriegsjahre neigten sich ihrem Ende zu und der Hannes-bekam Konkurrenz. In der Bahnhofshalle wurde ein neuer Kiosk eröffnet und immer mehr Geschäfte führten Zeitschriften und Tabakwaren. Und eines Tages, fast über Nacht, waren der Hannes und sein buntes Holzbüdchen am Bahnhof verschwunden und mit beiden auch Stück Rodener Nachkriegsgeschichte.
Anmerkung:
„Gewel,“ Bezeichnung für selbst angepflanzten Tabak in der Nach- kriegszeit, der nach der Ernte in der Regel am Hausgiebel zum trocknen aufgehangen wurde. „Gewel,“ also abgeleitet von Giebel und wohl von der gelben Farbe der Tabakblätter.
Bildquelle: LA Saarbrücken – so ähnlich sah der Bahnhofskiosk aus!
Nachruf
Einschulung 1939: 1. Schuljahr an der Donatusschule Roden
Vor unserer Haustüre, die Festungsstadt Saarlouis
Walter Schmolenzky
Über den Tellerrand:
Interessantes, nicht unbedingt Wissenswertes, über unsere Heimatstadt in ihren Anfängen:
Nach der Geschichtsschreibung soll wenige Monate nach der Grundsteinlegung am 5. Aug. 1680 zum Bau der Festungsstadt Saarlouis, am Himmel ein hell leuchtender „Komet“ vorbeigezogen sein, der sowohl die Arbeiter an der Festung, als auch die Bevölkerung in den umliegenden Dörfern, so auch im angrenzenden Roden, in Angst und Schrecken versetzte. [1]
Die meisten Menschen, insbesondere die einfachen Dorfbewohner, sahen in der Himmelserscheinung ein böses Omen, das ihnen und der neuen Stadt vermutlich nur Unheil, Krieg und Verderben bringen würde. Die bäuerliche Bevölkerung, die in dieser Zeit noch recht abergläubisch war, fürchtete um Krankheiten, Ernteschäden, Seuchen und um den Verlust des so wichtigen Viehes im Stall. Andere wiederum, allen voran die Planer und Befürworter der neuen Stadt, wollten in dem Kometen dagegen ein Zeichen des Himmels sehen, das der zukünftigen Festungsstadt und den umliegenden Dörfern nur Glück, Reichtum und ein langes Bestehen bescheren werde.
Viele Jahre später, die Stadt war nach ihrer Fertigstellung eine feste Größe unter den damaligen Festungsstädten und reihte sich ein in so bekannte Festen wie Longeville oder Montroyal. Die Garnisonsstadt war allerdings wenig beliebt. Viele Militärs, insbesondere in den höheren Rängen, sahen ihre Versetzung in die Festungsstadt als Strafe, gar als Verbannung an.
In Verruf geriet die Garnisonsstadt unter anderem durch die abstrusen Reiseaufzeichnungen des Koblenzer Autors und Verlegers Karl Baedeker, der in einem seiner Reisehandbücher um 1870 schrieb: „die Festungsstadt Saarlouis sei, ob ihrer Bewohner, in ihren Anfängen wohl mit französischen Sträflingen bevölkert worden.“ Ähnlich negativ äußerte sich auch Otto von Corvin, der als junger Leutnant in der Stadt stationiert war. In seinen „Erinnerungen“, die 1861 in Amsterdam veröffentlicht wurden, schrieb er: „Saarlouis ist eine Festung, die in frühen Jahren wohl mit Galeerensklaven bevölkert wurde und in ihren Mauern verruchte Frauenzimmer aus dem Pariser Palais Royal beheimatet “ [2]
Zum Eindruck einer rauen Garnisonsstadt dürfte auch die folgende verbürgte Einrichtung beigetragen haben: „Die Festungsstadt verfügte neben dem sonst üblichen Galgen und Pranger auf dem Paradeplatz (place dàrmes) über einen weiteren, ganz besonderen Pranger in Form eines hölzernen Pferdes mit einem sehr schneidenden Rücken, auf den man die des nachts in den Kasernen ertappten Freudenmädchen setzte und so zur Schau stellte.“ [3]
Das genaue Gegenteil einer kalten und gesichtslosen Festungsstadt zeichnet Dr. H. Prümm in seinem Aufsatz „Saarlouis“ über unsere Heimatstadt: [ 4]
Man stelle sich vor, so Prümm, ein Postreisender aus Lothringen erreicht in jenen Tagen die Felsberger Höhe. Zu seinen Füßen eine weite grüne Talaue, durchschnitten vom blauen Band der Saar und in der Mitte dieses herrlichen Tales gelegen, die „Freystadt und Festungsstadt Saarlouis.“ Unübersehbar der Glaciskranz, der die Festung lückenlos umschließt, die rasenbedecken Wälle und der auffallende Barockturm der Pfarrkirche:
So lag Saarlouis da
Sur la Saar, wie`n Citadelle
Couronnet wie en Kinniggin
Mit Batterien, Bäm on Magasin.
[1] Wikepedia:
Erst viele Jahre später ordnete der Astronom Halley den Himmelskörper, der in jenen Tagen nicht nur am Himmel über Saarlouis so viel Angst und Schrecken verbreitete, als einen alle 75- 77 Jahre periodisch wiederkehrenden Kometen ein, der heute als „Halleyscher Komet“ bezeichnet wird.
[2] Otto von Corvin bekannt als Offizier, Demokrat und Revolutionär sowie Autor des Buches „Pfaffenspiegel“.
[3] Baltzer – Histor. Notizen über die Stadt Saarlouis, Nachdruck: 1979, S. 134
[4] Dr. H. Prümm, „Saarlouis“. In „Das Saarland“ Heimatbuch von Fritz Kloevekorn 1924, S. 201
Fronleichnahm damals in Roden
Das Fronleichnamsfest von damals mit seinen vier Altären gehört heute der Vergangenheit an. Priestermangel, größere Seelsorgeeinheiten und vor allem das Fehlen von freiwilligen Helfern für den aufwendigen Aufbau haben dazu geführt, dass die Prozessionen heute meist nur noch an einer einzigen Station haltmachen.
Damals, als es noch einen Kirchenschweizer in Roden gab!
RODENER BÜRGER IM ARMENHAUS ZU TRIER
(von Walter Schmolenzky)
Der nachstehende Bericht über das Armenhaus zu Trier, sowie die Daten und Namen der am Schluß aufgeführten Personen aus Roden, die sich in der Zeit zwischen 1828 und 1899 im Armenhaus zu Trier befanden, sind dem „Band 21 der Vereinigung für die Heimatkunde des Landkreises Saarlouis entnommen.
Autor des Bandes mit dem Titel: „Die Insassen des Landesarmenhauses des Regierungsbezirkes Trier“ ist Thomas J. Schmitt.“
Das Landesarmenhaus in Trier wurde um 1812 von den Franzosen gegründet und nach 1822 durch die königlich preußische Verwaltung weitergeführt.
Die damaligen sozialen Umstände schufen diese Einrichtung, in der kranke, alte und hilflose Menschen aus der Region untergebracht waren, aber auch arbeitsscheue und straffällige Personen unterschiedlichen Geschlechts wurden hier zwangsweise eingewiesen. Die Anstalt beherbergte sowohl Jugendliche als auch Erwachsene bis hin zu Greisen und Kindern. Eine nach heutigen Maßstäben völlig unzulässige und menschenunwürdige Einrichtung, die nur der Verwahrung aber nicht der Wiedereingliederung der Menschen in die Gesellschaft diente. Zwischen Armut, Krankheit und Strafälligkeit wurde damals kaum unterschieden, sodass diese Menschen zusammen in den sogenannten Armenhäusern, die es auch anderenortes gab, untergebracht waren. Überliefert sind kaum zu schildernde Zustände, ähnlich wie im Mittelalter: So soll z. B. für die Insassen nur ein Kochkessel für 450 Essen zur Verfügung gestanden haben, obwohl die Anstalt 650 Personen aufwies. Unhaltbare Zustände auch in der medizinischen Versorgung der Insassen:
Die Kranken sollen trotz verschiederner Krankheitsbilder zusammen- gelegen haben. Medizin wurde aus Flaschen verabreicht, einen OP-Saal gab es nicht. Die sanitären Anlagen waren völlig unzureichend. Es soll nur einen kleinen Baderaum für mehr als 600 Insassen gegeben haben. Die Menschen trugen verschmutzte und stets klamme Kleidungsstücke. Und dies alles bei den damaligen weit verbreiteten ansteckenden Krankheiten. Aufseher und Wärter sollen nach einem Bericht im Kath. Volksboten aus dem Jan. 1849 mit dem merkwürdigen Titel:
„Die Mysterien des Landesarmenhauses zu Trier“
ehemalige Sträflinge gewesen sein, die die Insassen ohne jegliche staatliche Kontrolle mißhandelten und ausbeuteten bis eine Unter- suchungskommission dafür sorgte, dass sich die Unterbringungszustände im Laufe der Zeit besserten. Bis dahin aber litten die Bewohner unter den unmenschlichen Bedingungen in der Anstalt.
Roden gehörte damals zum Regierungsbezirk Trier und der infrage kommende Personenkreis aus Roden wurde daher im Landesarmenhaus in Trier untergebracht. Warum und weshalb die nachfolgenden Rodener in dieser Anstalt waren, ist nicht bekannt:
Becker, Katharina,
geboren um 1812 in Roden. Verstorben am 21. 07. 1893, beerdigt am 23. 07. 1893 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 81 Jahre.
Blaschke, Leopold,
geboren um 1827 in Roden. Verstorben am 25. 07. 1889 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 61 Jahre.
Breining, Margarete,
Tochter von Breining Johann und Weiss Magdalena, geboren um 1787 in Roden. Verstorben am 24. 09. 1837 Landesarmenhaus. 50 Jahre
Hahn, Katharina,
geboren um 1810 in Roden. Verstorben am 15. 04. 1857 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 47 Jahre.
Hessler, Margarete,
geboren um 1824 in Roden. Verstorben am 26. 06. 1882 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 58 Jahre.
März, Margarete,
geboren um 1809 in Roden. Verstorben am 1. 12. 1863 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 54 Jahre.
Massonne, Johann,
Sohn von Massonne, Mathias und Calmes oder Culmes, Angela. Geboren um 1819 in Roden. Verstorben am 13. 04. 1842. Landesarmenhaus. 23 Jahre.
Kien, Katharina,
Tochter von Kien, Johann und Weber, Katharina. Geboren um 1845 in Roden. Verstorben am 25. 03 1870, Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 25 Jahre.
Mege, Anna,
geboren um 1850 in Roden. Verstorben am 13. 12. 1881 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 31 Jahre.
Müller, Nikolaus,
Sohn von Müller, Johann Georg und Barbara Kiehn. Geboren um 1828 in Roden. Verstorben am 06.07. 1857 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 29 Jahre.
Reimsbach, Nikolaus,
Sohn von Reimsbach Matthias und Katharina Rode. Geboren um 1826 in Roden. Verstorben am 15. 05. 1877 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 51 Jahre.
Schönen, Peter,
geboren um 1796 in Roden. Verstorben am 01. 05 1883 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 87 Jahre.
Staadt, Nikolaus,
Sohn von Karl Staadt und Becker, Anna. Geboren um 1858 in Roden. Verstorben am 03. 05 1876 Landesarmenhaus/Stadtfriedhof. 18 Jahre.
Die vorstehende Namensliste dürfte sowohl für den geschichtsbewussten Rodener als auch für den Familienforscher von Interesse sein. Vielleicht kann mit der Namensliste die ein oder andere Lücke im Stammbaum geschlossen werden oder ein heutiger Namensträger erfährt durch sie ein wenig über das Schicksal eines seiner Vorfahren?
Bildquelle: KI Archiv.16vor.de Armenhaus
Osterstimmung in der Victor’s Residenz Saarlouis
In der Victor’s Residenz Saarlouis herrschte in diesen Tagen eine ganz besondere, generationenübergreifende Osterstimmung. Im Rahmen einer Kooperation besuchten Schüler der Römerbergschule die Senioren der Residenz, um gemeinsam das bevorstehende Fest einzuläuten.
Unterstützt wurde die Aktion tatkräftig vom Rodener Heimatkundeverein Rodena, der nicht nur die nötige Expertise, sondern auch viel Herzblut in das Projekt einbrachte.
An den gedeckten Tischen wurde eifrig geschnitten, geklebt und gemalt: Von traditionellem Osterschmuck bis hin zu individuellen Dekorationen entstanden kleine Kunstwerke, die nun die Wohnbereiche verschönern.
Doch es ging um weit mehr als nur das Basteln: Der Austausch zwischen Jung und Alt stand im Mittelpunkt. Während die Schüler von ihrem Alltag erzählten, gaben die Senioren Geschichten über vergangene Osterfeste in Saarlouis zum Besten.
Diese lebendige Verbindung der Generationen machte den Nachmittag zu einem Erlebnis, das allen Beteiligten noch lange in schöner Erinnerung bleiben wird.
Gemeindekarte Roden aus dem Jahre 1831 (von Walter Schmolenzky
Ostergrüße
Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer unseres Vereins,
wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Osterfest! Möge diese Zeit des Neuanfangs und der Freude Sie mit Glück und Zuversicht erfüllen. Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Treue und Unterstützung, die unseren Verein bereichern und stärken.
Genießen Sie die Feiertage und bleiben Sie gesund und munter!
Mit den besten Ostergrüßen,
Rodena Heimatkindeverein Roden e.V.
DIE BEDEUTUNG VON OSTERN
An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu Christi. Es ist das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr. Ein liturgischer Höhe-punkt ist die Feier der Osternacht zwischen Karsamstag und Oster-sonntag. Das Osterfest ist aus dem jüdischen Passahfest (auch: Pascha oder Pessach) hervorgegangen, an dem die Juden dieBefreiung der Israeliten aus Ägyptischer Gefangenschaft feiern.
Der Zeitpunkt der Osterfeier war nicht überall derselbe. In den romorientierten Kirchen wurde das Fest stets am Sonntag gefeiert, und zwar an dem Sonntag, der auf den 14. Nisan nach dem jüdischen Kalender fiel und folgte, in der Annahme, dass der Herr an einem Sonntag auferstand. In der Provinz Asia proconsularis aber hielt man es, und zwar unter der Berufung auf den Apostel Johannes, mit den Juden ohne Rücksicht auf den Wochentag stets am 14. Nisan (Luna XIV), am Todestag des Herrn selbst, sofern er am 14. Nisan starb (Quartodecimanismus). Hier gab es eine Auseinandersetzung zwischen Polykarp von Smyrna mit dem Papst Anicet in Rom. Zu einem Streit kam es aber unter Papst Viktor (189-198). Viktor exkommunizierte zunächst die Anhänger des Quartodecimanismus. Doch durch die Vermittlung des Irenäus von Lyon war bald der Friede wiederhergestellt. Im Laufe des 3. Jahrhunderts ließen schließlich die asiatischen Gemeinden, nur wenige ausgenommen, von ihrem Sonderbrauch ab. [1]
Viele Sprachen haben den aramäischen Namen dieses jüdischen Festes für das Osterfest übernommen. Der wohl älteste literarische Beleg für Ostern findet sich beim Kirchenlehrer Beda Venerabilis (647-735) mit „Eostro“. Aus dem griechischen „éos“ („Morgenröte“) entstanden sowohl das englische Wort „Easter“ als auch die deutsche Bezeichnung „Ostern“. Die Morgensonne steht symbolisch für den auf erstandenen Christus. Seit dem 1. Konzil von Nizäa (325) wird Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert. Da die ortho doxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 nicht folgte, feiern Ost und West zumeist an unterschiedlichen Tagen.
Im Zusammenhang mit Ostern gibt es zahlreiche Osterbräuche. Der wohl bekannteste ist, bemalte Eier zu verschenken. [2] Hinzu kommen populäre Festpraktiken. Dazu gehörten mittelalterliche Passions- und Osterspiele, in denen biblische Erzählungen thematisiert wurden. Im Spätmittelalter fand sich die Praxis des Ostergelächters, mit denen die Gemeinde auf derbe Geschichten und Gesten in der Osterpredigt reagierte. Die Segnung der Speisen (Osterbrot) und gemeinsames Osteressen beschloss das vorangehende Fasten. Ostereier und -hasen sind heute Insignien von Ostern als Kinderfest, sie nehmen Bezug auf naturzeitliche Symbolik oder sind mit Elementen sozialer Praxis verknüpft. So gelten etwa „Eier“ religionsgeschichtlich als Fruchtbarkeitssymbole und versinnbildlichen im österlichen Kontext den Ursprungsort neuen Lebens. Sie fungieren zugleich als besondere Nahrungsmittel für Kinder oder Wöchnerinnen und als Abgaben des zu Ostern zu entrichtenden Zinses. Grundmotiv der christlichen Ostersymbolik sind der Kontrast, Übergang und Weg von Dunkelheit zu Licht. [3]
Bis zum 16. Jahrhundert wurden im Volksglauben die Ostereier von ganz unterschiedlichen Tieren gebracht. In einigen Regionen kamen sie beispielsweise vom Fuchs, in anderen vom Hahn, vom Storch und vom Kuckuck. Spätestens ab dem 18. Jahrhundert ist nur noch der Hase als Frühlingsbote und Ostersymbol bekannt. Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite sowie der germanischen Erdgöttin Holda. Er ist aber nicht nur Götterbote, er ist auch ein altes Zeichen für das Leben und für die Fruchtbar-keit, da die Hasen im Frühjahr sehr vielen Jungen das Leben schenken. In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag oder in der darauf-folgenden Nacht werden vielerorts Osterfeuer angezündet. Diesen Brauch kannten schon die Germanen. Das Feuer sollte den Winter, aber auch die Dämonen und Geister vertreiben. Darum wurden oft Strohpuppen in der Mitte des Holzhaufens aufgestellt und verbrannt. Bis heute wird der Brauch, am Ostersonntag Feuerräder einen Berg herunterrollen zu lassen, gepflegt. Die brennenden Räder stellen ein Bild der Sonne und des ewigen Lebens dar.
Seit Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. sind jährlich wiederkehrende christliche Osterfeiern mit Gottesdiensten belegt. Diese wurden zunächst als Versinnbildlichung des Übergangs vom Tod zum Leben und damit der Auferstehung Jesu als nächtliche Eucharistie (als die Vigilien) begangen. Seit dem 6. Jahrhundert kontinuierlich auf den Karsamstagmorgen vorverlegt, gilt nun seit dem 16. Jahrhundert der Gottesdienst am Ostersonntag als eigentliche Osterfeier; die orthodoxen Kirchen haben die Nachtfeier bis heute als Hauptfest beibehalten.
Nimmt man als Ursprung für das Osterfest das jüdische Pessach, so ist bei dieser Feier ein Hirtenfest vorauszusetzen, an dem ein Lamm geschlachtet wurde. Darauf wird auch die Verbreitung des Osterlamms zurückgeführt. Denn im Christentum wurde das Osterlamm mit Christus gleichgesetzt (1. Korinther 5,7b). [4]
ANMERKUNGEN
[1] Bihlmeyer–Tüchle, Kirchengeschichte, Erster Teil:
Das christliche Altertum, 12., verbesserte und ergänzte Auflage, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1951, § 25,3.
[2] Manfred Becker-Huberti / Helmut Lota, KATHOLISCH A-Z, das Handlexikon, Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seiten 186/87.
[3] Taschenlexikon „Religion und Theologie“, Band 3: O-Z, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, Seite 893.
[4] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und nationale Feiertage weltweit), Bertelsmann Chronik, Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2009, Seiten 32 + 33.


















