Ostergrüße

Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer unseres Vereins,

wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Osterfest! Möge diese Zeit des Neuanfangs und der Freude Sie mit Glück und Zuversicht erfüllen. Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Treue und Unterstützung, die unseren Verein bereichern und stärken.

Genießen Sie die Feiertage und bleiben Sie gesund und munter!

Mit den besten Ostergrüßen,
Rodena Heimatkindeverein Roden e.V.

DIE BEDEUTUNG VON OSTERN

An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu Christi. Es ist das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr. Ein liturgischer Höhe-punkt ist die Feier der Osternacht zwischen Karsamstag und Oster-sonntag. Das Osterfest ist aus dem jüdischen Passahfest (auch: Pascha oder Pessach) hervorgegangen, an dem die Juden dieBefreiung der Israeliten aus Ägyptischer Gefangenschaft feiern.

Der Zeitpunkt der Osterfeier war nicht überall derselbe. In den romorientierten Kirchen wurde das Fest stets am Sonntag gefeiert, und zwar an dem Sonntag, der auf den 14. Nisan nach dem jüdischen Kalender fiel und folgte, in der Annahme, dass der Herr an einem Sonntag auferstand. In der Provinz Asia proconsularis aber hielt man es, und zwar unter der Berufung auf den Apostel Johannes, mit den Juden ohne Rücksicht auf den Wochentag stets am 14. Nisan (Luna XIV), am Todestag des Herrn selbst, sofern er am 14. Nisan starb (Quartodecimanismus). Hier gab es eine Auseinandersetzung zwischen Polykarp von Smyrna mit dem Papst Anicet in Rom. Zu einem Streit kam es aber unter Papst Viktor (189-198). Viktor exkommunizierte zunächst die Anhänger des Quartodecimanismus. Doch durch die Vermittlung des Irenäus von Lyon war bald der Friede wiederhergestellt. Im Laufe des 3. Jahrhunderts ließen schließlich die asiatischen Gemeinden, nur wenige ausgenommen, von ihrem Sonderbrauch ab. [1]

Viele Sprachen haben den aramäischen Namen dieses jüdischen Festes für das Osterfest übernommen. Der wohl älteste literarische Beleg für Ostern findet sich beim Kirchenlehrer Beda Venerabilis (647-735) mit „Eostro“. Aus dem griechischen „éos“ („Morgenröte“) entstanden sowohl das englische Wort „Easter“ als auch die deutsche Bezeichnung „Ostern“. Die Morgensonne steht symbolisch für den auf erstandenen Christus. Seit dem 1. Konzil von Nizäa (325) wird Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert. Da die ortho doxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 nicht folgte, feiern Ost und West zumeist an unterschiedlichen Tagen.

Im Zusammenhang mit Ostern gibt es zahlreiche Osterbräuche. Der wohl bekannteste ist, bemalte Eier zu verschenken. [2] Hinzu kommen populäre Festpraktiken. Dazu gehörten mittelalterliche Passions- und Osterspiele, in denen biblische Erzählungen thematisiert wurden. Im Spätmittelalter fand sich die Praxis des Ostergelächters, mit denen die Gemeinde auf derbe Geschichten und Gesten in der Osterpredigt reagierte. Die Segnung der Speisen (Osterbrot) und gemeinsames Osteressen beschloss das vorangehende Fasten. Ostereier und -hasen sind heute Insignien von Ostern als Kinderfest, sie nehmen Bezug auf naturzeitliche Symbolik oder sind mit Elementen sozialer Praxis verknüpft. So gelten etwa „Eier“ religionsgeschichtlich als Fruchtbarkeitssymbole und versinnbildlichen im österlichen Kontext den Ursprungsort neuen Lebens. Sie fungieren zugleich als besondere Nahrungsmittel für Kinder oder Wöchnerinnen und als Abgaben des zu Ostern zu entrichtenden Zinses. Grundmotiv der christlichen Ostersymbolik sind der Kontrast, Übergang und Weg von Dunkelheit zu Licht. [3]

Bis zum 16. Jahrhundert wurden im Volksglauben die Ostereier von ganz unterschiedlichen Tieren gebracht. In einigen Regionen kamen sie beispielsweise vom Fuchs, in anderen vom Hahn, vom Storch und vom Kuckuck. Spätestens ab dem 18. Jahrhundert ist nur noch der Hase als Frühlingsbote und Ostersymbol bekannt. Der Hase ist das Tier der Liebesgöttin Aphrodite sowie der germanischen Erdgöttin Holda. Er ist aber nicht nur Götterbote, er ist auch ein altes Zeichen für das Leben und für die Fruchtbar-keit, da die Hasen im Frühjahr sehr vielen Jungen das Leben schenken. In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag oder in der darauf-folgenden Nacht werden vielerorts Osterfeuer angezündet. Diesen Brauch kannten schon die Germanen. Das Feuer sollte den Winter, aber auch die Dämonen und Geister vertreiben. Darum wurden oft Strohpuppen in der Mitte des Holzhaufens aufgestellt und verbrannt. Bis heute wird der Brauch, am Ostersonntag Feuerräder einen Berg herunterrollen zu lassen, gepflegt. Die brennenden Räder stellen ein Bild der Sonne und des ewigen Lebens dar.

Seit Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. sind jährlich wiederkehrende christliche Osterfeiern mit Gottesdiensten belegt. Diese wurden zunächst als Versinnbildlichung des Übergangs vom Tod zum Leben und damit der Auferstehung Jesu als nächtliche Eucharistie (als die Vigilien) begangen. Seit dem 6. Jahrhundert kontinuierlich auf den Karsamstagmorgen vorverlegt, gilt nun seit dem 16. Jahrhundert der Gottesdienst am Ostersonntag als eigentliche Osterfeier; die orthodoxen Kirchen haben die Nachtfeier bis heute als Hauptfest beibehalten.

Nimmt man als Ursprung für das Osterfest das jüdische Pessach, so ist bei dieser Feier ein Hirtenfest vorauszusetzen, an dem ein Lamm geschlachtet wurde. Darauf wird auch die Verbreitung des Osterlamms zurückgeführt. Denn im Christentum wurde das Osterlamm mit Christus gleichgesetzt (1. Korinther 5,7b). [4]

ANMERKUNGEN

[1] Bihlmeyer–Tüchle, Kirchengeschichte, Erster Teil:

Das christliche Altertum, 12., verbesserte und ergänzte Auflage, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1951, § 25,3.

[2] Manfred Becker-Huberti / Helmut Lota, KATHOLISCH A-Z, das Handlexikon, Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009,  Seiten 186/87.

[3] Taschenlexikon „Religion und Theologie“, Band 3: O-Z, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, Seite 893.

[4] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und nationale Feiertage weltweit), Bertelsmann Chronik, Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2009, Seiten 32 + 33.

Die Klepperbuben

Das Ratschen (oder auch Klappern) ist ein Jahrhunderte alter christlicher Brauch, der vor allem in Süddeutschland, Österreich und Luxemburg gepflegt wird. Dabei ziehen meist Ministranten mit
Ab dem Abendmahl am Gründonnerstag verstummen die Orgeln und Kirchenglocken als Zeichen der Trauer über das Leiden und den Tod Jesu.
Nach einer verbreiteten Legende fliegen die Glocken über die Kartage nach Rom, um dort geweiht zu werden, und kehren erst in der Osternacht zurück.
Da die Glocken früher auch als „Uhr“ dienten, übernehmen die Ratschen deren Aufgabe und rufen die Gläubigen zum Gebet (z. B. zum Engel des Herrn) und zum Gottesdienst.
Die Ratschen sind hölzerne Lärminstrumente, bei denen ein elastisches Holzblatt über ein gezahntes Holzrad schnappt. Es gibt verschiedene Bauformen:
Handratschen: Kleine Modelle, die man im Kreis schwingt oder kurbelt.
Schubkarrenratschen: Große Instrumente, die vor dem Körper hergeschoben werden.
Turmratschen: Fest installierte, massive Holzinstrumente in Kirchtürmen, die oft mit Kurbeln bedient werden.
Meist ziehen Gruppen von Kindern und Jugendlichen (oft Ministranten) zu festen Zeiten – etwa morgens, mittags und abends – durch das Dorf. In vielen Regionen wird dabei ein kurzer Spruch aufgesagt, wie etwa:
Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss.
Als Dankeschön für ihren Dienst ziehen die „Ratschenkinder“ oft am Karsamstag von Haus zu Haus und sammeln kleine Spenden, Süßigkeiten oder Ostereier.

Karfreitag

Am Karfreitag steht für Christen weltweit die Welt einen Moment lang still. Es ist ein Tag, der von tiefer Symbolik, Stille und dem Gedenken an das Leiden und Sterben Jesu Christi geprägt ist.
Der Karfreitag ist der Höhepunkt der Karwoche. Nach biblischer Überlieferung wurde Jesus von Nazaret an diesem Tag in Jerusalem verurteilt, musste sein Kreuz selbst zum Hügel Golgatha tragen und wurde dort hingerichtet.
Im christlichen Glauben ist dieser Tod kein sinnloses Scheitern. Er wird als freiwilliges Opfer verstanden, mit dem Jesus die Schuld der Menschheit auf sich nahm, um eine Versöhnung zwischen Gott und den Menschen zu ermöglichen.
Das „Kar“ im Namen stammt vom althochdeutschen Wort chara ab, was Trauer oder Wehklage bedeutet. Es ist also wörtlich der „Tag der Trauer“.
In den Kirchen herrscht am Karfreitag eine ganz eigene, fast greifbare Atmosphäre. Viele Gottesdienste finden um 15:00 Uhr statt, da dies der Überlieferung nach die Stunde war, in der Jesus starb.
Die Kirchen sind oft schmucklos. Der Altar ist leer, die Glocken schweigen und die Orgel bleibt stumm. In Deutschland nimmt der Karfreitag eine Sonderstellung ein. Er ist als stiller Tag gesetzlich besonders geschützt:
In fast allen Bundesländern gelten Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen. Tanzabende, laute Sportevents oder bestimmte Filmvorführungen sind untersagt, um den ernsten Charakter des Tages zu wahren.
Es ist ein Tag, an dem das öffentliche Leben spürbar entschleunigt wird. Auch außerhalb der Kirche haben sich feste Bräuche etabliert:
Da der Karfreitag ein strenger Fastentag ist, wird traditionell kein Fleisch gegessen. Stattdessen gibt es in vielen Familien Fisch, da der Fisch ein uraltes Erkennungszeichen der Christen ist.
In manchen Regionen ziehen Kinder mit Holzratschen durch die Straßen, um die schweigenden Kirchenglocken zu ersetzen und die Gläubigen zu den Gebeten zu rufen.

Osterstimmung in der Victor’s Residenz Saarlouis

In der Victor’s Residenz Saarlouis herrschte in diesen Tagen eine ganz besondere, generationenübergreifende Osterstimmung. Im Rahmen einer Kooperation besuchten Schüler der Römerbergschule die Senioren der Residenz, um gemeinsam das bevorstehende Fest einzuläuten.

Unterstützt wurde die Aktion tatkräftig vom Rodener Heimatkundeverein Rodena, der nicht nur die nötige Expertise, sondern auch viel Herzblut in das Projekt einbrachte. An den gedeckten Tischen wurde eifrig geschnitten, geklebt und gemalt: Von traditionellem Osterschmuck bis hin zu individuellen Dekorationen entstanden kleine Kunstwerke, die nun die Wohnbereiche verschönern.

Doch es ging um weit mehr als nur das Basteln: Der Austausch zwischen Jung und Alt stand im Mittelpunkt. Während die Schüler von ihrem Alltag erzählten, gaben die Senioren Geschichten über vergangene Osterfeste in Saarlouis zum Besten. Diese lebendige Verbindung der Generationen machte den Nachmittag zu einem Erlebnis, das allen Beteiligten noch lange in schöner Erinnerung bleiben wird.

DER TAG „GRÜNDONNERSTAG“

„Gründonnerstag“ ist abgeleitet vom althochdeutschen „greinen“
= „weinen“. Denn am Gründonnerstag, dem Donnerstag in der
Karwoche, gedenkt die Kirche des letzten Abendmahles, das
Jesus Christus mit seinen Jüngern hielt. Aus der Sicht der frühen
Kirchentradition wird dies allgemein als Einsetzung der Eucharistie
verstanden. Im Anschluss an die Predigt kann nach biblischem
Vorbild die Fußwaschung von zwölf ausgesuchten Laien durch
den Priester erfolgen. Mit dieser symbolischen Handlung wird
daran erinnert, dass nach biblischer Überlieferung Jesus am
Vorabend seines Kreuzestodes seinen Jüngern als Zeichen
vorbehaltloser Dienstbereitschaft am Nächsten (Johannes
13,1-17) die Füße gewaschen hat. [1]
Eine andere Quelle spricht von der Erinnerung an die Büßer,
die früher an diesem Tag wieder in die Kirche aufgenommen
und dafür als sichtbares Zeichen mit jungem Grün geschmückt
wurden. Im Mittelalter war der Gründonnerstag auch unter dem
Namen „Antlasstag“ bekannt, was sich vom „Ablass“ – dem Er-
lass der Strafe für begangene Sünden – ableitet.
Teil der Zeremonien am Gründonnerstag ist die Weihe des
Salböls Chrisam. Es wurde früher aus Olivenöl mit etwas
Balsam hergestellt, heute werden auch noch weitere Aroma-
stoffe benutzt. Verwendet wird Chrisam bei Salbungen an-
lässlich der Taufe, bei Firmungen und bei der Priesterweihe,
aber auch bei der Weihe von Altären, Kirchen und Glocken.
In der katholischen Kirche verstummen am Gründonnerstag
bei der Messe nach dem „Gloria in Excelsis“ die Orgel und
die Glocken. Die Glocken erklingen erst wieder am Oster-
sonntag. [2]
ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lotta, KATHOLISCH A-Z
(Das Handlexikon), Verlag Herder in Freiburg (Breisgau)
2009, Seiten 99/100.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und
nationale Feiertage weltweit), in Bertelsmann Chronik,
wissenmedia Verlag, Gütersloh/München 2009, Seite
25.

Feierstunde zum 175. Geburtstag von Prof. Dr. Jakob Ecker in Lisdorf

Schon lange vor Beginn des Vortrags füllte sich das LisDORFhaus am Sonntagnachmittag mit erwartungsvollen Gästen.
Pünktlich um 16:00 Uhr eröffnete Georg Jungmann, Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde Lisdorf, die Feierstunde zum 175. Geburtstag von Prof. Dr. Jakob Ecker. Harald Weiler nahm das Publikum anschließend mit auf eine faszinierende Reise durch das Leben des Mannes, der einer der bedeutendsten katholischen Bibelübersetzer seiner Zeit wurde.
Ein besonderes Highlight waren die im Saal ausgestellten Original-Bibeln. Der rund anderthalbstündige, packende Vortrag begeisterte die Besucher bis zur letzten Minute

Bildquelle: Heimatkundeverein Lisdorf

Gemeindekarte Roden aus dem Jahre 1831

Gemeindekarte Roden aus dem Jahre 1831
(von Walter Schmolenzky)
Nachfolgend ein paar Erläuterungen zu einer der schönsten und ältesten Karten von Roden:
Ist möglicherweise Kunst von Karte und Text
Die Übersichtskarte datiert aus dem Jahre 1831 und wurde vermutlich von einem Geometer namens Klein erstellt. Der genaue Name ist im Rubrum nur schwerlich zu lesen. Roden zählte um diese Zeit ca. 2000 Einwohner und war – wie auf der Karte ersichtlich – bis auf die Hauptwege Gerberei, Herrenstraße, Lindenstraße sowie um den Bereich der alten Kirche (heutiger Marktplatz) nur locker bebaut. Weite Flächen, die heute größtenteils durch Wohnhäuser, Gewerbe- und Industrieanlagen sowie Fernstraßen geprägt werden, waren Acker- Wald- und Weidenflure. Heute wohl nicht mehr vorstellbar!
Leider wurde diese schöne alte Gemarkungskarte von Roden durch die Nationalsozialisten für immer durch unschöne Eintragungen verunstaltet, indem man im Kartenblatt 1936 den Namen Saarlouis in „Saarlautern“ änderte und nachträglich den Verlauf der Eisenbahnlinie Saarbrücken – Trier sowie ein paar neue Wegeführungen in rot einzeichnete. Sehr schade!
Verblieben sind die alten Flurnamen, wobei es sich bei einigen lohnt, schon etwas eingehender zu hinterfragen, worauf die Flurbezeich- nungen zurückzuführen sind. Früher sind Namen häufig nach Gehör geschrieben worden, sodass durchaus auch eine andere Deutung oder ein anderer Ursprung für die Bezeichnung einer Flur infrage kommen kann. In alten Rodener Katasterunterlagen werden zudem Flure häufig auch als Kantone oder Distrikte bezeichnet. Allen gemeinsam liegt jedoch immer ein Gebietsausschnitt aus einem Gemeindegebiet zugrunde. Nachfolgend die Flurbezeichnungen auf der Karte von links nach rechts:
Pontacker:
In etwa dort, wo sich heute die Autobahnbrücke über die Saar in den Saarwiesen befindet, befand sich in früher Zeit eine kleine Anlegestelle, an der leichte Boote und Nachen anlegten. Die Bezeichnung Pont… (acker) ist aus dem franz. Ponton = Boot abgeleitet. Die kleinen Kähne, die hier festmachten, kamen vielleicht aus Lisdorf und Wallerfangen und waren mit Acker- und Feldfrüchten aus den dortigen Auenfelder beladen. Möglicherweise hat auch der ein oder andere Saarfischer hier noch seinen Nachen vertäut. Die in alten Schriften häufig erwähnte zweite Furt über die Saar soll sich ebenfalls in diesem Bereich befunden haben.
Der seinerzeit nur wenige Kilometer flußabwärts befindliche sogenannte „Päther Bock“ [1] dürfte bei der Anlegestelle auf Rodener Gemeindegebiet eine tragende Rolle gespielt haben. Beim Päther Bock, bei Pachten, handelte es sich um die Anlegestelle für Frachtschiffe der Dillinger Hütte. Neben Verladerampen befanden sich dort Betriebs- und Lagerhallen. Es ist durchaus denkbar, dass hier neben Hüttenprodukten auch andere Waren umgeschlagen worden sind, die über die Anlegestelle am Rodener Saarufer, dem Pontacker, nach Roden gelangten.
Kuhnenwinkel:
Der Flurname dürfte auf den Eigentümer oder den Nutzer der Flur mit Namen “Kuhn“ zurückzuführen sein. Der Historiker Dr. S. Delges bezeichnet die Flur als „Kuhlpuhl“. Es könnte sich also auch um eine Kuhweide mit einem Pfuhl gehandelt haben. [2]
Brühl:
Brühl bedeutet feuchte nasse Wiesen. Die Flur erstreckte sich von Norden aus in Höhe der heutigen Erschließungswege des Dillinger Saarhafens bis weit in die Schrebergartenkolonie in Roden.
Es gibt am Rodener Berg (Re(ö)derberg den Bruchweg, der in das tiefer gelegene Gelände, in die sogenannten Bruchwiesen, führt. Das Wort „Bruch“, das auf moorige, sumpfige Flächen“ hinweist, kann hier im Zusammenhang mit dem Flurnamen Brühl gesehen werden. In dem Flurbereich befand sich auch das frühere „Rote Meer“, das ebenfalls auf nasse Flächen hindeutet. [3]
Sandkaul:
Die Bezeichnung beinhaltet das Wort „Sand“, der in weiten Teilen am Rodener Berg, entlang der Lorisstraße, des Volksparkes und des Friedhofes anzutreffen ist. Diese Bereiche stellen auch den sogenannten östlichen Beckenrand des Saarlouiser Beckens dar, der weitestgehend durch gelblich rote-Sedimentschichten geprägt wird.
Noch im letzten Jahrhundert gab es in der Josefstraße, etwa dort, wo heute das Schützenhaus steht, eine große Sandkaul, die für Kinder ein wunderbarer Spielplatz war. Der Sand, der hier in nicht unerheblichen Mengen abgebaut worden ist, war nach dem 2. Weltkrieg ein begehrter Baustoff. Unter älteren Rodener wird die untere Lorisstraße heute noch als „In der Sandkaul“ bezeichnet und einige Leser können sich auch noch an die Gaststätte „Zur Sandkaul“ Ecke Heiligen- Lorisstraße erinnern.
Hahnacker:
Die vorstehende Flurbezeichnung dürfte auf den Eigentümer bzw. Nutzer mit Nachnamen „Hahn“zurückzuführen sein. Jedenfalls habe ich keine andere Deutung gefunden.
Weingewännchen:
Die sonnige Hanglage in südwestlicher Richtung spricht dafür, dass hier einmal Wein angebaut worden ist. Vermutlich wurde nur wenig Wein angebaut, weil es sich um ein „Gewännchen“, um ein kleines Gewann gehandelt hat. Gewann ist im übrigen auch eine Flurbezeichnung.
Wulvesrath:
Die Flurbezeichnung ist seinerzeit nach Gehör geschrieben worden. Richtigerweise heißt sie „Wolfesrath“.[4]
Ob der Flurname vom Nachnamen Wolf oder auf das frühere Vorhandensein von Wölfen zurückzuführen ist, lässt sich zweifelsfrei nicht recherchieren. Da es auch in Wallerfangen eine Wolfesrath gab, die nachgewiesenermaßen auf das Vorkommen von Wölfen zurückzuführen ist, trifft dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf die Flur Wolfesrath in Roden zu. [5]
Auch die Nähe zu Dillingen spricht dafür. In alten Schriften kann man nämlich nachlesen, dass durch Regierungserlaß die Bauern in Dillingen aufgefordert wurden, sich bei der Feldarbeit mit Harken und Forken auszurüsten, um sich so gegen Wölfe wehren zu können. [6] Die waldreichen Flächen in Dillingen, der Saarwellinger Wald, die fast übergangslos in den Rodener Wald übergegangen sind, waren früher reich an Wild und für Wölfe somit ein guter Standort. Leider wurde der Rodener Wald 1919 im Zuge der Industrialisierung verkauft und abgeholzt. Hierüber waren seinerzeit viele Rodener erbost und verärgert, zumal es danach doch nicht zu einer Industrie- ansiedelung kam.
Erst heute befinden sich dort neben Gewerbe- und Industrieanlagen die Ford Werke.
Rath:
Nach der Flurbezeichnung sind heute die kleine und die große Rathstraße benannt. Als „Rath“ bezeichnet man im Mitteldeutschen abgegrenzte, eingefriedete Grundstücke.
Langenberg:
Der Langenberg ist Teil der Hochterrasse des Saarlouiser Beckens, die sich vom Rodener Berg über den Römerberg bis zu Fordwerken erstreckt. Zu der Höhenlage, dem Langenberg, führen u. a. die Winter- und die Treppenstraße.
Letztere, die Treppenstraße, wie schon der Name verrät, ist eine beschwerliche und lange Wegestrecke bis hoch zu der Anhöhe. Auf die langgezogene Wegstrecke ist vermutlich der Flurname, Langen- berg, zurückzuführen. Heute weist die Straße „Am Langenberg“ auf die alte Bezeichnung hin.
Heid:
Die Bezeichnung stellt auf eine unbewirtschaftete Fläche, mit wenig ertragreichem Boden, einer Heide ähnlichen Landschaft ab. Früher waren hier weite Teile mit Ginster bedeckt.
Au:
Von Auenflächen abgeleitet. Weite Wiesen, die von einem Fluß durchzogen werden, sind typische Auenlandschaften. Man stelle sich vor, man steht in früher Zeit auf der Teufelsburg und blickt in Richtung Osten. Eine weite grüne Ebene, die vom blauen Band der Saar durchzogen wird, liegt einem zu Füßen. So oder so ähnlich, wird in alten Schriften das Saartal, das Saarlouiser Becken, traumhaft beschrieben. Obwohl im Laufe der Zeit die Saar verlegt und begradigt worden ist, zählen die Rodener Saarwiesen noch heute mit zu den schönsten Flußauen im Land.
Vließen:
Heute geschrieben, „die Fliesen“. Die Deutung liegt auf fließendem Wasser. Dazu muss man wissen, das noch im vergangenen Jahrhundert, vor der Saarverlegung, weite Teile der Flur, heute südlich der Schanzenstraße, regelmäßig unter Wasser standen, wenn die Saar Hochwasser führte. Der frühere Rodener Damm und die Schleusenbrücke an der Schanzenstraße waren Relikte aus jenen Tagen und zeugten davon, dass hier ständig Wasser floß. [7]
Außerdem gehörten die Fliesen zum Überschwemmungssystem der Festungsstadt Saarlouis. [8]
Gelbengrund:
Dieser Bezeichnung liegen die dort vorkommenden gelben Sandschichten zugrunde.
Leßert:
Wie auf der Karte zu sehen ist, war die Flur früher bewaldet. Der Flurname ist auf die Familie „Lessel“ (ehemalige Gaststätte „Lessel“, heute beim Ali) zurückzuführen, die dort wohnte oder in deren Eigentum die Flur stand.
Kowatschenhof:
Am Kartenrand unten, in den Fliesen, ist der „Kowatschenhof“ eingetragen, mit dem es folgende Bewandtnis hat:
Franz Kowatsch, nach dem der Hof benannt war, war unter Marschall Ney Militärattachè. Im Jahre 1812 erhielt er wegen seiner Verdienste das obige Grundstück in Roden und errichtete darauf eine Hofanlage. Einen großen landwirtschaftlichen Betrieb mit einer Gaststätte. [9]
Später nannte man das Grundstück „Schönensgarten“, der der Familie Schönen gehörte. Nach dem 2. Weltkrieg befand sich in dem Bereich (heute Ev. Realschule CM King), der auch das Binzgelände genannt wird, der Rodener Fußballplatz „Auf der Binz“ (ebenfalls eine Flurbezeichnung stellt auf Binsen, Schilf, Röhricht ab).
Flurnamen werden im Laufe der Zeit auch umbenannt. So hießen z. Bsp. einige der vorgenannten Flurstücke bei einer Bannbegehung im Jahre 1636: an Stauden, Baumellen, Buchborn, Hepeloch um nur einige zu nennen. [10]
Fundstellen:
[1]
Heimatkundliches Jahrbuch Landkreis Saarlouis 1975, S. 359
[2]
Dr. S. Delges, Roden im Wandel der Jahrhunderte 1933, S. 52
[3]
Heimatkundliches Jahrbuch Saarlouis 1960, S. 386
Aus dem Rodener Gedächtnis 2018, S. 60
[4]
Dr. S. Delges Roden im Wandel der Jahrhunderte 1933, S. 52
[5]
Theod. Liebertz, Wallerfangen und seine Geschichte, S. 84
[6]
Aus dem Rodener Gedächtnis, 2018, Der Wolf in unserer Heimat, S. 48
[7]
Vermischtes aus dem alten Roden, 2019, Rodener Straßennamen, S. 14
[8]
Saarlouis, Lohse-Balzer, 1977
[9]
Unsere Heimat Mtbl. des Landkreises Saarlouis, 1994, Heft 4, S. 136
[10]
Dr. S. Delges, Roden im Wandel der Jahrhunderte, 1933, S. 36ff

Christliche Bergmette in Fraulautern

Im Land der Bergmannstraditionen ist die Zeit am Jahresende von der Ausübung vielfältiger Traditionen gekennzeichnet. Die Christliche Bergmette der Bergleute in der Weihnachtszeit ist ein Höhepunkt dieses bergmännischen Brauchtums.
Am 23.12.2025 fand in der Kirche Heilig Dreifaltigkeit Fraulautern die 9. Christliche Bergmette des Berg- und Hüttenarbeitervereins „St. Barbara“ 1861 Saarlouis-Fraulautern statt.
Nach der geistlichen Begrüßung durch Pfarrer Dehm hieß Werner Heider, Vorsitzender des Berg- und Hüttenarbeitervereins St. Barbara Saarlouis-Fraulautern 1861 e.V., die zahlreichen Besucher willkommen.
Im Anschluss an ein feierliches Bergmannsgebet hielt der SPD-Fraktionsvorsitzende und 1. Vorsitzender des saarländischen Turnerbundes Andreas Julien die diesjährige Bergpredigt.
Die Feierstunde wurde von den Bergsängern vom Kupferbergwerk Düppenweiler musikalisch umrahmt. Den feierlichen Abschluss bildete der gemeinsame Gesang des Steigerlieds, gefolgt vom Auszug der Knappen.
Die Mette markiert symbolisch die letzte Schicht des Jahres und setzt damit einen würdigen Schlusspunkt im Kalender der bergmännischen Traditionspflege.

„Wichtelzauber: Heimliche Helfer und Schalkhafte Streiche in der Vorweihnachtszeit“

Ein alter Brauch in der Vorweihnachtszeit ist das Wichteln, eine Tradition, die auf den nordischen Wichtel zurückgeht. Diese Sagengestalt ist bekannt dafür, heimlich Gutes zu tun. Beim Wichteln wird innerhalb eines Freundes- oder Bekanntenkreises gelost, wer wen beschenken darf. Der Sinn dahinter ist, dass jeder gleichgestellt wird und niemand leer ausgeht.
Eine besonders witzige Variante ist das Schrottwichteln. Hierbei geht es darum, ein Geschenk zu machen, das man selbst nicht schön findet oder nicht braucht. Der Spaßfaktor steht hier an erster Stelle!
In einigen Familien werden Tür- oder Fensterattrappen an die Wand gemalt. Die Wichtel kommen dann zur Tür oder zum Fenster herein und spielen den Kindern über Nacht Streiche. So wird zum Beispiel im Kinderzimmer Unordnung gemacht oder die Schuhe versteckt, sodass das Kind morgens überrascht ist. Wichtel sind manchmal auch ein wenig unartig, aber je nach Laune bringen sie den Kindern auch kleine hübsche Überraschungen.
Die Wichtel selbst sind ganz kleine menschenähnliche Wesen, die in eigenen Gemeinschaften leben. Sie tauchen meist in Gruppen auf, leben unterirdisch, in Höhlen oder in versteckten Ecken in den Häusern der Menschen. Im Allgemeinen sind sie den Menschen gegenüber freundlich und helfen ihnen, meist unaufgefordert, bei der täglichen Arbeit. Oft verschwinden sie, wenn sie von Menschen entdeckt werden.
Erfunden wurden diese liebevoll aussehenden Wesen von den Gebrüdern Grimm, die die Wichtel häufig in ihren Märchen auftreten ließen.

Kriegsweihnacht 1941 – Ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg

Im Dezember 1941 befahl Adolf Hitler an der gesamten Ostfront den Übergang vom Angriff zur Verteidigung. Der vorgesehene deutsche „Blitzsieg“ im Krieg gegen die Sowjetunion war damit gescheitert. Die Weihnachtszeit 1941 markierte den Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Nach den schnellen Erfolgen der Vorjahre kam die deutsche Wehrmacht in diesem Winter erstmals an ihre Grenzen. Das Bild des „unbesiegbaren“ Heeres begann zu bröckeln.

Der Plan, die Sowjetunion noch vor Wintereinbruch zu besiegen, war gescheitert. Stattdessen kämpften die Soldaten im Dezember 1941 in der verlustreichen Winterschlacht vor Moskau. Bei Temperaturen bis zu minus 40 Grad mangelte es an Winterausrüstung. Viele Soldaten verbrachten das Fest in primitiven Erdlöchern oder Schützengräben.

Die anfängliche Euphorie wich tiefer Ernüchterung. Propagandabilder versuchten zwar, besinnliche Atmosphäre mit behelfsmäßigen Adventskränzen zu vermitteln, doch die Realität war geprägt von Erfrierungen, Hunger und ständigem Beschuss.

Joseph Goebbels räumte in seiner Weihnachtsansprache erstmals offen eine Krise ein. Die anfängliche Siegesgewissheit schwand, als die Verlustlisten immer länger wurden.

Kurz vor Weihnachten rief das Regime dazu auf, Wintersachen für die Soldaten zu spenden. Dies war ein deutliches Eingeständnis der mangelhaften Vorbereitung auf den russischen Winter.

Die Nationalsozialisten versuchten, das Fest als „Volksweihnacht“ umzudeuten und christliche Symbole durch germanische zu ersetzen – aber zwischen den in der Wochenschau gezeigten Bildern von gut ausgerüsteten Soldaten und den Briefen der Soldaten, die von Hunger und Kälte berichteten, klafften Welten. Die Schlacht von Stalingrad im Winter 1941/1942 und die Vernichtung der 6. Armee gilt als Wendepunkt des im Juni 1941 vom Deutschen Reich begonnenen Deutsch-Sowjetisch Krieges.

Für Millionen Soldaten und Zivilisten wurde es ein Fest der Hoffnungslosigkeit und des beginnenden Zweifels am deutschen „Endsieg“.

Quelle: Wikipedia

4. Advent

Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Bekannte unseres Vereins,
Der 4. Advent lädt uns ein, kurz innezuhalten und unseren Blick auf das zu richten, was uns als Heimatkundeverein besonders wichtig ist: die Gemeinschaft, unsere gemeinsamen Wurzeln und die Verbundenheit mit unserer Heimat Roden.
Es sind Menschen wie ihr, die unsere Vereinsarbeit mit Leben füllen und dafür sorgen, dass unsere Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.
Wir wünschen euch und euren Familien einen besinnlichen 4. Advent. Genießt die Ruhe im Kreis eurer Lieben und die Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest.
Mit herzlichen Grüßen aus der Heimatkunde,
Euer Vorstand des Rodena Heimatkundeverein Roden e.V.
Bildquelle: Pixabay

Wenn der Himmel rot glüht: Der Duft der Engel in der Kindheit

Wer erinnert sich noch an jene Adventsabende, an denen die Welt in der Dämmerung versank? Draußen duftete es nach Holzfeuer, und eine klirrende Kälte lag in der Luft – doch am Horizont geschah alljährlich ein kleines Wunder: Der Winterhimmel erstrahlte in feurigem Rot.
Wenn wir das sahen, fragten wir unsere Eltern und Großeltern, die uns dann mit leiser Stimme erklärten: „Seht nur, der Himmel glüht! Dort backen die Engel Plätzchen für das Christkind.“ So verwandelte diese einfache Erzählung ein Naturschauspiel in reine Magie.
Es war eine Zeit, in der die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Märchen im flackernden Kerzenschein verschwammen. Unsere Welt war damals nicht kalt und nüchtern, sondern erfüllt von Geborgenheit und Vorfreude – eine Welt, in der Märchen wahr sein durften.
Der „Plätzchen-Himmel“ ist mehr als nur eine Kindheitserinnerung. Er ist ein Stück verlorener Poesie. Wenn wir heute in dieses rote Abendglühen blicken, zaubert es uns vielleicht ein stilles Lächeln ins Gesicht und schenkt uns für einen flüchtigen Moment wieder den Duft von Zimt und Vanille in der winterlichen Luft.
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