DER SCHMIED

AUTORIN: Angelika Merkelbach-Pinck

Ehemals war das Arbeitsgebiet des Schmiedemeisters ausgedehnter als
heute. Alle Hufeisen mussten von ihm hergestellt werden. Er schmiedete
sie aus den verbrauchten Stücken zusammen, und da er sie jeweils dem
Huf des einzelnen Pferdes, der wie der Fuß des Menschen verschieden
ist, anpassen musste, verlangte diese Anfertigung gründliche Sachkennt-
nis. Dazu kamen die Riegel und Haken für Türen und Fenster, wenn auch
in der guten alten Zeit das Haus nicht so ängstlich verwahrt wurde wie heu-
tigen Tages und jeder nach Belieben den Türschlempe zur Stube oder zur
Küche niederdrücken konnte, um einzutreten. Manch schönes Kunstschmie-
destück zeugt von dem Können der alten Meister.

Manche Erzählung berichtet aber auch von den schweren Kontributionen,
die er gerade zu tragen hatte, wenn der Feind im Lande hauste und der
Schmied und seine Gesellen Tag und Nacht an Esse und Amboss stan-
den, um die Forderungen an Hufeisen zu befriedigen; andernfalls hätte
er Kopf und Kragen riskiert.

Ein Besonderes war es um die Nagelschmiede, die Nägel jeder Größe und
Stärke anfertigten, um sie dann in einem Säckchen auf dem Rücken in den
Handel zu tragen, oft bis ins Elsass hinein.

Des alten Schmiedemeisters, namentlich des Nagelschmieds treuester
Geselle war der Hund, der im Rad ging und den Blasebalg zog. Eine
Quälerei für das Tier, eine Erleichterung für den stark beanspruchten
Meister, dessen Hammer vom frühen Morgen bis in die späte Nacht
hinein erklang.

Die Schmiede war die besonders beliebte Meistub der Männer. In ihr
war es am längsten warm und hell. In ihr war Raum und Zeit, die Dorf-
politik zu betreiben, die große Politik zu bereden. Dafür sprang dann
ein jeder dem Meister in der Arbeit gerne bei, soweit er es vermochte.
Selbst für die Dorfkinder hatte die Schmiede ihre besondere Anziehungs-
kraft. Im Winter warf sie ihren hellen Schein in die unbeleuchtete Straße,
lockte an das blinde Fenster, hinter dem die Flammen und Funken auf
der Esse aufsprühten; im Sommer war es der riesengroße Schleifstein
im Hof, an dem die Buben ihre Messer wetzten, bis die blauen Funken
aus dem harten Stein aufspritzten.

Mit der Schmiedekunst war die Arbeit nicht erledigt. Gewöhnlich spielte
der Schmied die Rolle eines Tierarztes im Dorf. Er half, wenn die Kuh
kalbte, das Pferd sich in Koliken wand. Daneben hatte er die größte
Kraft und das beste Instrument, dem Bauern und der Bäuerin von den
Zahnschmerzen abzuhelfen. Der Amboss war des Patienten Operations-
stuhl, auf dem ihn ein bis zwei Mann festhielten, wenn der Schmied ihm
den Zahn herauszog ohne lange Vorbereitungen und Betäubungen, wenn
es gut ging, mit einem Ruck, dass die Kinnlade krachte. Oft wurde der Zahn
auch im Stehen gezogen.             

Damals – Hexennacht in Roden

Bei Dunkelheit trafen wir uns mit Freunden und gingen dann Hexen. Wir nahmen Toilettenpapier und verzierten damit Geländer, Türgriffe und Autos.

Später gingen wir durch die Hochstr. Richtung Friedhof. Dort waren wir dann auf "Oberhöllen", einem Neubaugebiet von Roden. Kurz vor dem dritten Eingangstor des Friedhofes sahen wir rechte Hand einen Neubau wo gerade die Kellerdecke fertiggestellt war. Rund um das Anwesen war noch nicht aufgefüllt worden und davor stand ein PKW, der wie wir beim näheren Hinsehen feststellten, nicht abgeschloßen war. Wir beschloßen den PKW auf der Kellerdecke zu parken. Einer von uns Stand Schmiere und beobachtete die Umgebung. In der Nähe des Neubaues fanden wir Bohlen die wir zum Überbrücken der noch nicht aufgefüllten Fläche vor dem Haus benutzten. Wir brachten diese in Position und schoben dann den PKW über die Bohlen auf die Kellerdecke. Die Bohlen wurden entfernt und das Auto stand dann im mittleren Bereich der Kellerdecke.

Wir wären gerne am nächsten Morgen vor Ort gewesen – denn mit Sicherheit wurde darüber gerätselt wie das Auto auf die Decke kam.

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen.

Weitere Geschichten auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

13100767_1175792435772780_52613423090818629_n

Damals 1926 – Die französische Raubbaupolitik im Saarbergbau

In dem Bewusstsein, dass das

seinen Willen bekunden wird, zu Deutschland zurückzukehren, und demnach auch die Kohlengruben ihrem rechtmäßigem Besitzer wieder zufallen, ist Frankreich im Saarbergbau zu der Politik des Raubbaues übergegangen. Ohne Rücksicht auf die  entgegenstehenden Sicherheitsbestimmungen und ohne sachgemäßen Ausbau der Kohlenflöze wird in einem  Tempo abgebaut, dessen Hast im umgekehrten Verhältnis zu dem Eifer steht mit dem man einst die Kohlengruben in Nordfrankreich aufzubauen wusste. Ist zwar der Raubbau in den Kohlengruben ein erfreuliches Zeichen dafür, dass die Franzosen ihre Herrschaft im Saargebiet als vergänglich ansehen, so wäre es der Saarbevölkerung doch lieber, wenn die fremden Herren aus ihrer Erkenntnis andere Konsequenzen zögen. So machen sich die Folgen der unerhörten, unmoralischen, gesetzwidrigen Abbaumethode nicht nur unter Tage bemerkbar, wo der einst blühende Zustand der Gruben durch Verwahrlosung und Gleichgültigkeit kaum noch zu erkennen ist, sondern auch über Tage wo für eine Reihe von Ortschaften Einsturzgefahren in einem früher nie gekannten Maße bestehen. In Friedrichsthal, Dudweiler, im Köllertal treten Häusersenkungen auf, die ihre Ursache hauptsächlich in dem schlechten, mit billigem Versatz-Material vorgenommenen Ausfüllen der Flöze haben. Am meisten zu leiden aber hat der Ort Schnappach, wo die Bodensenkungen einen derartigen Umfang angenommen haben, dass fast kein Haus unbeschädigt geblieben ist. Die große Ausdehnung der Schäden und Zerstörungen ist auf den Umstand zurückzuführen, dass die Bergverwaltung zu der preußisch-bayerischen Bergverwaltung einen bisher  absichtlich nicht abgebauten sogenannten Sicherheitspfeiler nun um der Beute Willen zum Abbau in Abbau in Angriff genommen und nur schlecht ausgefüllt hat. Auf unseren Bildern  haben wir einige Zerstörungen festgehalten, die nur einen Teil des angerichteten Schadens darstellen. So musste das Gasthaus zu den 12 Aposteln völlig geräumt und durch Barrieren abgesperrt werden, gleichfalls Schule und Kirche, da hohe Einsturzgefahr besteht. Einzelne Häusergruppen sind schon niedergelegt worden, andere werden über kurz oder lang folgen. Im ganzen sind 45 Häuser in Mitleidenschaft gezogen, die teils abgebrochen werden mussten, teils dem Einsturz nahe sind, sodass sie nicht mehr bewohnt werden können. Es ist nicht zu verwundern, dass sich die Bevölkerung eine große Erregung bemächtigte, zumal die neuen Bergherren  versuchten, sich ihrer vollen Schadensersatzpflicht zu entziehen. Die Raubbaupolitik hat zu einer Anfrage im bayerischen Landtag  geführt, worauf das Handelsministerium ausdrücklich die Verpflichtungen der französischen Bergverwaltung auf Grund des gültigen Berggesetzes feststellte. In der Erklärung hieß es unter anderem: „Aber auch die dem Völkerbund unterstellte Regierungskommission des Saargebietes hat durch ihre Bergbaubehörde nicht die Aufgabe erfüllt, die ihr Art. 253 des Berggesetzesauferlegt, nämlich Personen und Eigentum gegen gemeinschädliche Einwirkungen  des Bergbaues zu schützen und den Schutz der Oberfläche im Interesse der persönlichen Sicherheit und des öffentlichen Verkehrs wahrzunehmen.“

Auf das Ersuchen der bayerischen Regierung hat das Auswärtige  Amt beim Völkerbund wegen des Vorgehens der Bergwerksdirektion Beschwerde führen lassen. Der zuständige Beamte des Völkerbundsekretariats sagte zu (April 1925), die Angelegenheit mit den französischen Vertretern auf der kommenden Tagung des Völkerbundrates sowie mit den Mitgliedern der Regierungskommission eingehend zu erörtern – Von einer tatsächlichen Regelung hat man bis jetzt allerdings noch nichts gehört!

Quelle: Saarkalender für das Jahr 1926                                                      

Herausgeber: A. Züblke Saarbrücken

Bildquelle: Bergmannskalender 1957

13119020_1176315069053850_6568254247895293800_n

Das Kreuz im ehemaligen Rodener Wald (heute an der Ecke Hoch/Mathiasstr.)

Am Hesselsweg im ehemaligen Rodener Wald wurde im Jahre 1931 der damalig siebzehnjährige Junge Theobald aus der Viktoriastr. Bei einer Treibjagd tödlich getroffen.

An der Unfallstelle ließ die Familie zunächst ein Birkenkreuz errichten, das später durch ein besseres Kreuz ersetzt wurde. Der Stellmacher Jakob Gergen aus der Donatusstr. brach sich bei einem Spaziergang 1965 im Rodener Wald den Fuß. Da er nicht mehr weiter gehen konnte, versprach er, das Kreuz im Walde zu erneuern, wenn ihn jemand finden würde.

Eine Frau, die mit ihrem Auto vorbeikam, fand ihn und brachte ihn ins Krankenhaus. Nach seiner Genesung fertigte er ein neues Kreuz an und stellte es an die stelle des alten Unfallkreuzes.

Beim Bau der Fordwerke und der Umgehungsstr. 1966 wurde das Kreuz von Herrn Josef Näckel an der Hoch-/Matthiasstr. Neu aufgestellt.

Über „ein Gefällt“ unserer Seite würden wir uns freuen.

Weiter Fotos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

17.09.2015 Kreuz Ecke Hoch- Mathiasstr.2

 

Rückblick – Rodena besuchte Beinhaus von Douaumont

Das Beinhaus von Douaumont (franz. Ossuaire de Douaumont) ist eine französische nationale Grabstätte[1] für die Gebeine der Gefallenen, die nach der Schlacht um Verdun nicht identifiziert werden konnten. Das Beinhaus befindet sich auf dem Gebiet der ehemaligen Ortschaft Douaumont. In ihm werden die Gebeine von über 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt.

Die Anlage befindet sich auf dem Thiaumont-Rücken, in direkter Nachbarschaft zur ehemaligen Befestigungsanlage Fort Thiaumont, etwa einen Kilometer südwestlich des Fort Douaumont und etwa fünf Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Verdun.

Im Jahr 1920 besuchte Bischof Charles-Marie-André Ginisty das provisorische Ossarium, in dem bis dahin die gefundenen Gefallenen bestattet worden waren. Er beschloss, den Toten eine würdigere Begräbnisstätte und den Hinterbliebenen einen Ort für ihre Trauer zu geben. Am 22. August 1920 konnte Marschall Philippe Pétain den Grundstein für das geplante Gebäude legen. Am 17. September 1927 konnten die Gebeine aus dem provisorischen Holzgebäude überführt werden. Offiziell eingeweiht wurde das Beinhaus am 7. August 1932 durch den französischen Staatspräsidenten Albert Lebrun.[2]

Im September 1984 trafen sich der französische Präsident François Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl zu einer großen Versöhnungsfeier. Das Foto[3] der beiden Politiker, die sich vor dem Eingang des Ossuaire an den Händen halten, ging um die Welt.[4] Zur Erinnerung an dieses Treffen wurde vor dem Beinhaus eine Gedenkplatte installiert. Sie trägt folgende Inschrift:

Auf diesem französischen Soldatenfriedhof trafen sich am 22. September 1984 zum ersten Mal in der Geschichte der beiden Völker der französische Staatspräsident und der deutsche Bundeskanzler. Sie legten im gemeinsamen Gedenken an die Toten beider Weltkriege Kränze nieder und erklärten:

 

„Wir haben uns versöhnt. Wir haben uns verständigt. Wir sind Freunde geworden.“
François Mitterrand und Helmut Kohl

Am Sonntag, 9. Februar 2014 wurde zum ersten Mal der Name eines deutschen Soldaten, Peter Freundl (gefallen am 28. Mai 1916), auf einem Bogen des Beinhauses eingraviert.[5]

Das Gebäude wurde von den Architekten Léon Azéma[6], Jacques Hardy und Max Edrei entworfen und nach zwölf Jahren Bauzeit 1932 offiziell eingeweiht.

An der Außenseite des eindrucksvollen Bauwerkes befinden sich unter anderem die Wappen aller Städte, die Geld zum Bau des Ossuaire beisteuerten.

Das Innere des 137 m langen Gebäudes bildet ein Tonnengewölbe mit 46 Seitenkammern. Diese Seitenkammern enthalten Grabstätten für unbekannte Soldaten (sie stehen für jeden Hauptsektor des Schlachtfeldes von Avocourt bis Les Éparges). In der Halle befinden sich Gedenksteine und Grabplatten für gefallene Franzosen, deren Namen bekannt sind, sowie eine Kapelle. Eine Madonnenstatue, die sich im ursprünglichen Ossuaire, einer einfachen Holzbaracke, befand, steht heute links neben dem Eingang. Im Turm befindet sich ein kleines Museum und im Untergeschoss ein Raum für Filmvorführungen sowie ein Souvenirladen. Die Knochenkammern, die sich ebenfalls im Untergeschoss befinden, sind an der Hinterseite des Gebäudes von außen durch Fensterscheiben einsehbar. Die Knochenkammer enthält die Gebeine von 130.000 Gefallenen.

Nach einer Interpretation symbolisiert das Beinhaus ein Schwert, das bis zur Parierstange in die Erde gerammt ist und von dem nur der Griff (Turm) emporragt. Alternativ kann der Turm auch als Symbol für eine Granate betrachtet werden, die mit Kreuzen als Zeichen des Friedens bedeckt ist.

Der 46 m hohe, besteigbare Tour des morts (dt. Turm der Toten) des Beinhauses enthält eine 2 Tonnen schwere Glocke, die Bourdon de la Victoire, die zu offiziellen Anlässen läutet, sowie rotierende Scheinwerfer, die nachts das Schlachtfeld beleuchten.[7] Seit einiger Zeit werden die Scheinwerfer nicht mehr angeschaltet.

Eine Gedenkplatte erinnert an das Treffen von Mitterrand und Kohl 1984.

Vor dem Beinhaus befindet sich ein Friedhof mit 16.142 Gräbern französischer Soldaten. Er hat eine Fläche von 144 380 m².[8]

Neben den Feldern mit christlichen Kreuzen gibt es ein Feld mit Grabstellen für muslimische Gefallene aus den damaligen französischen Kolonien, die gen Mekka ausgerichtet sind.

Quelle: Wikipedia

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Infos später auf unserer Webseite: www.rodena.org

 

 

20150828_123250 (Mittel) 20150828_124835 (Mittel) IMG_9075 (Mittel) IMG_9081 (Mittel) IMG_9084 (Mittel) IMG_9087 (Mittel) IMG_9094 (Mittel) IMG_9091 (Mittel) IMG_9096 (Mittel) IMG_9103 (Mittel) IMG_9093 (Mittel) IMG_9104 (Mittel) IMG_9085 (Mittel) IMG_9077 (Mittel) IMG_9073 Kopie (Mittel) IMG_9097 (Mittel) IMG_9082 (Mittel) IMG_9083 (Mittel)

Rückblick – Chorfahrt des Männerchores 1864 Roden nach Luxemburg

Nach Luxemburg führte den Männerchor 1864 Roden seine Vereinsfahrt. Das Großherzogtum Luxemburg (französisch Grand-Duché de Luxembourg, luxemburgisch Groussherzogtum Lëtzebuerg) ist ein Staat und eine parlamentarische Demokratie in Form einer konstitutionellen Monarchie[1] im Westen Mitteleuropas. Es ist das letzte von einst zwölf europäischen Großherzogtümern (bzw. Großfürstentümern, wie sie in den meisten osteuropäischen Sprachen genannt werden). Mit einer Fläche von 2586 Quadratkilometern ist Luxemburg einer der kleinsten Flächenstaaten der Erde und (nach Malta) das zweitkleinste Land der Europäischen Union. Es grenzt im Süden über 73 Kilometer an die Französische Republik, im Westen über 148 Kilometer an das Königreich Belgien und im Osten über 135 Kilometer an die Bundesrepublik Deutschland. Die wirtschaftliche Bedeutung des Landes übertrifft mit Rang 70 aller Staaten weltweit beim nominellen Bruttonationaleinkommen diejenige weitaus größerer und bevölkerungsreicherer Staaten auch in der Europäischen Union. Mit Belgien und den Niederlanden bildet Luxemburg die Beneluxstaaten.

Quelle: Wikipedia

Isabelle Goldmann, Chorleiterin des Männergesagvereines nahm die Führungen vor.

Über"ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Fotos später auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

IMG_0163 (Mittel) IMG_0168 (Mittel) IMG_0184 (Mittel) IMG_0187 (Mittel) IMG_0189 (Mittel) IMG_0198 (Mittel) IMG_0201 (Mittel) IMG_0204 (Mittel) IMG_0159 (Mittel) IMG_0206 (Mittel) IMG_0207 (Mittel) IMG_0200 (Mittel) IMG_0209 (Mittel) IMG_0143 (Mittel) IMG_0210 (Mittel) IMG_0166 Kopie (Mittel) IMG_0196 (Mittel) IMG_0214 (Mittel)

 

 

DER MÜLLER

AUTORIN: Angelika Merkelbach-Pinck

VORWORT

In unregelmäßigen Abständen bringt hier der RODENA Heimatkunde-
verein Roden e. V. aus Saarlouis-Roden kurze Beiträge von Angelika
Merkelbach-Pinck (1885-1972), die aus dem Bitscher Land stammte
und die Sitten und Gebräuche in Ostlothringen in den Dreißiger Jah-
ren des letzten Jahrhunderts eingehend studierte.

BEITRAG

Der Müller war, wie der Gerber, mit seinem Handwerk auf das Wasser
angewiesen. Wo immer ein Bach im Waldtal rauschte, klapperte auch
eine Mühle, mintunter auch deren zwei. Viele lothringische Mühlen ver-
danken ihr Entstehen einer Klostergründung. Auch die Burgen hatten
ihre Mühlen. Der Mühlbach drehte die Schaufeln des Riesenrades, und
dieses setzte hinwiederum die schweren Mühlsteine in Bewegung. Man
brachte dem Müller das Getreide, je nach Bedarf, da sich das Getreide
auf dem Speicherboden leichter aufbewahren ließ als das Mehl. Der
Müller lieferte dann von Zeit zu Zeit auf einem Esel oder Pferd den
Stumpe Mehl und die Kleie seinen Kunden ab. Dabei ging es mit dem
Stumpenmiller nicht immer reibungslos ab, denn dem Bauern und der
Bäuerin genügte gewöhnlich der Stumpe und das Säckchen Kleie als
Ergebnis ihres großen Sackes voll Korn nicht. Darum stand der Müller
nicht immer im besten Ruf bezüglich der Redlichkeit. Heute noch gehen
gegen ihn spitzfindige Redensarten aus der alten Zeit um, oder er muss
selbst umgehen, weil seine Seele keine Ruhe findet.

Der Müller, der in seiner abgelegenen Mühle einsam lebte und vom frühen
Morgen an schwer arbeitete, war zumeist ein wortkarger, hagerer Mann,
den Kinder mit einer gewissen Scheu umgingen. Um die Mühle selbst, in
dem eng umwaldeten Tal, lag ein Geheimnisvolles, zuweilen ein Gruseln.

Neben der Getreidemühle hatte die alte Zeit ihre Ölmühlen, in denen Buch-
eckern, Nüsse, Raps in Haushalts- und Leuchtöl verarbeitet wurden.

QUELLENANGABE

BRAUCH UND SITTE IN OSTLOTHRINGEN von Angelika Merkelbach-
Pinck, Selbstverlag der Erwin von Steinbach-Stiftung, Frankfurt (Main)
1968, Seite 52.

ANMERKUNG

Was den Ruf des Müllers angeht, erinnere ich mich an meinen Großvater,
dem im heiratsfähigen Alter von seiner Mutter eindringlich geraten wurde,
von Müllers Töchtern die Finger weg zu lassen, da diese oft nicht auf die
Reinlichkeit achteten. So der Spruch: „Müllers Schwein, lass das sein.“          

 

Rodena Roden – Besuch Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Der Rodena Heimatkundeverein Roden e.V. besuchte Freitagnachmittag mit Kindern und Begleitpersonen das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Eisenwerk in der saarländischen Stadt Völklingen. Sie wurde 1986 stillgelegt und 1994 zum Weltkulturerbe ernannt.

Am Eingang trafen wir unseren Führer der uns durch das Areal führte und alles kindgerecht erklärte.

Über mehrere Etagen wurde Kindern und Erwachsenen die Geschichte der Völklinger Hütte sowie der Familie Röchling nahe gebracht.

Wir begangen mit der Sinterhalle und der Erzhalle mit dem Schrägaufzug und kamen dann zur Kokerei. Für den Besuch der Aussichtsplattform der Gichtbühne mußten alle einen Schutzhelm anlegen. An der Ausgabestelle wurde den Kindern verschiedene Erzsorten  gezeigt, die zum Beschicken des Hochofens benötigt wurden. Dann ging es die Treppen hinauf zu der Aussichtsplattform am Hochofen. Ganz begeistert waren die Kinder  von der Hängebahnanlage die für den  Rohstofftransport zuständig war. In 27 m Höhe wurde erklärt  wie damals auf der Gichtbühne mit den großen Hängebahnloren die Hochöfen gefüttert wurden. Danach gingen wir zu den Hochöfen und durch die Ausstellung im Ferrodrom. Die sehr interessante Führung fand ihren Abschluß am Windkanal.

Die Völklinger Hütte wurde 1986 stillgelegt und 1994 zum Weltkulturerbe ernannt.

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Fotos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

 

IMG_5464 Kopie (Mittel) IMG_5463 Kopie (Mittel) Esch-Sur-Alzette (Mittel) IMG_5488 (Mittel) IMG_5494 (Mittel) IMG_5470 Kopie (Mittel) IMG_5523 Kopie (Mittel) IMG_5521 (Mittel) IMG_5526 (Mittel) IMG_5530 (Mittel) IMG_5518 (Mittel) IMG_5520 (Mittel) IMG_5533 (Mittel) IMG_5537 (Mittel) IMG_5496 Kopie (Mittel) IMG_5538 (Mittel) IMG_5543 (Mittel) IMG_5544 (Mittel)

Rodener Platt

Gallm – tiefgefrorene Hände und Füsse

gäh – tief

gääksen – in den höchsten Tönen schreien

gärksen – knarren (Schuhe, Dielen)

Gäschel – Pferdepeitsche

Galljer – Hosenträger

Gären – Schoeß

gebrellert – laut geschrien

Gede’ich – Kleider

gedrusset – aufgedonnert

gedurrengelt – verhauen

gegot˽schelt – abgebettelt

geheien – sich plagen

Geheichnis – Behaglichkeit

(of de) gei – Kirmesmusik (Geigenspieler)

gemällich – angenehm

gemôndet – schlecht angezogen

Géms – Lust auf gutes Essen 

Geschlääfs – Anhang    

geschurrengelt – herumgewirbelt

glennen – Erntenachlese

grôôzen – mit Grauschimmel behaftet

Gre’ifchin – junges Mädchen

Gäng unn Lääf – Beehördengänge

Gesocks – Gesindel

gestronzt – angegeben           

gestronzt – Haarfrisur

gewaicht – verhauen

Gille – Herrenweste

Gluntsch – Schaukel

Gommert – Gurke (frz.: concombre)

Good – Patin

Gou – Eßlust

Gooben – Haufen

grääzen – schlecht riechen , ranzige Butter

Graddel – stolze Freude

graddelig – krummbeinig

Gramätscheler – Nörgeler

Grees – alte Frau/Hexe (Weiberfastnacht)

Grombern – Kartoffeln

Gutzin – Bonbon

Gourpanz – Vielfraß

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Infos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

Scannen0288

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner