PRINZENEMPFANG BEI KARO BLAU GOLD

Zu einem Prinzenempfang  lud  der Rodener  Karnevalsverein  Karo Blau Gold in das
Restaurant der Kulturhalle ein. Zu den Höhepunkten zählten die Verleihung der Kar-
nevalsorden, eine Gesangsdarbietung und eine Tanzeinlage. Answesend waren viele
Freunde des Vereins  innerhalb und  außerhalb des Stadtgebietes. Mehr Bilder auch
auf unserer Facebook-Seite unter folgendem LINK:
Über ein "Gefällt mir" würden wir uns freuen.
DSCI0018 DSCI0021 DSCI0023 DSCI0024 DSCI0050 DSCI0054 DSCI0061 DSCI0068DSCI0060DSCI0064

DIE KATHOLISCHE KIRCHE UND DER NATIONALSOZIALISMUS

AUTOR: Josef Theobald

Die römisch-katholische Kirche hatte sich unter Papst Pius IX. (1792-1878)
zu einer Institution verwandelt, die gegen alle auftretenden Erscheinungen
des Modernismus, Republikanismus, Liberalismus, Sozialismus und Natio-
nalismus auftrat. Im Jahre 1864 entstand der berüchtigte Syllabus errorum
(Verzeichnis von 80 modernen Irrtümern), der neben den theologischen Irr-
lehren, auch Demokratie, Sozialismus, Bibelgesellschaften, Pantheismus,
Pressefreiheit, Rationalismus und Liberalismus verurteilte. [1]

So wurde die katholische Kirche in seiner stark konservativen Ausrichtung
zu einer Bedrohung sowohl extrem „rechter“ als auch extrem „linker“ politi-
scher Parteien. Deshalb kam es von Anfang an zu Spannungen mit den
Nationalsozialisten in Deutschland und auch später mit den Kommunisten
in Polen.

Zunächst hatte der heilige Stuhl unter Papst Pius XI. (1857-1939) versucht,
durch den Abschluss des Reichskonkordats vom 20. Juli 1933 die Lage zu
entspannen. So gab es hier eine Zusicherung in Bezug auf die Bekenntnis-
schulen und den Erhalt der kirchlichen Verbände, soweit sie religiös karitativ
waren. Allerdings war der Rückhalt durch den politischen Katholizismus nun
verloren. [2]    

Es ist damals auch nach Johannes 18,36 die Meinung vertreten worden, dass
die Kirche nicht von dieser Welt sei. Es erübrige sich der Beweis, dass Jesus
Christus kein irdisches Reich besaß. Er erhob keinen Anspruch auf weltliche
Rechte, er wurde von der Welt nicht als König anerkannt, vielmehr wie ein Ü-
beltäter ausgeliefert. [3]

Bezüglich der Behandlung der Vorgänge im nationalsozialistischen Deutschland
verfolgte man allerdings keine einheitliche Linie. Dennoch gab es von einzelnen
Bischöfen einen unnachgiebigen Abwehrkampf gegen die mit der katholischen
Lehre unvereinbaren Rassendoktrin und den extremen Nationalsozialismus (die
Adventspredigten Michael Faulhabers 1933 mit der Verteidigung des Alten Testa-
ments, die zahlreichen Schriften gegen Alfred Rosenbergs „Mythus des XX. Jahr-
hunderts“).

Doch mit der Zeit geriet die katholische Kirche in die Defensive. So ist zunehmend
die Kirche aus der Öffentlichkeit zurückgedrängt worden, indem man einen massi-
ven Einfluss auf die Presse und die Verbände nahm, ein Programm zur Entkonfes-
sionalisierung startete und den Kampf um die Schule forcierte. Auch griff man zum
Mittel der Diffamierung. Hierbei nutzte man die publizistische Instrumentalisierung
der Sitten- und Devisenprozesse in den Jahren 1935 – 1937. Auch wurden in Ein-
zelfällen der Klerus und ebenso Laien bespitzelt und denunziert. Auch wurde den
Geistlichen ein Predigtverbot auferlegt, das beim Übertreten die Haft in einem Kon-
zentrationslager oder im Gefängnis nach sich zog. 
   

Vom päpstlichen Stuhl gab es lediglich als Reaktion auf die Vorgänge im Dritten
Reich die Enzyklika Mit brennender Sorge vom März 1937. Allerdings unterblieb
eine geplante Enzyklika zum Thema „Rassismus“.   

In Deutschland selbst bediente man sich der Mittel der Nichtanpassung durch
Sprachumprägungen, religiöse Großveranstaltungen, geheime Informations-
weitergabe und Ähnliches mehr. Allerdings verlagerte der wachsende Druck
auf die kirchlichen Großorganisationen die Aktivitäten in die Pfarrgemeinden.

Zur Reichspogromnacht (9. – 10. November 1938) schwieg dennoch die offi-
zielle katholische Kirche.

In den Jahren des Nationalsozialismus in Deutschland standen Gesichtspunkte,
wie Selbstbehauptung und Resistenz, im Vordergrund. Sie standen typisch für
das Verhalten der römisch-katholischen Kirche in dieser Zeit. Dies sicherte die
Seelsorge und die katholische Lehre. Daher überstand man als Großgruppe die
nationalsozialistische Zeit. Da man innerhalb seiner eigenen Grenzen blieb, ent-
stand im Nachhinein der Vorwurf des Institutionenegoismus. [4]    

ANMERKUNGEN
[1] Tim Dowley, 2000 Jahre Christentum (Geschichte, Glaube und Per-
     sönlichkeiten), Brunnen Verlag, Gießen 2009, Seite 150.
[2] Lexikon der Kirchengeschichte, Lexikon der Theologie und Kirche
     kompakt, Band 2: K-Z, Herder Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001,
     Seite 1140.
[3] Adrienne von Speyr, Geburt der Kirche (Betrachtungen über Kapitel
     18 – 21 des Johannes-Evangeliums), Johannes Verlag, Einsiedeln
     (Schweiz) 1949, die Seite 63.
[4] wie [2], jedoch die Seiten 1139 – 1142.
 

Rückblick – 155 Jahre Berg- und Hüttenarbeiterverein Fraulautern

IMG_8260 IMG_8251 IMG_8256 IMG_8305 IMG_8274 IMG_8286 IMG_8261 IMG_8293 IMG_8275 IMG_8253 IMG_8311 IMG_8257

Der Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Saarlouis-Fraulautern 1861 feierte Samstags und Sonntags sein 155-jähriges Vereinsbestehen mit dem Barbaratag in Fraulautern. Am Samstagabend um 17.30 Uhr wurde ein Bergbau-Symbol feierlich im Ortskern Fraulautern aufgestellt und vom Ehrenpräses des Vereins, Pfarrer Rolf Dehm, eingesegnet. Im Anschluss wurde auf dem Vorplatz des Vereinshauses der „Bergmännische Zapfenstreich“ aufgeführt.

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Fotos später auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

Erlebtes und Erlauschtes aus Roden

csm_435040_WSP_0125_sls_amRodenBuch_sls_9e045f531a Verwaltung-20161214111050

Rodener Heimatkundeverein Rodena veröffentlicht Nachkriegs-Anekdotensammlung von Walter Schmolenzky

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Bild- und Textquelle: Dieter Lorig

Weitere Infos später auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

Heimatkundeverein Lisdorf – Führung durch die Saarlouiser Bibliothek

Der Lisdorfer Heimatkundeverein hatte zu einer Führung in die Bibliothek eingeladen. Dort befinden sich Sachbücher aller Wissensgebiete, Romane, Kinder- Jugendbücher, Noten, Zeitschriften, Mediothek, Hörbüchern usw.

Die Stadtbibliothek Saarlouis hat mehr als 50.000 Bücher im Bestand und ist eine der bestausgestatteten Bibliotheken im Saarland.

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Fotos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

 11-Einfuehrung-11 10-Zeitungsarchiv-13 11-Einfuehrung-31 12-Fuehrung-21 10-Zeitungsarchiv-11 12-Fuehrung-15 10-Bibliothek-17 12-Fuehrung-11

DIE JÜDISCHE GEMEINDE IN BEAUMARAIS

AUTOR: Josef Theobald

Die Juden in Beaumarais gehörten bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts
zur Synagogengemeinde Wallerfangen. Im Jahre 1793 lebten in beiden
Orten zwölf jüdische Familien. Dann 1824 sind 36 Juden in Beaumarais
ansässig; bis 1895 stieg ihre Zahl auf 50 Einwohner. Wohl um 1844 ge-
gründet, wird schließlich 1863 eine selbständige Synagogengemeinde
mit der Rechtsform eines privatrechtlichen Vereins erwähnt, der auch
die Juden in Felsberg angeschlossen waren. Innerhalb der Gemeinde
bestand ein Frauenverein (1889 genannt). Während später die Felsberger
Juden 1904 die Synagogengemeinde Beaumarais verließen und nun der
Gemeinde Saarlouis angeschlossen wurden, verloren die Juden in Waller-
fangen ihre eigenständige Organisation und schlossen sich deshalb der
Synagogengemeinde Beaumarais an (1913 und 1924 nachgewiesen).
Ende 1935 wurden lediglich 24 Juden in Beaumarais gezählt. 1936 ist
die Synagogengemeinde nur noch nominell nachweisbar, sie war jedoch
faktisch nicht mehr existent.

Die Juden aus Beaumarais wurden vorwiegend in Dillingen, nach 1905
auch in Saarlouis beigesetzt.

Die Synagoge in Beaumarais wurde nach einer wiederholten Erlaubnis
zwischen 1844 und 1850 in der damaligen Muhlenstraße errichtet. Ein
Grund für den Bau und auch gleichzeitiger Anlass für die Separation
von Wallerfangen war der Platzmangel im dortigen Bethaus. Im Jahre
1891 sollte die Synagoge durch einen Neubau ersetzt werden. Doch
wurde ein entsprechender Beihilfeantrag durch das Innenministerium
abschlägig beschieden. Wohl 1936 aufgegeben, wird das Bethaus be-
reits Ende 1936 als verwahrlost bezeichnet, war jedoch bewohnt. Die
Synagoge überstand sowohl die Pogromnacht als auch den Krieg ohne
größeren Schaden. Nach langjährigem Leerstand des Gebäudes wurde
1962 ein Lagerhaus eingerichtet. 1967 wurde die Synagoge bis auf die
Höhe der Fensterbänke abgebrochen, aufgestockt und zu einem Wohn-
haus umgebaut.

Das Gebäude der Synagoge, ein schlichter nach Südosten orientierter
Längssaalbau mit flach geneigtem Satteldach, besaß mit ca. 12,50 m
Länge, 8 m Breite und einer Traufhöhe zwischen 5 und 6 m lediglich
bescheidene Ausmaße. Der verputzte Bruchsteinbau mit über Dach
geführten Giebeln war straßenseitig durch drei Rundbogenfenster mit
Sandsteinlaibungen gegliedert (ca. 2,70 m hoch, 1,30 m breit). Die ge-
genüberliegende südwestliche Traufwand wies nur ein offenbar gleich-
förmiges Fenster auf, die südöstliche Giebelwand ein Rundfenster (der
Durchmesser ca. 1,20 m). Betreten wurde der Betsaal über einen klei-
nen, nordwestlich dem Eingangsgiebel vorgelagerten Hof. [1]

Wieso blieb die Synagoge in Beaumarais Ende 1936 verwahrlost?

Durch die 1. Rückgliederung des Saargebietes nach Aufhebung des
„Status quo“ und nach einem Römischen Abkommen aus dem Jahre
1934 war es der jüdischen Bevölkerung erlaubt worden, das Saargebiet
zu verlassen. Man rechnete damals offiziell mit 95 % der Juden, die ihre
bisherige Heimat verlassen würden. Denn viele Juden wussten durch die
noch freie Presse im Saargebiet, dass es für sie im nationalsozialistischen
Deutschland keine Zukunft gab. [2]

Wie setzte sich die jüdische Bevölkerung im Saargebiet zusammen?

Im Saargebiet lebten vorwiegend orthodoxe Juden, die in lediglich wenigen
Branchen tätig waren, nämlich im Textilgewerbe, im Metallhandel, im Vieh-
und Getreidehandel, im privaten Geldgeschäft und in freien Berufen, etwa
als Ärzte und Anwälte. [3]

Eine wichtige Rolle für die deutschen Juden nach dem I. Weltkrieg spielte
der patriotisch gesinnte Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF), der im
Jahre 1919 etabliert Mitte der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts rund
40.000 Mitglieder hatte. Hier vereinigten sich ehemalige Soldaten, die den
Beitrag jüdischer Männer zur Verteidigung des Vaterlandes jetzt besser ge-
würdigt wissen wollten und sich folglich gegen antisemitische Vorwürfe zur
Wehr setzten. [4] Doch stellten sie die letzte Gruppe, die der Vernichtungs-
maschinerie der Nationalsozialisten in Deutschland nicht entgingen.

Infolge der Weltwirtschaftskrise waren viele jüdische Kleinhändler und
Ladenbesitzer nach 1930 gezwungen, ihre Geschäfte zu schließen und
für ihre Familien soziale und finanzielle Unterstützung bei Behörden und
bei ihrer jüdischen Gemeinde zu suchen. In Berlin z. B. wurde 1931 fast
ein Viertel der Gemeindemitglieder sozial und finanziell unterstützt; ein
tendenzieller Verarmungsprozess hatte also eingesetzt. [5] Ein Grund
für diese Entwicklung ist vor allem in der zu geringen Eigenkapitaldecke
der jüdischen Kleinunternehmer zu suchen. Auch tätigten sie hohe Privat-
entnahmen für das modische Auftreten ihrer Familienmitglieder.  

ANMERKUNGEN
[1] Synagogen Rheinland-Pfalz / Saarland, Herausgeber: Landesamt
     für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem
     staatlichen Konservatoramt des Saarlandes und dem Synagogue
     Memorial Jerusalem, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2005. die
     Seite 435.
[2] Eigene Recherchen im Internet.
[3] Gershom Scholem, Judaica 4, Suhrkamp Verlag, Frankfurt (Main)
     1984, Seite 234.         
[4] Die Geschichte der Juden in Deutschland, die Herausgeber: Arno
     Herzig und Cay Rademacher, im Ellert & Richter Verlag, Hamburg
     2007, Seite 176.
[5] wie [4], jedoch die Seite 174.
 

Vorübergehende Sperrung des Premium-Wanderweges „Vauban-Steig“

31.01.2017

Orkan „Egon“ und Eisanlagerungen haben ihre Spuren auf dem Saarlouiser Wanderweg „Vauban-Steig“ hinterlassen. Zahlreiche Äste sind abgebrochen, geschwächte Bäume wurden entwurzelt.

Aus Sicherheitsgründen wird der „Vauban-Steig“ daher mit sofortiger Wirkung vorübergehend gesperrt. Sobald alle Hindernisse beseitigt sind, wird der Wanderweg wieder freigegeben. Hierüber wird die Kreisstadt Saarlouis umgehend informieren. 

IMG_7944

Rückblick – Wachwechsel Löffelgarde Karo Blau Gold

IMG_8390 IMG_8393 IMG_8402 IMG_8398 IMG_8399 IMG_8393 IMG_8395 IMG_8401 IMG_8405 IMG_8406

Die Wachablösung der Löffelgarde von Karo Blau Gold  aus Saarlouis-Roden fand im Donatuszentrum Roden statt. Mit dabei waren befreundete Karnevalsgesellschaften und  Gäste aus dem kommunalen Bereich. Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Infos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

Damals – Industrie in Fraulautern

Wenn man über Fraulautern schreibt, ohne die Industrie zu erwähnen, wäre dies unvollständig. Die industrielle Entwicklung ging ziemlich sprunghaft vonstatten.

Durch die Französische Revolution wurde das damals weit über seine Grenzen hinaus bekannte Frauenkloster aufgehoben. Viel Negatives ist über das Kloster und seine Insassen geschrieben worden. Aber auch viel Positives ist geleistet worden. Die Fraulauterner Einwohner leisteten weiterhin Frondienste, wurden dafür reichlich entlohnt. In der Spinnstuff (M. Rehanek) wurden die Mädchen und Frauen an den langen Winterabenden in die Kunst des Spinnens eingeführt. Eine gut geführte Klosterschule sorgte für die geistige Entwicklung ihrer Schüler, die besonders in den Wintermonaten gut besucht wurde.

In diese fruchtbare Aufbauarbeit kam der Beschluß der französischen Revolutionsführung 1789, die Güter des Klosters einzuziehen. Nach langem hin und her wurde im Januar 1791 ein erster Verkauf angesetzt. Die beherzten Klosterfrauen hatten, unterstützt von ihren Untertanen, mutigen Männer aus Schwarzenholz und Labach ihr Hab und Gut nach den oben genannten Orten weggeschafft. Dort hatte das Kloster große Liegenschaften, besaß auch die Herrschaft über diese Orte und war dort den französischen Eingriffen nicht mehr ausgesetzt. Groß war die Wut und der Ärger der Franzosen, als sie ein leeres Kloster vorfanden. So einfach gaben die Klosterfrauen ihren Besitz nicht auf, mußten aber zusehen, wie ihr Kloster 1794 unter den Hammer kam.

Das ganze Anwesen wurde an einen Herrn Rouply verkauft. Der jetzige Besitzer veräußerte das meiste weiter. Die Klosterkirche diente noch ihrem Zwecke bis 1895 als Pfarrkirche. Danach wurde sie abgerissen. In einen Teil der Anlage, das Gebäude links vom Torbogen und weitere Gebäudeteile auf dem Areal des jetzigen Eisenwerkes Ställe, Remisen usw. wurden in eine Blechfabrik eingerichtet.

Quelle: H. Huffer

fraul4010

 

Erinnerungen an die Beaumaraiser Faasend 1989

Nach dem großen Erfolg der Auftaktveranstaltung mit mehr als 70 Besuchern lädt der Verein für Mundart und Geschichte Beaumarais zu einer weiteren Filmvorführung am Dienstag, 7. Februar 2017 um 15 Uhr ins Dorfhaus Beaumarais, Hauptstraße 48, ein. Im Rahmen eines geselligen Beisammenseins mit Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis wird diesmal entsprechend der aktuellen Jahreszeit, Filmmaterial von der „Faasend“ in Beaumarais gezeigt. Der Verein präsentiert Filme von Fastnachtsumzügen und Ausschnitte aus Kappensitzungen, die mehr als drei Jahrzehnte im Archiv geschlummert haben.

Der Verein für Mundart und Geschichte Beaumarais setzt mit dieser Veranstaltung seine im vergangenen Jahr begonnene Reihe der Filmnachmittage fort. Der Vorsitzende Walter Löffler freut sich auch diesmal auf viele Besucherinnen und Besucher. Der Eintritt ist frei.

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

626cf6345e

Bildquelle: Walter Löffler

Rückblick – Baschtianstag

Am 20. Januar war „Baschtianstag“ und nach altem Brauch wird an diesem Tage in der Kirche zu Beaumarais ein feierliches Amt gehalten, zu Ehren des heiligen Sebastian. Vor 50 Jahren noch war das einer der höchsten Feiertage in der Gemeinde. Er unterbrach die Winterruhe der Dorfleute und die Frauen wußten und rechneten auch damit, dass die Männer nach der Messe „hängen bleiben“.

So wird es schon seit 260 Jahren geübt, denn als die Stadt Wallerfangen mit der Pfarrkirche zerstört wurde und die Einwohner umsiedeln mußten, da kam die 50 Mann starke Sebastianskompanie nach Saarlouis. Sie hatte rote Uniformen an, wenn sie, ihren Statuten gemäß, allen weltlichen und kirchlichen Feiern beiwohnten. Das waren die „Feinen“ aus der Sebastianusbruderschaft. Die anderen aber – die Wallerfanger der bäuerlichen Art – die zogen nach Beaumarais, das zur Zeit des Festungsbaues entstanden war und dem die gleichen Rechte wie der neugegründeten Stadt verliehen worden waren. –

Die Glocken der Wallerfanger Kirche kamen in die Kirche der neuen Stadt Saarlouis, die eine Kirche „zum heiligen Ludwig“ wurde, die kirchlichen Gewänder und Geräte aber wurden auf Befehl der weltlichen Behörde in die neue Pfarrkirche Beaumarais gebracht, die wie die Wallerfanger Kirche eine Kirche „zu den Heiligen Peter und Paul“ wurde.

Zu den in die Beaumaraiser Kirche verbrachten Geräten gehörte auch eine Figur des hl. Sebastian, wie er, an einem Stamm gefesselt, mit Pfeilen getötet wird. In den Pestzeiten, die die Stadt Wallerfangen heimgesucht hatten, hatten die Wallerfanger den „Pestheiligen“ Sebastian um Hilfe angefleht, hatten eine Sebastiansbruderschaft gegründet, hatten besondere Gebete verfaßt, hatten eine silberne Statue des Heiligen anfertigen lassen und hielten ihm zu Ehren eine feierliche Jahrmesse.

Die „Saarlouiser Wallerfanger“ hatten also die Bruderschaft mit ihrem Gepränge nach Saarlouis bekommen. Die „Beaumaraiser Wallerfanger“ aber hatten den Inhalt des Festes, das feierliche Gedenken des Heiligen in der Jahrmesse mit ihrem silbernen Sebastian mit der Reliquie mitgenommen. Diesen Sebastian haben wir nicht mehr. Weil er aus massivem Silber war mußte er während der französischen Revolution in die Münze (d.i. Geldprägeanstalt) wandern. Aber aus einem Inventar, das kurz vor der Zerstörung Wallerfangens angefertigt worden war, wissen wir, wie er aussah: etwa 30 cm hoch an einem Stamm aus Kupfer gefesselt und die in Silber gefaßte Sebastiansreliqie an einer Kette um den Hals tragend. Den kupfernen Baumstamm mit einer kleinen Sebastiansstatue, die eine Nachbildung des damals eingeschmolzenen Sebastians sein kann, hat noch das Pfarrhaus von Beaumarais. –

Kaum aber hatten die Beaumaraiser zehn Jahre lang ihren Heiligen und ihr Fest, da scheinen Streitigkeiten wegen des Besitzes der in zwei Teile gerissenen Bruderschaft entstanden zu sein. Das Staatsarchiv in Koblenz bewahrt die Entscheidung in einer Klage der Sebastiansbruderschaft des Dorfes Beaumarais wegen des Rechtes auf eine Stiftungswiese. Darin wird gesagt, „dass die Beaumaraiser freizusprechen seien, denn als es „dem König gefiel“, die Stadt Wallerfangen zerstören zu lassen, wurde die Bruderschaft des hl. Sebastian und die Reliquie nach Beaumarais gebracht. Dort wird am Tag des Heiligen und ihm zu Ehren eine Messe für die Seelen der abgeschiedenen Gläubigen gelesen. Also sind sie, kraft des Vorhandenseins der Bruderschaft, auch im Besitz der Stiftungswiese. Die Beaumaraiser sind es auch, die den Pfarrer für die Abhaltung der Jahresfeier bezahlen, ganz zu schweigen von den Kerzen, die sie jährlich stellen. Weil sie die strittige Wiese bis jetzt besassen, sollen sie sie auch weitergenießen – Die Klage der Antragsteller ist unbegründet, denn der König hat den besagten Beaumaraisern dieselben Freiheiten gegeben, wie den Bürgern der Stadt, was nicht abgestritten werden kann.“ –

So sind die Beaumaraiser also zu ihrem Sebastian gekommen. Die große Figur des Heiligen, die sich heute mit einem Platz im Glockenturm begnügen muß, stand vor der Renovierung der Kirche am Altar der Männerseite. Die Kirche besitzt auch noch ein silbernes Schaugerät, das als Mittelstück eine runde Silberkapsel mit der Reliquie des Heiligen birgt. Man kann annehmen, dass es die in dem alten Inventar erwähnte Reliquie ist, die der silberne Sebastian um den Hals trug.

Das Dorf Beaumarais war in seinem Anfang Nachfolgeort der alten Stadt Wallerfangen und gleichberechtigt mit Saarlouis. Es hat den Heiligen und sein Andenken. In den Kirchenbüchern der Saarlouiser Pfarrei des hl. Ludwig klang noch lange das Andenken Sebastians durch häufige Namensgebung nach. Und wir können es uns nicht versagen, den Besten von Ihnen, in die Erinnerung zurückzurufen, den 1930 verstorbenen Sebastian Egloff, den würdigsten Vertreter von Alt-Saarlouis, den ausgezeichneten Kenner der Saarlouiser Ortsgeschichte, den unübertrefflichen Kenner Saarlouiser Mundart

Quelle: DORA DIMEL / BEAUMARAIS Marschall Ney und seine Heimat

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Fotos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

P1180169_bearbeitet-2

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner