RODEN VOR SEINER URKUNDLICHEN ERWÄHNUNG

AUTOR: Josef Theobald

VORWORT

Jedem Schulkind in Roden ist bekannt, dass die erste urkundliche Erwähnung
des Ortes „Rodena“ auf eine Schenkung der Gräfin Berta an die Abtei Mettlach
im Jahre 995 zurückgeht. Den Genealogen im Internet ist es zu verdanken zu
wissen, wer denn diese Berta war. Es ist die Berta von Trier, die von 950 – 996
lebte. Sie heiratete 963 den Grafen Folmar de Metz, der zwischen 940 und 995
lebte. Zu seiner Grafschaft hörte auch das Herrschaftsgebiet über Saarburg und
Blieskastel. Die Ehe mit Berta blieb nicht kinderlos. Neben ihrer Tochter Richilde
von Metz (960-995) gab es noch einen Sohn mit Namen Folmar de Metz II, der
von 960 – 1029 lebte. Demnach scheidet die Kinderlosigkeit als Grund für eine
erfolgte Schenkung grundsätzlich aus.

BEITRAG

Unter König Pippin (714-768) begann eine erste Form der Säkularisierung. Vor
allem in Gallien war der Kirchenbesitz sehr bedeutend. Die Könige wetteiferten
unter sich, wer der Kirche die meisten Schenkungen an Land, Geld, Kleinodien,
Kirchengerät etc. machen würde. Mit Pippin kam die Wende. Der weitaus größte
Teil des Kirchengutes wurde dem Krongut einverleibt, damit den Bischöfen und den
Klöstern nur das zur ihrem Unterhalt Nötige übrig blieb. [1]

Schon in den Siebziger Jahren ist darüber spekuliert worden, dass der Ort Roden
mit den Orten Knausholz, Schwarzenholz und Hülzweiler womöglich einen früheren
Fiskalbesitz darstellte, das auf ein altes fränkisches Königsgut zurückgeht. Wegen
der Martinspatrozinien werden auch die Pfarreien Schwalbach und Saarwellingen
hinzugerechnet. [2]
 

Wenn man sich mit der Mettlacher Chronik befasst, fällt auf, dass noch im 9. Jahr-
hundert in Mettlach königliche Rechte durch die Karolinger ausgeübt wurden, vor
allem unter Kaiser Lothar I. (795-855), der zu Beginn seiner Herrschaft den späte-
ren Grafen Guido von Spoleto (855-894) in den Besitz des Klosters setzte. Nach
dem Ende des karolingischen Herrscherhauses war die Abtei Mettlach dann ein
Eigenkloster des Bistums. [3]  

Bei den auf den Königsgütern Angesessenen herrschte ein einheitliches Klassen-
bewusstsein vor. Dies erklärt vielleicht die elitäre Gesinnung bestimmter Schichten
im alten Dorfgepräge Rodens.  

Diese säkularisierten Güter wurden fast durchweg als Benefizien wieder verliehen.
Hier tritt der Graf Folmar de Metz in Erscheinung, der einen Teil des Königsgutes
als Benefizium übernahm. Da wir von Roden und Fraulautern wissen, dass sie um
diese Zeit zu Wallfahrten nach Mettlach verpflichtet waren, ist anzunehmen, dass
hier die Abtei Mettlach der ursprüngliche Besitzer war. In die Zeit von Karlmann
und Pippin fällt auch die erste Anlegung von Grundbüchern, die die Übertragung
des kirchlichen Besitzes in das Krongut dokumentierte. Dadurch war es möglich,
den angeeigneten kirchlichen Grundbesitz an weltliche Getreue zu übertragen. [4]
 
So muss es damals für die Abtei Mettlach eine regelrechte Bereicherung gewesen
sein, wenn sie in späteren Jahren doch wenigstens einen kleineren Teil ihres alten
Besitzes in Form einer Schenkung wieder zurückerhielt.

NACHTRAG

Im Jahre 1591 musste die Abtei Mettlach allerdings ihren Rodener Besitz wegen
finanzieller Schwierigkeiten verkaufen. Über einen Umweg gelangte Roden dann
zur Dillinger Herrschaft, die schließlich bis zum Ausbruch der Französischen Re-
volution andauern sollte. Daher während der beginnenden Industrialisierung An-
fang des 19. Jahrhunderts die Orientierung vieler Rodener Bauern zur Dillinger
Hütte. Diese ließ später für die Arbeiterschaft eigene Siedlungen in Roden an-
legen. So verlor Roden demnach allmählich sein ursprünglich bäuerliches Aus-
sehen und veränderte sich fortan zum Ort mit einer überwiegenden Arbeiterbe-
völkerung.

Fraulautern ging dagegen durch die besondere Abteigeschichte einen anderen
Weg. Der ehemalige Klosterbesitz wurde im Laufe der Zeit zur Grundlage einer
eigenen Industriegeschichte mit Hilfe einer neu entstehenden mittelständischen
Unternehmergeneration.
 
In letzter Zeit ist wieder der Streit darüber ausgebrochen, ob es in Roden über-
haupt ein Schloss gegeben habe. Hier muss gesagt werden, dass Roden über
einen Salhof mit ihren weitläufigen Gebäuden verfügte, den man landläufig auch
mit dem Begriff „Schloss“ kennzeichnete. Die Salhöfe hatten ein vielgegliedertes
Wirtschaftspersonal mit einer sehr großen Hoffläche nebst Pertinenzen (Zugehö-
rigkeiten) als Stätten eines unverkennbaren Großbetriebes, die sich mit dem Be-
triebe einer verfronten Hufe (mansus indominicatus) gar nicht vergleichen lassen.
[5] Die Hufe war eine Maßeinheit für die Größe einer Bauernstelle. Zu einer Hufe
gehörten Haus, Hof, Acker, Wiese und das Nutzungsrecht in einer Allmende (der
gemeinschaftlich und unentgeltlich nutzbare Grund und Boden, also die Weiden,
der Wald und das Ödland aller Dorfbewohner).          
 
ANMERKUNGEN
[1] Marx – Engels, Über Deutschland und die deutsche Arbeiterbewegung,
     Band I: Von der Frühzeit bis zum 18. Jahrhundert, Dietz Verlag, Berlin
     – Ost 1973, die Seiten 91 + 95.
[2] GESCHICHTLICHE LANDESKUNDE DES SAARLANDES, Band 2: Von der
     fränkischen Landnahme bis zum Ausbruch der französischen Revolution,
     Selbstverlag des Historischen Vereins für die Saargegend, Saarbrücken
     1977, die Seite 79.
[3] WIKIPEDIA, Stichwort: Abtei Mettlach.
[4] Karl Theodor von Inama-Sternegg, Deutsche Wirtschaftsgeschichte
     bis zum Schluss der Karolingerperiode, Nachdruck bei Georg Olms
     Verlag, Hildesheim 1965, die Seiten 311, 390/91 + 459.
[5] wie [4], jedoch die Seite 525.
 
BEITRAGSBILD: Duden, Basiswissen Schule, 7. Klasse bis Abitur, 3.
                             Auflage, Duden Schulbuchverlag, Mannheim 2011,
                             Seite 193.
 

BUCHLESUNG IM MEHRGENERATIONENHAUS

Zu einer Buchlesung  lud der RODENA  Heimatkundeverein Saarlouis-Roden e. V. in das
Mehrgenerationenhaus auf dem Steinrausch ein. Gelesen  wurde das neue Buch dieses
Heimatkundesvereines  mit dem  Titel "Erlebtes und Erlauschtes". Im Team der Vorleser
waren die 1. Vorsitzende  des Heimatkundevereines  Rosa-Maria Kiefer-Paulus, die  Bür-
germeisterin und OB-Kandidatin der CDU Marion Jost und der Stadtverordnete der SPD
Jürgen Paschek. Der Autor  des Buches  ist  der  pensionierte Kommunalbeamte Walter
Schmolenzky, der leider selbst nicht zugegen war.
 
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Öffnungszeiten des Saarlouiser Rathauses über Fastnacht

17.02.2017

Das Rathaus Saarlouis und alle dazugehörenden Dienstbereiche sind am Fetten Donnerstag, 23. Februar und am Fastnachtdienstag, 28. Februar jeweils ab 12:00 Uhr sowie am Rosenmontag, 27. Februar ganztags geschlossen.

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Fotoquelle: René Gaspard

Vielen Dank René

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Faasend in der Saarlouiser Sonnenresidenz

Mit dem Einmarsch des Prinzenpaares wurde die Faasend eröffnet. Weiter ging es mit dem
Solovortrag von Herrn Rullang, dem Auftritt der Sitztanzgruppe, einer Büttenrede von Tanja Fuhrmeister und dem Einmarsch von Karo Blau Gold.

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Damals – „Dienstleute im alten Saarlouis“

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Vor langer Zeit sprach man von sterbenden Berufen. Wir haben uns die Zunft der Dienstmänner die auch Sackträger genannt wurden, herausgesucht. Dieser Beruf war eng mit unserer alten Stadt verbunden. Es wird unterschieden zwischen diesen Sackträger, ehrbaren Menschen und den notorischen Nichtstuern, den Eckenstehern.

Wir erinnern uns an die Sackträger – sie waren ehrliche Leute, von kräftiger Gestalt, etwas rauh, ein paar etwas grob – aber selbstbewusst. Sie standen an den Ecken des Marktes an der Deutschen und Französischen Straße und waren sehr hilfsbereit. Die Sackträger waren die „Dienstleute“ der kleinen Stadt. .Arbeiten wie Umzüge, Transporte, Kartoffeln einkellern, Kohlen in den Keller bringen, Besorgungen jeder Art gehörten zu ihrem Arbeitsbereich. Sie waren da wenn sie gebraucht wurden und erledigten dann sach- und fachgerecht ihre Arbeit. Besonderst gefragt waren die Dienstmänner an den Markttagen. Man hört nie etwas schlechtes über sie.

Unter den Dienstmännern gab es keinen Neid. Jeder von Ihnen hatte seine Kundschaft. .Die Großhändler ließen sie die Waggons entladen. Die Namen der Dienstmänner waren:

Damde – Sperling – Hähnchen – Hohe – Fougle – Latte Muth – Malsac – Asskocklemus – Memper Miller – Schneider – Thoma – der jengscht Muth.

Der Primus inter pares war „der dicke Damde“, ein breiter, stämmiger Mann. Trotz seines behäbigen Ganges besaß er genügend Autorität um bei einem größeren Einsatz von Sackträgern diese einzuteilen. Ihm wurden auch schwierige Arbeiten aufgetragen.

Damde war auch noch der Präsident des „Hämmelzpänzchen“. An Fasnachtsmontag und Dienstag sind diese Männer mit Frauenröcken maskiert und „met e Rido“ vor dem schwarzen Gesicht durch die Stadt gezogen und den „Hämmelspänzchen-Baal“ ankündigten sie als „de scheenste Baal of de Welt“. Damde sorgte für Ordnung beim „Hämmelspänzchen-Baal“ Die Besitzer des „Münchener Kindl“ Frau und Herr Först konnten sich auf ihn verlassen. Damde war der „Ballarrangeur“.

Der dicke Damde verkaufte nach der Ernte auch Zwiebeln an seine Kundschaft die mit den Lieferungen sehr zufrieden waren.

Die Männer ruhten sich im Sommer nach dem Essen auf den Kellertüren der Eckhäuser aus und schliefen den Schlaf der Gerechten. Wenn dann die Sonne einmal einem der Schläfer auf das Gesicht und die Hand brannte, sagte er wohl dem neben ihm stehenden Nachbar im Halbschlummer: „Leim er de Hand aus da Sonn!“ Andere Bewohner der Stadt diskutierten über die Tagesereignisse des „Städtchens“. Politik war damals nicht gefragt. Während der Arbeit priemten alle, hatten sie Ruhe „dämpten“ sie kurze Pfeifen.

Die Dienstmänner waren auch bei Beerdigungen gefragt. Sie trugen die Leiche in den Totenwagen und vom Totenwagen zum Grab. Damals gab es Beerdigungen der 1., 2., und 3. Klasse. Bei den Beerdigungen der 1. Klasse trugen sie schwarze Anzüge mit Zylinder.

In der 2. Klasse trugen die Dienstmänner einen schwarzen Rock und eine gewöhnlichen Hose. Bei Beerdigungen der 3. Klasse sah man schon an der Kleidung das dies die letzte Klasse war.

Die Männer gingen nach ihrer Arbeit in ihre Stammwirtschaften. Damals waren dies „bei de Bonne Günther“ onn „bei der Bernefeld“. Dort wurde wie auch bei allen besondert schweren Arbeiten „Lesler-Schnapes“, von der Branntweinbrennerei „Linslerhof“ getrunken. Der „Lesler-Schnaps“ hatte hohes Ansehen – es gab keinen Schnaps der besser war. Der Wirt hätte es nicht gewagt, den Männern anderen Schnaps auszuschenken.

Die Wirtschaft „Mamm Morant“ am Bahnhof hatte keinen „Lesler“ im Ausschank. Die Dienstmänner gingen dort nicht hin. Später kam der Schnaps von „Baluschel“ auf der dann von den Sackträgern getrunken wurde.

Den Preis für die Dienstleistungen musste man immer vorher abmachen – oder man das Nachsehen wie nachstehnden Geschichten entnehmen kann:

In einem Betrieb sollte eine Maschine, teilzerlegt, Gesamtgewicht 4.000 kg, entladen werden. Der Firmeninhaber bestellte den Sprecher der Dienstmänner und fragte diesen nach dem Preis. Dieser sah sich die Maschine und den Transportweg an und forderte für sich und seine Freunde 400,– RM. Dem Geschäftsführer war dieser Preis zu hoch und der Dienstmann sage: „Dann lad dir die Maschine selber ab – mir hann us Kraft (und er zeigte auf seine Armuskeln) net se verschenken“. Es wurde neu verhandelt und man einigte sich auf 250,– RM.

„Hähnchen“ wurde zur der Beamtenfamilie H. gerufen weil deren Hund krank war. Die Hausherrin sagte ihm sie habe gehört, er sei hundeverständig und habe schon manchen Hund gesund gemacht. Der Sachverständige (im Nebenberuf Hundefänger), sagte: „Genn mer de Hond ruhig for väerzehn Dag mit, dann es er kuriert“. Der Hund war völlig überfüttert und wenn er dort keine Kur gemacht hätte, wäre er bald eingegangen. Hähnchen nahm den Hund mit nach Hause und gab ihm nichts zu Fressen. Bellte der Hund ging der Hundearzt nicht sehr zart mit ihm um. Nach 14 Tage brachte er den Hund zur der Familie zurück die sich sehr bedankte und ihm 15,– RM in die Hand drückte. Im Kreise seiner Freunde erzählte „Hähnchen“, dass er en gudd Geschäft gemacht hat.

Das waren zwei Geschichten der letzten Vertreter einer Zunft – sie Leben alle nicht mehr und wenn die ältere Generation gestorben ist – und nichts aufgeschrieben ist, wird man nicht mehr von den Dienstmännern sprechen – und sie waren doch ein Stück der alten Stadt Saarlouis!

Quelle: Saar-Zeitung 1942

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FASCHINGSGALA BEI MITEINANDER DER GENERATIONEN

Am Freitag Abend um 20.11 Uhr fand im Mehrgenerationenhaus auf dem Steinrausch
eine Faschingsgala  unter  der  Moderation von Jürgen Paschek als Aladin statt. Beim
Programm waren beteiligt die GKG Fraulautern, die Faasend Rebellen und der kfd in
der Pfarreiengemeinschaft  rechts  der Saar. Mehr Bilder  auch auf unserer Facebook-
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DIE FASTNACHT

AUTOR: Josef Theobald

Die Fastnacht ist ursprünglich der Abend vor Beginn der Fastenzeit.
Seit dem 15. Jahrhundert umfasst dies ebenfalls die ganze Woche
davor. So unterschiedlich das Fastnachtsbrauchtum (Verkleidungen,
Umzüge, Sitzungen, Repräsentationen wie Prinz Karneval), so auch
regional verschieden die Bezeichnungen für die „närrischen Tage“ in
ursprünglich katholischen Gegenden. Das Wort „Fastnacht“ (regional
auch: Fassenacht, Fasnacht, Fastelovend oder Fosenet) wird vor al-
lem in Mainz und Umgebung verwendet, in den schwäbisch-alemanni-
schen Gebieten ist vom „Fasnet“ die Rede. Vom Ausdruck „Fasching“
spricht man insbesondere im bayrisch-österreichischen Raum. Im Köl-
ner Raum wird dagegen „Karneval“ (oder „Fasteleer“) gefeiert. Die Aus-
legung, das Wort stamme vom Italienischen „carne vale“ und bedeute
„Fleisch, lebe wohl“, ist umstritten. Höhepunkte der Fastnachts- oder
Karnevalswoche sind der Donnerstag vor Aschermittwoch (Weiberfast-
nacht), Rosenmontag und der Veilchendienstag, an dem der Karneval
oft „feierlich“ zu Grabe getragen wird. Die Fastnacht gilt ja weltweit als
ein katholisches Phänomen, weil sie ein Schwellenfest zur Fastenzeit
nach katholischem Brauch ist. [1]

Eine historische Äquivalenz finden wir in der Römerzeit bei dem Fest
der „Saturnalia“, also ein Fest des altitalienischen Gottes „Saturnus“.
Die „Saturnalia“ erinnerten in ihrem Charakter an die Saturnia regna,
also an das goldene Zeitalter unter Saturnus, als es noch keine Klas-
sen und keinen Privatbesitz gab: der Unterschied zwischen Herren
und Sklaven war aufgehoben. Sklaven genossen ihre Freiheit, spei-
sten mit ihren Herren oder wurden von ihnen bedient. Die „Saturna-
lia“ trugen in ihrer Ausgelassenheit und Fröhlichkeit den Charakter
des Karnevals, man schenkte sich Kerzen und Tonfiguren; das be-
liebte Fest wurde bis zum Ausgang der Antike gefeiert. [2]

In Italien, vor allem in Neapel, Rom und Venedig, war der Karneval
besonders im 18. Jahrhundert populär. Er fand dann wieder über
Frankreich Einzug in Deutschland. In Vorbereitung auf die Fasten-
zeit wurde eine letzte Zeit des Sich-Auslebens erlaubt, in der sinn-
liche Genüsse und gewisse Ausschweifungen zugelassen waren.
Der erste Karnevalsumzug fand in Köln wieder im Jahre 1823 statt.
Die Stadt Köln wurde 1815 als Metropole der Rheinprovinz Teil des
Königreichs Preußen und hatte damit seinen Status als Freie Reichs-
stadt verloren. Nun wollten die Bürger wenigstens einmal im Jahr da-
ran erinnern, wie wohlhabend sie gewesen waren. So entstand der
Prinz Karneval, die Narrenkappen und die gesungenen Jubellieder
sollten Einigkeit aufzeigen.

Die Mainzer Fastnacht wurde stärker von französischen Einflüssen
geprägt, was man noch heute an den Karnevalsuniformen erkennen
kann. Der bekannte Narrhallamarsch war ursprünglich ein Spottlied
auf einen französischen General. [3]
      
ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH A-Z (Das
     Handlexikon), Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite
     81.
[2] LEXIKON DER ANTIKE, Verlag Anaconda, Köln 2010, Seite
     516.              
[3] Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage (Religiöse und nationale
     Feiertage weltweit), Chronik Bertelsmann, Wissen Media Verlag,
     Gütersloh/München 2009, Seite 21.  

 

PRINZENEMPFANG BEI KARO BLAU GOLD

Zu einem Prinzenempfang  lud  der Rodener  Karnevalsverein  Karo Blau Gold in das
Restaurant der Kulturhalle ein. Zu den Höhepunkten zählten die Verleihung der Kar-
nevalsorden, eine Gesangsdarbietung und eine Tanzeinlage. Answesend waren viele
Freunde des Vereins  innerhalb und  außerhalb des Stadtgebietes. Mehr Bilder auch
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DIE KATHOLISCHE KIRCHE UND DER NATIONALSOZIALISMUS

AUTOR: Josef Theobald

Die römisch-katholische Kirche hatte sich unter Papst Pius IX. (1792-1878)
zu einer Institution verwandelt, die gegen alle auftretenden Erscheinungen
des Modernismus, Republikanismus, Liberalismus, Sozialismus und Natio-
nalismus auftrat. Im Jahre 1864 entstand der berüchtigte Syllabus errorum
(Verzeichnis von 80 modernen Irrtümern), der neben den theologischen Irr-
lehren, auch Demokratie, Sozialismus, Bibelgesellschaften, Pantheismus,
Pressefreiheit, Rationalismus und Liberalismus verurteilte. [1]

So wurde die katholische Kirche in seiner stark konservativen Ausrichtung
zu einer Bedrohung sowohl extrem „rechter“ als auch extrem „linker“ politi-
scher Parteien. Deshalb kam es von Anfang an zu Spannungen mit den
Nationalsozialisten in Deutschland und auch später mit den Kommunisten
in Polen.

Zunächst hatte der heilige Stuhl unter Papst Pius XI. (1857-1939) versucht,
durch den Abschluss des Reichskonkordats vom 20. Juli 1933 die Lage zu
entspannen. So gab es hier eine Zusicherung in Bezug auf die Bekenntnis-
schulen und den Erhalt der kirchlichen Verbände, soweit sie religiös karitativ
waren. Allerdings war der Rückhalt durch den politischen Katholizismus nun
verloren. [2]    

Es ist damals auch nach Johannes 18,36 die Meinung vertreten worden, dass
die Kirche nicht von dieser Welt sei. Es erübrige sich der Beweis, dass Jesus
Christus kein irdisches Reich besaß. Er erhob keinen Anspruch auf weltliche
Rechte, er wurde von der Welt nicht als König anerkannt, vielmehr wie ein Ü-
beltäter ausgeliefert. [3]

Bezüglich der Behandlung der Vorgänge im nationalsozialistischen Deutschland
verfolgte man allerdings keine einheitliche Linie. Dennoch gab es von einzelnen
Bischöfen einen unnachgiebigen Abwehrkampf gegen die mit der katholischen
Lehre unvereinbaren Rassendoktrin und den extremen Nationalsozialismus (die
Adventspredigten Michael Faulhabers 1933 mit der Verteidigung des Alten Testa-
ments, die zahlreichen Schriften gegen Alfred Rosenbergs „Mythus des XX. Jahr-
hunderts“).

Doch mit der Zeit geriet die katholische Kirche in die Defensive. So ist zunehmend
die Kirche aus der Öffentlichkeit zurückgedrängt worden, indem man einen massi-
ven Einfluss auf die Presse und die Verbände nahm, ein Programm zur Entkonfes-
sionalisierung startete und den Kampf um die Schule forcierte. Auch griff man zum
Mittel der Diffamierung. Hierbei nutzte man die publizistische Instrumentalisierung
der Sitten- und Devisenprozesse in den Jahren 1935 – 1937. Auch wurden in Ein-
zelfällen der Klerus und ebenso Laien bespitzelt und denunziert. Auch wurde den
Geistlichen ein Predigtverbot auferlegt, das beim Übertreten die Haft in einem Kon-
zentrationslager oder im Gefängnis nach sich zog. 
   

Vom päpstlichen Stuhl gab es lediglich als Reaktion auf die Vorgänge im Dritten
Reich die Enzyklika Mit brennender Sorge vom März 1937. Allerdings unterblieb
eine geplante Enzyklika zum Thema „Rassismus“.   

In Deutschland selbst bediente man sich der Mittel der Nichtanpassung durch
Sprachumprägungen, religiöse Großveranstaltungen, geheime Informations-
weitergabe und Ähnliches mehr. Allerdings verlagerte der wachsende Druck
auf die kirchlichen Großorganisationen die Aktivitäten in die Pfarrgemeinden.

Zur Reichspogromnacht (9. – 10. November 1938) schwieg dennoch die offi-
zielle katholische Kirche.

In den Jahren des Nationalsozialismus in Deutschland standen Gesichtspunkte,
wie Selbstbehauptung und Resistenz, im Vordergrund. Sie standen typisch für
das Verhalten der römisch-katholischen Kirche in dieser Zeit. Dies sicherte die
Seelsorge und die katholische Lehre. Daher überstand man als Großgruppe die
nationalsozialistische Zeit. Da man innerhalb seiner eigenen Grenzen blieb, ent-
stand im Nachhinein der Vorwurf des Institutionenegoismus. [4]    

ANMERKUNGEN
[1] Tim Dowley, 2000 Jahre Christentum (Geschichte, Glaube und Per-
     sönlichkeiten), Brunnen Verlag, Gießen 2009, Seite 150.
[2] Lexikon der Kirchengeschichte, Lexikon der Theologie und Kirche
     kompakt, Band 2: K-Z, Herder Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001,
     Seite 1140.
[3] Adrienne von Speyr, Geburt der Kirche (Betrachtungen über Kapitel
     18 – 21 des Johannes-Evangeliums), Johannes Verlag, Einsiedeln
     (Schweiz) 1949, die Seite 63.
[4] wie [2], jedoch die Seiten 1139 – 1142.
 

Rückblick – 155 Jahre Berg- und Hüttenarbeiterverein Fraulautern

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Der Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Saarlouis-Fraulautern 1861 feierte Samstags und Sonntags sein 155-jähriges Vereinsbestehen mit dem Barbaratag in Fraulautern. Am Samstagabend um 17.30 Uhr wurde ein Bergbau-Symbol feierlich im Ortskern Fraulautern aufgestellt und vom Ehrenpräses des Vereins, Pfarrer Rolf Dehm, eingesegnet. Im Anschluss wurde auf dem Vorplatz des Vereinshauses der „Bergmännische Zapfenstreich“ aufgeführt.

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Erlebtes und Erlauschtes aus Roden

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Rodener Heimatkundeverein Rodena veröffentlicht Nachkriegs-Anekdotensammlung von Walter Schmolenzky

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Bild- und Textquelle: Dieter Lorig

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