DIE DONATUSKIRMES

AUTOR: Josef Theobald

Heute wäre nach dem Kalender in Saarlouis-Roden „Donatuskirmes“.
Die Verehrung des heiligen Donatus kam aus Bad Münstereifel zu
uns. Im Jahre 1649 wurden seine heiligen Reliquien in den Kata-
komben von Rom aufgefunden und von Jesuiten in ihre Kollegiums-
kirche zu Münstereifel im Bistum Trier 1652 übertragen. Aus obiger
Begebenheit ist es erklärlich, dass der heilige Donatus zum beson-
deren Schutzpatron gegen Blitz und Ungewitter erwählt wurde.

Donatus (= geschenkt) war der nach vielem Gebeten „von Gott
geschenkte Sohn“ vornehmer Eltern zu Rom. Der Vater Faustus
war Befehlshaber des kaiserlichen Heeres. Auch der Sohn wurde
Soldat und bald Offizier. Mit seiner Legion wurde er nach Ger-
manien gegen die Markomannen entsandt. Das römische Heer 
kam 174 in arges Gedränge; die Lebensmittel gingen aus und es
mangelte an Wasser. Da betete die Legion des heiligen Donatus
mit 6666 Mann, lauter Christen, zum Einen wahren Gott – und
während ein Regen die römischen Soldaten erquickte, öffnete
der Himmel seine Schleusen und goss Ströme von Wasser über
die Feinde. Blitze und Hagel töteten eine Menge derselben.
Der Sieg war vollständig. Infolge davon wurde jene Legion
»die blitzende« genannt.

Kaiser Marc Aurel ernannte den tapferen Donatus zum Befehls-
haber seiner Leibwache und wollte ihn mit seiner Enkelin, der
Fürstin Alexandra, vermählen. Da jedoch der Heilige die Ehe
ablehnte, weil er sich Gott für immer durch das Gelöbnis der
Keuschheit geweiht hatte, wurde er als Christ verfolgt und im
Palast der Fürstin nach deren Anstiftung hin enthauptet.

Aus obiger Begebenheit ist es erklärlich, dass der heilige
Donatus in Gebieten mit starker Agrarstruktur zum beson-
deren Schutzpatron gegen Blitz und Ungewitter erwählt
wurde.

Quelle: Chiemgau Blätter, Jahrgang 2018, Nummer 26.

Zu diesem Anlass wird traditionell der Kirwenhannes aufgestellt.
Am Kirmessonntag gab es früher gehobene Küche. Kirmes oder
Kirchweih zählte in einer Pfarrei zu den hohen Festtagen.

 

R. A. E. – TANGOMELODIEN AUS ARGENTINIEN

AUTOR: Josef Theobald

Schon 1939 gab es erste Deutschsendungen aus Argentinien.
Zwar nur kurze Sendungen – aber von interessantem kulturpo-
litischen Inhalt. Besonders aktiv war nun Argentiniens Auslands-
dienst allerdings in den Fünfziger Jahren – als damalige Radio-
stimme von Juan Perons Argentinien. Der einst „SIRA“ genannte
Dienst war ja zu dieser Zeit täglich eine Stunde lang (z. B. 1958)
zu hören. Der heutige Auslandsdienst von R. A. E. (Radio Argen-
tina al Exterior) kennt seit 1960 Deutschsendungen. 1987 gab es
dann zwei knapp einstündige Sendungen in Deutsch von dort; je
eine am frühen und späten Abend. [1]

Argentinien ist der zweitgrößte Staat Lateinamerikas. Historisches
wie wirtschaftliches Kerngebiet ist das fruchtbare Tiefland der Pam-
pa am unteren Paraná und am Rio de la Plata, eine Ebene mit wei-
ten Grasfluren, die nach Norden hin allmählich in die subtropischen
Trockenwald- und Buschsavannen des Gran Chaco übergehen. Ge-
genwärtig wird Argentinien zu den Schwellenländern gezählt. Trotz
marktwirtschaftlicher Ausrichtung hat der Staat wichtige Schlüssel-
zweige (Kohle, Stahl, Erdöl und Transporte) unter seiner Kontrolle.
Die Industrie ist besonders im Großraum Buenos Aires konzentriert.
[2]

Im Jahre 1983 gab es bei R. A. E. 8 verschiedene Sprachdienste
mit insgesamt 26 Mitarbeitern. Es standen nur drei Sender zu je
50 kW zur Verfügung. Die Station litt unter dem ständigen Mangel
an finanziellen Mitteln; wahrlich keine idealen Arbeitsbedingungen
bei einem Sender.

Eine Hochzeit erlebte die Deutsche Redaktion unter Carl Dieter
Gredé. Dieser Mann erregte Aufsehen, weil sein Programmstil
vom gängigen und langweilenden Verlautbarungs-Journalismus
abwich. Mit seiner Kollegin Patricia Carli bewältigte er den nor-
malen Redaktionsalltag.

Alle auszustrahlenden Programme, ob Nachrichten, Interviews
oder Musiksendungen, mussten selbst zusammengestellt, und
falls nötig, übersetzt werden. Dazu kam die Beantwortung des
sich vergrößernden Briefberges.

Die alte Stammfrequenz 11710 kHz war jahreszeitlich bedingt
unterschiedlich zu empfangen. Manchmal gut zu empfangen
war z. B. die Morgensendung. Aber dann plötzlich nur noch
die Abendsendung. Deshalb wechselte man auf die Frequenz
von 15345 kHz. Sonntäglich wurde nicht gesendet. [3]

In Argentinien ergriffen die Militärs die Macht. Die Generäle
ruinierten die Wirtschaft und zettelten im Zusammenwirken
mit paramilitärischen „Todesschwadronen“ einen schmutzi-
gen Krieg gegen Guerillaeinheiten an, der in der Ermordung
von schätzungsweise 10.000 bis 20.000 argentinischen Bür-
gern gipfelte. Nach dem Falklandkrieg war die Generalität po-
litisch und moralisch am Ende.

Unter dem Schirm der katholischen Kirche machten vielerlei
Selbsthilfe- und Menschenrechtsorganisationen, Komitees für
freie Wahlen und ähnliche private Initiativen auf sich aufmerk-
sam. Sie sprachen Themen, wie Folter, Kerkerhaft, Armut so-
wie die Entrechtung enthnischer Randgruppen an und trugen
ihre Belange in die Öffentlichkeit. Weltweites Aufsehen erregte
der Aufschrei der argentinischen „Mütter der Plaza del Mayo“,
die schon während der Diktatur Anklage gegen das spurlose
Verschwinden ihrer Söhne erhoben. [4]

Die Haltung Gredés zu den Militärregierungen war kritisch. Er
sah das Militär lieber hinter Kasernenmauern und nicht in Re-
gierungspalästen und Rundfunkanstalten.

Ein Programm nannte sich „Unsere Malvinas“. Mit Malvinas
sind die zu Großbritannien gehörenden Falkland-Inseln ge-
meint. Hier existierte ja ein alter Konflikt mit Großbritannien.
Was aber die Zugehörigkeit zu Argentinien angeht, sprechen
alle Südamerikaner die gleiche Sprache.

Am Samstag wurden die „Musiker der Woche“ vorgestellt. Es
waren auch die inländischen Stationen deutscher Zunge mit
dabei. Viele Inlandsdienste boykottieren nämlich Künstler, die
seit Jahren im Exil leben, da sie eine andere Musikrichtung als
die offiziellen Stellen bevorzugen.

Donnerstags präsentierte Patricia Carli mit Carl Dieter Gredé
das DX-Programm. Dabei stand die Vorstellung argentinischer
Rundfunkanstalten stets im Vordergrund. Aber allmählich zeich-
nete sich eine verstärkte Beteiligung der Hörer ab, was die Ar-
beit hier merklich erleichterte.

Wer war Carl Dieter Gredé?

Der im Jahre 1983 36-jährige Redakteur war Dr. der Philosophie.
Er lebte damals am Stadtrand von Buenos Aires in einem Garten-
haus. Eine Boxerhündin gehörte zu seinem „Inventar“. Während
des Falkland-Konfliktes geriet er in die Fänge der Staatssicher-
heit. Hier gibt es auch Informationen über Folter. In seiner Frei-
zeit arbeitete er für ein Projekt, das sich für ausgesetzte Kinder
in den Elendsvierteln einsetzte. Diese Arbeit wurde wesentlich
mit Hilfe von Spenden finanziert, teils von den Musikerfreunden
in Argentinien, teils durch die Hörer seiner Sendungen. [3]

Gemäß seiner Autobiografie konnte Carl Dieter Gredé nach ei-
nem verlesenen verschlüsselten Hilferuf durch eine später er-
folgte internationale Rettungsaktion die Ausreise sicherstellen.
[5]

ANMERKUNGEN
[1] kurzwelle aktuell, Autor: Hermann Jäger, Nr. 39/87,
SOLDI-Verlag in Hamburg 90, Seite 15.
[2] Schülerduden LÄNDER – STÄDTE – KONTINENTE, Duden-
verlag, Mannheim 2005, Seiten 32 + 33.
[3] KURIER der ADDX e. V., Nr. 10/1983, „Im Namen des
Volkes: Carl Dieter Gredé“, Seiten 12 + 13.
[4] DIE GROSSE WELTGESCHICHTE, Zeitalter des Ost-West-
Konfliktes, Lizenzausgabe im Verlag Weltbild, Augsburg,
die Seiten 382/83.

[5] Carl Gredé, Wie oft hat man mich umgebracht (die
113 Zettel des Daniel C.), erschienen im Verlag Jung-
brunnen, 1. Auflage, München 1985.

 

EINE WAHRE GESCHICHTE

AUTOR: Josef Theobald

Am 15. April 1960 sendete Radio Peking erstmals in deutscher
Sprache. Mangels eigener Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen
war man auf Spezialisten aus der früheren DDR angewiesen.
Bevor diese China verließen, häuften sich die Beschwerden
albanischer und chinesischer Genossen. Es ging um den Vor-
wurf, gesendete Beiträge eigenwillig bearbeitet und somit sinn-
entstellt zu haben. Die Deutsche Redaktion wurde zu einem
Sicherheitsrisiko.

Der Hintergrund eines Vorfalls lag in der albanischen Reaktion
angesichts des öffentlichen Angriffs und der Verleumdung der
Partei der Arbeit Albaniens (PAA) auf dem 22. Parteitag der
KPdSU im Oktober 1961 in Moskau. Am 7. November 1961
hielt Enver Hoxha anlässlich des 20. Jahrestages der Grün-
dung der PAA und des 44. Jahrestages der Sozialistischen
Oktoberrevolution eine Rede, indem er die aktuellen sowje-
tisch-albanischen Beziehungen analysierte und die Ursache
ihrer Verschlechterung in der sowohl antimarxistischen als
auch chauvinistischen Großmachtpolitik Chruschtschows
und seiner revisionistischen Gruppe sah. Im Gegenzug gab
er dem Wunsch und der Entschlossenheit der Partei und des
gesamten albanischen Volkes Ausdruck, als er unterstrich,
dass Albanien auch in Zukunft die Gefühle der aufrichtigen
Freundschaft zu den Brudervölkern der SU hegen würde.
(GESCHICHTE DER PARTEI DER ARBEIT ALBANIENS,
Verlag „NAIM FRASHERI“, Tirana -Albanien- 1971, Seiten
534/35)

Auf der chinesischen Seite wurde die Borschüre ‚Lenin über
„Der Imperialismus ist der Vorabend der sozialen Revolutuon
des Proletariats“ anlässlich des 90. Geburtstags Lenins‘ im
Verlag für fremdsprachige Literatur in Peking herausgegeben.
Diese bezieht sich auf die Schrift „Der Imperialismus als höchs-
tes Stadium des Kapitalismus“ (Vorwort zur französischen und
deutschen Ausgabe) in den Werken W. I. Lenins, Band 22, die
Seite 198. Sie leitete in China die Kulturrevolution (1966-1976)
ein.

Die SED stand auf der Seite Moskaus und attackierte daher
die albanischen Genossen und damit indirekt die KP Chinas
als „Dogmatiker“ und „Sektierer“. Aus diesem Grunde wollten
die deutschen Redakteure der chinesischen Linie nicht folgen.
Dementsprechend wurde eine Mitarbeit abgelehnt. (DIE DDR
UND CHINA -1949-1990-, Politik, Wirtschaft, Kultur, Akademie
Verlag, Berlin 1995, die Seiten 104, 328 – 330)

Das Rundfunkkomitee suchte folglich händeringend nach ei-
genen loyalen Redakteuren. Mit Fang Jingqian, Chen Hanli,
He Lian, Wu Weifang, Zou Fuxing und Dong Lianming konnte
die bestehende Lücke geschlossen werden. Frau Chen wurde
bekannt durch ihren Auftritt im PRESSECLUB der ARD.

Ende 1961 kehrten die ostdeutschen Experten auf eigenen
Wunsch in die ehemalige DDR zurück.

DIE GERMANISTIK IN JAPAN UND CHINA

AUTOR: Josef Theobald

Als Begründer der Germanistik in Japan gilt der aus Halberstadt
im Harz stammende Professor Friedrich Greil (1902-2003). Seit
1928 lebte Greil in Japan. Bekannt wurde er als Hochschullehrer
für die deutsche Sprache. Diesen Beruf übte er bis 1978 aus. U.
a. arbeitete er auch für Radio Japan (NHK). Viele Jahre war er
dort als Moderator tätig. Deshalb kennt der Autor Greil seit sei-
ner Jugend. Wegen seiner ausgezeichneten Arbeit erhielt er in
Japan einen hohen kaiserlichen Orden. In den Achtziger Jahren
erhielt er vom Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker das
Bundesverdienstkreuz am Bande.

Die Deutschkenntnisse sind aus diesem Grunde weit verbreitet.
Dennoch haben sie nicht mehr den Stellenwert wie vor Jahren.

In China war die Germanistik vor der Gründung der VR China
fast nicht existent. Lediglich wenige, wie der bekannte Dichter
Lu Xun (1881-1936), konnten Deutsch. In China entwickelte
sich langsam die Germanistik zu einer wissenschaftlichen Dis-
ziplin. Hier ist vor allem die Berliner Pädagogin und Diplomaten-
frau Käthe Zhao (1906-2005) zu nennen. Sie sorgte mit dafür,
dass das Fach DEUTSCH zu einer außerordentlichen Blüte
gelangte. Mit ein Grund dafür war der Aufenthalt des ehema-
ligen Ministerpräsidenten Zhou Enlai (1898-1976) und des
Marschalls Zhu De (1886-1976) in den Zwanziger Jahren in
Deutschland. Schon in den Siebziger Jahren hatte in China
die Germanistik ein solches Niveau erreicht, das gegenüber
den Ländern Russland und Ägypten gleichwertig war. Nach
der Kulturrevolution (1966-1976) konnten neue Lehrmetho-
den entwickelt und eingesesetzt werden. Diese waren dafür
verantwortlich, die deutsche Sprache in China weiter zu ver-
breiten. In China erscheinen auch deutschsprachige Publi-
kationen, wie die Wochenschrift BEIJING RUNDSCHAU
und die Zeitschrift CHINA HEUTE. Seit April 1960 sendet
RADIO CHINA INTERNATIONAL auch in Deutsch.

EIN WIEDERSEHEN NACH 45 JAHREN

AUTOR: Josef Theobald

Die Großeltern waren mit ihren zwei Töchtern im Ost-
harz evakuiert. Diese kamen damals bei einer Fami-
lie Försterling unter. Auch sie hatten eine Tochter im
gleichen Alter wie die ältere Tochter Gisela.

Nach der zweiten Evakuierung (Die Försterlings ta-
ten alles, dass die Großeltern erneut im Ostharz
evakuiert werden konnten) brach jeder Kontakt ab.
Die US-amerikanischen Truppen zogen sich zurück,
russische Einheiten nahmen deren Platz ein.

Die Försterlings bewohnten einen Erbhof. Die NSDAP
entdeckte die Bauernschaft als zuverlässige Mitglieder.
Das sollte sich mit dem Machtantritt der Kommunisten
rächen. Im Gegensatz zu Westdeutschland, in dem die
Landwirte als Agrarunternehmer einen Persilschein er-
hielten, wurden in der Sowjetzone alle Anhänger der
NSDAP verfolgt und in Internierungslagern inhaftiert.

Der Großvater war zu dieser Zeit öfters im Ostharz,
wo er die Försterlings bei der Abgabe von Naturalien
unterstützte. Im Saarland erhielten die Bürger bis zur
Rückgliederung einen Interzonenpass, der auch die
Einreise in die Sowjetzone ermöglichte. Mit einer
Aufenthaltserlaubnis war es schließlich möglich,
der Familie Försterling aktiv zu helfen. Bis in die
Siebziger Jahre wurden noch Weihnachtspakete
verschickt. Angesichts der Ausweitung des Aus-
senhandels konnte die DDR bisher knappe Güter,
wie Kaffee, Kakao, Gewürze usw., nun selbst be-
schaffen.

Bis 1961 waren es 2,7 Millionen Bauern, fast ein
Sechstel der Bevölkerung, die infolge der Kollek-
tivierung der Landwirtschaft die DDR verließen.
Die Försterlings blieben.

Nach dem Bau des Eisernen Vorhangs war der
Ostharz mit Halberstadt und Wernigerode ein
militärisches Sperrgebiet. Westbürger durften
dieses Gebiet nicht betreten.

Die Tante Gisela hatte vergeblich versucht, den
Kontakt zu den Försterlings aufzunehmen. Auch
der Versuch durch eine Mittelsperson scheiterte.

Erst 1990, als der Pensionärsverein der Dillinger
Hütte den Ostharz besuchte, bestand auf einmal
wieder die Gelegenheit, einen erneuten Kontakt
zu wagen. Die Tochter Anneliese lebte noch. Sie
war schon Urgroßmutter. Die Urenkeltochter hat
heute selbst ein Kind.

DER CHINESISCH-AMERIKANISCHE KONFLIKT

AUTOR: Josef Theobald

Den Briten folgten die US-Amerikaner. Der Vertrag von Wangxia gewährte den US-Amerikanern die gleichen Konditionen wie den Briten. Amerikanische Kriegsschiffe durften jeden Hafen anlaufen. Die Besatzungen mussten von den Qing-Beamten empfangen und versorgt werden.

Durch die handwerkliche Struktur Chinas war man der ausländischen Konkurrenz unterlegen. Den günstigeren Importwaren aus industrieller Produktion konnte man nichts entgegensetzen. Dann bildete sich die Klasse der Kompradoren heraus, die sich aus den Ausländern selbst oder angestellten Chinesen zusammensetzte. Diese hatten eigene Geschäfts- und Warenhäuser und waren im Im- und Exportgeschäft tätig. [1]

In einem Gespräch mit der amerikanischen Korrespondentin Anna Louise Strong äußerte sich Mao Zedong im August 1946 wie folgt: „Alle Reaktionäre sind Papiertiger. Dem Aussehen nach sind sie furchterregend, aber in Wirklichkeit sind sie gar nicht gar so mächtig.“ Damit meinte er die neue Atommacht USA. [2]

In seiner Rede „Über die Frage, ob der Imperialismus und alle Reaktionäre echte Tiger sind“ vom 1. Dezember 1958 stellte Mao fest: „Ich habe vor einigen Jahren diese Frage bereits beantwortet: Strategisch den Feind geringschätzen, taktisch aber ernstnehmen.“ [3]

Xi Jinping (geb. 1953) knüpfte an die Zeit der Fünfziger Jahre an, als Mao Zedong (1893-1976) Parteiführer und Staatsoberhaupt war. Sein Vater fiel 1962 in Ungnade, angeblich wegen mangelnder Loyalität. Ein Jahr später begann in China die Erziehungsbewegung. Das chinesische Volk sollte sich das Militär zum Vorbild nehmen. In der früheren Sowjetunion sprach man vom „Kasernensozialismus“. Von 1966 bis 1976 dauerte die Große Proletarische Kulturrevolution. In dieser Periode wurde die Gleichheit auf die Spitze getrieben (Uniformität). Schmuck und Make- Up waren verpönt. Schon damals patrouillierten Schiffe der US-Navy in der Taiwanstraße. Damals war man dagegen relativ hilflos. Mittlerweile wurde die chinesische Marine massiv ausgebaut und modernisiert. Im Ostchinesischen Meer verfügt man über einen zusätzlichen Stützpunkt. So kommen sich die US-Navy und die chinesische Volksmarine immer öfter näher. Ein militärischer Konflikt auf hoher See wäre dem- nach nicht auszuschließen.

ANMERKUNGEN
[1] Der Opiumkrieg, Verlag für fremdsprachige Literatur, 
Beijing 1977, die Seiten 93 – 114. 
[2] Mao Zedong, Ausgewählte Werke, Band IV, Verlag für 
fremdsprachige Literatur, Beijing 1969, Seite 101.
[3] Beijing Rundschau, Nr. 37/38 vom 17. 09. 1977, Seite 
7.

DER TAG „GRÜNDONNERSTAG“

AUTOR: Josef Theobald

„Gründonnerstag“ ist abgeleitet vom althochdeutschen „greinen“
= „weinen“. Denn am Gründonnerstag, dem Donnerstag in der
Karwoche, gedenkt die Kirche des letzten Abendmahles, das
Jesus Christus mit seinen Jüngern hielt. Aus der Sicht der frühen
Kirchentradition wird dies allgemein als Einsetzung der Eucharistie
verstanden. Im Anschluss an die Predigt kann nach biblischem
Vorbild die Fußwaschung von zwölf ausgesuchten Laien durch
den Priester erfolgen. Mit dieser symbolischen Handlung wird
daran erinnert, dass nach biblischer Überlieferung Jesus am
Vorabend seines Kreuzestodes seinen Jüngern als Zeichen
vorbehaltloser Dienstbereitschaft am Nächsten (Johannes
13,1-17) die Füße gewaschen hat. [1]

Eine andere Quelle spricht von der Erinnerung an die Büßer,
die früher an diesem Tag wieder in die Kirche aufgenommen
und dafür als sichtbares Zeichen mit jungem Grün geschmückt
wurden. Im Mittelalter war der Gründonnerstag auch unter dem
Namen „Antlasstag“ bekannt, was sich vom „Ablass“ – dem Er-
lass der Strafe für begangene Sünden – ableitet.

Teil der Zeremonien am Gründonnerstag ist die Weihe des
Salböls Chrisam. Es wurde früher aus Olivenöl mit etwas
Balsam hergestellt, heute werden auch noch weitere Aroma-
stoffe benutzt. Verwendet wird Chrisam bei Salbungen an-
lässlich der Taufe, bei Firmungen und bei der Priesterweihe,
aber auch bei der Weihe von Altären, Kirchen und Glocken.

In der katholischen Kirche verstummen am Gründonnerstag
bei der Messe nach dem „Gloria in Excelsis“ die Orgel und
die Glocken. Die Glocken erklingen erst wieder am Oster-
sonntag. [2]

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lotta, KATHOLISCH A-Z
(Das Handlexikon), Verlag Herder in Freiburg (Breisgau)
2009, Seiten 99/100.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und
nationale Feiertage weltweit), in Bertelsmann Chronik,
wissenmedia Verlag, Gütersloh/München 2009, Seite
25.

Damals – Gemeinschaftswaschanlage der Raiffeisenkasse Saarlouis-Lisdorf

Das Saarland war von 1947 bis 1955 autonom

Lisdorforfer Raiffeisenvorstand beschließt 1954 -1955 den Bau einer Großwaschanlage auf genossenschaftlicher Basis, im Hinblick auf die schon bereits bestehende genossenschaftliche Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland.

1955 begann die Planung und Bau Beginn dieses Wäscherei-Bauprojektvorhabens

Am 01. Oktober 1957 war die Inbetriebnahme der Gemeinschaftswaschanlage Vorstellung und Erwartung an diese technische Anlage war: zum „Niedrig- Preis“ für jeden Haushalt, besonders für die bäuerlichen Haushalte Arbeitszeit und Bearbeitungsaufwand für die Textilien zu reduzieren bzw. zu erleichtern,

Der „Tag X“, am 06. Juli 1959 vielen die Zollschranken und Lastwagen die voll beladen mit Elektrogeräten, Kühlschränken, Fernseher, Waschmaschinen, Wäscheschleudern, Wäschetrocknern und vielem mehr kamen aus der Bundesrepublik Deutschland an die Saar und verursachten kilometerlange Schlangen auf den Straßen.

Gemeinschaftswaschanlage - Lisdorf
Gemeinschaftswaschanlage – Lisdorf

Vom 01.September 1960 an übernahm August Balthasar die Aufgabe als Wäschereibetriebsleiter, die Gemeinschaftswaschanlage der Raiffeisenkasse Lisdorf zu führen.

Durch das Mischen von Natur- und Chemiefasern entstanden Stoffe aus Mischfasern, Mischgeweben und Mischgespinst-Geweben. Diese sogenannten „Pflegeleichten Textilien hatten sehr hohen Trage- und Haltbarkeitseigenschaften.

Im Haushalt, Beruf, Freizeit und der Industrie haben diese Stoffe den Weltmarkt erobert.

Durch die pflegeleichten Oberhemden, Blusen, Gardinen und Vorhänge kam es zu Umsatzrückgängen die zur Folge hatten, das am 31.Dezember 1964 die

Der bisherige Betriebsleiter August Balthasar schloss am 01. Januar 1965 mit der Raiffeisenbank Lisdorf einen Pachtvertrag und führte den Wäschereibetrieb in Eigenregie weiter.

Aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen konnte am 31. März 1967 der Textilbetrieb nicht mehr weitergeführt werden.

Quelle: Heimatkundeverein Lisdorf

Damals – „Dienstleute im alten Saarlouis“

Vor langer Zeit sprach man von sterbenden Berufen. Wir haben uns die Zunft der Dienstmänner die auch Sackträger genannt wurden, herausgesucht. Dieser Beruf war eng mit unserer alten Stadt verbunden. Es wird unterschieden zwischen diesen Sackträger, ehrbaren Menschen und den notorischen Nichtstuern, den Eckenstehern.

Wir erinnern uns an die Sackträger – sie waren ehrliche Leute, von kräftiger Gestalt, etwas rauh, ein paar etwas grob – aber selbstbewusst. Sie standen an den Ecken des Marktes an der Deutschen und Französischen Straße und waren sehr hilfsbereit. Die Sackträger waren die „Dienstleute“ der kleinen Stadt. .Arbeiten wie Umzüge, Transporte, Kartoffeln einkellern, Kohlen in den Keller bringen, Besorgungen jeder Art gehörten zu ihrem Arbeitsbereich. Sie waren da wenn sie gebraucht wurden und erledigten dann sach- und fachgerecht ihre Arbeit. Besonderst gefragt waren die Dienstmänner an den Markttagen. Man hört nie etwas schlechtes über sie.

Unter den Dienstmännern gab es keinen Neid. Jeder von Ihnen hatte seine Kundschaft. .Die Großhändler ließen sie die Waggons entladen. Die Namen der Dienstmänner waren:

Damde – Sperling – Hähnchen – Hohe – Fougle – Latte Muth – Malsac – Asskocklemus – Memper Miller – Schneider – Thoma – der jengscht Muth.

Der Primus inter pares war „der dicke Damde“, ein breiter, stämmiger Mann. Trotz seines behäbigen Ganges besaß er genügend Autorität um bei einem größeren Einsatz von Sackträgern diese einzuteilen. Ihm wurden auch schwierige Arbeiten aufgetragen.

Damde war auch noch der Präsident des „Hämmelzpänzchen“. An Fasnachtsmontag und Dienstag sind diese Männer mit Frauenröcken maskiert und „met e Rido“ vor dem schwarzen Gesicht durch die Stadt gezogen und den „Hämmelspänzchen-Baal“ ankündigten sie als „de scheenste Baal of de Welt“. Damde sorgte für Ordnung beim „Hämmelspänzchen-Baal“ Die Besitzer des „Münchener Kindl“ Frau und Herr Först konnten sich auf ihn verlassen. Damde war der „Ballarrangeur“.

Der dicke Damde verkaufte nach der Ernte auch Zwiebeln an seine Kundschaft die mit den Lieferungen sehr zufrieden waren.

Die Männer ruhten sich im Sommer nach dem Essen auf den Kellertüren der Eckhäuser aus und schliefen den Schlaf der Gerechten. Wenn dann die Sonne einmal einem der Schläfer auf das Gesicht und die Hand brannte, sagte er wohl dem neben ihm stehenden Nachbar im Halbschlummer: „Leim er de Hand aus da Sonn!“ Andere Bewohner der Stadt diskutierten über die Tagesereignisse des „Städtchens“. Politik war damals nicht gefragt. Während der Arbeit priemten alle, hatten sie Ruhe „dämpten“ sie kurze Pfeifen.

Die Dienstmänner waren auch bei Beerdigungen gefragt. Sie trugen die Leiche in den Totenwagen und vom Totenwagen zum Grab. Damals gab es Beerdigungen der 1., 2., und 3. Klasse. Bei den Beerdigungen der 1. Klasse trugen sie schwarze Anzüge mit Zylinder.

In der 2. Klasse trugen die Dienstmänner einen schwarzen Rock und eine gewöhnlichen Hose. Bei Beerdigungen der 3. Klasse sah man schon an der Kleidung das dies die letzte Klasse war.

Die Männer gingen nach ihrer Arbeit in ihre Stammwirtschaften. Damals waren dies „bei de Bonne Günther“ onn „bei der Bernefeld“. Dort wurde wie auch bei allen besondert schweren Arbeiten „Lesler-Schnapes“, von der Branntweinbrennerei „Linslerhof“ getrunken. Der „Lesler-Schnaps“ hatte hohes Ansehen – es gab keinen Schnaps der besser war. Der Wirt hätte es nicht gewagt, den Männern anderen Schnaps auszuschenken.

Die Wirtschaft „Mamm Morant“ am Bahnhof hatte keinen „Lesler“ im Ausschank. Die Dienstmänner gingen dort nicht hin. Später kam der Schnaps von „Baluschel“ auf der dann von den Sackträgern getrunken wurde.

Den Preis für die Dienstleistungen musste man immer vorher abmachen – oder man das Nachsehen wie nachstehnden Geschichten entnehmen kann:

In einem Betrieb sollte eine Maschine, teilzerlegt, Gesamtgewicht 4.000 kg, entladen werden. Der Firmeninhaber bestellte den Sprecher der Dienstmänner und fragte diesen nach dem Preis. Dieser sah sich die Maschine und den Transportweg an und forderte für sich und seine Freunde 400,– RM. Dem Geschäftsführer war dieser Preis zu hoch und der Dienstmann sage: „Dann lad dir die Maschine selber ab – mir hann us Kraft (und er zeigte auf seine Armuskeln) net se verschenken“. Es wurde neu verhandelt und man einigte sich auf 250,– RM.

„Hähnchen“ wurde zur der Beamtenfamilie H. gerufen weil deren Hund krank war. Die Hausherrin sagte ihm sie habe gehört, er sei hundeverständig und habe schon manchen Hund gesund gemacht. Der Sachverständige (im Nebenberuf Hundefänger), sagte: „Genn mer de Hond ruhig for väerzehn Dag mit, dann es er kuriert“. Der Hund war völlig überfüttert und wenn er dort keine Kur gemacht hätte, wäre er bald eingegangen. Hähnchen nahm den Hund mit nach Hause und gab ihm nichts zu Fressen. Bellte der Hund ging der Hundearzt nicht sehr zart mit ihm um. Nach 14 Tage brachte er den Hund zur der Familie zurück die sich sehr bedankte und ihm 15,– RM in die Hand drückte. Im Kreise seiner Freunde erzählte „Hähnchen“, dass er en gudd Geschäft gemacht hat.

Das waren zwei Geschichten der letzten Vertreter einer Zunft – sie Leben alle nicht mehr und wenn die ältere Generation gestorben ist – und nichts aufgeschrieben ist, wird man nicht mehr von den Dienstmännern sprechen – und sie waren doch ein Stück der alten Stadt Saarlouis!

Quelle: Saar-Zeitung 1942

EINE FREIKIRCHLICHE GEMEINDE LÖST SICH AUF

AUTOR: Josef Theobald

Nach dem Tode von Herbert W. Armstrong (1892-1986) gab es
innerhalb der Weltweiten Kirche Gottes (WKG) sehr starke Ver-
änderungen. Zunächst wurden dessen Lehren verwässert. Das
Ziel der neuen Kirchenleitung, die aus russischen Einwanderern
bestand, war allerdings die Aufgabe der Lehren des Gründers
der Kirche. Man gab den Slogan heraus, dass die Christen unter
der Gnade Gottes stehen und deshalb nicht verpflichtet seien,
bestimmte Vorschriften der Kirche zu befolgen (Sabbat, Gottes
heilige Tage, Reinheit der Speisen usw.). Die Folge war daher
ein gewaltiger Mitgliederrückgang. Die Einnahmen der Kirche
brachen ein. Man war deshalb gezwungen, das Tafelsilber zu
verscherbeln (Auditorium, Universität). Letzter Akt war schließ-
lich der Verkauf der Rechte an den Schriften Herbert W. Arm-
strongs an die (Philadelphia) Posaune.

Ende der Neunziger Jahre wurde Carlheinz Hübner von dem
Verantwortlichen für Europa, Santiago Lange, als Leiter der
Gemeinde in Darmstadt eingesetzt. Darmstadt war zu dieser
Zeit ein Zentrum des Sabbatarismus in Westdeutschland. Im
Stadtteil Eberstadt befand sich das alte Medienzentrum der
Siebenten-Tags-Adventisten.

In der Kirche Gottes unter Andrew Dugger (1886-1975) war
die Ablehnung der Dreieinigkeitsglaubens eine zentrale Lehre.
Als Herbert W. Armstrong mit der Radioarbeit begann, hat er
diese und andere Lehren lediglich übernommen. In seinen
Schriften hat er diese Lehren nur weiterentwickelt.

Carlheinz Hübner wollte mit seiner resoluten Haltung die
Ablehnung des Dreieinigkeitsglaubens in der Gemeinde
Darmstadt unterbinden. Doch hatte dieser relativ wenig
Glück. Jahre später erfuhr der Autor, dass die Gemeinde
in Darmstadt nicht mehr existiert.

ANMERKUNG

Damals hatte sich der Autor intensiv mit der Sabbatarier-
szene beschäftigt. Aus diesem Grunde hatte er viele Jahre
Kontakt zu den diversen Gruppen in Darmstadt, Möckern-
Friedensau, Berlin, Bonn und Henley-in-Arden (UK). In
Großbritannien ist Herbert W. Armstrong immer noch hoch
im Kurs. Hier gibt es eine Campingplatz-Mission. Der ehe-
malige Leiter der WKG-Gemeinde in Darmstadt war aus
Eppelborn.

AM ASCHERMITTWOCH IST ALLES VORBEI

AUTOR: Josef Theobald

Seit dem 6. Jahrhundert bildet der Mittwoch vor dem sechsten
Sonntag vor Ostern den Auftakt zur österlichen Fastenzeit. [1]
An ihm soll nach Überlieferungen der Erzengel Luzifer aus dem
Himmel gestürzt worden sein. So vermied man in früherer Zeit,
neues Vieh in den Stall zu stellen, das Haus zu reinigen, das
Dorf zu verlassen oder den Wald zu betreten. [2]

Der Aschermittwoch (lateinisch: „Dies Cinerum“) erhielt seinen
Namen, weil in der Alten Kirche die Büßer an diesem Tag öffent-
lich mit Asche bestreut wurden. Nach der Einstellung der öffent-
lichen Buße lässt sich seit dem 10. Jahrhundert die Austeilung
des Aschenkreuzes an diesem Tag nachweisen. [1] Die Asche
steht seit jeher für Vergänglichkeit, Trauer und Buße.

Bis zum Hochmittelalter legten die Sünder an den Sonntagen
vor Ostern ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut,
getreu dem Bibelzitat aus 1. Mose 3,19: „Bedenke Mensch, dass
du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“

Die Ostkirche kennt jedoch keinen Aschermittwoch, weil ihre
Fastenzeit bereits am Sonntagabend beginnt.

Die traditionelle Speise am Aschermittwoch ist der Hering, da
er gut mit dem Alkohol harmoniert, der meist an den vorherge-
henden Faschingstagen genossen wurde. [2] Ansonsten ist der
Aschermittwoch ein strenger Fast- und Abstinenztag. Fleisch
sollte an diesem Tag nicht gegessen werden. [1]

In der Politik hat sich die Tradition des „politischen Aschermitt-
woch“ eingebürgert, ein Tag, an dem sich gegnerische Parteien
auf Versammlungen zu einem heftigen Schlagabtausch treffen.
Ursprünglich stammt dieser Brauch aus Bayern, wo sich die
Bauern in Vilshofen an der Donau auf einem Rossmarkt trafen
und über Politik diskutierten. [2]

ANMERKUNGEN
[1] Becker-Huberti / Lota, KATHOLISCH A-Z, das Handlexikon,
Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite 26.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage, Wissen Media Ver-
lag, Gütersloh/München 2009, die Seiten 22 + 23.

DER VALENTINSTAG

AUTOR:  Josef Theobald

Am Valentinstag gab es verschiedene Bräuche. In Frankreich
wurde in früheren Zeiten vor allem die Tradition der Liebes-
Lose gepflegt. In England entscheidet die erste Begegnung
am Morgen des Valentinstages darüber, wer der Valentin oder
die Valentine werden soll. In Deutschland sagte man, ein Mäd-
chen sähe in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar ihren Zu-
künftigen im Traum.

Besonders ausgeprägt sind die Valentin-Feierlichkeiten heute
in den USA. 1849 wurde hier die erste Grußkarte gedruckt, um
sie an diesem Tag einem geliebten Menschen zukommen zu
lassen. Inzwischen sind jedes Jahr zum 14. Februar rund eine
Million romantischer Postgrüße in den Staaten im Umlauf.

Die Tradition, am 14. Februar der Angebeteten Blumen zu
schenken, geht auf das Fest „Lupercalla“ zurück. Im antiken
Rom wurde damit der Göttin Juno als Schützerin von Ehe
und Familie gedacht. Die Männer und Frauen opferten der
Göttin Tiere und Getreidekuchen.

Ausgerechnet am 14. Februar ließ der römische Kaiser
Claudius im Jahre 269 n. Chr. den Bischof Valentin von
Terni hinrichten. Ihm ist vorgeworfen worden, Paare zu
trauen, die eigentlich nicht heiraten durften, entweder da
die Eltern nicht mit der Verbindung einverstanden waren
oder dass der Bräutigam ein Soldat oder ein Sklave und
ihm daher die Ehe somit verboten war. [1] Zur Bedrohung
wurde Bischof Valentin deshalb, weil er die verheirateten
jungen Männer vor dem Kriegsdienst bewahrte. [2] Aus
diesem Grunde machte die Obrigkeit mit Bischof Valen-
tin kurzen Prozess.

Die Gebeine des Märtyrers, der heute als Patron der
Liebenden verehrt wird, wurden im 18. Jahrhundert
von Italien nach Süddeutschland überführt und sind
noch heute in einem gläsernen Sarg in der Stadt-
pfarrkirche St. Michael im schwäbischen Krumbach
zu besichtigen. [1]

ANMERKUNGEN
[1] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage, Wissen
Media Verlag, Gütersloh/München 2009, die Sei-
ten 18 + 19.
[2] Becker-Huberti / Lota, KATHOLISCH A-Z, das
Handlexikon, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite
260.

 

ERINNERUNGEN AN ALTE ZEITEN

AUTOR: Josef Theobald

Als ich noch jung war, herrschte der “kalte
Krieg“ noch vor. Die politischen Blöcke ver-
suchten jeweils von ihren Vorzügen zu über-
zeugen.

Es gab deshalb zwei Formen von Radiosta-
tionen: BBC London und Radio Moskau als
Beispiel. Als Alternative galt Radio Peking.

Nun ist die Sowjetunion angesichts der real
bestehenden Widersprüche zusammenge-
brochen.

Zu nennen sind auch die neutralen Länder,
wie Brasilien. Der Mittlere Osten unterlag
seit den Sechziger Jahren dem starken
Einfluss Moskaus. Dazu gehört der Be-
freiungskampf der PLO, die den Links-
terrorismus nach Westdeutschland ein-
schleppte. Eine schlimme Zeit.

Eine Sonderstellung hatte Radio RSA
zur Zeit der Apartheit.

Auch gab es religiöse Stationen wie
Radio HCJB in Quito (Ecuador).

Heute haben sich die Zeiten stark ver-
ändert. Russland hat nach wie vor fak-
tisch ein Einparteiensystem. China zeigt
ein starkes Engagement im propagan-
distisch herausgestellten Seidenstras-
sen-Projekt. War nach den Reformen
zunächst der staatliche Anteil zurück-
gegangen, ist dieser Anteil wieder stark
angewachsen.

 

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