Öffnungszeiten des Saarlouiser Rathauses über Fastnacht

17.02.2017

Das Rathaus Saarlouis und alle dazugehörenden Dienstbereiche sind am Fetten Donnerstag, 23. Februar und am Fastnachtdienstag, 28. Februar jeweils ab 12:00 Uhr sowie am Rosenmontag, 27. Februar ganztags geschlossen.

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Fotoquelle: René Gaspard

Vielen Dank René

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Faasend in der Saarlouiser Sonnenresidenz

Mit dem Einmarsch des Prinzenpaares wurde die Faasend eröffnet. Weiter ging es mit dem
Solovortrag von Herrn Rullang, dem Auftritt der Sitztanzgruppe, einer Büttenrede von Tanja Fuhrmeister und dem Einmarsch von Karo Blau Gold.

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Damals – „Dienstleute im alten Saarlouis“

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Vor langer Zeit sprach man von sterbenden Berufen. Wir haben uns die Zunft der Dienstmänner die auch Sackträger genannt wurden, herausgesucht. Dieser Beruf war eng mit unserer alten Stadt verbunden. Es wird unterschieden zwischen diesen Sackträger, ehrbaren Menschen und den notorischen Nichtstuern, den Eckenstehern.

Wir erinnern uns an die Sackträger – sie waren ehrliche Leute, von kräftiger Gestalt, etwas rauh, ein paar etwas grob – aber selbstbewusst. Sie standen an den Ecken des Marktes an der Deutschen und Französischen Straße und waren sehr hilfsbereit. Die Sackträger waren die „Dienstleute“ der kleinen Stadt. .Arbeiten wie Umzüge, Transporte, Kartoffeln einkellern, Kohlen in den Keller bringen, Besorgungen jeder Art gehörten zu ihrem Arbeitsbereich. Sie waren da wenn sie gebraucht wurden und erledigten dann sach- und fachgerecht ihre Arbeit. Besonderst gefragt waren die Dienstmänner an den Markttagen. Man hört nie etwas schlechtes über sie.

Unter den Dienstmännern gab es keinen Neid. Jeder von Ihnen hatte seine Kundschaft. .Die Großhändler ließen sie die Waggons entladen. Die Namen der Dienstmänner waren:

Damde – Sperling – Hähnchen – Hohe – Fougle – Latte Muth – Malsac – Asskocklemus – Memper Miller – Schneider – Thoma – der jengscht Muth.

Der Primus inter pares war „der dicke Damde“, ein breiter, stämmiger Mann. Trotz seines behäbigen Ganges besaß er genügend Autorität um bei einem größeren Einsatz von Sackträgern diese einzuteilen. Ihm wurden auch schwierige Arbeiten aufgetragen.

Damde war auch noch der Präsident des „Hämmelzpänzchen“. An Fasnachtsmontag und Dienstag sind diese Männer mit Frauenröcken maskiert und „met e Rido“ vor dem schwarzen Gesicht durch die Stadt gezogen und den „Hämmelspänzchen-Baal“ ankündigten sie als „de scheenste Baal of de Welt“. Damde sorgte für Ordnung beim „Hämmelspänzchen-Baal“ Die Besitzer des „Münchener Kindl“ Frau und Herr Först konnten sich auf ihn verlassen. Damde war der „Ballarrangeur“.

Der dicke Damde verkaufte nach der Ernte auch Zwiebeln an seine Kundschaft die mit den Lieferungen sehr zufrieden waren.

Die Männer ruhten sich im Sommer nach dem Essen auf den Kellertüren der Eckhäuser aus und schliefen den Schlaf der Gerechten. Wenn dann die Sonne einmal einem der Schläfer auf das Gesicht und die Hand brannte, sagte er wohl dem neben ihm stehenden Nachbar im Halbschlummer: „Leim er de Hand aus da Sonn!“ Andere Bewohner der Stadt diskutierten über die Tagesereignisse des „Städtchens“. Politik war damals nicht gefragt. Während der Arbeit priemten alle, hatten sie Ruhe „dämpten“ sie kurze Pfeifen.

Die Dienstmänner waren auch bei Beerdigungen gefragt. Sie trugen die Leiche in den Totenwagen und vom Totenwagen zum Grab. Damals gab es Beerdigungen der 1., 2., und 3. Klasse. Bei den Beerdigungen der 1. Klasse trugen sie schwarze Anzüge mit Zylinder.

In der 2. Klasse trugen die Dienstmänner einen schwarzen Rock und eine gewöhnlichen Hose. Bei Beerdigungen der 3. Klasse sah man schon an der Kleidung das dies die letzte Klasse war.

Die Männer gingen nach ihrer Arbeit in ihre Stammwirtschaften. Damals waren dies „bei de Bonne Günther“ onn „bei der Bernefeld“. Dort wurde wie auch bei allen besondert schweren Arbeiten „Lesler-Schnapes“, von der Branntweinbrennerei „Linslerhof“ getrunken. Der „Lesler-Schnaps“ hatte hohes Ansehen – es gab keinen Schnaps der besser war. Der Wirt hätte es nicht gewagt, den Männern anderen Schnaps auszuschenken.

Die Wirtschaft „Mamm Morant“ am Bahnhof hatte keinen „Lesler“ im Ausschank. Die Dienstmänner gingen dort nicht hin. Später kam der Schnaps von „Baluschel“ auf der dann von den Sackträgern getrunken wurde.

Den Preis für die Dienstleistungen musste man immer vorher abmachen – oder man das Nachsehen wie nachstehnden Geschichten entnehmen kann:

In einem Betrieb sollte eine Maschine, teilzerlegt, Gesamtgewicht 4.000 kg, entladen werden. Der Firmeninhaber bestellte den Sprecher der Dienstmänner und fragte diesen nach dem Preis. Dieser sah sich die Maschine und den Transportweg an und forderte für sich und seine Freunde 400,– RM. Dem Geschäftsführer war dieser Preis zu hoch und der Dienstmann sage: „Dann lad dir die Maschine selber ab – mir hann us Kraft (und er zeigte auf seine Armuskeln) net se verschenken“. Es wurde neu verhandelt und man einigte sich auf 250,– RM.

„Hähnchen“ wurde zur der Beamtenfamilie H. gerufen weil deren Hund krank war. Die Hausherrin sagte ihm sie habe gehört, er sei hundeverständig und habe schon manchen Hund gesund gemacht. Der Sachverständige (im Nebenberuf Hundefänger), sagte: „Genn mer de Hond ruhig for väerzehn Dag mit, dann es er kuriert“. Der Hund war völlig überfüttert und wenn er dort keine Kur gemacht hätte, wäre er bald eingegangen. Hähnchen nahm den Hund mit nach Hause und gab ihm nichts zu Fressen. Bellte der Hund ging der Hundearzt nicht sehr zart mit ihm um. Nach 14 Tage brachte er den Hund zur der Familie zurück die sich sehr bedankte und ihm 15,– RM in die Hand drückte. Im Kreise seiner Freunde erzählte „Hähnchen“, dass er en gudd Geschäft gemacht hat.

Das waren zwei Geschichten der letzten Vertreter einer Zunft – sie Leben alle nicht mehr und wenn die ältere Generation gestorben ist – und nichts aufgeschrieben ist, wird man nicht mehr von den Dienstmännern sprechen – und sie waren doch ein Stück der alten Stadt Saarlouis!

Quelle: Saar-Zeitung 1942

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FASCHINGSGALA BEI MITEINANDER DER GENERATIONEN

Am Freitag Abend um 20.11 Uhr fand im Mehrgenerationenhaus auf dem Steinrausch
eine Faschingsgala  unter  der  Moderation von Jürgen Paschek als Aladin statt. Beim
Programm waren beteiligt die GKG Fraulautern, die Faasend Rebellen und der kfd in
der Pfarreiengemeinschaft  rechts  der Saar. Mehr Bilder  auch auf unserer Facebook-
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DIE FASTNACHT

AUTOR: Josef Theobald

Die Fastnacht ist ursprünglich der Abend vor Beginn der Fastenzeit.
Seit dem 15. Jahrhundert umfasst dies ebenfalls die ganze Woche
davor. So unterschiedlich das Fastnachtsbrauchtum (Verkleidungen,
Umzüge, Sitzungen, Repräsentationen wie Prinz Karneval), so auch
regional verschieden die Bezeichnungen für die „närrischen Tage“ in
ursprünglich katholischen Gegenden. Das Wort „Fastnacht“ (regional
auch: Fassenacht, Fasnacht, Fastelovend oder Fosenet) wird vor al-
lem in Mainz und Umgebung verwendet, in den schwäbisch-alemanni-
schen Gebieten ist vom „Fasnet“ die Rede. Vom Ausdruck „Fasching“
spricht man insbesondere im bayrisch-österreichischen Raum. Im Köl-
ner Raum wird dagegen „Karneval“ (oder „Fasteleer“) gefeiert. Die Aus-
legung, das Wort stamme vom Italienischen „carne vale“ und bedeute
„Fleisch, lebe wohl“, ist umstritten. Höhepunkte der Fastnachts- oder
Karnevalswoche sind der Donnerstag vor Aschermittwoch (Weiberfast-
nacht), Rosenmontag und der Veilchendienstag, an dem der Karneval
oft „feierlich“ zu Grabe getragen wird. Die Fastnacht gilt ja weltweit als
ein katholisches Phänomen, weil sie ein Schwellenfest zur Fastenzeit
nach katholischem Brauch ist. [1]

Eine historische Äquivalenz finden wir in der Römerzeit bei dem Fest
der „Saturnalia“, also ein Fest des altitalienischen Gottes „Saturnus“.
Die „Saturnalia“ erinnerten in ihrem Charakter an die Saturnia regna,
also an das goldene Zeitalter unter Saturnus, als es noch keine Klas-
sen und keinen Privatbesitz gab: der Unterschied zwischen Herren
und Sklaven war aufgehoben. Sklaven genossen ihre Freiheit, spei-
sten mit ihren Herren oder wurden von ihnen bedient. Die „Saturna-
lia“ trugen in ihrer Ausgelassenheit und Fröhlichkeit den Charakter
des Karnevals, man schenkte sich Kerzen und Tonfiguren; das be-
liebte Fest wurde bis zum Ausgang der Antike gefeiert. [2]

In Italien, vor allem in Neapel, Rom und Venedig, war der Karneval
besonders im 18. Jahrhundert populär. Er fand dann wieder über
Frankreich Einzug in Deutschland. In Vorbereitung auf die Fasten-
zeit wurde eine letzte Zeit des Sich-Auslebens erlaubt, in der sinn-
liche Genüsse und gewisse Ausschweifungen zugelassen waren.
Der erste Karnevalsumzug fand in Köln wieder im Jahre 1823 statt.
Die Stadt Köln wurde 1815 als Metropole der Rheinprovinz Teil des
Königreichs Preußen und hatte damit seinen Status als Freie Reichs-
stadt verloren. Nun wollten die Bürger wenigstens einmal im Jahr da-
ran erinnern, wie wohlhabend sie gewesen waren. So entstand der
Prinz Karneval, die Narrenkappen und die gesungenen Jubellieder
sollten Einigkeit aufzeigen.

Die Mainzer Fastnacht wurde stärker von französischen Einflüssen
geprägt, was man noch heute an den Karnevalsuniformen erkennen
kann. Der bekannte Narrhallamarsch war ursprünglich ein Spottlied
auf einen französischen General. [3]
      
ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH A-Z (Das
     Handlexikon), Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite
     81.
[2] LEXIKON DER ANTIKE, Verlag Anaconda, Köln 2010, Seite
     516.              
[3] Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage (Religiöse und nationale
     Feiertage weltweit), Chronik Bertelsmann, Wissen Media Verlag,
     Gütersloh/München 2009, Seite 21.  

 

PRINZENEMPFANG BEI KARO BLAU GOLD

Zu einem Prinzenempfang  lud  der Rodener  Karnevalsverein  Karo Blau Gold in das
Restaurant der Kulturhalle ein. Zu den Höhepunkten zählten die Verleihung der Kar-
nevalsorden, eine Gesangsdarbietung und eine Tanzeinlage. Answesend waren viele
Freunde des Vereins  innerhalb und  außerhalb des Stadtgebietes. Mehr Bilder auch
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DIE KATHOLISCHE KIRCHE UND DER NATIONALSOZIALISMUS

AUTOR: Josef Theobald

Die römisch-katholische Kirche hatte sich unter Papst Pius IX. (1792-1878)
zu einer Institution verwandelt, die gegen alle auftretenden Erscheinungen
des Modernismus, Republikanismus, Liberalismus, Sozialismus und Natio-
nalismus auftrat. Im Jahre 1864 entstand der berüchtigte Syllabus errorum
(Verzeichnis von 80 modernen Irrtümern), der neben den theologischen Irr-
lehren, auch Demokratie, Sozialismus, Bibelgesellschaften, Pantheismus,
Pressefreiheit, Rationalismus und Liberalismus verurteilte. [1]

So wurde die katholische Kirche in seiner stark konservativen Ausrichtung
zu einer Bedrohung sowohl extrem „rechter“ als auch extrem „linker“ politi-
scher Parteien. Deshalb kam es von Anfang an zu Spannungen mit den
Nationalsozialisten in Deutschland und auch später mit den Kommunisten
in Polen.

Zunächst hatte der heilige Stuhl unter Papst Pius XI. (1857-1939) versucht,
durch den Abschluss des Reichskonkordats vom 20. Juli 1933 die Lage zu
entspannen. So gab es hier eine Zusicherung in Bezug auf die Bekenntnis-
schulen und den Erhalt der kirchlichen Verbände, soweit sie religiös karitativ
waren. Allerdings war der Rückhalt durch den politischen Katholizismus nun
verloren. [2]    

Es ist damals auch nach Johannes 18,36 die Meinung vertreten worden, dass
die Kirche nicht von dieser Welt sei. Es erübrige sich der Beweis, dass Jesus
Christus kein irdisches Reich besaß. Er erhob keinen Anspruch auf weltliche
Rechte, er wurde von der Welt nicht als König anerkannt, vielmehr wie ein Ü-
beltäter ausgeliefert. [3]

Bezüglich der Behandlung der Vorgänge im nationalsozialistischen Deutschland
verfolgte man allerdings keine einheitliche Linie. Dennoch gab es von einzelnen
Bischöfen einen unnachgiebigen Abwehrkampf gegen die mit der katholischen
Lehre unvereinbaren Rassendoktrin und den extremen Nationalsozialismus (die
Adventspredigten Michael Faulhabers 1933 mit der Verteidigung des Alten Testa-
ments, die zahlreichen Schriften gegen Alfred Rosenbergs „Mythus des XX. Jahr-
hunderts“).

Doch mit der Zeit geriet die katholische Kirche in die Defensive. So ist zunehmend
die Kirche aus der Öffentlichkeit zurückgedrängt worden, indem man einen massi-
ven Einfluss auf die Presse und die Verbände nahm, ein Programm zur Entkonfes-
sionalisierung startete und den Kampf um die Schule forcierte. Auch griff man zum
Mittel der Diffamierung. Hierbei nutzte man die publizistische Instrumentalisierung
der Sitten- und Devisenprozesse in den Jahren 1935 – 1937. Auch wurden in Ein-
zelfällen der Klerus und ebenso Laien bespitzelt und denunziert. Auch wurde den
Geistlichen ein Predigtverbot auferlegt, das beim Übertreten die Haft in einem Kon-
zentrationslager oder im Gefängnis nach sich zog. 
   

Vom päpstlichen Stuhl gab es lediglich als Reaktion auf die Vorgänge im Dritten
Reich die Enzyklika Mit brennender Sorge vom März 1937. Allerdings unterblieb
eine geplante Enzyklika zum Thema „Rassismus“.   

In Deutschland selbst bediente man sich der Mittel der Nichtanpassung durch
Sprachumprägungen, religiöse Großveranstaltungen, geheime Informations-
weitergabe und Ähnliches mehr. Allerdings verlagerte der wachsende Druck
auf die kirchlichen Großorganisationen die Aktivitäten in die Pfarrgemeinden.

Zur Reichspogromnacht (9. – 10. November 1938) schwieg dennoch die offi-
zielle katholische Kirche.

In den Jahren des Nationalsozialismus in Deutschland standen Gesichtspunkte,
wie Selbstbehauptung und Resistenz, im Vordergrund. Sie standen typisch für
das Verhalten der römisch-katholischen Kirche in dieser Zeit. Dies sicherte die
Seelsorge und die katholische Lehre. Daher überstand man als Großgruppe die
nationalsozialistische Zeit. Da man innerhalb seiner eigenen Grenzen blieb, ent-
stand im Nachhinein der Vorwurf des Institutionenegoismus. [4]    

ANMERKUNGEN
[1] Tim Dowley, 2000 Jahre Christentum (Geschichte, Glaube und Per-
     sönlichkeiten), Brunnen Verlag, Gießen 2009, Seite 150.
[2] Lexikon der Kirchengeschichte, Lexikon der Theologie und Kirche
     kompakt, Band 2: K-Z, Herder Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001,
     Seite 1140.
[3] Adrienne von Speyr, Geburt der Kirche (Betrachtungen über Kapitel
     18 – 21 des Johannes-Evangeliums), Johannes Verlag, Einsiedeln
     (Schweiz) 1949, die Seite 63.
[4] wie [2], jedoch die Seiten 1139 – 1142.
 

Rückblick – 155 Jahre Berg- und Hüttenarbeiterverein Fraulautern

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Der Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Saarlouis-Fraulautern 1861 feierte Samstags und Sonntags sein 155-jähriges Vereinsbestehen mit dem Barbaratag in Fraulautern. Am Samstagabend um 17.30 Uhr wurde ein Bergbau-Symbol feierlich im Ortskern Fraulautern aufgestellt und vom Ehrenpräses des Vereins, Pfarrer Rolf Dehm, eingesegnet. Im Anschluss wurde auf dem Vorplatz des Vereinshauses der „Bergmännische Zapfenstreich“ aufgeführt.

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Erlebtes und Erlauschtes aus Roden

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Rodener Heimatkundeverein Rodena veröffentlicht Nachkriegs-Anekdotensammlung von Walter Schmolenzky

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Bild- und Textquelle: Dieter Lorig

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Heimatkundeverein Lisdorf – Führung durch die Saarlouiser Bibliothek

Der Lisdorfer Heimatkundeverein hatte zu einer Führung in die Bibliothek eingeladen. Dort befinden sich Sachbücher aller Wissensgebiete, Romane, Kinder- Jugendbücher, Noten, Zeitschriften, Mediothek, Hörbüchern usw.

Die Stadtbibliothek Saarlouis hat mehr als 50.000 Bücher im Bestand und ist eine der bestausgestatteten Bibliotheken im Saarland.

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DIE JÜDISCHE GEMEINDE IN BEAUMARAIS

AUTOR: Josef Theobald

Die Juden in Beaumarais gehörten bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts
zur Synagogengemeinde Wallerfangen. Im Jahre 1793 lebten in beiden
Orten zwölf jüdische Familien. Dann 1824 sind 36 Juden in Beaumarais
ansässig; bis 1895 stieg ihre Zahl auf 50 Einwohner. Wohl um 1844 ge-
gründet, wird schließlich 1863 eine selbständige Synagogengemeinde
mit der Rechtsform eines privatrechtlichen Vereins erwähnt, der auch
die Juden in Felsberg angeschlossen waren. Innerhalb der Gemeinde
bestand ein Frauenverein (1889 genannt). Während später die Felsberger
Juden 1904 die Synagogengemeinde Beaumarais verließen und nun der
Gemeinde Saarlouis angeschlossen wurden, verloren die Juden in Waller-
fangen ihre eigenständige Organisation und schlossen sich deshalb der
Synagogengemeinde Beaumarais an (1913 und 1924 nachgewiesen).
Ende 1935 wurden lediglich 24 Juden in Beaumarais gezählt. 1936 ist
die Synagogengemeinde nur noch nominell nachweisbar, sie war jedoch
faktisch nicht mehr existent.

Die Juden aus Beaumarais wurden vorwiegend in Dillingen, nach 1905
auch in Saarlouis beigesetzt.

Die Synagoge in Beaumarais wurde nach einer wiederholten Erlaubnis
zwischen 1844 und 1850 in der damaligen Muhlenstraße errichtet. Ein
Grund für den Bau und auch gleichzeitiger Anlass für die Separation
von Wallerfangen war der Platzmangel im dortigen Bethaus. Im Jahre
1891 sollte die Synagoge durch einen Neubau ersetzt werden. Doch
wurde ein entsprechender Beihilfeantrag durch das Innenministerium
abschlägig beschieden. Wohl 1936 aufgegeben, wird das Bethaus be-
reits Ende 1936 als verwahrlost bezeichnet, war jedoch bewohnt. Die
Synagoge überstand sowohl die Pogromnacht als auch den Krieg ohne
größeren Schaden. Nach langjährigem Leerstand des Gebäudes wurde
1962 ein Lagerhaus eingerichtet. 1967 wurde die Synagoge bis auf die
Höhe der Fensterbänke abgebrochen, aufgestockt und zu einem Wohn-
haus umgebaut.

Das Gebäude der Synagoge, ein schlichter nach Südosten orientierter
Längssaalbau mit flach geneigtem Satteldach, besaß mit ca. 12,50 m
Länge, 8 m Breite und einer Traufhöhe zwischen 5 und 6 m lediglich
bescheidene Ausmaße. Der verputzte Bruchsteinbau mit über Dach
geführten Giebeln war straßenseitig durch drei Rundbogenfenster mit
Sandsteinlaibungen gegliedert (ca. 2,70 m hoch, 1,30 m breit). Die ge-
genüberliegende südwestliche Traufwand wies nur ein offenbar gleich-
förmiges Fenster auf, die südöstliche Giebelwand ein Rundfenster (der
Durchmesser ca. 1,20 m). Betreten wurde der Betsaal über einen klei-
nen, nordwestlich dem Eingangsgiebel vorgelagerten Hof. [1]

Wieso blieb die Synagoge in Beaumarais Ende 1936 verwahrlost?

Durch die 1. Rückgliederung des Saargebietes nach Aufhebung des
„Status quo“ und nach einem Römischen Abkommen aus dem Jahre
1934 war es der jüdischen Bevölkerung erlaubt worden, das Saargebiet
zu verlassen. Man rechnete damals offiziell mit 95 % der Juden, die ihre
bisherige Heimat verlassen würden. Denn viele Juden wussten durch die
noch freie Presse im Saargebiet, dass es für sie im nationalsozialistischen
Deutschland keine Zukunft gab. [2]

Wie setzte sich die jüdische Bevölkerung im Saargebiet zusammen?

Im Saargebiet lebten vorwiegend orthodoxe Juden, die in lediglich wenigen
Branchen tätig waren, nämlich im Textilgewerbe, im Metallhandel, im Vieh-
und Getreidehandel, im privaten Geldgeschäft und in freien Berufen, etwa
als Ärzte und Anwälte. [3]

Eine wichtige Rolle für die deutschen Juden nach dem I. Weltkrieg spielte
der patriotisch gesinnte Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF), der im
Jahre 1919 etabliert Mitte der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts rund
40.000 Mitglieder hatte. Hier vereinigten sich ehemalige Soldaten, die den
Beitrag jüdischer Männer zur Verteidigung des Vaterlandes jetzt besser ge-
würdigt wissen wollten und sich folglich gegen antisemitische Vorwürfe zur
Wehr setzten. [4] Doch stellten sie die letzte Gruppe, die der Vernichtungs-
maschinerie der Nationalsozialisten in Deutschland nicht entgingen.

Infolge der Weltwirtschaftskrise waren viele jüdische Kleinhändler und
Ladenbesitzer nach 1930 gezwungen, ihre Geschäfte zu schließen und
für ihre Familien soziale und finanzielle Unterstützung bei Behörden und
bei ihrer jüdischen Gemeinde zu suchen. In Berlin z. B. wurde 1931 fast
ein Viertel der Gemeindemitglieder sozial und finanziell unterstützt; ein
tendenzieller Verarmungsprozess hatte also eingesetzt. [5] Ein Grund
für diese Entwicklung ist vor allem in der zu geringen Eigenkapitaldecke
der jüdischen Kleinunternehmer zu suchen. Auch tätigten sie hohe Privat-
entnahmen für das modische Auftreten ihrer Familienmitglieder.  

ANMERKUNGEN
[1] Synagogen Rheinland-Pfalz / Saarland, Herausgeber: Landesamt
     für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem
     staatlichen Konservatoramt des Saarlandes und dem Synagogue
     Memorial Jerusalem, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2005. die
     Seite 435.
[2] Eigene Recherchen im Internet.
[3] Gershom Scholem, Judaica 4, Suhrkamp Verlag, Frankfurt (Main)
     1984, Seite 234.         
[4] Die Geschichte der Juden in Deutschland, die Herausgeber: Arno
     Herzig und Cay Rademacher, im Ellert & Richter Verlag, Hamburg
     2007, Seite 176.
[5] wie [4], jedoch die Seite 174.