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Damals, als es noch einen Kirchenschweizer in Roden gab!

Der Beruf des Kirchenschweizers, der seine Ursprünge im 17. und 18. Jahrhundert hatte, ist eng mit der Geschichte unserer Kirche verbunden. Ursprünglich waren diese Männer oft ehemalige Soldaten, die – bewaffnet mit Spießen, Hellebarden oder Lanzen – für Ruhe und Ordnung im Gotteshaus sorgten.
Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich das Aufgabenfeld: Vom rein funktionellen Sicherheitsdienst entwickelte sich das Amt zunehmend hin zu einer feierlichen Repräsentation. Dennoch blieb der Kirchenschweizer eine Respektsperson. Bis Mitte der 1960er Jahre war er aus dem Gemeindeleben nicht wegzudenken.
Besonders in Erinnerung bleibt seine imposante Erscheinung: Er trug einen schweren, leuchtend roten Rock, Kopfbedeckung und weiße Handschuhe. Sein wichtigstes Utensil war die goldene Hellebarde. Mit ihr verschaffte er sich bei feierlichen Einzügen oder Prozessionen Respekt; das rhythmische Stoßen des Stabes auf den Kirchenboden war ein unverkennbares Signal, das den Priestern den Weg bahnte und die Aufmerksamkeit der Gemeinde forderte.
Wer in unserer Kindheit in der Messe zu laut war oder sich nicht angemessen verhielt, bekam die Disziplin des Kirchenschweizers schnell zu spüren: Ein kurzes, bestimmtes Antippen mit der Hellebarde genügte, um für sofortige Stille zu sorgen.
Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil veränderten sich die Messfeiern grundlegend. Da der Priester fortan den Gläubigen zugewandt feierte, verlor das Amt des Kirchenschweizers nach und nach seine Funktion.