Damals – Städtisches Krankenhaus Saarlouis

Die Kaibelstraße in der Vaubanstraße wurde in den Jahren 1926 bis1928 durch Stadtbaurat Kleefisch, Stadtbaumeister Schmitt sowie Architekt Winz zu einem modernen Krankenhaus der Stadt Saarlouis umgebaut und es kamen die Borromäerinnen. 1939 nach andauernen Schikanen durch das NS-Regime verließ der Orden Saarlouis.

Bei den Luftangriffen 1942 wurde das Krankenhaus in der Vaubanstraße schwer beschädigt. Nach Kriegsende 1945 wurde es in mehreren Bauabchnitten neu aufgebaut. Seit 1984 übernahm die heutige „DRK Krankenhaus GmbH Saarland die Trägerschaft.

Bildquelle: Museum Saarlouis

Rückblick – Neujahrsempfang der CDU Saarlouis

Im Theater am Ring fand der Neujahrsempfang der CDU Saarlouis statt. Der Josef Gessner Preis für herausragendes bürgerschaftliches Engagement wurde an Josef Feiler Fraulautern verliehen.

Weitere Fotos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/?ref=bookmarks

 

WELCHE ANZIEHUNG VERSPÜRTEN DIE CHINESEN BEI DEN DEUTSCHEN?

AUTOR: Josef Theobald

Nach der Gründung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 gab es erste
Anzeichen für ein Interesse für das Deutschtum und die deutsche Sprache.

Zunächst gab es in den Fünfziger Jahren mit der jungen DDR eine Zusammen-
arbeit auf botanischem Gebiet infolge der botanisch-zoologischen Expedition
des Akademieinstituts für Kulturpflanzenforschung in Gatersleben. Von Mai bis
September 1956 konnten Proben von Kulturpflanzen mitgebracht werden und
dadurch die Anbauverhältnisse in China studiert werden. [1]

Der Kontakt zu westdeutschen Einrichtungen dagegen war mit einigen Hürden
verbunden. Denn die junge Bundesrepublik orientierte sich an der Außenpolitik
der USA und anderer Westmächte, das direkte Kontakte bzw. Erleichterungen
für den gegenseitigen Handel erschwerte.

Schon Stalin äußerte in seinen Werken Sympathien für die Deutschen. Allein
schon deshalb, weil sie der (kommunistischen) Welt solche Männer wie Marx
und Engels gegeben haben. [2]

Im Jahre 1959 wurde die Fremdsprachen-Hochschule Beijing gegründet, in
der der Fachbereich „Deutsch“ gleichberechtigt vertreten war. [3]

Eine wichtige Rolle für die Germanistik in China spielte die Berliner Päda-
gogin Käthe Zhao (1906-2005), die ebenfalls einen Zugang zum jüdischen
Umfeld hatte. Sie war in den Achtziger Jahren verantwortlich für die Heraus-
gabe der China-Buchreihe und in den Sechziger Jahren für die Übersetzung
der Ausgewählten militärischen Schriften von Mao Zedong in Deutsch.

ANMERKUNGEN
[1] Werner Hartkopf, DIE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN DER DDR
(Ein Beitrag zu ihrer Geschichte), AKADEMIE Verlag, Berlin 
1975, die Seite 188.
[2] J. Stalin, Werke, Band 13, Dietz Verlag, Berlin 1955, Seite
102.
[3] China-Buchreihe BILDUNG UND WISSENSCHAFT, Verlag für fremd-
sprachige Literatur, Beijing 1985, Seite 78.

10. Januar 2019 – 250. Geburtstag von Marschall Ney

 

 

 

 

Das Leben des Marschalls

Kindheit in der kleinen Festung

Unter den Saarlouiser „Buwen“, denen man etwa 1780 bei ihren Spielen zusah, die einen „Stragavol“ in der Lisdorfer Au steigen ließen, die sich an dem großen Wasserbecken mit einem Springbrunnen in der Mitte des Marktes mit Wasser verspritzten, die gerne mit „Schmadraille“ spielten, die in der „Flosse“, dem Saarlouiser „Coulang“, nach kostbaren Fundstücken wühlten, die auf dem Rempart „Hirle fenken“ gingen, die in der Poterne die Leut erschreckten, die im Beaumaraiser Bruche Froschschenkel am Feuerchen brieten und verspeisten, hob sich von seinen Alterskameraden einer durch Körpergröße und fuchsrotes Harr hervor. Das war Michel Ney, der Sohn des Böttchers Ney, 1769 in der Biergasse geboren.

Es war die Zeit, in der morgens und abends Hüh- und Hufklappern der Kavalleriepferde der Garnison an dem großen Wasserbecken in der Mitte des Plarc d Armes, des Marktplatzes, getränkt wurden, die Zeit, in der in einem Winter infolge Eisstau an der Brücke ein Überschwemmung von 1 Meter Höhe auf dem Markte war (wie es die Wassermarkte an der heutigen Post noch zeigt), die Zeit, in der man sich um die Ehre und das Vorrecht des Anzündens der Freudenfeuer am Ludwigstage stritt, da die ersten Laternen in Saarlouis an den Straßenecken angebracht wurden, die Zeit, in der die Krönung Ludwigs XVI., die Geburt des Dauhins und das 100-jährige Bestehen der Stadt feierlich begangen wurde.

Die goldene Zeit von Saarlouis, die war vorbei, jene Jahre nach der Gründung, als Saarlouis das wirtschaftliche Zentrum der neugegründeten Saarprovinz und Sitz des Siège Présidal, des obersten Gerichtshofes der Saarprovinz war (in Anlehnung an das ehemalige Balleigericht Wallerfangen für das deutschsprechende Lothringen). Saarlouis war eine kleine Festung an der Grenze des seit 1766 französich gewordenen Herzogstums Lothringen.

Vater Ney schickte seinen Sohn in die Schule der Augustiner, jenes Ordens, der nach der Gründung von Saarlouis 1685 von Wallerfangen nach Saarlouis verlegt worden war. Danach ist er Schreiber in der Notariatsstube des Maitre Valette und später Schreiber auf der Dillinger Hütte

Quelle: Dora Dimel/Beaumarais – Marschall Ney und seine Heimat

Datenschutz Grundverordnung – Infos für Vereine, Webseiten Betreiber und Blogger

Die neue Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union ist im Mai 2018 in Kraft getreten.

Dienstag, den 29.01.2019, 19.00 Uhr findet in Victors Residenz, Eingang The Club, Bahnhofsallee 5-7, 66740 Saarlouis, Saal New York eine Veranstaltung über die Datenschutz Grundverordnung statt.

Rechtsanwalt Michael Weller beantwortet die wichtigsten Fragen zur DS-GVO.

Verwendung personenbezogener Daten auf Ehrenamtliche und Vereine – Auswirkung der Datenschutzgrundverordnung

Beachtung von rechtlichen Vorschriften

Konsequenzen die auf Ehrenamtler und Vereine zukommen

Veränderungen die von Verbänden und Vereinen durchgeführt werden müssen um den gesetzlichen Vorschriften der neuen Datenschutzverordnung zu entsprechen.

Vereine bzw. Verbände sollten unter anderem prüfen, ob die erforderlichen Maßnahmen wie

Erstellung eines Verarbeitungsverzeichnisses nach Art. 30 DSGVO

Abschluss von Vereinbarungen zur Auftragsdatenverarbeitung mit externen Dritten gem. Art. 28 DSGVO (z. B. Datenerhebung über Webseiten)

Überarbeitung von Einwilligungserklärungen gemäß den Vorgaben der DSGVO

Sicherstellung der Betroffenenrechte gem. der DSGVO getroffen wurden.

Den Teilnehmern werden eine Teilnahmebescheinigung und eine Liste weiterführender Informationsquellen Mustervordrucke ausgehändigtso dass auch Vorlagen und Muster für die tägliche Vereinsarbeit leicht augefunden und genutzt werden können.

Eintritt: Frei

Wir bitten um Anmeldung bei:

Rodena, Heimatkundeverein Roden e.V. (per Mail: info@rodena.org)

Landesverband der heimatkundlich-historischen Vereine des Saarlandes,

Helmut Grein, 01577 26 26 893

oder Rodena Heimatkundeverein Roden

Rosa-Maria Kiefer Paulus, 0162 460 86 59

Ausflug in die Vergangenheit der Rodener Geschichte

Der Rodener Heimatkundeverein Rodena stellte auf dem Weihnachtsmarkt in Roden sein neues Buch vor. Walter Schmolensky, Autor des Buches und pensionierter Beamter stammt aus der Herrenstraße in Roden und lebt seit langem in Bad Honnef. Der Titel des Buches lautet

Aus dem Rodener Gedächtnis „In alten Akten und Büchern geblättert“

In 12 Kapiteln trug der Autor die Rodener Geschichte zusammen. Mit diesem Buch sollen Leser angesprochen werden die sich für die Vergangenheit interessieren. Im 1. Quartal wird das Buch öffentlich vorgestellt. Bei der Drogerie Herresthal, Lindenstraße, Emanuel Media, Ecke Schul- und Heiligenstraße und beim Rodena Heimatkundeverein Roden e V.

(0162 460 86 59) ist das Buch bereits jetzt zum Verkaufspreis von € 9,95 erhältlich. Der Erlös aus dem Buchverkauf wird wie bei Rodena üblich einem karitativen Zweck zur Verfügung gestellt.

In dem Buch wird auf den Verlauf des 2. Weltkrieges in Roden, die Rodener Ziegelei, Relikte aus dem 2. Weltkrieg und dem Deiwelsstähn auf dem Steinrausch eingegangen. Bereits 2016 hatte der Heimatkundeverein Rodena mit Walter Schmolensky ein Buch mit dem Titel „Erlebtes und Erlauschtes“ Rodener Geschichten und Erzählungen herausgebracht.

www.rodena.org

Facebook: www.facebook.com/RodenaHeimat/

Neues Buch: Aus dem Rodener Gedächtnis von Walter Schmolenzky

Der Heimatkundeverein Rodena e.V. stellt sein neues Buch vor: „Aus dem Rodener Gedächtnis. In alten Akten und Büchern geblättert“ von Walter Schmolenzky.

„Mit dem Buch möchte ich Leser ansprechen, die sich für Roden und seine Vergangenheit interessieren“, sagt Autor Schmolenzky, von dem bereits 2016 gemeinsam mit dem Rodena-Heimatkundeverein das Buch „Erlebtes und Erlauschtes – Rodener Geschichten und Erzählungen“ erschienen ist. Der pensionierte Kommunalbeamte stammt aus Roden und wohnt nun in Bad Honnef.

Inhalt des neuen Buches sind unter anderem die Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Roden, der Verlauf des Zweiten Weltkrieges in Roden, die Rodener Ziegelei und der Kirchenbasar ’49, Wölfe im Saarland, der Rodener Scharfrichter und der sogenannte „Deiwelsstähn“.

„Mit dem Büchlein will ich keine trockenen Daten und Fakten aus der Rodener Historie einfach nur wiedergeben, sondern vielmehr ein paar Ereignisse aus dem Rodener Gedächtnis in lockerer Erzählform vermitteln“, sagt Schmolenzky.  Ergänzt werden die Erzählungen mit Karten, alten Dokumenten und Bildern sowie den eigenen Gedanken des Autors.

Das Buch ist vorab auf dem Weihnachtsmarkt am 15. und 16. Dezember in Roden vor der Kirche erhältlich. Danach kann das Buch bei der Drogerie Herresthal in Roden, bei Emanuel Media oder direkt beim Verein erworben werden. Der Preis beträgt 9,95€.

„Den Erlös aus dem Buchverkauf stellen wir, wie in unserem Verein üblich, für einen karitativen Zweck zur Verfügung“, sagt Rodena-Vorsitzende Rosa-Maria Kiefer-Paulus.

Bei Interesse an dem Buch schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an kontakt@rodena.org

www.rodena.org

DIE ROLLE DES EISENBAHNBAUS IM DEUTSCHEN KAISERREICH

AUTOR: Josef Theobald

In Deutschland erwies sich der Eisenbahnbau als ein entscheidend wichtiger
Leitsektor der Industrialisierung: Von 1850 bis 1860 verdoppelten sich die
Linien von rund 6000 auf rund 11500 km. Deutsche Maschinenbaufabriken
konnten den Löwenanteil (mehr als zwei Drittel) der Aufträge für Waggons
und Lokomotiven gewinnen, 1858 lieferte Borsig die tausendste Lokomotive.
Der Ausbreitungseffekt, der von diesem Leitsektor ausging, riss die Eisen-
und Kohlenproduktion, den Maschinenbau und zahlreiche Zubringerbetriebe
mit nach vorn; der Güterverkehr der preußischen Bahnen verzehnfachte sich.

Die Industrie entfaltete sich dominant nur in einigen Regionen, z. B. im Ruhr-
gebiet und im Saarrevier, in Oberschlesien und Sachsen, während ringsum
entweder relativ traditionelle Verhältnisse noch ziemlich lange erhalten blie-
ben oder sich durch den Ausbreitungseffekt allmählich mitveränderten, so
dass sich auch in Deutschland ein typisch ungleichmäßiger Wachstumspro-
zeß fortsetzte.

Quelle: Das Deutsche Kaiserreich (1871 – 1918) von Hans Wehler, Kleine
Vandenhoeck-Reihe, 7. Auflage, Göttingen 1994, Seiten 26 + 41.

Nach dem Niederreißen der Festungsmauern unter dem damaligen Bürger-
meister Tietz entstand in Saarlouis das Bedürfnis, sich flächenmäßig auszu-
dehnen. Damit verbunden war schließlich der Wunsch, einen eigenen Bahn-
hof zu besitzen. Da die dörfliche Wirtschaft Rodens mit der städtischen Wirt-
schaft in Saarlouis historisch weitgehend verzahnt war, bot sich folgerichtig
auch eine Eingemeindung 1907 an. So konnte sich die Stadt Saarlouis doch
noch ihren Traum nach einem eigenen Bahnhof erfüllen. Am 18. Dezember
1912 wurde der heutige Hauptbahnhof Saarlouis eröffnet.

Ergänzend dazu kam der Aufbau einer eigenen Kleinbahn mit Straßenbahn
und Zugbetrieb im Kreisgebiet von Saarlouis. Was die Saarlouiser Kleinbahn
angeht, sei hier das Buch von Gerd Wolff mit dem Titel „Deutsche Klein- und
Privatbahnen“, Band 1: Rheinland-Pfalz/Saarland, Eisenbahn-Kurier Verlag,
Freiburg 1989, Seiten 170 – 179, empfohlen.

NACHTRAG

Saarkohlenbecken, Saarkohlengebiet, -revier, im preuß. Reg.-Bez.
Trier, begrenzt von den Flüssen Saar, Nahe, Blies, östl. bis in die Rhein-
pfalz, westl. bis nach Lothringen reichend, 40 km lg., 10-30 km br., mit
etwa 45.400 Mill. t Kohlenreichtum; Ausbeute 1904: 10.461 t (an Wert
121,6 Mill. M), Belegschaft 46.617 Köpfe. – Vgl. »Der Steinkohlenberg-
bau des preuß. Staates in der Umgebung von Saarbrücken« (6 Tle.,
1904). [Tafel: > Geologische Formationen, 6.] [Artikel: Saarkohlen-
becken, Brockhaus‘ Kleines Konversations-Lexikon, Bd. 2, S. 581]

Auch die Rodener Karnevalsgesellschaft “Karo Blau Gold Roden” e.V. feierte am 11.11. ihre Sessionseröffnung.

Wie jedes Jahr, so gab es auch in diesem Jahr, Traditionsgemäß am 11.11. die Sessinseröffnung der Rodener Karnevalsgesellschaft “Karo Blau Gold” Roden e.V.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde wie seit 1988 Brauch, eine Person/Institution/Einrichtung mit dem Sonderorden für Verdienste um die Rodener Fastnacht ausgezeichnet. In diesem Jahr ging dieser Orden an den „Neue Betriebshof Saarlouis“ der stellvertretend vom Betriebsleiter Björn Althaus in Empfang genommen wurde.

Danach ging es mit einem rundum gelungenes Rahmenprogramm los. So konnte man u.A. die Aktivengarde der “Karo Blau Gold” Roden auf der Bühne erleben, ebenso wie das Büttenduo Jonas und Lea, die man auch auf der Kappensitzung der Karo bewundern darf.

Aber was ist eine Sessionseröffnung bei der Karo ohne die Ex, bzw. die Intronisation der Prinzenpaare. Wie bei der Karo üblich wechselt zuerst das Kinderprinzenpaar. So gaben in diesem Jahr Prinz Vlado I. und Prinzessin Lilly I. ihr Zepter an Prinz Jonas II. und Prinzessin Lea II. ab. (a.d.R.: Das Büttenredner Duo Lonas und Lea waren einmal ein Kinderprinzenpaar der Karo nämlich Jonas I. und Lea I.)

Um 20:30 war es dann soweit. Der Vorhang ging auf und das neue Printenpaar der “Karo Blau Gold” Roden e.V. wurde in ihrer  Blau Goldenen Kutsche in den Saal gerollt.

Seine Tolität Prinz Harry I und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Michaela I. übernahmen von Prinz Uwe II. und Heike I. die Aufgabe das närrische Volk zu regieren, wobei der Präsident der Gesellschaft Bernd Schleich bemerkte das auf das scheidende Prinzenpaar eine Aufgabe im Verein zukommt.

 


Foto: (c) Willi da Silva Borges für Kultur und Sport
Die Aktivengarde der KG „Karo Blau-Gold Roden“ e.V. Foto: (c) Willi da Silva Borges
Das neue Rodener Prinzenpaar. Prinz Harry I. und Prinzessin Michaela I. Foto: (c) Willi da Silva Borges

FAMILIENABEND BEIM SÄNGERBUND 1872 FRAULAUTERN

Zu einem Familienabend lud der Sängerbund 1872 Fraulautern in das Vereinshaus Fraulautern ein. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Martin Labitzke wurde ein abwechslungsreiches Programm mit dem Auftritt des Chores, mit den diversen Soloauftritten (Akkordeon, Gedichte) und Kabarettstückchen geboten. Der Höhepunkt war allerdings die Ehrung der 25-, 40- und 50-jährigen Mitgliedschaft im Verein. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter folgendem LINK: https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

Über ein „Gefällt mir“ würden wir uns freuen.

 

DIE SAARGEGEND WÄHREND DES DREISSIGJÄHRIGEN KRIEGES

AUTOR: Josef Theobald

Allein für die damalige Stadt Wallerfangen wurde nach dem Vergleich der Steuer-
listen (1618 und 1638) ein Rückgang der Bevölkerung um 60 % festgestellt. Der
Grund für die Entvölkerung unseres Raumes liegt allein nicht nur auf den hier an-
zutreffenden direkten Kriegseinwirkungen, sondern ist vor allem auf die seit 1635
zu beobachtende jahrelang anhaltende Unterernährung, auf Seuchen, auf eine in
dieser Zeit zu registrierende Abwanderungsbereitschaft und schließlich auf die für
Kriegszeiten üblichen Rekrutierungen zurückzuführen.

Für das Herzogtum Lothringen ist hier der Ausbruch der Pest in den Jahren 1630
bis 1637 im Besonderen zu nennen.

Der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion hatte mehrere Ursachen. Zum
einen sorgte die Verknappung der Arbeitskräfte infolge der direkten Kriegsverluste
oder der Seuchen und zum andern die Aussaugung des Landes infolge der durch
die Gesetze des Krieges bedingten Einquartierungen für diesen Zustand. Dazu
kam noch eine Requirierung des Zugviehes, des Saatgutes und auch der unreifen
grünen Halmfrüchte, sowie die Drangsalierung der meist militärisch ungeschützten
Landbevölkerung. Dies brachte zeitweise die Feldarbeit zum Erliegen und schränkte
sie in den übrigen Zeiten, insbesondere in den Jahren 1635 und 1651, stark ein. So
kam es zu einer andauernden Hungersnot, die immer neue Opfer forderte. Die Not
steigerte sich derart, dass mitunter die Bevölkerung Nachbarorte überfiel, wie z. B.
die Bürger von Saarbrücken im August 1641 das Dorf Roden. Aufzeichnungen aus
dem Kloster Wadgassen berichten sogar von einem Fall von Kannibalismus in dem
heutigen Ortsteil Werbeln [1].

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ist kaum ein Dorf unbehelligt geblieben.
Zahlreiche Dörfer lagen in Schutt und Asche und wurden erst nach Jahren wieder so
wie vorher besiedelt. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche hatte sich infolge der in
den Vorjahren unterbliebenen Feldbestellung mit dem Resultat des Vordringens der
Bewaldung erheblich verringert.

Aufgrund von Vergleichszahlen (1590 und 1667) bezüglich der Anzahl der Familien,
Haushaltungen und Feuerstätten der Vor- und Nachkriegszeit miteinander, ergeben
sich für das Amt Siersberg im Herzogtum Lothringen Verluste in Höhe von 72,8 %.

Dabei wäre anzumerken, dass die Angaben der Steuerlisten mit gewisser Vorsicht
aufzunehmen sind, weil sich in den ersten Nachkriegsjahren die Bevölkerung bei
der Aufstellung der Steuerlisten gerne der Registrierung entzog, so dass der real
vorhandene Bevölkerungsstand etwas höher gewesen sein dürfte, als es die aus
der ersten Zeit der Wiederingangsetzung einer geordneten fiskalischen Verwaltung
vorzufindenden Quellen widerspiegeln.

Fest steht aber, dass die Zahl derjenigen, die bei Kampfhandlungen oder unter den
Quälereien der entmenschlichten Soldateska den Tod fanden, geringer war, als die
Opfer der anhaltenden Unterernährung und der auftretenden Seuchen. Weiterhin
trugen auch die Rekrutierung der jüngeren männlichen Bevölkerung und eine fort-
dauernde Abwanderung zum Bevölkerungsrückgang bei. [2]

Die Epidemien wurden durch die vielen Truppenbewegungen begünstigt und das
System des Einflüchtens führte zu jenen zusammengedrängten Menschenmengen
in den festen Plätzen, die den Seuchen die besten Angriffsflächen boten. So waren
die von den Bevölkerungsverlusten am schwersten betroffen die Gebiete in einem
Streifen von Nordosten nach dem Südwesten des Reiches hin, von Mecklenburg
und Pommern über Thüringen in den pfälzischen und württembergischen Raum.
Zwischen und neben ihnen liegen die Gebiete mit 30 % – 50 % Bevölkerungsver-
lust: Brandenburg, Magdeburg, Hessen, Franken, Bayern, Schwaben, Elsaß und
Lothringen. Dagegen blieben die österreichischen Erblande des Kaisers weithin
verschont [3], so dass aus Tiroler Gebieten und aus dem Kanton Zürich in der
Schweiz Umsiedler in das katholische Lothringen überführt werden konnten.
Der Kanton Zürich gehörte noch im 14. Jahrhundert zu Österreich, sollte sich
aber später immer mehr der Schweizer Eidgenossenschaft, vor allem nach der
Züricher Mordnacht vom 23. 02. 1350, annähern. Nachdem 1656 Zürich in dem
Verein mit Bern den Glaubenskrieg erneuerte, um ein Übergewicht der von den
Katholiken bewohnten Orte zu verhindern [4], entschlossen sich einige Familien
aus diesen Gebieten ebenfalls, in das katholische Lothringen überzusiedeln.

Nun stellt sich die Frage, wohin denn die Familien während des Dreißigjährigen
Krieges abgewandert sind. Eine Erklärung gibt die Geschichte Rumäniens. So
finden wir hier die Siebenbürger Sachsen, die sich seit dem 12. Jahrhundert auf
dem Gebiet des heutigen Siebenbürgens ansiedelten. Dazu kamen später noch
die Banater Schwaben, die von der Österreichischen Hofkammer seit dem Ende
des 17. Jahrhunderts aus verschiedenen Teilen Süddeutschlands und aus Teilen
Lothringens in die nach den Türkenkriegen teilweise entvölkerte und verwüstete
Pannonische Tiefebene entlang der Militärgrenze angesiedelt wurden. [5] Das
Siedlungsgebiet war im Westen des heutigen Rumäniens, vor allem südlich von
Marosch. Die überwiegende Mehrheit lebt im Kreis Timis, ein bedeutender Teil
im Kreis Arad und nur wenige im Kreis Caras-Severin. Die verbreitetste Mundart
ist das Rhein- und Moselfränkische. Die Bewohner stammen meist aus der Rhein-
pfalz, aus dem Gebiet von Elsass-Lothringen und zum Teil aus dem Schwarzwald.
[6]

ANMERKUNGEN
[1] Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes, Band 1, Minerva-Verlag Thinnes
& Nolte, Saarbrücken 1978, Seite 264.
[2] Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes, Band 2, erschienen im Selbst-
verlag des Historischen Vereins für die Saargegend e. V., Saarbrücken 1977,
Seiten 504 und 505.
[3] Gerhard Schormann, Der Dreißigjährige Krieg, Kleine Vandenhoeck-Reihe,
Vandenhoeck & Rupprecht, 3. Auflage, Göttingen 2004, Seiten 119 + 120.
[4] Meyersches Konversationslexikon von 1905, Band 20, Seite 1023/24.
[5] WIKIPEDIA: Banater Schwaben.
[6] Monica Barcan / Adalbert Millitz, Die deutsche Nationalität in Rumänien,
Kriterion Verlag, Bukarest 1977, Seiten 46 + 47.

56. KREISSCHÜTZENTAG IN SAARLOUIS

Am Sonntag, dem 7. Oktober 2018,  fand im Pieper-Festzelt der 56. Kreisschützentag statt. Nach einem feierlichen Einzug  der teilnehmenden Schützenvereine aus den Landkreisen Saarlouis und Merzig fand die Inthronisierung des Königshauses statt. Mehr Bilder auch unter diesem LINK:

https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

Über ein „Gefällt mir“ würden wir uns freuen.

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner