Alle Beiträge von Rosa-Maria Kiefer-Paulus

Damals – Kirchensänger und Organist

Mit dem Amt eines Kirchensängers oder chantre sind durchweg Laien betraut worden, mit Vorliebe Schulmeister (maitre d école). Es waren gewöhnlich zwei Kirchsänger nebeneinander im Amte mit dem Titel des ersten und zweiten chantre. Beide wurden von der Stadtverwaltung gewählt und aus städtischen Mitteln besoldet. 1758 wählte man François-Nicolas Vinand zum Nachfolger des von seinem Amte zurückgetretenen ersten Kirchensängers Paul Denand. Vienand erhielt eine jährliche Vergütung von 120 Livres, vierteljährlich zahlbar. 1777 bat der erste chantre Abbé François Viart, sein jährliches Gehalt auf 150 Livres zu erhöhen und ihm weitere 60 Livres Wohngeld zu bewilligen. Mit Rücksicht auf seine gute Führung und seinen Diensteifer beschloß die Stadtverwaltung, ihm jährlich 30 Livres Gehalt mehr zu zahlen. Auch der zweite chantre scheint mit seinem Gehalt nicht zufrieden gewesen zu sein. 1748 beantragte und erhielt der zweite Kirchensänger Michel Regnier eine Erhöhung seiner Vergütung. 1756 wurde ihm auf seinen erneuten Antrag eine jährliche Gehaltserhöhung von 30 Livres bewilligt. 1764 wählte die städtische Verwaltung in Gegenwart des Superiors Patrice Müller den régent d école (Schulmeister) Georg Chaty einstimmig zum zweiten chantre.

Am 1. Januar 1609 wählten Maire, die Schöffen der Stadt und Pfarrei Jean Henry Adam auf ein Jahr zum Organisten, mit einer vierteljährlich fällig werdenden Vergütung von 100 Livres. Der Dienstvertrag konnte drei Monate vor Jahresablauf beiderseitig gekündigt werden. 1700 wurde Godefroy Hautz auf ein Jahr mit 53 écus (Taler) zum Organisten gewählt. 1721 Louis Vinand auf 6 Jahre gegen eine jährliche Vergütung von 200 Livres, 1727 derselbe wiedergewählt, diesmal auf drei Jahre gegen 190 Livres Jahresvergütung, 1730 desgleichen und 1733 gegen die gleiche Vergütung wieder auf 6 Jahre.

Quelle: Geschichte der katholischen Pfarrei St. Ludwig,
Dr. Serverin Delges – 1931

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Marschall Ney und seine Heimat

Nachhut auf Russlands Eisfeldern

Auf seinem Landsitz Coudreaux verbringt er einige Erholungszeit mit seiner Familie und widmet sich mit Behagen solchen landwirtschaftlichen Arbeiten, die den Ertrag seines Besitztums steigern könnten. Der Ausbruch zum Kriege gegen Russland reißt ihn aus seinem ländlichen Idyll heraus. – Vergebens sind an anfänglichen Siegen die Vorstellungen und Warnungen der Generäle, Napoleon von seinem Winterfeldzug und dem weitgesteckten Ziel Moskau fernzuhalten. – Die Russen wenden ihre Kriegstaktik an. Den tiefen Einbruch ins Land und der Einnahme von Moskau folgt der Rückzug aus Russland mit all seinem Grauen, ohne genügenden Proviant, ohne geeignete Kleidung, in grimmigster Kälte, unter steter Verfolgung durch die Russen, in bitterster Entsagung. Wir wissen was das Wort bedeutet: Rückzug aus Russland.

Ney mit seinen Truppen übte mehr als Entsagung aus, es ist ein Opfertod; denn ihm ist in diesem russischen Rückzug die Führung der Nachhut anvertraut wurden. Hier aber entfaltet er seine andere Größe: Den Rückzug der Armee überhaupt noch möglich zu machen. „Von 10 Uhr Abend bis zum Morgengrauen“, so heißt es in den Berichten, „maschierten die übermüdeten, ausgemergelten Truppen. Vom Morgengrauen bis gegen 5 Uhr nachmittags halten sie durch abwehrende Gefechte die nachdrängenden Russen zurück. Von 5 Uhr nachmittags bis 10 Uhr Abend ruhen sie und essen, wenn etwas da ist oder essen nichts, wenn nichts da ist. Oft ist es etwas Mehl, in etwas Schneewasser aufgeweicht.“ Das Häuflein Nachhut wird kleiner und kleiner: „Der Rotfuchs kämpfte mit uns mit der Waffe in der Hand und immer sahen wir in als Letzten“, so sagen seine Grenadiere später. Napoleon ist über sein Schicksal im ungewissen und ruft voller Verzweifelung aus: „Ich habe 200 Millionen in meinen Kellern liegen, ich gäbe sie um Ney“.

Der Opferweg Neys ermöglicht den Übergang über die Beresina mit dem Rest der Armee. Für seinen Sieg von der Moskawa, den er auf dem Hinweg errang, war ihm von Napoleon der Titel: „ ´Fürst von Moskowa“ verliehen worden. Die Biographen aber sagen: „An der Moskowa erkämpfte er Frankreich einen Sieg, an der Beresina aber rettete er die Ehre des Vaterlandes.“

Ein Mann in Lumpen gehüllt, schmutzverkrustet, rotstuppig, hohläugig meldet sich im Hauptquartier des Generals Davout in Ostpreußen. Er muß sagen, wer er ist, so unkenntlich ist er in den drei Leidensmonaten geworden, in denen er, wie keiner seiner Soldaten, auch die Kleider vom Leibe hatte. Und als ‚Davout in fragt: Ney, wo ist die Nachhut?“, da kann er nur mehr sagen: „Die Nachhut – das bin ich“.

Quelle: Dora Dimel

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Rodena Besuch der Festung Longwy

Festungsanlagen Vaubans

Die Festung Longwy des Baumeisters Vauban gehört zu den 12 Gruppen von Festungsbauwerken und Anlagen entlang der West-, Nord- und Ostgrenze Frankreichs. Sie repräsentieren herausragende Beispiele der Arbeit von Sébastien Le Prestre de Vauban (1633-1707), einem Ingenieur der Armee König Louis XIV.


Nach dem Vertrag von Nimwegen beschloss Ludwig XIV., am Rande der Ardennen, zwischen Maas und Mosel, eine schützende Festung gegen die spanische Besatzung  Luxemburgs errichten zu lassen. Mit dem Bau der Festungsanlage wurde im Jahre 1679 begonnen. Longwy war eine von neun Städten, die Vauban auf dem Reißbrett plante und die die Idee einer Idealstadt des 17. Jahrhunderts widerspiegeln.

Quelle ww.unesco.org

 

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Rückblick – Vatertag

Der Vatertag, regional auch Herrentag genannt, ist ein in verschiedenen Teilen der Welt begangener Tag zu Ehren der Väter.

Der volkstümliche Vatertag wird in Deutschland an Christi Himmelfahrt begangen, dem 40. Tag des Osterfestkreises. Er wird vor allem in Ostdeutschland auch als Herrentag bezeichnet, wobei im Brauchtum oft die „Herrentagspartie“ im Vordergrund steht.

Die heutige Form des „Vatertagfeierns“ kam Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin und Umgebung auf und erfreut sich seitdem bei Männern großer Beliebtheit. Seit 1934 ist Christi Himmelfahrt in Deutschland gesetzlicher Feiertag (in der DDR war der Tag nur bis 1966 und im Jahr 1990 ein gesetzlicher Feiertag). In der DDR wurden so Möglichkeiten genutzt, an diesem Tag dennoch eine „Herrentagspartie“ machen zu können. So bestand das Recht für Angehörige von Religionsgemeinschaften, ihre Festtage zu feiern, sofern das vom Arbeitgeber eingeräumt wurde oder werden konnte.
Kutschfahrt am Vatertag 2008 im Naturpark Nuthe-Nieplitz bei Beelitz, Brandenburg

Die traditionell männlichen Teilnehmer machen dabei meist eine Wanderung oder eine gemeinsame Ausfahrt, bei der oftmals viel Alkohol konsumiert wird. Ziel sind häufig traditionelle Ausflugspunkte bzw. Gaststätten. Bei Wanderungen werden häufig Handwagen, Bollerwagen oder Schubkarren mitgeführt, um die Getränke besser transportieren zu können. Für die Ausfahrten werden meist Fahrräder (zum Teil mit Anhänger), geschmückte Kremserwagen (Kutschen) oder ältere Traktoren mit Anhänger genutzt. Die Fahrzeuge oder Wagen werden dabei teilweise nur an diesem Tag genutzt und dafür speziell umgebaut, z. B. besondere Fahrradtandems oder Fahrräder mit mehr als einem Dutzend Sitzplätzen. Häufig werden die Gefährte mit Flieder und Birkenzweigen geschmückt.

Aufgrund des erhöhten Alkoholkonsums und der häufig durchgeführten Massenveranstaltungen (dazu zählen gemeinschaftliche Ausflüge wie Grillausflüge, Ausflüge an den Angelsee, Kutschfahrten) gibt es, wenn man die Statistik betrachtet, am Vatertag erheblich mehr Schlägereien als an anderen Tagen. Laut dem Statistischen Bundesamt steigt die Zahl der durch Alkohol bedingten Verkehrsunfälle an Christi Himmelfahrt auf das Dreifache des Durchschnitts der sonstigen Tage an und erreicht einen Jahreshöhepunkt.[1]

Quelle: Wikipedia

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Rückblick – Chorfahrt des Männerchores 1864 Roden nach Luxemburg

Nach Luxemburg führte den Männerchor 1864 Roden seine Vereinsfahrt. Das Großherzogtum Luxemburg (französisch Grand-Duché de Luxembourg, luxemburgisch Groussherzogtum Lëtzebuerg) ist ein Staat und eine parlamentarische Demokratie in Form einer konstitutionellen Monarchie[1] im Westen Mitteleuropas. Es ist das letzte von einst zwölf europäischen Großherzogtümern (bzw. Großfürstentümern, wie sie in den meisten osteuropäischen Sprachen genannt werden). Mit einer Fläche von 2586 Quadratkilometern ist Luxemburg einer der kleinsten Flächenstaaten der Erde und (nach Malta) das zweitkleinste Land der Europäischen Union. Es grenzt im Süden über 73 Kilometer an die Französische Republik, im Westen über 148 Kilometer an das Königreich Belgien und im Osten über 135 Kilometer an die Bundesrepublik Deutschland. Die wirtschaftliche Bedeutung des Landes übertrifft mit Rang 70 aller Staaten weltweit beim nominellen Bruttonationaleinkommen diejenige weitaus größerer und bevölkerungsreicherer Staaten auch in der Europäischen Union. Mit Belgien und den Niederlanden bildet Luxemburg die Beneluxstaaten.

Isabelle Goldmann, Chorleiterin des Männergesagvereines nahm die Führungen vor.

Quelle: Wikipedia

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Kirche Saint-Martin in der Zitadelle Montmédy

Montmédy hat ca. 2.250 Einwohner und von dort aus ist es nicht weit zur belgischen Grenze. In der Zitadelle befindet sich die Kirche St. Martin. Die erste Burg wurde 1221 auf einem Hügel errichtet und im 16. Jh. zu einer Festung umgebaut. Ludwig XIV. und Sebastien Le Prestre de Vauban belagerten 1657 zwei  Monate diese Festung die Kapituliert. Danach wurde diese durch Festungsbaumeister Vauban modernisiert.

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Rückblick – Rodena Roden – Besuch Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Der Rodena Heimatkundeverein Roden e.V. besuchte Freitagnachmittag mit Kindern und Begleitpersonen das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Eisenwerk in der saarländischen Stadt Völklingen. Sie wurde 1986 stillgelegt und 1994 zum Weltkulturerbe ernannt.

Am Eingang trafen wir unseren Führer der uns durch das Areal führte und alles kindgerecht erklärte.

Über mehrere Etagen wurde Kindern und Erwachsenen die Geschichte der Völklinger Hütte sowie der Familie Röchling nahe gebracht.

Wir begangen mit der Sinterhalle und der Erzhalle mit dem Schrägaufzug und kamen dann zur Kokerei. Für den Besuch der Aussichtsplattform der Gichtbühne mußten alle einen Schutzhelm anlegen. An der Ausgabestelle wurde den Kindern verschiedene Erzsorten  gezeigt, die zum Beschicken des Hochofens benötigt wurden. Dann ging es die Treppen hinauf zu der Aussichtsplattform am Hochofen. Ganz begeistert waren die Kinder  von der Hängebahnanlage die für den  Rohstofftransport zuständig war. In 27 m Höhe wurde erklärt  wie damals auf der Gichtbühne mit den großen Hängebahnloren die Hochöfen gefüttert wurden. Danach gingen wir zu den Hochöfen und durch die Ausstellung im Ferrodrom. Die sehr interessante Führung fand ihren Abschluß am Windkanal.

Die Völklinger Hütte wurde 1986 stillgelegt und 1994 zum Weltkulturerbe ernannt.

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Baschtianstag

Am 20. Januar ist „Baschtianstag“ und nach altem Brauch wird an diesem Tage in der Kirche zu Beaumarais ein feierliches Amt gehalten, zu Ehren des heiligen Sebastian. Vor 50 Jahren noch war das einer der höchsten Feiertage in der Gemeinde. Er unterbrach die Winterruhe der Dorfleute und die Frauen wußten und rechneten auch damit, dass die Männer nach der Messe „hängen bleiben“.

So wird es schon seit 260 Jahren geübt, denn als die Stadt Wallerfangen mit der Pfarrkirche zerstört  wurde und die Einwohner umsiedeln mußten, da kam die 50 Mann starke Sebastianskompanie nach Saarlouis. Sie hatte rote Uniformen an, wenn sie, ihren Statuten gemäß, allen weltlichen und kirchlichen Feiern beiwohnten. Das waren die „Feinen“ aus der Sebastianusbruderschaft. Die anderen aber – die Wallerfanger der bäuerlichen Art – die zogen nach Beaumarais, das zur Zeit des Festungsbaues entstanden war und dem die gleichen Rechte wie der neugegründeten Stadt verliehen worden waren. –

Die Glocken der Wallerfanger Kirche kamen in die Kirche der neuen Stadt Saarlouis,  die eine Kirche „zum heiligen Ludwig“ wurde, die kirchlichen Gewänder und Geräte aber wurden auf Befehl der weltlichen Behörde in die neue Pfarrkirche Beaumarais gebracht, die wie die Wallerfanger Kirche eine Kirche „zu den Heiligen Peter und Paul“  wurde.

Zu den in die Beaumaraiser Kirche verbrachten Geräten gehörte auch eine Figur des hl. Sebastian, wie er, an einem Stamm gefesselt, mit Pfeilen getötet wird. In den Pestzeiten, die die Stadt Wallerfangen heimgesucht hatten, hatten die Wallerfanger den „Pestheiligen“ Sebastian um Hilfe angefleht, hatten eine Sebastiansbruderschaft gegründet, hatten besondere Gebete verfaßt, hatten eine silberne Statue des Heiligen anfertigen lassen und hielten ihm zu Ehren eine feierliche Jahrmesse.

Die „Saarlouiser Wallerfanger“ hatten also die Bruderschaft mit ihrem Gepränge nach Saarlouis bekommen. Die „Beaumaraiser Wallerfanger“ aber hatten den Inhalt des Festes, das feierliche Gedenken des Heiligen in der Jahrmesse mit ihrem silbernen Sebastian mit der Reliquie mitgenommen. Diesen Sebastian haben wir nicht mehr. Weil er aus massivem Silber war mußte er während der französischen Revolution in die Münze (d.i. Geldprägeanstalt) wandern. Aber aus einem Inventar, das kurz vor der Zerstörung Wallerfangens angefertigt worden war, wissen wir,  wie er aussah: etwa 30 cm hoch an einem Stamm aus Kupfer gefesselt und die in Silber gefaßte Sebastiansreliqie an einer Kette um den Hals tragend. Den kupfernen Baumstamm mit einer kleinen Sebastiansstatue, die eine Nachbildung des damals eingeschmolzenen Sebastians sein kann, hat noch das Pfarrhaus von Beaumarais. –

Kaum aber hatten die Beaumaraiser zehn Jahre lang ihren Heiligen und ihr Fest, da scheinen Streitigkeiten wegen des Besitzes der in zwei Teile gerissenen Bruderschaft entstanden zu sein. Das Staatsarchiv in Koblenz bewahrt die Entscheidung in einer Klage der Sebastiansbruderschaft des Dorfes Beaumarais wegen des Rechtes auf eine Stiftungswiese. Darin wird gesagt, „dass die Beaumaraiser freizusprechen seien, denn als es „dem König gefiel“, die Stadt Wallerfangen zerstören zu lassen, wurde die Bruderschaft des hl. Sebastian und die Reliquie nach Beaumarais gebracht. Dort wird am Tag des Heiligen und ihm zu Ehren eine Messe für die Seelen der abgeschiedenen Gläubigen gelesen. Also sind sie, kraft des Vorhandenseins der Bruderschaft, auch im Besitz der Stiftungswiese. Die Beaumaraiser sind es auch, die den Pfarrer für die Abhaltung der Jahresfeier bezahlen, ganz zu schweigen von den Kerzen, die sie jährlich stellen. Weil sie die strittige Wiese bis jetzt besassen, sollen sie sie auch weitergenießen – Die Klage der Antragsteller ist unbegründet, denn der König hat den besagten Beaumaraisern dieselben Freiheiten gegeben, wie den Bürgern der Stadt, was nicht abgestritten werden kann.“ –

So sind die Beaumaraiser also zu ihrem Sebastian gekommen. Die große Figur des Heiligen, die sich heute mit einem Platz im Glockenturm begnügen muß, stand vor der Renovierung der Kirche am Altar der Männerseite. Die Kirche besitzt auch noch ein silbernes Schaugerät, das als Mittelstück eine runde Silberkapsel mit der Reliquie des Heiligen birgt.  Man kann annehmen,  dass es die in dem alten Inventar erwähnte Reliquie ist, die der silberne Sebastian um den Hals trug.

Das Dorf Beaumarais war in seinem Anfang Nachfolgeort der alten Stadt Wallerfangen und gleichberechtigt mit Saarlouis. Es hat den Heiligen und sein Andenken. In den Kirchenbüchern der Saarlouiser Pfarrei des hl. Ludwig  klang noch lange das Andenken Sebastians durch häufige Namensgebung nach. Und wir können es uns nicht versagen, den Besten von Ihnen, in die Erinnerung zurückzurufen, den 1930 verstorbenen Sebastian Egloff, den würdigsten Vertreter von Alt-Saarlouis, den ausgezeichneten Kenner der Saarlouiser Ortsgeschichte, den unübertrefflichen Kenner Saarlouiser Mundart   

Quelle: DORA DIMEL / BEAUMARAIS   Marschall Ney und seine Heimat

Ravelin V. Saarlouis

 

Auf dem ehemalien Schlachthofgebäude in Saarlouis eine außergewöhnliche Parkanlage. Über 5 Millionen Euro kostet diese Maßnahme die von der Stadt Saarlouis, dem Land und dem Bund aufgebracht werden.

Als Ravelin (deutsch: Wallschild) bezeichnet man im Festungswesen ein eigenständiges Werk, dessen Aufgabe es ist, die Kurtine,
also den Wall zwischen zwei Bastionen, zu schützen – daher sein deutscher Name Wallschild – und gleichzeitig deren Facen[1] zu flankieren.

Quelle: Wikipedia

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Damals – Bergwerk Saar – Norschacht

Das Bergwerk Saar war ein Steinkohlenbergwerk mit Hauptstandort (Seilfahrt und Kohleförderung sowie -aufbereitung) in Ensdorf sowie einem weiteren Standort (Seilfahrt) in Lebach-Falscheid im Landkreis Saarlouis. Es war das letzte aktive Bergwerk der RAG Deutsche Steinkohle AG im Saarland. Es entstand zum 1. Januar 2004 durch die Zusammenführung der beiden Bergwerke Warndt/Luisenthal und Ensdorf zu einer organisatorischen Einheit mit weiterhin zwei Förderstandorten. Am 17. Juni 2005 wurde am Standort Warndt/Luisenthal die Steinkohlenförderung eingestellt.

Nach einer Erderschütterung im Februar 2008 kam es zu einer heftigen öffentlichen Diskussion über die Zukunft des Saarbergbaus, auch vor dem Hintergrund des generellen Abbauendes für deutsche Steinkohle. Durch Bergwerksbetreiber und Politik wurde ein Ende der Förderung im Bergwerk Saar beschlossen[1] und Ende Juni 2012 vollzogen.

Quelle: Wikipedia

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Damals – Hexennacht in Roden

Bei Dunkelheit trafen wir uns mit Freunden und gingen dann Hexen. Wir nahmen Toilettenpapier und verzierten damit Geländer, Türgriffe und Autos.

Später gingen wir durch die Hochstr. Richtung Friedhof. Dort waren wir dann auf "Oberhöllen", einem Neubaugebiet von Roden. Kurz vor dem dritten Eingangstor des Friedhofes sahen wir rechte Hand einen Neubau wo gerade die Kellerdecke fertiggestellt war. Rund um das Anwesen war noch nicht aufgefüllt worden und davor stand ein PKW, der wie wir beim näheren Hinsehen feststellten, nicht abgeschloßen war. Wir beschloßen den PKW auf der Kellerdecke zu parken. Einer von uns Stand Schmiere und beobachtete die Umgebung. In der Nähe des Neubaues fanden wir Bohlen die wir zum Überbrücken der noch nicht aufgefüllten Fläche vor dem Haus benutzten. Wir brachten diese in Position und schoben dann den PKW über die Bohlen auf die Kellerdecke. Die Bohlen wurden entfernt und das Auto stand dann im mittleren Bereich der Kellerdecke.

Wir wären gerne am nächsten Morgen vor Ort gewesen – denn mit Sicherheit wurde darüber gerätselt wie das Auto auf die Decke kam.

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Damals 1926 – Die französische Raubbaupolitik im Saarbergbau

In dem Bewusstsein, dass das

seinen Willen bekunden wird, zu Deutschland zurückzukehren, und demnach auch die Kohlengruben ihrem rechtmäßigem Besitzer wieder zufallen, ist Frankreich im Saarbergbau zu der Politik des Raubbaues übergegangen. Ohne Rücksicht auf die  entgegenstehenden Sicherheitsbestimmungen und ohne sachgemäßen Ausbau der Kohlenflöze wird in einem  Tempo abgebaut, dessen Hast im umgekehrten Verhältnis zu dem Eifer steht mit dem man einst die Kohlengruben in Nordfrankreich aufzubauen wusste. Ist zwar der Raubbau in den Kohlengruben ein erfreuliches Zeichen dafür, dass die Franzosen ihre Herrschaft im Saargebiet als vergänglich ansehen, so wäre es der Saarbevölkerung doch lieber, wenn die fremden Herren aus ihrer Erkenntnis andere Konsequenzen zögen. So machen sich die Folgen der unerhörten, unmoralischen, gesetzwidrigen Abbaumethode nicht nur unter Tage bemerkbar, wo der einst blühende Zustand der Gruben durch Verwahrlosung und Gleichgültigkeit kaum noch zu erkennen ist, sondern auch über Tage wo für eine Reihe von Ortschaften Einsturzgefahren in einem früher nie gekannten Maße bestehen. In Friedrichsthal, Dudweiler, im Köllertal treten Häusersenkungen auf, die ihre Ursache hauptsächlich in dem schlechten, mit billigem Versatz-Material vorgenommenen Ausfüllen der Flöze haben. Am meisten zu leiden aber hat der Ort Schnappach, wo die Bodensenkungen einen derartigen Umfang angenommen haben, dass fast kein Haus unbeschädigt geblieben ist. Die große Ausdehnung der Schäden und Zerstörungen ist auf den Umstand zurückzuführen, dass die Bergverwaltung zu der preußisch-bayerischen Bergverwaltung einen bisher  absichtlich nicht abgebauten sogenannten Sicherheitspfeiler nun um der Beute Willen zum Abbau in Abbau in Angriff genommen und nur schlecht ausgefüllt hat. Auf unseren Bildern  haben wir einige Zerstörungen festgehalten, die nur einen Teil des angerichteten Schadens darstellen. So musste das Gasthaus zu den 12 Aposteln völlig geräumt und durch Barrieren abgesperrt werden, gleichfalls Schule und Kirche, da hohe Einsturzgefahr besteht. Einzelne Häusergruppen sind schon niedergelegt worden, andere werden über kurz oder lang folgen. Im ganzen sind 45 Häuser in Mitleidenschaft gezogen, die teils abgebrochen werden mussten, teils dem Einsturz nahe sind, sodass sie nicht mehr bewohnt werden können. Es ist nicht zu verwundern, dass sich die Bevölkerung eine große Erregung bemächtigte, zumal die neuen Bergherren  versuchten, sich ihrer vollen Schadensersatzpflicht zu entziehen. Die Raubbaupolitik hat zu einer Anfrage im bayerischen Landtag  geführt, worauf das Handelsministerium ausdrücklich die Verpflichtungen der französischen Bergverwaltung auf Grund des gültigen Berggesetzes feststellte. In der Erklärung hieß es unter anderem: „Aber auch die dem Völkerbund unterstellte Regierungskommission des Saargebietes hat durch ihre Bergbaubehörde nicht die Aufgabe erfüllt, die ihr Art. 253 des Berggesetzesauferlegt, nämlich Personen und Eigentum gegen gemeinschädliche Einwirkungen  des Bergbaues zu schützen und den Schutz der Oberfläche im Interesse der persönlichen Sicherheit und des öffentlichen Verkehrs wahrzunehmen.“

Auf das Ersuchen der bayerischen Regierung hat das Auswärtige  Amt beim Völkerbund wegen des Vorgehens der Bergwerksdirektion Beschwerde führen lassen. Der zuständige Beamte des Völkerbundsekretariats sagte zu (April 1925), die Angelegenheit mit den französischen Vertretern auf der kommenden Tagung des Völkerbundrates sowie mit den Mitgliedern der Regierungskommission eingehend zu erörtern – Von einer tatsächlichen Regelung hat man bis jetzt allerdings noch nichts gehört!

Quelle: Saarkalender für das Jahr 1926                                                      

Herausgeber: A. Züblke Saarbrücken

Bildquelle: Bergmannskalender 1957

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