MARTIN LUTHER UND DIE REFORMATION IN DEUTSCHLAND

AUTOR: Josef Theobald

Während im Mittelalter mit dem Begriff „Reformation“ lediglich die Wieder-
herstellung der ursprünglichen Form gemeint war (bezogen vor allem auf
die Erneuerung der Kirche), nannten sich im 16. Jahrhundert Erneuerung
des Glaubens und katholische Erneuerungsbewegung „Reformation“.

Im Vergleich zu den Reformbestrebungen, die sich schon seit Ende des
14. Jahrhunderts abgezeichnet hatten, gilt die Reformation als Ereignis
von größter Tragweite, Auswirkung und epochaler Bedeutung: Sie ver-
änderte das politische, wirtschaftliche, soziale sowie das religiös-geistige
Leben und führte schließlich zur Auflösung der Glaubenseinheit im Abend-
land durch die „Glaubensspaltung“; nach der traditionellen Periodisierung
der Weltgeschichte beginnt mit ihr eine neue Zeit – die Neuzeit. Ihren Aus-
gang nahm die Reformation von den deutschen Landen und erfasste (oder
berührte zumindest) in verschiedenen Ausprägungen ganz Europa.

War allen Reformatoren gemeinsam zunächst die Absicht, die Reinheit des
Urchristentums im Geist der Heiligen Schrift wiederherzustellen, ist die Re-
formation der „leidenschaftliche Kampf“ der gesamten Kirchengeschichte um
die wahre Gestalt des Christentums. Sie war wesentlich das Werk von Martin
Luther (1483-1546), der im Spätjahr 1517 mit seinen Thesen hervorgetreten
ist und sich dabei gegen die Praktiken des Ablass-Handels (den Geldablass)
wandte, die im Zusammenhang mit dem Neubau der Peterskirche in Rom ge-
übt wurden. Die rasche Ausbreitung und Festigung der reformatorischen Be-
wegung waren aber nur möglich, weil sich im Spätmittelalter, auf dem Hinter-
grund von Renaissance und Humanismus, die religiösen, geistesgeschicht-
lichen und auch politischen Voraussetzungen dafür herausgebildet hatten.

Hinter den äußerlich blühenden Formen der Frömmigkeit im vielfarbigen
„Herbst des Mittelalters“ verbarg sich ein tiefes Unbehagen über die viel-
fach verweltlichten und materialistisch betonten innerkirchlichen Zustände
(auch außerhalb der römischen Kurie), ein echtes Bedürfnis nach religiöser
Erneuerung, das sich nunmehr verstärkt bemerkbar machte und besonders
im Jahrzehnt von 1520 bis 1530 sich mit aller Macht Bahn brach.

Aus der Reformation gingen im Laufe der Zeit drei große Konfessionskirchen
hervor: Zum ersten die evangelisch-lutherische Kirche, zum zweiten die refor-
mierten Kirchen Calvins (mit Einschluss Zwinglis) und zum dritten die Anglika-
nische Kirche (die Kirche von England). [1]

Die wesentlichen Glaubenssätze Luthers waren „sola fide“ (Allein durch Glau-
ben) und „sola scriptura“ (Allein durch die Schrift).

Den Glaubensgrundsatz „sola fide“ entnahm er dem Römerbrief. In seiner
Glosse zu Römer 1,17, wo es heißt „Der Gerechte wird seines Glaubens
leben.“ bemerkt er: „‘aus Glauben‘: Aus dem angefangenen schwachen
Glauben, fort in den starken. Denn der Glaube feiert nicht.“

Aus dieser Auffassung entwickelte Luther nun seine Rechtfertigungslehre,
die er aus Römer 9,30 hernahm, wo es heißt „Ich sage aber von der
Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.“ Hierzu bemerkt er: „‘An-
laufens‘: Christus macht ohn Werke gerecht, dem glauben sie nicht.
Also stoßen sie sich an ihm und ärgern sich.“ [2]   

Hier hat Luther vor allem den äußerlichen Ceremonienkram im Blick,
der damals hauptsächlich in der katholischen Kirche betrieben wurde.
Im Gegenzug wollte er das wirkliche und ernste Christentum, bei der
die Nächstenliebe im Vordergrund stand.

Paulus hatte obigen Satz im Römerbrief „Der Gerechte wird seines
Glaubens leben“ dem griechischen Text von Habakuk 2,4, der LXX
(Septuaginta) entnommen. Hier ist vor allem an den Frommen ge-
dacht, der trotz der Sterbenskrankheit seiner Seele im Leibe durch
seinen Glauben am Leben bleibt. [3]
 
In diesem Zusammenhang weisen die Alttestamentler daraufhin, dass
hier auf die moralische Rechtschaffenheit angespielt wird. Ebenso gilt
das Versprechen eines langen Lebens im Alten Testament immer den
Israeliten (oder Israel) als Belohnung für Treue zu Jahwe. Die „Stand-
haftigkeit“, die den Gerechten auszeichnet, bezieht sich auf die Erwar-
tung in der Erfüllung der Weissagung, die in Habakuk 2,3 gefordert ist.
Meist wird ein „religiöses Verhalten des unerschütterlichen Vertrauens“
vorausgesetzt. Andere reden von einem entsprechenden Verhalten, das
Wahrhaftigkeit, Treue, Verlässlichkeit und Beständigkeit einschließt. Eine
andere Erklärung geht davon aus, dass der Gerechte lebt, d. h. dem von
seinen Gegnern beantragten Todesurteil entgeht, aufgrund seiner uner-
schütterten Treue zu Gottes Gebot. [4]  

Besonderen Einfluss hatten auch die reformatorischen Bewegungen, die
aus der Hussitenbewegung des 15. Jahrhunderts hervorgegangen sind.
Hier sind zum einen zu nennen die Böhmischen Brüder und zum anderen
die Mennoniten.

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Heim, Von Ablass bis Zölibat (Kleines Lexikon der Kirchen-
     geschichte), Verlag C. H. Beck, München 2008, Seiten 347 + 348.
[2] Luther-Bibel von 1545, Neues Testament und Psalter in der Sprache
     Martin Luthers für Leser von heute, Friedrich Wittig Verlag, Hamburg
     1982.         
[3] Arnold B. Ehrlich, Randglossen zur hebräischen Bibel (Textkritisches,
     Sprachliches und Sachliches), Fünfter Band: Ezechiel und die kleinen
     Propheten, Georg Olms Verlagsbuchhandlung, Hildesheim 1968, die
     Seite 302.  
[4] Bonner Biblische Beiträge, Band 48, DAS BUCH HABAKUK von Peter
     Jöcken, Peter Hanstein Verlag, Köln-Bonn 1977, die Seiten 29 + 30.
 

VOLKER FELTEN REFERIERT ÜBER DEN MENKES-PLAN

Am Dienstag, dem 17. Oktober 2017, referierte Volker Felten im Vauban-Saal des
Städtischen Museums  über den Menkès-Plan. Hierbei ist allerdings folgendes zu
beachten: Die Nachkriegszeit Frankreichs war zunächst geprägt von der Nationa-
lisierung und staatlichen Planung der Wirtschaft. Der Architekt  Edouard Menkès
(1903-1976), ursprünglich aus Galizien stammend, ist also  entsprechend einzu-
ordnen. Auf ihn ging zurück ein für damalige Verhältnisse modernes städteplane-
risches Konzept bezüglich der Kreisstadt Saarlouis. Ein Hauptgrund, warum die-
ses Konzept nicht mehr realisiert werden konnte, lag in der innenpolitischen Ent-
wicklung  Frankreichs. Denn hier  forderten angesichts  des Marshall-Planes im
Jahre 1948 auf einmal gemäßigte politische Kreise und Reste der Radikalsozia-
listischen Partei  das Ende  des  staatlichen Dirigismus  und eine Rückkehr zur
Marktwirtschaft. Damit waren  plötzlich  kollektivistische  Überlegungen, wie die
Verwaltung der Arbeiterwohnungen und Betriebsgebäude durch die Genossen-
schaften, nicht mehr mehrheitsfähig. Weitere Bilder auch auf unserer FB-Seite
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Hinweis in eigener Sache:

Aufgrund der großen Resonanz unserer Veranstaltung „Kämpfe um Saarlouis“ vom 28.Juni 2017 erreichen uns viele Anfragen über einen Kauf der DVD 95th INFANTERY DIVISION, Winter War: The Bulge and Beyond Erschienen 2013 COMBAT REELS INC

Wir weisen daraufhin, das dieser Film nicht von Rodena Heimatkundeverein Roden e.V. zum Kauf angeboten wird. Der Film unterliegt dem Urheberrecht!

Wir bitten um Kenntnisnahme.

 

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Rückblick – 50 Jahre Saarlouiser Woche

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Auf dem großen Markt wurde die EMMES durch  Hans Werner Strauß eröffnet. Anwesend waren neben  OB Roland Henz auch  Gäste aus Saint-Nazaire und die Bürgermeisterin  aus Eisenhüttenstadt  Dagmar Püschel. Diese  brachte ihre Tanzgruppe Fire & Flame  aus ihrer Heimatstadt  mit, die  zur  Hintergrundmusik  von Yello ihr Programm präsentierte.

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FAMILIENABEND BEIM SÄNGERBUND 1872 SAARLOUIS-FRAULAUTERN

Am Samstag Abend lud der Sängerbund 1972 Fraulautern wieder zu einem Familienabend ein.
Neben den Auftritten des Chores  trugen diverse Mitglieder aus dem literarischen Bereich auch
Gedichte zu verschiedenen Themenbereichen vor. Einen Höhepunkt stellte die Ehrung langjäh-
riger Mitglieder dar. Mehr Bilder auch auf unserer Facebbook-Seite unter diesem LINK:

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DEUTSCH-FRANZÖSISCHES BÜRGERFEST IM LOKSCHUPPEN DILLINGEN

An diesem Wochenende veranstaltete  man im Dillinger Lokschuppen das deutsch-franzö-
sische Bürgerfest unter Beteiligung der Eisenbahnfreunde aus Dillingen mit einer Fotoaus-
stellung über die Geschichte  des Lokschuppens. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-
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DER STADTVERBAND BESUCHT DEN ODILIENBERG

Bei einer Tagesfahrt  des Verbandes der heimatkundlich-historischen Vereine  in Saarlouis (VHVS)
besuchte man als zweites Ziel die Klosteranlage auf dem Odilienberg. Dieser Berg ist der Regional-
heiligen  Odilia gewidmet, die in der 2. Hälfte  des 7. Jahrhunderts  geboren wurde. Der als Stift ge-
gründete Komplex gilt als erstes Frauenkloster im Elsass. Handarbeit und Psalmengesang, beson-
ders  die Pflege der Armen  und  fromme Liebeswerke gegenüber den Leidenden, war die tägliche 
Arbeit der Kosterfrauen. Nach einer Legende entsprang auf Odilias Gebet plötzlich eine Quelle aus
dem harten Felsen, wovon sie einen Durstigen laben konnte. Noch heutzutage ist diese Quelle un-
ter dem Namen Odilienbrunnen bekannt. In der Stadt Dillingen ist sehr wahrscheinlich der Odilien-
brunnen auf die alemannische Gründung zurückzuführen. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-

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DER STADTVERBAND BESUCHT DIE HOCHKÖNIGSBURG

Bei einer Tagesfahrt  des  Verbandes der historisch-heimatkundlichen Vereine in Saarlouis (VHVS)
besuchte man als erstes Ziel  die Hochkönigsburg  bei Orschweiler (Elsass). Diese Burg wurde zu
Beginn des 20. Jahrhunderts rekonstruiert. Nach der  52 Tage andauernden schwedischen Belage-
rung im September 1633 wurde die Burg in Brand gesetzt und war seitdem eine Ruine. In den Jah-
ren 1901 – 1908 wurde der Komplex durch den Berliner Architekten Bodo Ebhardt restauriert. Mehr
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DER RADIOSPRECHERTOURISMUS IM DAMALIGEN SOWJETBLOCK

Ergänzend zum Befreiungskampf der Fatah -PLA- (hier: DER LINKS-
TERRORISMUS IN DEN SIEBZIGERN) eine Recherche zum Radio-
sprechertourismus der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DDR-
Rundfunks in den Sechziger und Siebziger Jahren im Mittleren
Osten und in anderen Gegenden der Welt.
 

AUTOR: Josef Theobald

VORWORT

Im Jahre 1947 wurde in der syrischen Hauptstadt Damaskus die pan-
arabische Baath-Partei gegründet. Ihr vorrangiges Ziel war es, die ge-
samte arabische Region von der Fremdherrschaft zu befreien sowie
die politische und wirtschaftliche Vereinigung aller arabischen Länder
zu verwirklichen. In der Republik Irak kam die Baath-Partei 1968 durch
einen Staatsstreich an die Macht. Mit den Jahren entwickelten sich sehr
enge Beziehungen zur Sowjetunion, die hier die ideale Möglichkeit sah,
dem Einfluss des Westens Einhalt zu gebieten.   

BEITRAG   

Bei den Recherchen zu den Anfängen von CRI kam ich auch zum
Radiosprechertourismus.

Mitte Januar 1985 sendete nach neunjähriger Unterbrechung wieder
RADIO DAMASKUS in Deutsch auf der Kurzwelle. So berichteten im
Jahre 1985 darüber u. a. der KURIER der ADDX und kurzwelle aktuell.
Der KURIER nennt die Sprecherinnen auch beim Namen: Gabriele und
Carmen. Hermann Jäger stellte dabei fest, dass diese vorher genannten
Damen wegen des sächsischen Dialektes aus dem Gebiet der damaligen
DDR kämen.

Schon ab September 1968 war ein deutschsprachiges Programm auf der
Kurzwelle zu empfangen. Durch die schwache Senderleistung war aber
der Empfang erschwert. Ein Grund dafür waren die schon damals über-
füllten Kurzwellenbänder.

In den Sechziger Jahren wurde das Programm in Deutsch mit Hilfe der
früheren DDR aufgebaut. Denn man hatte sich insbesondere im Mittleren
Osten sehr stark engagiert. Die Sprecherinnen waren durch ihren typisch
sächsischen Akzent als DDR-Bürger gut zu identifizieren.   

Für den Start des deutschen Programmes von RADIO PEKING im April
1960 wurden Rundfunkleute aus der damaligen DDR verpflichtet. Dabei
stellt er Parallelen zu RADIO DAMASKUS und RADIO BAGDAD her. [1]

In dem Jubiläumsbuch zum 50. Geburtstag des deutschen Programmes
von CRI gibt es auf der Seite 19 einen klaren Hinweis, dass zur Zeit der
Aufnahme dieses Dienstes sechs DDR-Bürger hier tätig waren. Genannt
seien hier u. a. eine Frau Eller. Später gesellte sich ein Herr Lange hinzu,
der später Intendant von Radio DDR wurde. Gegen Ende der Siebziger
Jahre konnten beide wieder China und ihre früheren Kollegen besuchen.

Heute ist es erstaunlich, dass die Kontakte zu den früheren Mitarbeitern
aus der DDR noch so gut sind, waren sie doch darauf trainiert, vor allem
für ihren Dienstherrn nützliche Meldungen zu verbreiten. Dies war ja vor
allem ab dem Jahre 1960 der Fall, als es zu wachsenden Spannungen
mit der Sowjetunion kam, nachdem sich das kommunistische China
allmählich, aber dennoch relativ spät, auf die Seite der Weltrevolution
stellte und die Sowjetunion unter Chruschtschow mit den Versuchen
einer Annäherung an Jugoslawien und an den Westen zu kritisieren
begann. Denn die wichtigen Kommentare zu dieser Zeit wurden von
den deutschen Mitarbeitern einfach aus DDR-Sicht bearbeitet. Hier-
bei verkannten sie, dass die Volksrepublik China nunmehr auch die
politische Meinung der albanischen Genossen teilte. [2]
      
Angesichts des 90. Jahrestages der Gründung der KP Chinas im Juli
2011 musste leider beobachtet werden, dass ehemalige Werkzeuge
des DDR-Regimes wieder in China zu hohem Ansehen gekommen
waren. Dies sorgte hier im Westen Deutschlands für große Besorgnis.
Die Volksrepublik China sollte endlich akzeptieren, dass mit dem Bei-
tritt der früheren DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober
1990 ein Schlussstrich gezogen worden ist. Seitdem fehlt eine nach
altem Vorbild bestehende sozialistische Verbundenheit. Auch entfällt
jetzt der Vergleich zum großen sozialistischen Bruder.       

Mit der Wahl eines ehemaligen DDR-Bürgerrechtlers für das Amt des
Bundespräsidenten gibt es eine neue Sichtweise, was die ehemalige
DDR angeht. Durch seine langjährige frühere Tätigkeit in einer nach
ihm benannten Behörde distanzierte sich dieser klar von den früheren
Verhältnissen im Hinblick auf die Bespitzelung der DDR-Bürger. Dies
sollte auch für China Anlass sein zu erkennen, dass es in Deutschland
den breiten Konsens in der Distanz zum alten DDR-Regime gibt.

ANMERKUNGEN
[1] KURIER der ADDX e. V. , Nr. 3/1985, Seite 8 / kurzwelle aktuell
     Nr. 29/1985, Autor: Hermann Jäger, SOLDI-Verlag in Hamburg,
     Seiten 7 + 11.
[2] MIT FÜNFZIG AUF DEM WEG, erschienen im Eigenverlag von CRI
     (2010), weiterhin die Seiten 8 + 21. / Der Hintergrund dieses Vorfalls
     lag in der albanischen Reaktion angesichts des öffentlichen Angriffs
     und der Verleumdung der Partei der Arbeit Albaniens (PAA) auf dem
     22. Parteitag der KPdSU im Oktober 1961 in Moskau.  Am 7. Novem-
     ber 1961 hielt Enver Hoxha anlässlich des 20. Jahrestages der Grün-
     dung der PAA und des 44. Jahrestages der Sozialistischen Oktober-
     revolution eine Rede, indem er die aktuellen sowjetisch-albanischen
     Beziehungen analysierte und die Ursache ihrer Verschlechterung in
     der sowohl antimarxistischen als auch chauvinistischen Großmacht-
     politik Chruschtschows und seiner revisionistischen Gruppe sah. Im
     Gegenzug gab er dem Wunsch und der Entschlossenheit der Partei
     und des gesamten albanischen Volkes Ausdruck, als er unterstrich,
     dass Albanien auch in Zukunft die Gefühle der aufrichtigen Freund-
     schaft zu den Brudervölkern der SU hegen würde. (GESCHICHTE
     DER PARTEI DER ARBEIT ALBANIENS, Verlag „NAIM FRASHERI“,
     Tirana -Albanien- 1971, die Seiten 534/35)
 

WELTKINDERTAG IN SAARLOUIS

Zu einem Kinder- und Familienfest  lud das Kinder-, Jugend- und Familienhaus in der
Lisdorfer Straße am Samstag, dem 23. September 2017, ein. Die ansesenden Kinder
vergnügten sich  an verschiedenen Spielzeugen. Mehr Bilder  auch auf unserer Face-
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DER LINKSTERRORISMUS IN DEN SIEBZIGERN

Nach dem Abschluss der Ostverträge hatte man in Westdeutschland
gedacht, jetzt würden friedliche Zeiten einkehren. In dieser Zeit gab
es auch diverse Friedensappelle, die den eingenommenen Stand-
punkt angeblich bestätigten. Man hatte aber dabei übersehen, dass
das Wort „Frieden“ in der kommunistischen Terminologie „einen sol-
chen Zustand in einer Konfliktsituation (bedeutet), wo zu allen Mitteln,
außer dem des offenen Krieges, gegriffen wird“. (S. Possony, A Cen-
tury of Conflict, Chicago 1953, Seite 413) Seit der Zeit, wo J. Andropow
als KGB-Chef in die Lubjanka übergesiedelt war, bestand sein Haupt-
ziel darin, diese Mittel anzuwenden. Im Grunde genommen führte er
einen unerklärten Krieg mit anderen (terroristischen) Mitteln. (nach
Garri Tabatschnik, Stalins Erben (Der Abstieg der Sowjetmacht),
Ullstein Verlag, Berlin 1992, Seite 220)

AUTOR: Josef Theobald

VORWORT

Anlässlich der Ermordung des italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro
(1916-1978) durch die Roten Brigaden äußerte sich damals die chinesische
Regierung offiziell dahingehend, dass sie individuelle terroristische Akte wie
Entführung und Mord weder befürworte noch unterstütze. In der Tradition der
Weltrevolution stehend vertrete man hingegen die Meinung, dass der revolu-
tionäre Kampf ein Kampf der Massen sei, und schließlich der Sieg nur dann
errungen werden könne, wenn die Massen mobilisiert würden und man sich
auf sie stützen könne. Die Marxisten bekämpften seit jeher den individuellen
Terrorismus und seien ebenfalls der Auffassung, dass er dem revolutionären
Kampf der der Massen schade. [1]     

BEITRAG

Bekanntlich liegen die Ursprünge der sich nennenden RAF (Rote Armee
Fraktion) in der Studentenbewegung der Sechziger Jahre. Doch bildete
man hier eine Randgruppe, die sich zum einzigen Ziel setzte, mit Hilfe
des bewaffneten Kampfes in dem damaligen Westteil Deutschlands eine
revolutionäre Massenbewegung ins Leben zu rufen. Doch fehlte in diesen
Jahren der Rückhalt in der Bevölkerung.

Im Vokabular der RAF finden sich auch Auszüge aus den Worten des
Vorsitzenden Mao, die aber oft aus dem Zusammenhang gerissen wa-
ren. Denn diese sind nur im historischen Kontext zu verstehen. Der da-
damalige politische Gegner der KP Chinas war die Guomindang unter
ihrem bekannten Führer Tschiang Kai-schek. In seinen diktatorischen
Bestrebungen und in seiner antikommunistischen Haltung galt ihm der
deutsche Nationalsozialist Adolf Hitler als Vorbild. [2] Gegen Ende der
Zwanziger Jahre sind 310.000 Revolutionäre, darunter 26.000 aus den
Reihen der KP Chinas, seinen Repressionen zum Opfer gefallen. In der
Zeit der Kulturrevolution reduzierte man die unterschiedlichen Arten von
Widersprüchen auf den Gegensatz zwischen „uns“ (den Anhängern der
Kulturrevolution) und dem Feind (der Personenkreis um Liu Shaoqi, die
Anhänger des chinesischen Chruschtschow). [3]   

Die maoistische Bewegung in Westdeutschland wird meist mit der Stu-
dentenbewegung in der Zeit der APO (Außerparlamentarischen Oppo-
sition) in den Sechzigern in Verbindung gebracht. Doch ist diese Sicht
leider zu einseitig. In Wirklichkeit liegen aber diese Wurzeln in einer vom
Stalinismus geprägten Protestbewegung gegen die Absicht einer moskau-
treuen Gruppierung, nach dem KPD-Verbot vom August 1956 auf dem Ge-
biet der alten Bundesrepublik eine neue KP nach dem Vorbild der SED in
der früheren DDR aufzubauen (die DKP). Allerdings bekannt wurden diese
mit Rotchina sympathisierenden und mit der DKP rivalisierenden Parteien
hauptsächlich erst durch die Studenten.

Einen breiten Konsens gab es aber bei der Ablehnung von Gewalt mittels
Waffen zur Durchsetzung politischer Ziele. Hierfür gab es mehrere Gründe:

Zum ersten lehnte W. I. Lenin selbst den individuellen Terror in Form von
Attentaten in seiner Schrift „Der 'linke Radikalismus', die Kinderkrankheit
im Kommunismus“ aus Gründen der Zweckmäßigkeit ab (in Ausgewählte
Werke in einem Band, Verlag Progress, Moskau 1986, Seite 575). In der
Schrift „Was tun?“ verglich Lenin den Terrorismus mit der Spontaneität
der leidenschaftlichsten Empörung der Intellektuellen, die es nicht ver-
standen oder nicht die Möglichkeit hatten, die revolutionäre Arbeit mit
der Arbeiterbewegung zu einem Ganzen zu verbinden (Ausgewählte
Werke in drei Bänden, Band I, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1970, Seite
208).  

Zum zweiten hatte man in der Parteigeschichte Chinas eigene Erfahrungen
mit dem Terror. So wurden unter dem Einfluss der Linie des linksradikalen
Abenteurertums von Li Lisan infolge der japanischen Übermacht Bomben-
anschläge gegen die Anführer des Gegners verübt, seine Herrschaftsgebiete
in Flammen gesetzt und die projapanischen Elemente und Nationalverräter
ins Jenseits befördert. Somit wurde diese Theorie des bewaffneten Kampfes
als eine Abart des Terrorismus bezeichnet (Kim Il Sungs Erinnerungen „Mit
dem Jahrhundert 2“, Pyongyang 1992, Seite 354). Einen weiteren Hinweis
finden wir in den Werken von Kim Il Sung. So wird im Band 1 auf der Seite
18 von linksradikalen Losungen gesprochen, die die Massen dazu aufhetzten,
sämtliche Gutsbesitzer und Kapitalisten niederzuschlagen, ohne die Rücksicht
darauf, ob sie projapanisch oder antijapanisch waren. In einigen Gebieten sind
sogar Getreideschober wahllos in Brand gesteckt worden, nur weil ihre Eigen-
tümer als Gutsbesitzer oder Großbauen bezeichnet wurden, und es wurde der
linksorientierte Fehler begangen. auch Schwankende, die man durchaus gewin-
nen konnte, als Helfershelfer abzustempeln, zu liquidieren usw. Im Mai 1930 be-
rief die Propagandaabteilung der Kommunistischen Internationale (Komintern) in
Chabarowsk eine Konferenz ein, bei der beschlossen wurde, dass alle die in der
Mandschurei lebenden koreanischen Kommunisten in die KP Chinas übertreten
und als deren Mitglieder wirken sollten (Seite 67). So gab es schon damals eine
enge Zusammenarbeit zwischen beiden Volksgruppen, die spätere Ereignisse
erklären sollten.

Als drittes stellte Mao Zedong fest, dass es im Krieg auch eine Gesamtsituation
gäbe, die sich schließlich aus einzelnen Teilen zusammensetze. So wären bei
den strategischen Problemen auch die Beziehungen zwischen Front und Hinter-
land zu berücksichtigen (Ausgewählte militärische Schriften, Beijing 1969, Seite
16). [4] Meines Wissens gab es zwar bei der RAF eine „Rote Hilfe“. Angesichts
der wachsenden Fahndungserfolge der westdeutschen Sicherheitsbehörden
und der kritischen Öffentlichkeit konnte aber der bewaffnete Terror in der bis-
herigen Form nicht mehr weiter aufrechterhalten werden. So gab es bei der 2.
Generation einen teilweisen Exodus in die ehemalige DDR.

Logistische Unterstützung gab es vom KGB, dem Geheimdienst der früheren
Sowjetunion, der die RAF in den Widerstand der Palästinenser (in die Fatah)
einverleibte. In diesem Rahmen wurden auch die Flugzeugentführungen ko-
ordiniert, die in den heißen Herbst des Jahres 1977 gipfelten. Weiterhin wa-
ren hier die DDR, CSSR und Bulgarien eingebunden gewesen. So entstand
ein breites Netzwerk, dessen faktische Ausgestaltung erst in späteren Jahren
bekannt wurde.
 
Schon in den Sechziger Jahren wurde nach der Abkehr der Sowjetunion von
der Weltrevolution in China vermutet, die sowjetische Außenpolitik würde sich
von nun an dem „linken Ultraradikalismus“ anschließen, nachdem sie jetzt in
eine Zwickmühle geraten sei. Einerseits empfahl man den kommunistischen
Parteien im Westen den friedlichen Übergang zum Sozialismus auf dem parla-
mentarischen Weg. Andererseits distanzierte man sich vom Trotzkismus, der
die permanente Revolution anstrebte. (DIE PROLETARISCHE REVOLUTION
UND DER REVISIONISMUS CHRUSCHTSCHOWS -Achter Kommentar zum
offenen Brief der KPdSU-, Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing -China-   
1964, die Seiten 35 + 48/49)
 

RANDBEMERKUNG

Leider gibt es in den chinesischen Quellen lediglich Andeutungen oder Um-
schreibungen in der Sprache der Partei-Ideologie. Nur in nordkoreanischen
Quellen gibt es eindeutige Hinweise auf linksorientierte Ausschreitungen in
den von den Japanern besetzten Gebieten. Dies liegt oft daran, dass die
Hauptaktivitäten der KP Chinas meist nicht im NO Chinas lagen. In diese
Gebiete flohen vorwiegend Koreaner, da sie in ihrer Heimat starker Unter-
drückung ausgesetzt waren. Das nur von sehr wenigen Staaten anerkannte
MANDSCHUKO wurde als eigenständiges Kaiserreich von den Mandschuren
verwaltet, unterlag aber einer direkten Kontrolle des japanischen Militärs. Des-
halb war das Leben für viele Koreaner hier angenehmer.

ANMERKUNGEN
[1] BEIJING RUNDSCHAU, Nr. 14 vom 11. April 1978, Seite 27.
[2] Bis zum Abschluss des deutsch-japanischen Antikominternpaktes zur
     Abwehr des Kommunismus im November 1936, der nun das Deutsche
     Reich außenpolitisch an Japan heranführte, war die deutsche Waffen-
     industrie mit ihrer Niederlassung in Spanien auch ein Lieferant für die
     Guomindang-Truppen mit Tschiang Kai-schek an der Spitze gewesen.
     Ebenfalls kam eine hochrangige deutsche Militärmission nach China,
     die aus den Generälen Georg Wetzell, Hans v. Seeckt, Alexander v.
     Falkenhausen u. a. bestand, um dort die verschiedenen Kommando-
     ebenen entsprechend zu beraten.
[3] DOKUMENTE DES IX. PARTEITAGS DER KOMMUNISTISCHEN
     PARTEI CHINAS, im Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing
     (China) 1969, Seite 178.     
[4] Stalin stellte einmal fest, dass die größten und auch bestbewaffneten
     Armeen zerfielen und zerstoben, wenn sie über kein festes Hinterland
     verfügten, wenn sie nicht die Unterstützung und die Sympathien des
     Hinterlandes, der werktätigen Bevölkerung besaßen (Werke, Band 11,
     Seite 22).  
 
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