RADIO RUMÄNIEN INTERNATIONAL – SONDERVERHÄLTNIS ZUM WESTEN

AUTOR: Josef Theobald

Wenn man an Rumänien denkt, kommt plötzlich einiges in den Sinn. In
den Auswanderungswellen des 18. Jahrhunderts spielten die Banater
Schwaben in Rumänien keine unwesentliche Rolle. Diese kamen auch
aus dem Südwesten Deutschlands, die unter den Habsburgern in dem
Grenzgebiet zum Osmanischen Reich angesiedelt wurden. In den Sech-
ziger und Siebziger Jahren machte Rumänien durch seine Politik der „na-
tionalen Unabhängigkeit“ weltweit auf sich aufmerksam. In der Außenpo-
litik verfolgte das kommunistische Regime eine Sonderrolle, indem man
sich im April 1964 auf die „Prinzipien der nationalen Unabhängigkeit und
Souveränität, der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Vorteils“ be-
rief. Sowohl gegenüber dem kapitalistischen Westen als auch gegenüber
dem kommunistischen China wurde man aufgeschlossen. Analog zu den
Verhältnissen in Ostasien nannte sich der letzte kommunistische Herrscher
„Conducator“ (Führer) mit weitgehender Machtfülle für ihn und seine Familie.

In den Sechziger Jahren lebten in Westdeutschland nicht wenige Rumänen,
die auf der Seite Hitlerdeutschlands bei der Schlacht um Stalingrad beteiligt
waren und wegen der politischen Verfolgung in ihrer Heimat nicht nur hier
blieben, sondern auch studierten und entsprechend Karriere machten.

Am 1. Januar 1940 wurde der erste Kurzwellensender in Betrieb genommen,
der speziell für Sendungen ins Ausland gebaut worden war. Am Anfang gab
es nur eine Nachrichtensendung täglich, die in Deutsch, Französisch, dann
in Italienisch, Englisch und Russisch ausgestrahlt wurden. 426 Programm-
stunden waren es im Jahre 1943. Im Juli 1991 waren es 10.740 Programm-
stunden. Zu dieser Zeit gab es ebenfalls einen Auslandsdienst in Spanisch,
Portugiesisch, Serbo-Kroatisch, Griechisch, Türkisch, Arabisch und Persisch.
Heute sendet man in Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch,
Russisch, Serbisch, Spanisch und Ukrainisch. Das deutsche Programm hat
heute insgesamt eine Länge von 140 Minuten.

Alle Sendungen beginnen mit der 1. Rumänischen Rhapsodie des berühmten
rumänischen Komponisten George Enescu, die in den ersten Jahren des 20.
Jahrhunderts geschrieben wurde. Die Rhapsodie ist eine Folge verschiedener
Folkloreverarbeitungen. Als Stationssignal wurde eine symphonisch verarbei-
tete Hora (ein Volkstanz) gewählt, bekannt unter dem Namen „Dobricas Hora“.

Die deutsche Abteilung unterhält auch einen Hörerclub, der für den Versand
von Empfangsbestätigungen und Diplomen verantwortlich ist. Heute bietet
die deutsche Abteilung Praktikanten die Möglichkeit, in der Redaktion ihre
ersten Erfahrungen mit einem Auslandsdienst zu sammeln.

Im Dezember 1989 war beim Auslandsdienst von RADIO RUMÄNIEN INTER-
NATIONAL plötzlich Funkstille. Denn es wurden hier die letzten Tage des kom-
munistischen Regimes eingeläutet. Am 24. Dezember gab es aber wieder eine
deutschsprachige Sendung.

QUELLE: „Das verpasste Jubiläum von Radio Rumänien International“, in
KURIER der ADDX e. V., Nr. 7/91, Seiten 8 + 9.

OBSTBAUMPFLANZAKTION

Wann?          Samstag, dem 9. März 2019

Wo?              Im Ellbachtal in Saarlouis-Roden

Treffpunkt?   Kinder- und Jugendfarm Saarlouis

Im Anschluss an die Pflanzaktion lädt die Kinder- und Jugendfarm zu einem gemütlichen Beisammensein bei einem heißen Teller Suppe ein.

Die Aktion findet unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Marion Jost statt und wird gesponsert von Rosa-Maria Kiefer-Paulus vom RODENA Heimatkundeverein Roden e. V.

DER INTERNATIONALE FRAUENTAG

AUTOR: Josef Theobald

In Europa war die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933)
federführend für die Frauenbewegung. Auf dem Internationalen
Sozialistenkongress in Stuttgart von 1907 wurde eine Resolution
über das Frauenwahlrecht einstimmig angenommen. Allerdings
sprach sich der Kongress dafür aus, dass die Arbeiterinnen den
Kampf um das Frauenwahlrecht nicht gemeinsam mit den bürger-
lich-konservativen Frauenrechtlerinnen führen sollten. Außerdem
erkannte der Kongress die Notwendigkeit der Vertretung der so-
zialistischen Prinzipien und ebenso im vollen Umfang die Gleich-
berechtigung von Männern und Frauen an. Auch dürften diese
Prinzipien nicht aus irgendwelchen Zweckmäßigkeitsgründen
geschmälert werden. [1]

Auf die Initiative Clara Zetkins hin beschloss die 2. Internationale
Sozialistische Frauenkonferenz am 27. August 1910 im dänischen
Kopenhagen die Einführung eines als Welttag jährlich zu begehen-
den Internationalen Frauentags. Hier kamen hundert Delegierte aus
17 europäischen Ländern zusammen und setzten sich gemeinsam
für die Fraueninteressen ein und machten die Ausbeutung und Un-
terdrückung der Frau zu einem politischen Thema. [2] Der geforderte
Frauentag sollte in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht
dienen und auch internationalen Charakter tragen. Dieser Beschluss
war ein Sieg der revolutionären Kräfte und ein wichtiger Schritt zum
internationalen Zusammenschluss und zur festen Einbeziehung der
proletarischen und fortschrittlichen Frauen in den Befreiungskampf
der Arbeiterklasse. [3]

Eine weitere Internationale Sozialistische Frauenkonferenz fand im
März 1915 in Bern statt. Sie wurde auf Anregung der Auslandsver-
tretrinnen der bolschewistischen Frauenorganisationen von Clara
Zetkin, der Sekretärin des Internationalen Sozialistischen Frauen-
büros einberufen. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die inter-
nationale Friedensaktion der sozialistischen Frauen. [1]

Zu den zentralen Forderungen der Internationalen Sozialistischen
Frauenkonferenzen zählten neben dem Frauenwahlrecht der Acht-
stundentag, Gesetze zum Arbeitsschutz, ein ausreichender Schutz
von Müttern und Kindern, sowie die gleiche Entlohnung für gleiche
Arbeitsleistung.

Heute orientieren sich die Themen auf den Veranstaltungen und
Demonstrationen des Internationalen Frauentages an aktuellen
politischen Situationen. Im Mittelpunkt steht somit der Kampf
gegen die Frauendiskriminierung, etwa die Forderungen nach
Chancengleichheit und Gleichberechtigung auf dem Arbeits-
markt oder nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit.

1921 legte die 2. Kommunistische Frauenkonferenz in Moskau
den Gedenktag für die Rechte der Frauen auf den 8. März fest.
Denn am 8. März 1917 traten die Arbeiterinnen und Soldaten-
frauen eines armen Stadtviertels von St. Petersburg in einen
großen Streik, der sich wie ein Flächenbrand ausbreitete und
letztlich die „Februarrevolution“ auslöste, die den russischen
Zar zu Fall brachte. Mit dieser Datierung sollte der Kampf
aller ausgebeuteten und unterdrückten Frauen ein interna-
tionales Gewicht bekommen.

Heute ist der 8. März in den meisten Ländern der ehemaligen
Sowjetunion und in den sozialistischen Ländern wie Kuba ein
gesetzlicher Feiertag. In der Volksrepublik China haben die
Frauen nachmittags arbeitsfrei. Im Verlauf der Sechziger
Jahre erlangte in Deutschland der Internationale Frauentag
im Zuge der Frauenbewegung wieder mehr Aufmerksamkeit.
Seit 1977 ist dieser internationale Gedenktag auch von der
Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt. [2]

ANMERKUNGEN
[1] W. I. Lenin, Über Deutschland und die deutsche Arbeiterbewe-
gung, 4. ergänzte und erweiterte Auflage, Dietz Verlag, Berlin-
Ost 1976, die Seiten 186 + 744/45.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und nationale
Feiertage weltweit), Bertelsmann Chronik, wissenmedia Verlag,
Gütersloh/München 2009, Seiten 205 + 206.
[3] KLEINES POLITISCHES WÖRTERBUCH, 4. Auflage, im Dietz 
Verlag, Berlin-Ost 1983, Seite 428.

FASTNACHTDIENSTAG IN RODEN

Trotz des widrigen Wetters ließen es sich die Rodener Bürger nicht nehmen, entweder am Karnevalsumzug teilzunehmen oder am Straßenrand den Umzug zu bestaunen. Die Rodener sind eben ein tapferes Völkchen. Nachstehend die Bilder vom Tage.

Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem LINK:

https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

Maréchal Michel Ney – Stationen eines beherzten Lebens

Im Städtischen Museum Saarlouis wurde am 09.01. die Sonderausstellung zum 250. Geburtstag von Michel Ney unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeiser Peter Demmer Geburtstag. eröffnet.

Benedikt Loew Leiter des Städtischen Museums begrüßte nach der Rede des Oberbürgermeisters die Besucher hielt einen kurzen Vortrag über das Leben von Maréchal Michel Ney. In der Ausstellung sind in 9 Abschnitten insgesamt 230 Exponate zu sehen. Ein Begleitheft zur Ausstellung kann im Museum erworben werden.

„Maréchal Michel-Ney – Stationen eines beherzten Lebens“
Ausstellungszeitraum: 10. Januar – 10. Juni 2019

Die Ausstellung ist geöffnet:
Dienstag bis Freitag: 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr,
Samstag, Sonntag und Feiertag: 14 bis 17 Uhr.

Führungen für Gruppen sind nach Terminabsprache möglich

Galakappensitzung und Kinderkarneval des SKC „de Boules“ e.V.

In der Mehrzweckhalle Vogelsang geht es an Fastnachtsamstag, 02.03.2019, endlich wieder närrisch hoch her. Der Saarlouiser Kultur- und Carneval-Club (SKC) „de Boules“ e.V. veranstaltet ab 20.11 Uhr seine Galakappensitzung und präsentiert alles, was zu einem gelungenen Abend dazugehört: fetzige Tänze der SKC-Garden, Tanzmariechen und des Männerballetts, witzige Sketche und Büttenreden sowie stimmungsvollen Gesang. Der Kartenvorverkauf für diese Veranstaltung findet am Sonntag, 10.02.19 um 10.11 Uhr im Gasthaus „Zum Stadtkrug“, Schlächterstraße statt. Auch Restkarten sind dort erhältlich.

Mit Pauken und Trompeten und ganz viel „Alleh hopp“ startet die Jugendabteilung des SKC „de Boules“ e.V. an Fastnachtsonntag, 03.03.2019, ihren Kinderkarneval, zu dem alle kleinen und großen Narren recht herzlich eingeladen sind. Los geht’s um 15.11 Uhr mit einem bunten Programm in der Mehrzweckhalle Vogelsang. Neben den Tänzen der Garden und zahlreichen Spielen und werden die schönsten Kinderkostüme prämiert. Karten können an der Tageskasse erworben werden.

Husarengeneral Marschall Ney

1788 aber „vertauscht er die Feder mit dem Schwert“, geht zu Fuß die zehn Wegstunden nach Metz und wird Husar in dem Metzer Regiment Colonel Général Hussards. Er ist nur einer in der langen Reihe von Söhnen der Stadt Saarlouis, die in jener Zeit Soldat wurden (General Grenier ist in demselben Jahre geboren), die durch die Ereignisse der Revolution und der nachfolgenden napoleonischen Kriege schnell „Karrière“ machten und durch ihre Kriegstaten zum Ruhme Frankreichs und zur Ehre ihrer Heimatstadt beitrugen. Hätte ihn doch ein Metzer Maler in der Prachtuniform des Regiments Colonel Général Hussard gemalt: Husarenüberwurfjäckchen von scharlachrotem Tuche mit weißem Lammfell gefüttert. Dolman von himmelblauer Farbe mit gelber Husarenbeschnürung, schwarzer Schako mit roter Verzierung, und aufrechtstehender weißer Feder, scharlachroter Tasche an der Seite, blaue Hose, blauer Mantel. Und dazu 19 Jahre alt, groß, baumstark, rothaarig, blauäugig. Soll man da kein schöner Husar sein?

Es folgten Jahre des Krieges, den die europäischen Staaten gegen das revolutionäre Frankreich führen, Jahre, in denen die Perückenarmeen Europas sich gegen das oft mangelhaft bekleidete und genährte französische Volksheer stellen, ein Revolutionsheer, das auf den Ruf hin: „das Vaterland ist in Gefahr“, sich in Eile gebildet hatte. Da Österreich als Hauptgegner auftrat, war Frankreich auch von Norden, dem damals österreichischen Belgien her, bedroht.

Ney gehört in diesem Kriege der Nordarmee von Sambre-et-Meuse an und wird nach der Schlacht von Valmy zum Leutnant befördert. Ist diese Beförderung nicht ein Symptom? Nicht nur die streng geordnete, gegliederte Schlachtenaufstellung der alten Zeit in ihrer Schwerfälligkeit hat einer neuen aufgelockerten Kampfesweise Platz gemacht. Auch der Aufstieg, der sonst nur den Söhnen der Vornehmen, möglich war, steht jetzt dem Volke offen.

Dem Husar Ney untersteht die Vorhut. Als solcher hat er zu erkunden, vorzustoßen, anzugreifen. Durch dreiste Einschüchterung bringt er in den folgenden Jahren die Städte Mastricht, Würzburg, Bamberg, Forchheim und Magdeburg zur Übergabe, fast ohne einen Schuss zu tun. Als Bauer verkleidet, verschafft er sich Eintritt in die belagerte Stadt Mannheim, stellt seine Erkundungen an und überrumpelt danach diese Stadt mit einigen Schüssen. Dass er schreibgewandt ist und französisch und deutsch gleich gut spricht, ist ihm in diesen Jahren von Vorteil.

Im Jahr III der französischen Revolution hat er schon den Namen IˈInfatigable, der Unermüdliche. Kleber ist auf ihn aufmerksam geworden. 1793, mit 24 Jahren, wird er zum Brigadegeneral vorgeschlagen. Kleber schreibt an das Direktorium: „Der Generaladjutant Ney hat während dieses Feldzuges und der vorhergehenden vielfache Beweise von Talent, Eifer und Unerschrockenheit gegeben. Gestern hat er sich selbst übertroffen, als er wiederum zwei Pferde unter ihm getötet wurden. Ich habe es als meine Pflicht betrachtet, diesen Offizier auf dem Schlachtfeld zum Brigadegeneral zu befördern. Das Patent war ihm schon vor 18 Monaten geschickt worden, aber aus Bescheidenheit nahm er es damals nicht an. Indem Sie diese meine Ernennung bestätigen, geben Sie, Bürger des Direktoriums, mir einen treffenden Beweis Ihrer Gerechtigkeit.“ –

In dieser Zeit verbringt Ney einen Erholungsurlaub in Saarlouis und wird gefeiert und geehrt. Bald danach wird er Divisionsgeneral auf Befehl des Direktoriums und bekommt den Oberbefehl über die 3. Armee. Im Frieden von Lunéville wird das linke Rheinufer französisch. Es ist ein Augenblick der Kriegsstille.

Ney hat ein Besitztum gekauft in Malgrange bei Nancy. Dorthin lässt er den Vater und die Schwester von Saarlouis kommen und übereignet ihnen das Haus. Auch den anderen Verwandten ist er behilflich. Den jungen Verwandten aus Beaumarais schafft er auf die Kriegsschule nach St, Cyr. Ney ist 33 Jahre alt und ein schweigsamer Mann, der die Untergebenen nicht lange zu Wort kommen läßt, schweigsam, wie es bei den Generälen der napoleonischen Armee aus wohlerwogenen gründen Brauch war.

Napoleon ist Konsul geworden und will den schweigsamen Draufgänger an sich ketten. Josephine erreicht es auf dem Wege einer Verbindung mit der Freundin ihrer Tochter Hortense, der 20 jährigen Eglé Auguié. So war es auch bei Napoleon üblich, den jungen Generälen, den Emporkömmlingsgenerälen, durch Hineinversetzen in einen Kreis gewisser Vornehmheit jene Umformung angedeihen zu lassen, die er selbst erstrebt und gefunden hatte in seiner Verbindung mit Joséphine Beauharnais. Der etwas ungeschickte Mann, der Rotkopf gefällt dem jungen Mädchen nicht allzu sehr, aber sie bewundert den Helden in ihm und am
6. Thermidor des Jahres X der französischen Republik wird im Schlosse zu Grignon die Hochzeit gefeiert. Madame la Maréchale erlebt nun selige Zeiten, wenn sie auf ihren Gesellschaften zu glänzen versteht. Er aber bleibt ein schlichter Soldat in Benehmen und Kleidung. Nur den altmodischen Haarzopf hat er der jungen Marschallin zuliebe abschneiden lassen.

Nach dem Siege von Friedland nennt ihn die Armee „le brave des braves“ oder die Soldaten noch viel einfacher „le Rougeat“, der Rotfuchs oder „Carotte“. Der Kaiser verleiht ihm den Titel: Herzog von Elchingen, nach dem Ort eines Sieges an der Donau. Der folgende Krieg in Spanien ist ihm wegen der Kampfesweise der Spanier, vor allem wegen der Unstimmigkeiten mit Masséna, ein Grund ständig zunehmenden Ärgers. „Ich bin Herzog von Elchingen, wenn Sie Herzog von Dalmatien sind“, so ruft er Masséna zu und ist froh, als er Spanien und dem „guerre de comédie“ den Rücken kehren kann.

Quelle: Dora Dimel/Beaumarais – Marschall Ney und seine Heimat

Bildquelle: Museum Saarlouis

Feste Wagner Metz

Die Feste Wagner liegt im Süden von Metz auf einem Hügel zwischen dem
Fluss Seille und dem Bach de Chèrisey. Im Süden und Westen führt die Bahnlinie Metz – Chateau Salins vorbei, im Osten die Straße Metz – Cheminot – Nancy. Mit dem Bau der unregelmäßig geformten Festung wurde 1907 begonnen. Am 17. Mai 1910, mit Ende der Rohbauphase, erhielt die Festung zu Ehren des 1904 tödlich verunglückten Inspekteurs des Festungswesen Generalleutnant Julius Wagner den Namen „Feste Wagner“.Die Feste besteht aus sechs freistehenden Bereichen, die unterirdisch alle mittels Hohlgang verbunden sind. Die Kasernen konnten 1.250 Mann aufnehmen. Das Infanteriewerk Verny besitzt die Form eines gleichmäßigen Trapezes und liegt nördlich des Dorfes Verny. Es besteht aus einer doppelstöckigen Kaserne, einem Bereitschaftsraum, einem Kehlblockhaus, vier Panzerbeobachtern und mehreren Schneckenbeobachtungsständen. Zusammen mit dem I-Werk Verny liegt auf einer Linie auch die Schirmlafettenbatterie Nr. 7, die aus einem M-Raum, einer Brustwehr samt einem Mannschaftsraum und zwei Stellungen für 15-cm-Schirmlafettenkanonen besteht. Die 2 x 15-cm-Schirmlafettenbatterie war an ein Normalspurgleis angeschlossen. Über das Normalspurgleis wurden die Kanonen im Kriegsfall in die Batterie gebracht, ebenso wie die Versorgung mit Munition direkt über die Bahn abgewickelt werden konnte. Der Infanteriestützpunkt Lamencé besteht aus einer großen doppelstöckigen Kaserne, die mit einer flankierenden Kasematte für zwei 7,7-cm- Kanonen versehen ist. Von hier kann das Seille-Tal in westlicher Richtung unter Feuer gehalten werden. Panzerbeobachter, Bereitschaftsraum und Kehlblockhaus vervollständigen das Ensemble. Die Panzerhaubitzbatterie ist mit vier 15-cm Haubitzen ausgestattet. Hier befindet sich auch das Kraftwerk, das mit Hilfe von Einkolben-Ottomotoren (Benzolmotoren) die Elektrizitätsversorgung der gesamten Festung übernimmt. Die Panzerkanonenbatterie ist mit vier 10-cmKanonen ausgerüstet. Das Infanteriewerk Avigy besitzt einen trapezförmigen Umriss und setzt sich aus einer doppelstöckigen Kaserne, Bereitschaftsraum, zwei Grabenstreichen, einem Kehlblockhaus, drei Panzerbeobachtern und mehreren Schneckenbeobachtungsständen zusammen. Das Infanteriewerk Seille besteht aus einer Kaserne, Bereitschaftsraum und einem Artillerie-
Panzerbeobachtungsstand.

Textquelle:
http://www.feste-wagner.de

Die Zahl der Besucher der Feste Wagner in Metz, dem einzigen Werk der ehemaligen deutschen Großfestung, das offiziell besucht werden kann, hat dramatisch nachgelassen.

Das ist schade, zumal die französische Organisation ADFM inden vergangenen Jahren Außerordentliches geleistet hat, umBesuchern ein umfassendes Bild zu vermitteln, wie die alten Werke in der Kaiserzeit ausgesehen haben.

Seit Jahren arbeitet eine kleine, aktive Gruppe der ADFM (Association Découverte de la Fortification Messine) unter der Leitung ihres langjährigen Vorsitzenden Raymond Decker an der Wiederherstellung ehemaliger Einrichtungen der Feste Wagner. Erstes Ziel war die Wiederinstandsetzung der beiden Panzerbatterien. Bei allen 8 Türmen, also bei der 4 x 10-cm-Kanonenbatterie und bei der 4 x 15-cm- Haubitzbatterie fehlten nichtnur die Geschützrohre, sondern auch die mit den Panzerkuppeln fest verbundenen Lafetten und die gesamte Turmtechnik. Nur die leeren Panzerkuppeln deckten die Turmschächte.

Mit Hebeln wird die leere Kuppel zunächst aus ihrer
Kalotte gehoben und auf Rundhölzer gesetzt. [Wernet April 2004]

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Die leere Kuppel ist angehoben und ruht auf Rundhölzern. Eine leichte Laufkatze ist montiert. Sie dient zum Ablassen der Einzelteile der Turmmechanik, die bereits auf der Batteriedecke zwischengelagert sind. Im Vordergrund die neue Pivotsäule. [ADFM 2004]

Die untere Ebene eines der liebevoll und aufwendig restaurierten 10-cm-Panzertürme. [Wernet 2019]

Die 4 x 15-cm-Panzerhaubitzbatterie

Der Wiederaufbau der 4 x 15-cm-Panzerhaubitzbatterie begann zunächst mit zwei Türmen: Im Frühjahr 2006 die Demontage auf der Feste Kaiserin und bereits am 5. und am 20. Juli ihr Abtransport und Ablassen in die Turmschächte der Feste Wagner.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASo sah die vordere der beiden Maschinenhallen noch 1996 aus…[Wernet 1996]

und so zu Beginn der Arbeiten 2016. [ADFM April 2016]

Weitere Fotos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

Rodena bedankt sich bei Inge und Dieter Wernet für den Bericht und die schönen Bilder!

 

Rückblick – Datenschutz Grundverordnung – Infos für Vereine, Webseiten Betreiber und Blogger

In Victors Residen Saarlouis, Saal New York fand eine Veranstaltung über die Datenschutz Grundverordnung statt. Nach Begrüßung der Gäste durch Helmut Grein sprach Rechtsanwalt Michael Weller (Spezialisierung im Recht der neuen Medien) über die Problematik der Datenschutz Grundverordnung. Über 60 Besucher nahmen an der Veranstaltung teil. Ihnen werden von dem Rodener Heimatkundeverein Rodena e.V. eine Teilnahmebestätigung sowie Informationsmaterial per Mail zugesandt.

Die nächste Informationsveranstaltung über die Verwendung von Fotos und sonstigen Materialien findet im 2. Halbjahr 2019 statt. Den genauen Termin werden wir noch bekannt geben.

Der Landesverband der heimatkundlichen Vereine des Saarlandes und Rodena Heimatkundeverein Roden e.V. waren die Veranstalter des Informationsabends.

 

Barmherzige Schwestern vom hl. Karl Borromäus

                                        Schwester Xaveria Rudler in Saarlouis

Vom Tage der Profession an gestaltet sich das Leben der Ordensfrau demjenigen ihres gekreuzigten Bräutigams ähnlich. Für Schwester Xaveria ließ die Gelegenheit, das was sie gelobt hatte, nicht lange auf sich warten. Der Heiland verlangte Beweise der Liebe durch Gehorsam und Entsagung.

Schwester Xaveria bekam das Amt einer Lehrerinn an der, von den Schwestern vom hl. Karl geleiteten höheren Mädchenschule in Saarlouis. Zu der 1810 gegründeten ersten deutschen Niederlassung des Ordens gehörte auch ein Hospital und die ambulante Krankenpflege. Schon als Novize hatte Schwester Xaveria eine sehr starke Abneigung gegen den Lehrberuf. Sie beherrschte die deutsche Sprache nur mangelhaft und war mit dem deutschen Volkscharakter noch nicht vertraut. Sie fühlte sich ihrer Aufgabe nicht gewachsen und sehnte sich nach der Krankenpflege im nahen Hospital. Später erzählte sie in Saarlouis habe sie lange Zeit täglich den Kalvarienberg heraufsteigen müssen.

Zuweilen sträubte sich ihre Natur so heftig gegen das ihr auferlegte Amt, das sie vor Beginn der Schule in die Kapelle flüchtete. Dort warf sie sich vor dem Altar nieder und versuchte in flehentlichen Gebeten den Widerwillen zu besiegen. Ungeachtet desselben erneuert die junge Ordensfrau freudig ihr Gelübde und bat Gott täglich, sie nicht Eher von hier fort zu nehmen bis sie die diese Aufgabe liebgewonnen habe. Durch ihren natürlichen Frohsinn gewann sie trotz aller Schwierigkeiten die Herzen der Kinder.

In Saarlouis rühmte man noch nach Jahren die strenge und doch mütterliche Lehrerin, in deren Klasse eine musterhafte Zucht und Ordnung geherrscht und die sich ihrem Beruf mit unermüdlicher Aufopferung hingegeben hatte.

1844 hatte Bischof Arnoldi den heiligen Rock in Trier ausstellen lassen und den Ordensschwestern gestattet, sich den pilgernden Wallfahrern anzuschließen. In Trier traf Schwester Xaveria zu ersten Mal mit Schwester Angelika Eschweiler zusammen die von Echternach gekommen war. Schwester Xaveria und Schwester Angelika wurden später Geneneraloberin des Ordens.

So vergingen 13 Jahre und Schwester Xaveria unverwüstliche Gesundheit ließ außer der Schulzeit noch weitere Arbeiten im Hause und bei den Kranken auf sich nehmen. Zu ihren bevorzugten Diensten gehörte das Ofenwichsen – eine sehr unangenehme Arbeit. Ihr liebenswürdiges Wesen, ihr Mitleid mit den Armen und Kranken machte sie auch bei diesen beliebt. Später, als sie als Generaloberin nach Saarlouis kam, eilten ihr nicht nur ihre früheren Schülerinnen, sondern auch viele andere Einwohner der Stadt, besonders aus der Armen Bevölkerung herbei, um sie zu begrüßen.

Einst hatte die junge Ordensfrau den Herrn gebeten, sie auf ihrem Posten zu lassen, bis dieser kein Kreutz und Opfer mehr für sie bedeutete. Sie hatte sich nun eingelebt und die Aufgabe der Kindererziehung war ihr so leicht und lieb geworden, dass sie das Kloster in Saarlouis ihr Paradies nannte. Dieses Kloster musste sie nun verlassen. Schwester Xaveria wurde 1846 nach Nancy gesandt, weil ihre Oberen sie ausersehen hatten, ein Haus in Berlin zu gründen. Mit großem Bedauern wurde diese Versetzung von der klösterlichen Kommunität und der ganzen Bevölkerung in Saarlouis aufgenommen. Das schönste Lob der scheidenden Schwester aber findet sich in einem Brief, den der Pfarrer und Dechant von Saarlouis damals an Probst Brinkmann nach Berlin schrieb:

„Ich wünsche Ihnen Glück dazu, dass Sie Schwester Xaveria Rudler zur Vorsteherin erhalten. Geeigneter als diese hätte wohl schwerlich eine im ganzen Orden für diese wichtige Mission gefunden werden können. Zwölf Jahre hat Sie unter meinen Augen als barmherzige Schwester gewirkt und wie sie gewirkt, wird so bald nicht aus dem Andenken meiner Pfarrkinder schwinden. Trauer erfüllt die ganze Stadt bei ihrem Abgang hier. Ihre ausgezeichneten Eigenschaften wegen ist sie eine wahre Zierde ihres Ordens, und die Reinheit ihres Berufes lässt keinen Zweifel übrig. Sie ist eine Enkelin des früheren Generalgouvernemetkommissarius Rudler und eine Nichte des früheren Generalgouverneurs Gustus Gruner. Als ihr die Nachricht wurde, dass sie für Berlin bestimmt sei, hatte sie einen großen Kampf zu bestehen, da sie sich in ihrer Demut durchaus unfähig erachtete, einer solchen Anstalt vorstehen zu können. Jedoch hat der Gedanke, dass sie in Ihnen, hochwürdiger Herr Probst einen leitenden Vater finden werde, sie allmählich beruhigt und ihr Mut einflößt.

Quelle: Franz Hamm 1914

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