KATHOLISCHES KIRCHENFEST „MARIÄ HIMMELFAHRT“

AUTOR: Josef Theobald

In der Bibel ist von Maria, der Mutter Jesu Christi, selten die Rede.
Etwa um das Jahr 500 gibt es die ersten Nachweise auf einen „Tag
der Muttergottes Maria“ Mitte August. Der oströmische (byzantinische)
Kaiser Maurikios (gest. 582-602) soll das Fest auf den 15. August ge-
legt haben. Vermutlich seit dem 10. Jahrhundert werden an diesem
Tag Kräuter geweiht, welche dann im Haus aufbewahrt werden. Am
Morgen dieses Festtages wird eine bestimmte Anzahl von Sommer-
kräutern zu einem dicken Busch gebunden und während der Messe
gesegnet. Dieser nun geweihte Strauß – in den alten Bauernstuben
wurde er mit nach unten hängenden Blüten in den Herrgottswinkel
gehängt – um sich damit vor allerlei Gefahren wie Feuer, Gewitter
oder Krankheit schützen zu können. Damit wurde vermutlich eine
ehemals heidnische Übung christianisiert. [1]

Nachdem das Konzil von Ephesus (431) die Lehre von der Gottes-
mutterschaft verkündet hatte, wurde vor allem die Marienverehrung
in den Ostkirchen immer populärer. Schließlich hatte die Westkirche
das Fest Mariä Himmelfahrt im 7. Jahrhundert von den Ostkirchen
übernommen. Unter Papst Sergius I. (687-701) fand an diesem Tag
z. B. eine Prozession von der Hadrianskirche zur Kirche Santa Maria
Maggiore statt. [2]

Vermutlich ist das Fest Mariä Himmelfahrt um 450 in Jerusalem ent-
standen und war unter den lateinischen Bezeichnungen „Dormitio“
und „Pausatio“ bekannt. In Gallien feierte man im 7. Jahrhundert
dieses Fest am 18. Januar. [3]

Die Marienverehrung unterscheidet die katholische Konfession vom
Protestantismus als wesentliches Merkmal. Die früheren Vorbehalte
der Reformatoren betrafen hauptsächlich die in der Marienverehrung
liegende Mittlerschaft, die eine alleinige Mittlerschaft Christi in Frage
stellen würde. [2] Zur Zeit des Jerusalemer Tempels waren Frauen
lediglich auf die Außenbezirke verwiesen (Stichwort: Frauenvorhof).
Im jüdischen Haus selbst hatten sie nur Ehrenämter auszufüllen, wie
das traditionelle Anzünden der Sabbatlampen am Freitagabend. [4]

ANMERKUNGEN
[1] Hans-Peter Ebert, FESTTAGE ZUM NACHLESEN,
DRW-Verlag, Leinfelden-Echterterdingen 2001,
Seite 97 / Die wichtigsten Feier- und Gedenk-
tage (Religiöse und nationale Feiertage welt-
weit), in der Chronik BERTELSMANN erschienen,
Wissen Media Verlag, Gütersloh – München 2009,
Seite 47.
[2] siehe [1], jedoch der 2. Teil der Anmerkung.
[3] Bihlmeyer-Tüchle, Kirchengeschichte, Verlag
Ferdinand Schöningh, Paderborn 1951, § 69,5.
[4] Wolfgang Walter, MEINEN BUND HABE ICH MIT DIR
GESCHLOSSEN (Jüdische Religion in Fest, Gebet und
Brauch), erschienen im Kösel-Verlag, München 1989,
Seiten 15 + 16.

9. BIERGARTENFEST DER SPD RODEN

Am Samstag, dem 10. August 2019, feierte die SPD Roden zum
wiederholten Male ihr traditionelles Biergartenfest im Donatus –
Biergarten des Donatus-Zentrums in Saarlouis-Roden. Die Schirm-

herrschaft übernahm Umweltminister Reinhold Jost (SPD), der in
seinem Grußwort die zunehmende Anpöbelung der in der Partei
ehrenamtlich tätigen Mitglieder durch unqualifizierte Äußerungen
kritisierte.  

DIE GESCHICHTE DER BOAT-PEOPLE

AUTOR: Josef Theobald

DIE VORGESCHICHTE

Am 17. Februar 1979 überschreiten chinesische Grenztruppen aus
den Provinzen Guangxi und Yunnan die chinesisch-vietnamesische
Grenze, um die immer wieder einfallenden vietnamesischen Ag-
gressoren zurückzuschlagen. Am 16. März 1979 ziehen sich die
chinesischen Grenztruppen aus Vietnam zurück, nachdem sie den
Auftrag der Zurückschlagung der vietnamesischen Aggression im
Rahmen der Selbstverteidigung erfüllt hatten. [1]

Im „Weisheitsbuch der alten Chinesen“ heißt es: „Wenn es im Welt-
reich nicht Krieg noch Strafzüge gibt, so zeigt sich sofort, dass die
Lehensfürsten einander bedrängen. Darum darf man in der Familie
Zorn und Rute nicht abschaffen, im Staate Strafen und Buße nicht
abschaffen und im Weltreich Kriege und Strafzüge nicht abschaffen.
Es kommt nur darauf an, ob ihre Anwendung zweckdienlich oder ver-
werflich ist.“ [2]

Die Sinologen gehen davon aus, dass es sich beim Einsatz der Grenz-
truppen um einen Strafzug gehandelt hat. Der Hintergrund liegt hier im
Undank der Vietnamesen. Von den Chinesen erwarben sie ihre Kultur,
hatten dies aber mittlerweile vergessen.

DER FLÜCHTLINGSEXPORT

Im Juni 1979 hatten die vietnamesischen Behörden ihre Anstrengungen
verdoppelt, Flüchtlinge aus Vietnam, Kambodscha und Laos zu expor-
tieren. Hunderttausende lebten in Armut und wurden gezwungen, ihre
Heimat zu verlassen und in Nachbarländer zu flüchten. Durch die Indo-
china Föderation musste Vietnam alle Mittel für die Rüstung aufbringen.
Dadurch wurde die Wirtschaft zerstört und das Volk mittellos. Viele viet-
namesische wurden deshalb zur Flucht gezwungen. Ferner schürten die
vietnamesischen Behörden absichtlich den Völkerhass und vertrieben An-
dersdenkende. Sie verfolgten nicht nur grausam Vietnamesen chinesi-
scher Herkunft, Auslandschinesen und Minderheiten, die seit Generati-
onen in Vietnam lebten, und raubten ihnen den Lebensunterhalt, sondern
vertrieben sie gewaltsam. Die Chinesen entstammten einer höheren ge-
sellschaftlichen Schicht und waren in der Regel Gewerbetreibende oder
Händler. Von ihnen erpressten die vietnamesischen Behörden 20 Un-
zen Gold als Preis für ihre Ausreise. Deshalb ist es auch vorgekommen,
dass lediglich die Kinder ausreisten und die Eltern aus Altersgründen im
Land geblieben sind.

Die vietnamesische Regierung organisierte große und kleine Bootsunter-
nehmen, um die Flüchtlinge in Holzboote zu verfrachten. Auch wurden sie
in übervolle Boote verladen. Häufig überlebten nur 30 bis 50 % der Flücht-
linge die Bootsfahrt. Die Flüchtlinge trieben mehrere Tage und Nächte auf
dem Meer, bis sie von ausländischen Frachtern oder Rettungsschiffen auf-
gegriffen wurden. Nicht selten waren die alten Boote undicht. Es entstand
ein Leck, somit Wasser in die Boote strömte.

Besonders betroffen vom Flüchtlingsexport waren die Länder Thailand,
Malaysia, Indonesien, Singapur und die Philippinen. Für Thailand war
es eine schwere Last, für die Flüchtlinge zu sorgen. [3]

Viele Länder erklärten sich bereit, die Flüchtlinge aufzunehmen. Dazu
zählte auch Westdeutschland. Nicht wenige Jugendliche, die ohne Be-
gleitung zu uns kamen, wurden adoptiert. Denn alle Bemühungen sind
fehl geschlagen, Vietnam dazu zu bewegen, die Flüchtlinge wieder zu-
rückzunehmen.

ANMERKUNGEN
[1] Cheng Jin, CHRONIK DER VOLKSREPUBLIK CHINA
(1949-1984), Verlag für fremdsprachige Literatur, Bei-
jing 1986, Seite 64.
[2] Richard Wilhelm, FRÜHLING UND HERBST DES LÜ
BU WE, Anaconda Verlag, Köln 2006, Seite 102.
[3] BEIJING RUNDSCHAU, Nr. 25 vom 26. Juni 1979, die
Seiten 22/23, 25/26 + 27.

ENDE DER DONATUS-KIRMES

Am Mittwoch, dem 17. Juli 2019, kam die Nachbarschaftsinitiative in der Rodener
Winterstraße wieder zusammen, um den Kirwenhannes wieder abzuhängen. Denn
der Kirwenhannes stand ursprünglich für die Sünden, die während der Kirmes be-
gangen wurden. Dieser wurde früher auch am Ende der Kirmes verbrannt.

DIE LEGENDE DES HL. DONATUS

AUTOR: Josef Theobald

Donatus (= geschenkt) war der nach vielem Gebeten „von Gott geschenkte
Sohn“ vornehmer Eltern zu Rom. Der Vater Faustus war Befehlshaber des
kaiserlichen Heeres. Auch der Sohn wurde Soldat und bald Offizier. Mit
seiner Legion wurde er nach Germanien gegen die Markomannen entsandt.
Das römische Heer kam 174 in arges Gedränge; die Lebensmittel gingen
aus und es mangelte an Wasser. Da betete die Legion des heiligen Dona-
tus mit 6666 Mann, lauter Christen, zum Einen wahren Gott – und während
ein Regen die römischen Soldaten erquickte, öffnete der Himmel seine
Schleusen und goss Ströme von Wasser über die Feinde. Blitze und Hagel
töteten eine Menge derselben. Der Sieg war vollständig. Infolge davon
wurde jene Legion »die blitzende« genannt.

Kaiser Marc Aurel ernannte den tapferen Donatus zum Befehlshaber seiner
Leibwache und wollte ihn mit seiner Enkelin, der Fürstin Alexandra, ver-
mählen. Da jedoch der Heilige die Ehe ablehnte, weil er sich Gott für
immer durch das Gelöbnis der Keuschheit geweiht hatte, wurde er als
Christ verfolgt und im Palast der Fürstin nach deren Anstiftung hin
enthauptet. Im Jahre 1649 wurden seine heiligen Reliquien in den Kata-
komben von Rom aufgefunden und von Jesuiten in ihre Kollegiumskirche
zu Münstereifel im Bistum Trier 1652 übertragen. Aus obiger Begebenheit
ist es erklärlich, dass der heilige Donatus zum besonderen Schutzpatron
gegen Blitz und Ungewitter erwählt wurde. Sein Verehrungstag ist der 30.
Juni.

QUELLE

Heiliger Donatus, Soldat und Märtyrer, Chiemgau Blätter, Jahrgang 2018,
Nummer 26.

ANMERKUNG
Das Christentum war niemals eine „Lagerreligion“ gewesen.
Erst etwa seit der Zeit des Marc Aurel oder des Commodus
hat es christliche Soldaten gegeben. Bis zu dieser Zeit
waren christliche Soldaten noch spärlich, und das Chri-
stentum hatte sie ergriffen, als sie noch Soldaten waren.
In der Zeit, als die christlichen Soldaten häufiger wurden,
forderten die Strengen unter den Gläubigen, die Unvereinbar-
keit der christlichen Religion mit dem Soldatenstand darzutun
und verlangten von den christlichen Soldaten, dass sie ihren
Dienst quittierten oder das Martyrium erleiden sollten. (Adolf
von  Harnack, Die Mission und Ausbreitung des Christentums in
den ersten drei
Jahrhunderten, Zweiter Band: Die Verbreitung,
Seite 578)

BEITRAGSBILD
St. Donatus in der Kapelle des Filialortes Daun-Gemünden

 

TAGESFAHRT 2019 DES VHVS

WANN: Freitag 19. Juli 2019

ZIEL: „Burgbesichtigungen an Obermosel / Saargau und im Hochwald“
Überland-Bus, Baron-Reisen, 49 Plätze, ohne WC (kurze Distanzen), mit
Klimaanlage.

INFORMATION: Beschränkte Teilnehmeranzahl: 35 Personen.
Verbleibender Eigenkostenbeitrag: 35,– € pro Mitglied eines
Mitgliedsvereins inklusive Fahrt, Besichtigungen, Mittagessen
und Weinprobe.

TAGESABLAUF

08.45 Uhr  Treffen Saarlouis Stadtgartenhalle, St. Nazairer Allee inkl. Gruppenfoto.
09.00 Uhr   Abfahrt.
10.30 – 11.45 Uhr  Geführte Besichtigung der Grimburg.
12.00 Uhr  Weiterfahrt.
12.45 – 14.00 Uhr Mittagessen in Kell am See, Seeuferweg (Elsässer Flammkuchen
zur Begrüßung, Schnitzel Wiener Art, Pommes, Salat. Alternativ: Salatteller inkl. Rösti-
Taler).
13.15 Uhr  Weiterfahrt zum Busparkplatz Saarburg (Im Hagen).
15.15 – 15.45 Uhr  Besuch des Amüseums Saarburg, Am Schlossberg Besichtigung
(keine Führung).
15.45 – 17.30 Uhr  Geführte Besichtigung Saarburg, „Der Kurfürst, seine Burg und der
Saarwein“, Stadtrundgang, Burgbesichtigung, Weinprobe.
17.45 Uhr  Heimfahrt .
18.30 Uhr  Rückankunft Saarlouis Stadtgartenhalle.

Mit der Bitte um Anmeldung bis 14. Juli beim entsprechenden Vorsitzenden des Heimat-
kundevereins vor Ort (im Verhinderungsfall bei Michael Hoen per E-Mail).
E-Mail-Adresse: michaelhoen@aol.com.

Die Anmeldung ist verbindlich. Die Zahlung erfolgt in Bus. Wir freuen uns auf Eure Teil-
nahme!

HINWEIS
Der eingesetzte Bus ist nicht barrierefrei.

Vorstand des Vereins für Heimatkunde SLS – Neuforweiler e.V

50. GEBURTSTAG DER STÄDTEPARTNERSCHAFT

In Saarlouis gab es am Freitag, dem 22. Juni, einen Festakt und am
Abend ein Bürgerfest auf der Vaubaninsel. Ein Fest mit Leuten aus
Saarlouis und Saint-Nazaire, mit Akteuren, die schon seit Jahrzehnten
dabei sind, und solchen, die gerade erst anfangen. Ein bretonisches
Ensemble spielte dann auf an diesem Abend mit viel Kultur aber „ohne
großen Aufriss“.

DER URSPRUNG VON FRONLEICHNAM

AUTOR: Josef Theobald

Fronleichnam kommt vom Mittelhochdeutschen „fron“ und bedeutet
„Herr“. „lichnam“ hat die Bedeutung von „lebendiger Leib“. Gefeiert
wird Fronleichnam am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag,
also zehn Tage nach Pfingsten, zur besonderen Verehrung des Al-
tarsakramentes. Es ist ein katholisches Fest. Denn die Katholiken
glauben ja an eine Gegenwart Christi während der Eucharistie.

Dadurch ergeben sich entsprechende Traditionen, wie die Prozession
durch die Straßen mit einer Monstranz, die eine Hostie als sichtbares
Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi enthält. Derartige
Prozessionen können auch auf dem Wasser durchgeführt werden, wie
z. B. in Köln-Mülheim, in Duisburg oder im Schweizer Kanton Luzern. [1]

Traditionell endet eine Fronleichnamsprozession mit einem feierlichen
Gottesdienst, der gern unter freiem Himmel abgehalten wird.

Der Feiertag erinnert als Fest des Leibes und Blutes Jesu Christi an
die Einsetzung der Eucharistie als Opfer (Altarsakrament). Der hier
eigentlich passendere Feiertag wäre der Gründonnerstag gewesen,
wurde aber wegen der Passionswoche an das Ende der Osterzeit
gelegt.

Erzdiakon Robert von Lüttich führte aufgrund von Visionen der Augu-
stinernonne und Mystikerin Juliana von Mont Cornillon das Fest 1246
in der Diözese Lüttich (Belgien) ein. Nach Überlieferungen soll Jesus
Christus der Nonne durch das Symbol des Halbmondes das Fehlen
eines Festes zum Eucharistie-Sakrament gezeigt haben. [2]

Papst Urban IV (1261-1264) legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten
Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII (1316-1334)
sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abendländischen Kirche
begangen wird. Die erste Fronleichnamsprozession fand in der 2. Hälfte
des 13. Jahrhunderts in Köln statt. Die Wege mit den Stationen der Pro-
zession sind durch Fahnen und Blumenteppiche geschmückt. [1]

Das Konzil von Trient (1545-1563) bestätigte das Fronleichnamsfest,
nach der allein die römisch-katholische Kirche die Verfügung über die
Eucharistie habe. Unter dem entarteten Protestantismus demonstrierten
fortan die Katholiken mit großem Aufwand ihren rechten Glauben in dem
ganzen Land. Die Gläubigen zogen singend und betend mit den Fahnen,
den Schellen und dem Weihrauch durch Stadt und Flur, um hiermit das
Allerheiligste, also den Leib Christ, der durch die Hostie symbolisiert wird,
zu begleiten.

Fronleichnam war und ist ein steter Zankapfel zwischen Katholiken und
Protestanten. Schon der Reformator Martin Luther bezeichnete das Fest
„Fronleichnam“ 1527 sogar als das „allerschädlichste Jahrfest“, da ihm ja
die Grundlegung in der Bibel fehlte und er Prozessionen grundsätzlich als
Gotteslästerung ansah. [2]


ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota,
KATHOLISCH A-Z (Das Handlexikon), Verlag
Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite
87.
[2] Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage
(Religiöse und nationale Feiertage weltweit),
Chronik Bertelsmann, Wissen Media Verlag,
Gütersloh/München 2009, die Seiten 42 + 43.

DIE ERFOLGE DER SOWJETISCHEN RAUMFAHRT

AUTOR: Josef Theobald

In der Sowjetunion arbeiteten auf dem Gebiet der Raketentechnik
die begabten russischen und sowjetischen Ingenieure Friedrich
Zander, Juri Kondratjuk und Michail Tichonrawow. Ihre Erstarbeiten
wurden durch den hervorragenden sowjetischen Wissenschaftler,
den Generalkonstrukteur der sowjetischen Raumschiffe, Akdademie-
mitglied Sergej Koroljow, sowie von seinen zahlreichen Kollegen und
Schülern fortgesetzt und glänzend verwirklicht. Einen großen Beitrag
zur Entwicklung der Raketentechnik leistete der namhafte sowjetische
Wissenschaftler Akademiemitglied Walentin Gluschkow.

Im 4. Jahr des kosmischen Zeitalters – am 12. April 1961 – startete das
erste Raumschiff der Welt mit einem Menschen an Bord. Dieser Mensch
war Bürger der Sowjetunion und hieß Juri Gagarin. Danach stiegen wie-
tere Raumschiffe mit einem, zwei und drei Kosmonauten an Bord auf.
Mehrmals umkreiste das sowjetische Raumschiff mit der ersten sowjeti-
schen Kosmonautin Walentina Tereschkowa unseren Planeten. Der Kos-
monaut Alexej Leonow stieg als erster aus der Raumschiffkabine in den
Weltraum aus.

Sowjetische Raumschiffe brachten das erste automatische wissenschaft-
liche Labor „Lunochod 1“ zum Mond, das mehrere Monate lang den Mond
befuhr und regelmäßige Informationen über den natürlichen Trabanten
unseres Planeten zur Erde übermittelte. Einen neuen Meilenstein in
der Erschließung des Kosmos bildeten die Mondlandungen der sowjeti-
schen automatischen Raumsonden, die Muster des Mondgesteins zur Erde
brachten.

Am 16. Januar 1973 landete auf der Mondoberfläche, am Westrand des
Mare Serenitatis, die automatische Station „Luna 21“. Sie hatte den
automatischen selbstfahrenden Automat „Lunochod 2“ an Bord, der die
frühere Erforschung der Mondoberfläche durch „Lunochod 1“ fortsetzte.
[1]

In den ersten Jahren war die sowjetische Raumfahrttechnik gegenüber
der US-amerikanischen überlegen. Dies brachte den damaligen US-Präsi-
denten John F. Kennedy auf den Plan, der durch die Gründung der Raum-
fahrtbehörde NASA die Raumfahrttechnik weit voran brachte. Erzielt
wurden die Erfolge durch die Netzwerkorganisation. Als der sowjetische
Gegenspieler Koroljow plötzlich starb, geriet die sowjetische Raumfahrt-
technik ins Hintertreffen. Denn der sowjetischen Raumfahrt fehlte eine
vergleichbare Netzwerkorganisation. Es waren hier oft nur einzelne Per-
sonen, die die Raumfahrttechnik weit voran brachten.

ANMERKUNG
[1] UdSSR, gestern, heute, morgen, APN-Verlag,
Moskau 1977, die Seiten 37/38.

DIE MONDLANDUNG MIT APOLLO 11

„Apollo 11“ ist die Bezeichnung des ersten bemannten Fluges mit
einer Mondlandung. Es war eine Raumfahrtmission im Rahmen des
Apollo-Programms der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA.
Die Apollo-Mission verlief erfolgreich und erfüllte die 1961 von US-
John F. Kennedy erteilte Aufgabe an die Nation, noch vor Ende des
Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und wieder sicher zurück
zur Erde zu bringen.

Die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und
Michael Collins starteten am 16. Juli 1969 mit einer Saturn-
V-Rakete von Launch Complex 39A des Kennedy Space Center in
Florida und erreichten schließlich am 19. Juli eine Mondum-
laufbahn. Während Collins im Kommandomodul des Raumschiffs
Columbia zurückblieb, setzten Armstrong und Aldrin am nächsten
Tag mit der Mondlandefähre „Eagle“ auf dem Erdtrabanten auf. We-
nige Stunden später betrat Armstrong als erster Mensch den Mond,
kurz danach auch Aldrin. Nach einem knapp 22-stündigen Aufenthalt
startete die Landefähre wieder von der Mondoberfläche und kehrte
zum Mutterschiff zurück. Nach Rückkehr zur Erde wasserte die Raum-
kapsel „Columbia“ am 24. Juli rund 25 Kilometer vom Bergungsschiff
USS Hornet entfernt im Pazifik. Mit Apollo 11 wurden auch das erste
Mal Gesteinsproben von einem anderen Himmelskörper (vom Mond)
zur Erde geholt. Unbemannte Missionen dieser Art waren ja zuvor ge-
scheitert.

Bei der Fernsehübertragung der Mondlandung 1969 verfolgten weltweit
rund 600 Millionen Menschen das Ereignis.

DIE HERKUNFT VON PFINGSTEN

Das Wort „Pfingsten“ kommt vom Griechischen „pentekosté“
und bedeutet „der fünfzigste“ (Tag). Denn das Pfingstfest wird
50 Tage nach dem Osterfest gefeiert und bildet den Abschluss
der Osterzeit. Die Kirche feiert an Pfingsten das Kommen und
Wirken des Heiligen Geistes. Die liturgische Farbe in der katho-
lischen Kirche ist „rot“. [1]

Im jüdischen Umfeld nennt man das Pfingstfest „SCHAWUOT“,
Wochenfest, das Fest der Erstreife oder auch nur Erntefest. Im
symbolischen Bereich bedeutet es die freie Annahme der Thora,
also die moralische Befreiung. In der Synagoge wird an diesem
Tag aus dem Buch „Ruth“ gelesen, um damit die Loyalität zum
Judentum zu bekunden. Heute ist der Tag in den reformierten,
konservativen und sogar in einigen orthodoxen Gemeinden der
Zeitpunkt, an dem die Mädchen und Jungen zwischen 13 und
16 Jahren ihr Bekenntnis zur jüdischen Lebensweise ablegen.
[2]

Nach Ansicht der Peruschim (Pharisäer), die sich als Regelung
durchgesetzt hat, bezeichnet Schabbat den ersten Festtag von
Pessach, daher beginnt die Zählung am Folgetag, dem 16. Nis-
san, und entsprechend fällt Schawuot auf den 6. Ssiwan (Mai/
Juni). Die Bajtossim, „Boethusäer“, hingegen verstanden Schab-
bat wörtlich (Mischna, M’nachot 10,3). Darum musste Schawuot
immer auf einen Sonntag fallen. Die Essener aus Qumran inter-
pretierten Schabbat ebenfalls wörtlich, doch begann ihre Zäh-
lung nach dem Schabbat, der der auf Pessach folgte. Ihrem
solaren Kalender entsprechend fällt das Schwingen des omer
immer auf Sonntag, dem 26. Nissan, und Schawuot auf Sonn-
tag, dem 15. Ssiwan.

Solange der Tempel bestand, kamen Pilger aus dem ganzen
Land, brachten nicht nur Weizen mit, sondern auch Weintrau-
ben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln, Honig und Öl.
Je nach Entfernung ihres Wohnortes vom Tempel brachten
die Grundbesitzer frische oder getrocknete Früchte (Rosinen,
Feigen). Diese ersten Früchte wurden mit Grün und Blumen
geschmückt. [3]

Die Christen haben von den Juden die Tradition übernommen,
dass das Abschneiden des Omer (einer kleinen Menge Gerste)
nicht am Ausgange eines Festtages stattzufinden hat. Deshalb
wird das Wochen- oder Pfingstfest an dem auf den ersten Fest-
tag folgenden Sonntag gefeiert. Der Hintergrund dieser früheren
Entscheidung bleibt aber heute allerdings im Dunkeln. [4]

Nach der Apostelgeschichte gilt Pfingsten als Ursprung der christ-
lichen Mission und als Gründungsfest der Kirche. Im 2. Kapitel
wird zu diesem Anlass von einem Herabkommen des Heiligen
Geistes gesprochen, der von „Zungen zerteilt, wie von Feuer“
auf die Apostel niedergeht und sie dadurch befähigt, in den
verschiedensten Sprachen zu reden. Dieses Pfingstwunder
hatte zwei Ergebnisse. Zum einen wurden die Apostel in ihrer
Sendung bestärkt und zum andern war es der Auslöser, um
ihre Botschaft unter die Menschen zu bringen.

Die meisten praktizierten Pfingstbräuche knüpfen an jahreszeitlich
bedingte Traditionen an, so wie das oft mit einer Segnung der Äcker
verbundene Pfingstreiten oder der festlich geschmückte und sprich-
wörtlich bekannte Pfingstochse, der den Beginn der Weidezeit an-
kündigt. Mancherorts hat sich das Brauchtum erhalten, Pfingstfeuer
zu entfachen, ein Freudenfeuer, das den Abschied der Winterzeit
symbolisiert. Die lodernde Flamme – auch ein Symbol für den
Heiligen Geist – galt darüber hinaus als Zeichen der Reinigung
und Erleuchtung der Gläubigen.

Eine besondere Bedeutung kommt ebenfalls dem Pfingstwasser
zu. Denn es war früher üblich, sich zu Pfingsten in einem Bach
zu waschen oder aus einem Quellbrunnen zu trinken. Der Früh-
tau am Pfingstsonntag sollte vor Sommersprossen schützen und
vor Verhexung behüten. Ansonsten war Pfingsten ehemals ein
beliebter Tauftermin. [5]

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH A-Z
(Das Handlexikon), Verlag Herder, Freiburg im Breisgau
2009, Seite 200.
[2] Alfred J. Kolatsch, JÜDISCHE WELT VERSTEHEN, im
FOURIER Verlag erschienen, Wiesbaden 1996, Seiten
244/45.
[3] Efrat Gal-Ed, Das Buch der jüdischen Jahresfeste, Insel
Verlag, Frankfurt (Main)/Leipzig 2001, Seite 74/5.
[4] MISCHNAJOT (Die sechs Ordnungen der Mischna), 
Teil V, Ordnung KADASCHIM, Traktat MENACHOT 
X,3, die Anmerkung 20, Dritte Auflage, Victor Gold-
schmidt Verlag, Basel (Schweiz) 1968, Seite 147.
[5] Die wichtigsten Feier und Gedenktage (Religiöse und
nationale Feiertage weltweit), in Bertelsmann Chronik,
Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2009, die
Seiten 40 + 41.

DIE HERKUNFT DES DRACHENBOOTFESTES

AUTOR: Josef Theobald

Jedes Jahr feiert man in China am 5. Tag des 5. Monats nach
dem Mondkalender das Drachenbootfest als Versinnbildlichung
der Suche im Fluss nach der Leiche von Qu Yuan.

An diesem Tag macht man Zongzi (in Bambus- und Schilfblätter
eingewickelte Klebreisklößchen) und veranstaltet Drachenboot-
rennen. Einige Leute werfen sogar Zongzi in den Fluss. Heute
nimmt man an, dass die Reispäckchen ursprünglich Opfergaben
an Qu Yuans Geist gewesen seien, die in den Fluss geworfen
wurden. Um zu verhindern, dass nun Drachen sie verspeisten,
wurden abschreckende, bunte Seidenfäden daran gebunden.
So gedenkt man mit diesem Fest dem patriotischen Dichter
Qu Yuan (ca. 340-278 v.u.Z.).

Qu Yuan war ein Beamter des Reiches Chu in der Periode der
Streitenden Reiche. Damals war das Reich Qin sehr stark. Doch
der König von Chu verwarf Qu Yuans Vorschlag, sich mit dem
Reich Qi gegen das Reich Qin zu vereinigen, sondern schenkte
anderen Beratern sein Vertrauen und war im Übrigen nur auf das
augenblickliche Wohlergehen bedacht.

Qu Yuan stellte fest, dass diese Berater kurzsichtig und feige waren
und dem Reiche Qin immer mehr Zugeständnisse machten und um
des Friedens willen Territorien abtraten. Eines Tages machte Qu
Yuan dem König erneut Vorschläge, indem er sagte: „Das Reich
Qin wird immer arroganter. Wenn es so weiter geht, werden wir in
eine gefährliche Situation geraten. Besser wollen wir jetzt begabte
Menschen anwerben, unsere Truppen trainieren und uns mit anderen
Fürsten zum Kampf gegen das Reich Qin vereinigen, ganz im Sinne
des verstorbenen Königs.“

Kaum wollte der König sprechen, da ergriff einer der anderen Berater
das Wort: „Majestät, habt Ihr bemerkt, das Euch Qu Yuan Fehler vor-
halten will? Er meint, es sei pietätlos, dass seine Majestät den Hass
des verstorbenen Königs auf das Reich Qin vergessen haben, und
es sei ein Zeichen von Untreue, dass die Minister nicht für den Kampf
gegen das Reich Qin einträten. Und er meint, das Reich Chu sei zur
Unterjochung verurteilt, dass es solch einen Monarchen und solche
Minister habe. Eure Majestät, meint ihr nicht, dass er Unsinn redet?“

Auch die anderen Minister stimmten zu und sagten Qu Yuan Schlechtes
nach.

Der König hatte schon viele Beschwerden von üblen Gesellen über Qu
Yuan gehört und war sehr ärgerlich. Jetzt, da er die Kritik der Minister
hörte, wurde er umso mehr wütend. So befahl er, Qu Yuan seines Am-
tes zu entheben und in den Süden Hunans zu verbannen.

Qu Yuan, der Land und Leute retten, das Land reich und die Truppen
stark machen wollte, wurde als illoyaler Beamter gebrandmarkt und
verjagt.

Qu Yuan erhoffte sich Reformen und geißelte in satirischen Gedichten
Korruption, Selbstsucht und Geringschätzung des Volkes von Seiten
fragwürdiger Gestalten, die hohe Stellungen erreichten. Tief beküm-
mert über die Verhältnisse in seiner Heimat, durchquerte er jahrelang
die Gegend südlich des Changjiang (Yangtse-Stromes).

In dieser Zeit entstand Li Sao, eine lange autobiografische Dichtung,
in welcher Qu Yuan seine politischen Ideale sowie die Korruption und
Misswirtschaft am Hofe beschreibt.

Im Jahre 280 v.u.Z. griff Qin den Staat Chu mit einer großen Streitmacht
an und eroberte 278 dessen Hauptstadt. Die Nachricht davon erreichte
Qu Yuan, als er sich gerade am Ufer des Miluojiang (Miluo-Fluss) im
nordöstlichen Hunan aufhielt. Dies war zu viel für ihn. So band er einen
großen Stein um seinen Körper und beendete mit einem großen Sprung
in den Fluss sein Leben.

Qu Yuans trauriges Schicksal brachte ihm die Achtung und Verehrung
des Volkes.

QUELLENANGABEN
- Geschichten aus den historischen Aufzeichnungen, Verlag für fremd-
sprachige Literatur, Beijing (China) 2008, Seiten 155 + 157.
- Sagen und Geschichten aus dem chinesischen Altertum (1), China
im Aufbau, Beijing (China) 1985, Seiten 71 – 73. 

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