ZUWANDERUNG AUS DER EIFEL ENDE DES 19. JHDTS

AUTOR: Josef Theobald

In Roden finden sich die Familiennamen „Speicher“, „Thomaser“ und
„Kilburg“. Man kann sehr wahrscheinlich diese Namen mit der Eifel in
Verbindung bringen. „Speicher“ ist von der Stadt SPEICHER in der
Süd-Eifel abgeleitet. „Thomaser“ hat offenbar eine Verbindung zum
Kloster St. Thomas an der Kyll. Auch bei dem Familiennamen „Kilburg“
lässt sich eine Nähe zur Stadt KYLLBURG in der Eifel erkennen.

Im Jahre 1882 kam es in der Eifel wegen klimatischer Veränderungen
zu Missernten. Weiterhin sind die Preise für landwirtschaftliche Erzeug-
nisse gefallen, das schließlich zu einer Hungersnot führte. Die Eifel, eine
hügelige Landschaft mit großen Torfmooren und ausgedehntem Ödland,
hat Bodenverhältnisse, die für die Landwirtschaft wenig geeignet sind. Der
Boden wurde von kleinen, technisch rückständigen Bauernwirtschaften be-
arbeitet. Daher kam es zu periodischen Missernten, die die Kleinbauern oft
in große Not stürzten. [1]

Deshalb gab es die Idee, auch in der Eifel eine Hausindustrie zu ent-
wickeln. [2] Die örtlichen Bedingungen ließen dies aber nicht zu. Die
Dörfer in der Eifel sind oft weit verstreut, getrennt von den einzelnen
Maaren. Da wurde der Aufbau einer Absatzorganisation, wie in den
städtischen Gebieten, schwierig. Es gab nur wenige eingleisige Eisen-
bahnstrecken und ein schlecht ausgebautes Straßennetz. Eine Auto-
bahn von Köln über Trier nach Landstuhl war erst für die Dreißiger
Jahre des 20. Jahrhunderts geplant worden. Kriegsbedingt konnte
das Bauprojekt allerdings später in den Fünfziger Jahren abgeschlos-
sen werden.

Die wachsende Notlage der einzelnen Parzellenbauern blieb aber bestehen.
In Deutschland war eigentümlich die allgemeine Lage der Industrie, die
eine weitere Ausdehnung der ländlichen Hausindustrie begünstigte. [2]
Waren diese Bedingungen vor Ort aber nicht vorhanden, mussten sich die
Bauern Alternativen suchen.

Deshalb reagierten Familien aus der Eifel mit einer Abwanderung in die
Industriegebiete, wie in das industrialisierte Saarkohlenbecken.

ANMERKUNGEN
[1] Marx – Engels, Ausgewählte Schriften, Band I,
Dietz Verlag, Berlin-Ost 1966, Seite 690.
[2] wie [1], jedoch die Seite 520.

BILDHINWEIS: Bild von den Dauner Maaren

VOLKSTRAUERTAG IN RODEN

Zur Gedenkfeier am Volkstrauertag lud der Sozialverband
VdK Saarland (Ortsverband Saarlouis-Roden) ein. Zunächst
begrüßte die Vorsitzende Astrid Krächan die erschienenen
Teilnehmer, darunter eine Abordnung aus St. Avold. Für die
ASOR sprach Joseph Gail sein Grußwort. Die Segnung der
Kriegs
gräber übernahm Diakon Franz Hechenblaikner. Die
diesjährige
Gedenkrede hielt Marc Speicher MdL. Anschlie-
ßend kam es zur
Kranzniederlegung. Nach dem Abspielen
der beiden National
hymnen beendete Frau Krächan diese
Veranstaltung.
 

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DER VOLKSTRAUERTAG

AUTOR: Josef Theobald

An diesem „stillen“ deutschen Trauertag im November wird der Opfer
der Nationalsozialisten und der Toten der beiden Weltkriege gedacht.
Viele Gemeinden und Organisationen legen vor den Mahnmalen und
Kriegsgräberstätten Kränze nieder. Im deutschen Bundestag findet
eine zentrale Gedenkstunde mit einer Rede des Bundespräsidenten
statt. Es werden traditionell die Nationalhymne sowie das Lied „Der
gute Kamerad“ gespielt.

Nach dem Ende des I. Weltkrieges regte der Volksbund Deutscher
Kriegsgräberfürsorge an, am 5. Sonntag vor Ostern („Reminiscere“
= aus dem Lateinischen „sich ins Gedächtnisrufen, sich auf etwas
besinnen, sich erinnern“) einen nationalen Trauertag für die Kriegs-
opfer einzurichten. Die erste Gedenkstunde fand 1922 im Reichstag
statt. Die Nationalsozialisten funktionierten den Trauertag zum ver-
herrlichenden „Heldengedenktag“ um. In Abgrenzung dazu wird der
1948 wieder aufgenommene Volkstrauertag seit 1952 am 2. Sonntag
vor dem 1. Advent begangen.

Quelle:
Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse
und nationale
Feiertage weltweit), Chronik Bertels-
mann, Wissen Media Verlag,
Gütersloh/München 2009,
Seite 221.

MAUERÖFFNUNG VOR 30 JAHREN

AUTOR: Josef Theobald

Ich hatte als Kurzwellenhörer hier und da mit der DDR zu tun.
Ich erlebte in der Zeit des „kalten Krieges“ die DDR nach außen
als abgeschottet. Die Isolierung kam von der DDR selbst.

Literatur aus der früheren DDR erhielt man lediglich über die DKP
oder über Radio Prag. Dank der Redakteurin Anne Steltnerova war
dies möglich.

Später erlebte ich die Bürger der ehemaligen DDR als stark ange-
passt und unter einem Gruppendruck stehend. Man hatte hier nie
gelernt, kritisch die Meinung zu äußern.

Dies hat mit der Sozialisierung der DDR-Jugend zu tun. Das Bildungs-
system der ehemaligen DDR verlangte nach Leuten, die loyal zum po-
litischen System standen. Schon Lenin sagte: „wir erklären offen, dass
es Lüge und Heuchelei ist, zu behaupten, die Schule stehe außerhalb
des Lebens, außerhalb der Politik.“ (Rede auf dem I. Gesamtrussischen
Kongress für Bildungswesen). Dies begann schon in der Mitgliedschaft
in der FDJ. Denn die DDR stand in der Tradition von Ernst Thälmann,
dem letzten Führer der KPD vor Ende des II. Weltkrieges. So knüpfte
man an den Patriotismus der kommunistischen Bewegung der Dreißiger
Jahre an. Die kritisch auftretenden Schüler wurden ausgegrenzt und durf-
ten nicht studieren. Auch in den Betrieben waren sie Repressionen ausge-
setzt.

Nach dem 17. Juni 1953 ging man in Kleinarbeit gegen alle Elemente vor,
die für die damaligen Ereignisse verantwortlich waren. Dies beinhaltete z.
B. Parteiausschlüsse, fristlose Entlassungen und Wohnungskündigungen.
Dadurch wollte man vorbeugen, dass zu keiner Zeit mehr die sowjetischen
Panzer in der DDR aufmarschieren. In diesen „Selbstreinigungsprozessen“
wurde aber entweder die Grundlage für weitere Protestbewegungen oder
für das Leben in gesellschaftlichen Nischen gelegt. So gab es Bürger, die
sich nur in der Umgebung der Kirchen engagierten.

Viele Leute in den neuen Bundesländern fühlen sich benachteiligt und
stark unterrepräsentiert. Auch haben einige die Verhältnisse nach der
Wiedervereinigung bis heute nicht verkraftet. Die damalige Regierung
KOHL wollte die West-Mark schnell in die frühere DDR bringen, aus Angst,
die Leute würden alle in den Westen Deutschlands strömen. Die deutsche
Einheit war ja sehr kostspielig. Neben dem Solidaritätszuschlag und dem
Solidarpakt Ost sind viele Mittel aufgebracht worden, um die Infrastruk-
tur und die Neuansiedlung von Betrieben zu bewerkstelligen. Viele Mittel
versackten in dubiosen Neuansiedlungen oder in der Aufrechterhaltung
der Kinderbetreuung nach dem alten DDR-Muster. Die neuen Bundesländer
hatten große Freiheiten bei der Mittelverwendung. Eine nachträgliche
Überprüfung der Effizienz gab es nicht. Eine starke Ost-West-Wanderung
in Deutschland konnte man dennoch nicht verhindern. Dies betraf vor
allem die junge Generation.

DIE KURZWELLE WÄHREND DES „KALTEN“ KRIEGES

AUTOR:  Josef Theobald

Anfang der Achtziger Jahre zeigte sich, dass die westlichen Radiostationen
den östlichen völlig unterlegen waren. So hatte RADIO MOSKAU 300 Sender
auf Kurzwelle zur Verfügung. Die BBC und die Voice of Amerika (VOA) hat-
ten dagegen nur 163 Sender in diesem Bereich zur Verfügung. Davon ent-
fielen auf die BBC 73 und auf die VOA 90 Kurzwellensender. Dabei waren
die KW-Sender der Satelliten der Sowjetunion, von Ost-Berlin und von Prag
bis Sofia, nicht einmal mitgerechnet.

Ergänzend kam hinzu, dass es den westlichen Korrespondenten in der Sow-
jetunion und in anderen Satellitenstaaten immer schwieriger gemacht
wurde, jeweilige Nachrichten und Informationen zu sammeln. Sie unter-
lagen hier vielfältigen politischen Restriktionen auf Seiten dieser
Länder.

Wegen der Pluralität von Meinungen in der westlichen Presse war es den
östlichen Ländern einfacher möglich, den Westen mit einer Flut von Sen-
dungen und „Informationen“ zu überschwemmen.

Der BBC London waren ihre Auslandskorrespondenten viel Geld Wert. So
kostete Anfang der Achtziger Jahre ein Mitarbeiter 50,000 – 100.000 Pfund,
je nach Einsatzort.

Was waren die Unterschiede in der Berichterstattung?

Radio Moskau und die übrigen Sender im Sowjetblock berichteten stets
über ihre Erfolge der Planerfüllung. Dazu kamen Sendungen über die
sozialen Errungenschaften (Lohnformen, gesellschaftliche Konsumfonds,
Preispolitik bei Grundnahrungsmitteln und Mieten, Steuersystem).

Die westlichen Länder berichteten im Gegenzug über ihre Marktwirtschaft
und die damit verbundenen Krisen. Dabei wurde nichts unter den Tisch
gefallen gelassen. Ihre Aufgabe war es auch, über die Länder in ihren
Zielgebieten zu berichten. Dabei ist zu erinnern, dass aus in der Sow-
jetunion verbotenen Büchern gelesen wurde, wie aus „Der Archipel Gulag“
von Alexander Solschenizyn (BBC).

Bei den östlichen Ländern war es für den Normalhörer schwierig, das
Richtige vom Falschen zu unterscheiden. Man musste oft zwischen den
Zeilen der Meldungen lesen. Nur Insidern ist allmählich der wirkliche
Zustand der Sowjetwirtschaft bekannt geworden. Die in den Sechziger
Jahren geschaffenen Kombinate brachten nicht die Erfolge, die man sich
zunächst erhofft hatte. Die Produktivität hing öfters hinterher. Als
dann noch die zu erwartenden Steuern wegen der fehlenden Gewinne aus-
blieben (Grund: zunehmende Produktionskosten wegen des erhöhten Aus-
schusses), hatte der sowjetische Staatshaushalt plötzlich erhebliche
Probleme. Die einst gepriesenen sozialen Errungenschaften waren im-
mer schwieriger zu finanzieren. In der Sowjetunion z. B. mussten sich
Hochschulprofessoren noch eine zweite Beschäftigung suchen.

Wie war der Empfang in den Zielgebieten?

Durch eine bessere Technologie waren die Kurzwellensendungen aus dem
Osten im Westen besser zu empfangen. Man konnte also schnell bei den
Schwankungen der Sonnenfleckenrelativzahl reagieren. Westliche Sender
dagegen, wie die Deutsche Welle, waren in einigen Gebieten der UdSSR
(z. B. im Kaukasus) schlecht zu empfangen. Dies hing damit zusammen,
dass man aus diesen Regionen zu wenig oder gar keine Hörerbriefe bekam.
Nicht selten wurde die Hörerpost durch nachgelagerte Stellen des KGB
abgefangen.

Radio Moskau war im Westen sowohl über Kurzwelle, auf Mittel- und Lang-
welle, zum Teil über Relais-Sender, zu empfangen. Radio Prag bediente
sich auch der Kurz- und Mittelwelle. Radio Polonia, Radio Budapest,
Radio Bukarest und Radio Sofia bedienten sich aber allein der Kurzwelle.

Gab es auch Sendungen in Deutsch aus anderen Ländern?

Radio Jugoslawien sendete in Deutsch. Radio Ljublijana aus Slowenien
war am Abend über Mittelwelle zu hören. Dazu kamen die halbstündigen
Sendungen aus Tirana in Albanien, am Abend auch über die Mittelwelle.
Aus dem Fernen Osten meldete sich zweimal täglich Radio Beijing. Auch
die Stimme Koreas meldete sich zweimal täglich.

Welche Rolle spielte Radio Beijing?

Mit dem Ende der Großen Proletarischen Kulturrevolution (1966-1976)
arbeitete man in der Volksrepublik China an der Realisierung der
Modernisierung der chinesischen Wirtschaft. Man verstand es, die
Fehler der Sowjetwirtschaft zu umgehen, indem man die Planwirtschaft
mit der Marktwirtschaft kombinierte. Auch ließ man ausländische In-
vestoren in das Land, die für eine befristete Zeit sich hier nieder-
lassen konnten. Es war die große Zeit der Gemeinschaftsunternehmen.
Man wollte vom Westen lernen. Denn während der Zeit der Kulturrevolu-
tion kam man im Bereich der Bildung und des Managements deutlich ins
Hintertreffen.

Wie kam es zum Bruch zwischen Beijing und Tirana?

Ende der Fünfziger Jahre näherten sich die Partei der Arbeit Albaniens
(PAA) und die KP Chinas ideologisch an. Es ging damals um den Kampf ge-
gen den Revisionismus, wie er nach dem Tode Stalins 1953 zwischen der
UdSSR und Rotchina ausgetragen wurde. Hier empfehle ich als Lektüre das
Ende der Fünfziger Jahre in der DDR erschienene Buch „ W. I. Lenin –
Gegen des Revisionismus“. 1978 kam es hier wieder zu einer Trennung.
Nach dem Buch von Enver Hoxha (1908-1985) mit dem Titel „Betrachtungen
über China (2)“ bestand das Verhältnis Albaniens zu China im Wohlwollen
des Vorsitzenden Mao zu dem kleinen Land. Der frühere Ministerpräsident
Zhou Enlai (1898-1976) ging schon zu seinen Lebzeiten auf Distanz zur
PAA. Offensichtlich herrschten in der Führung der PAA starke Spannungen,
die zunehmend eine Kooperation zwischen beiden Parteien erschwerten.
Diese gipfelten im bis heute ungeklärten Mordfall des Ministerpräsiden-
ten Mehmet Shehu (1913-1981). Dazu passt der Vorwurf, Shehu sei ein
langjähriger Agent mehrerer ausländischer Geheimdienste gewesen.

 

MUSIK IM PFARRHEIM 2019

Zu einer musikalischen Veranstaltung unter dem Motto „Musik im
Pfarrheim“ lud der Musikverein „Harmonie“ in das Karl-Thiel-Haus
am Sonntag, dem 27. Oktober 2019, ein. Gemeinsam mit dem Ver-
ein
der Musikfreunde Siersburg e. V. spielte man Musik aus den ver-
schie
densten Stilrichtungen, von POP bis Modern Classic.

 

10 JAHRE MITEINANDER DER GENERATIONEN

Am Sonntag, dem 27. Oktober 2019, feierte das Mehrgenerationenhaus auf
dem Steinrausch sein 10-jähriges Bestehen. Eröffnet wurde der Geburtstag
mit einem ökumenischen
Gottesdienst unter Mitwirkung von Pfarrer Volker
Hassenpflug. Nach einer kurzen Begrüßung durch Christian Gräber sprach
die Schirmherrin Bürgermeisterin Marion Jost ein Grußwort. Danach fand
ein gemeinsames Mittagessen statt. Am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen
erlebten die Besucher ein buntes Programm aus Präsentationen und Mit-
machaktionen, das von den Projektpartnern gestaltet wurde.

DIE TREUHANDANSTALT

AUTOR: Josef Theobald

Ab Januar 1990 konnten die DDR-Bürger bei ihrer Staatsbank sogenannte
Valutakonten eröffnen. Der offizielle Umtauschkurs: 1:5. Auf dem Schwarz
markt, dem inoffiziellen Markt, auf dem niemand fragt, woher welches
Geld stammt, bekam man eine D-Mark für acht DDR-Mark.

Dies sagt viel über die Wirtschaftskraft der DDR aus.

Schon die DDR-Volkskammer brachte eine Treuhandanstalt in Spiel. Da die
Regierung KOHL eine Angleichung beider Währungen anstrebte, standen
die in Ostdeutschland befindlichen Betriebe unter einem großem Druck.
Plötzlich verteuerten sich ihre Produkte um ein Mehrfaches.

Die Treuhandanstalt, die die ehemals staatlichen Betriebe (VEB) über-
nahm, stand vor einer neuen Situation. Diese Betriebe waren plötzlich
nicht mehr überlebensfähig. Vielfach entschloss man sich, diese einfach
abzuwickeln. Dazu kam der Zusammenbruch der traditionellen osteuropäi-
ischen Absatzmärkte.

Es gab nur die Alternative, die erstrebte Währungsunion zu verschieben.
In dieser Situation hätte es eine Wirtschaftssonderzone geben können, in
der versucht worden wäre, die Produktivität der einst staatlichen Be-
triebe zu steigern. Hätte die Produktivität ein bestimmtes Niveau er-
reicht, wäre es möglich gewesen, die Währungsunion zu realisieren.
Allerdings mit dem Zusammenbruch der osteuropäischen Märkte war
der Export leider dorthin nicht mehr zu gewährleisten.

Erschwerend kommt aber hinzu die Korruption in der Treuhandanstalt.
In den Direktorien der Außenstellen, wie in Halle, wurden die Betriebe
unter der Hand unter Wert verkauft oder waren von den neuen Eigen-
tümern für die Übertragung ihrer Verbindlichkeiten vorgesehen. So
gab es kaum eine Chance, aus den roten Zahlen wieder herauszukommen.
Auch wollte man von vorne herein eine unnötige Konkurrenz ausschalten.

Wenn man die Vorteile mit den Nachteilen abwägt, war das Ergebnis der
Treuhandanstalt dennoch positiv. Es trifft zwar zu, dass die ehemaligen
DDR-Bürger wirklich keine Chance hatten, frühere VEB-Betriebsstätten zu
übernehmen. Denn hierfür fehlte das nötige Eigenkapital. Auch fehlten in
einem staatlich geregelten System oft die Eigenschaften für eine erfolg-
reiche Selbständigkeit.

ANMERKUNG ZUM BEITRAGSBILD

Abriss des Gebäudes: 1996. Heute steht dort ein 14-stöckiges Hochhaus.
Das neue Bauwerk orientiert sich architektonisch am früheren Hotel und
beherbergt heute das Rathaus von Berlin-Mitte.

 

WELTKINDERTAG 2019

Anlässlich des Weltkindertages fand im Kinder-, Jugend- und Fami-
lienhaus in der Lisdorfer Straße am 21. September 2019 das Seifen-
blasenfest statt. Daran hatte sich der RODENA Heimatkundeverein 

e. V. mit einem eigenen Stand beteiligt. Die Kinder durften bei uns
mit Bällen auf Dosen zielen. Als Preis gab es eine Urkunde und je
nach getroffenen Dosen ein Geschenk.
   

DIE ENTWICKLUNG EINER EIGENSTÄNDIGEN DIALEKTIK

AUTOR: Josef Theobald

VORWORT

Bis 1980 erschienen in China im Verlag für fremdsprachige
Literatur verschiedene Einzelwerke sowohl von Karl Marx
und Friedrich Engels als auch von Lenin und Stalin. Einen
Schwerpunkt bildeten die philosophischen Werke Lenins,
die als eine Ergänzung der philosophischen Schriften von
Mao Zedong gelten. In China sah man sich für viele Jahre
in der Tradition des Stalinismus. Aus diesem Grunde sind
auch die entsprechenden Werke als die Antwort auf die in
der Sowjetunion einsetzende revisionistische Entwicklung
zu verstehen. In den Jahren 1972 und 1976 nahmen auch
die philosophischen Spätwerke von F. Engels Eingang in
das Verlagsprogramm.

BEITRAG

Der dialektische Materialismus kennt in der Regel drei
Grundgesetze: die Umwandlung quantitativer Verände-
rungen in qualitative, Einheit und Kampf der Gegensätze
(Identität), Negation der Negation. Mao Zedong hat in den
Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts in Yan’an seine
Vorarbeiten zu seiner Schrift „Über den Widerspruch“ be-
gonnen, die er in den Fünfziger Jahren abgeschlossen hat.
Besonderes Augenmerk verwandte er insbesondere bei der
Herausstellung von Gegensätzen. Dies sollte in den Folge-
jahren der Auslöser vieler Kampagnen und der Kulturrevo-
lution werden.

So schreibt er: „1. Im Entwicklungsprozess der Dinge setzt
jede der beiden Seiten des jeweiligen Widerspruchs die
Existenz des anderen, ihr entgegengesetzten Seite als
Bedingung ihrer eigenen Existenz voraus, wobei beide
Seiten in einer Einheit koexistieren. 2. Jede der beiden
entgegengesetzten Seiten verwandelt sich unter bestim-
mten Bedingungen in ihr Gegenteil. Eben das heißt Iden-
tität.“ (Ausgewählte Werke, Band I, Seite 396)

In seiner späteren Schrift „Über die richtige Behandlung
der Widersprüche im Volke“ wendet er seine Theorie auf
die sozialistische Gesellschaft seiner Zeit an, in einer Zeit,
als der Ungarnaufstand niedergeschlagen wurde und er den
aufkommenden Gulaschkommunismus verurteilte. So ist zu
lesen: „Viele Menschen geben nicht zu, dass es in der sozia-
listischen Gesellschaft noch Widersprüche gibt, was dazu
führt, dass sie angesichts der Widersprüche in der Gesell-
schaft ängstlich und passiv werden;…“ (Ausgewählte Werke,
Band V, Seite 444) Damals ging es vorrangig um die Behand-
lung der Intelligenz und um die Ausrichtung der Literatur und
Kunst, kurz um die Hundert-Blumen-Bewegung. Die zunächst
liberalere Einstellung wurde nach dem Ungarnaufstand erheblich
verschärft, nachdem entsprechende Strömungen auch in China
Fuß fassen sollten. So existieren zwei Fassungen seiner Schrift.

In der Wissenschaftstheorie ist das zweite Grundgesetz auch als
Dualität bekannt, wo inverse und komplementäre Elemente eine
Rolle spielen. Diese treten als Spiegelungen oder Symmetrien auf.
Der deutsche Philosoph Hegel hat sich als erster mit dieser Proble-
matik befasst, bis Lenin nach Vorarbeiten von Marx und Engels in
eigenständiger Arbeit diese Logik für seine materialistische Kritik
anwandte und hieraus einzelne Grundgesetze herleitete. [1] Der
Chinese Mao Zedong hatte allerdings nach seiner ostasiatischen
Sichtweise das dritte Grundgesetz, also das Bestehen einer Nega-
tion der Negation, für die sozialistische Gesellschaft verworfen. So
heißt es: „Die Einheit der Gegensätze ist das elementarste Gesetz,
das Umschlagen quantitativer in qualitative Veränderungen ist die
Einheit des Gegensatzes von Qualität und Quantität. Die Negation
der Negation gibt es überhaupt nicht.“ (Mao Zedong, Texte, Band
V, Seite 355). „Vielmehr besteht das Wesen dieser asiatischen Na-
turkräfte gerade darin, gar keine Tätigkeit zu äußern und keinen Zu-
stand zu fixieren; sie sind also auch eigentlich gar keine Kräfte, son-
dern nur bloße ruhende Namen für die auffallendsten Naturerschei-
nungen, welche sie nicht einmal erklären, geschweige sonst eine Tä-
tigkeit gegeneinander ausüben;…“ [2]

NACHTRAG

Die Spätschrift von F. Engels mit dem Titel „Dialektik der Natur“
wurde in der Sowjetunion erstmals 1925 herausgegeben. Denn
30 Jahre lange lag das Manuskript in den Archiven der deutschen
Sozialdemokratie verborgen. Lenin war diese Schrift bei der Aus-
arbeitung seiner philosophischen Werke nicht bekannt. Dennoch
ist offiziell die obige Schrift in den Kanon der bestehenden philo-
sophischen Werke des Marxismus-Leninismus eingereiht worden.
Die in den Sechziger Jahren herausgegebenen Versionen hatten
sich an der Sonderausgabe von 1935 (40. Todestag von Engels)
und an der russischen Ausgabe von 1941 orientiert.

Wie später Lenin definiert F. Engels unter dem Hintergrund des
dialektischen Materialismus drei Grundgesetze. Außerdem hatte
sich Engels eingehend mit der Identität und mit der Negation der
Negation beschäftigt, die er als Entwicklung in der Pflanzenwelt
auffasst. Hier der Hinweis auf „Anti-Dühring“. [3] An dieser Stelle
sehen wir vor allem europäische Vorstellungen von den einzelnen
Naturerscheinungen. Abweichend davon gab es traditionelle Vor-
stellungen im ostasiatischen Raum. In der Ära von Deng Xiaoping
wurde diese alte Sichtweise erneut betont, die insbesondere der
Identität, der Einheit und dem Kampf der Gegensätze, einen grö-
ßeren Platz einräumte. Hier stand man schon von Anbeginn in
Opposition zu Stalin, der den Dualismus ablehnte, aber ein ein-
heitliches und unteilbares gesellschaftliches Leben, ausgeprägt
in zwei verschiedenen Formen, der ideellen und der materiellen
Form, propagierte. [4]

ANMERKUNGEN
[1] W. I. Lenin, Werke, Band 38: Philosophische Hefte,
hier vor allem: „Konspekt zu Hegels 'Wissenschaft der
Logik'“, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1968. / W. I. Lenin,
"Materialismus und Empiriokritizismus", Bücherei des
Marxismus-Leninismus, Band 6, 7. Auflage, Dietz Verlag,
Berlin-Ost 1964.
[2] ZEITSCHRIFT FÜR DIE WISSENSCHAFT DES JUDENTUMS,
Redakteur: L. Zunz, 3. Heft, Berlin 1823, Nachdruck
bei Olms Verlag, Hildesheim – New York 1976, Seiten
408 + 409.
[3] Marx – Engels, Werke, Band 20, Dietz Verlag, Berlin-
Ost 1975, die Seiten XXII, 650, 348, 483, 490 + 131.
[4] J. W. Stalin, Werke, Band 1, Dietz Verlag, Berlin-Ost
1950, die Seiten 333/34.

ERGÄNZUNG

Im Deutsch-Chinesischen Handwörterbuch, das 1979 in der Volks-
republik China erschienen ist, heißt es auf der Seite 269: „das Ge-
setz von der Einheit der Gegensätze ist das grundlegende Gesetz
des Universums“.

DIE VIELFALT DES EHRENAMTES

BEGRIFF DES EHRENAMTES

Im Allgemeinen wird unter Ehrenamt jedes altruistische (selbstlose)
Handeln verstanden, bei dem eine Einzelperson oder eine Gruppe frei-
willig und unentgeltlich Arbeit leistet. Ehrenamtliches Engagement
hilft sowohl den Nutznießern als auch den Helfern. Es beginnt dort,
wo die öffentliche Daseinsvorsorge endet. In der Praxis ergänzen sie
sich also beide.

Die ehrenamtliche Tätigkeit kann regelmäßig oder auch sporadisch
erfolgen, wie z. B. im Katastrophenschutz. Mit dem Begriff der Frei-
willigenarbeit (englisch: „volunteering“) werden auch die Dienste im
Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), im Freiwilligen Ökologischen Jahr
(FÖJ) oder im Bundesfreiwilligendienst (BFD) beschrieben. Mit einer
ehrenamtlichen Tätigkeit ist ggf. auch eine Aufwandsentschädigung
verbunden.

BEISPIELE FÜR EHRENÄMTER

– Tätigkeit im Gemeinderat teilweise mit dem Titel „Bürgermeister“,
in kleinen Gemeinden teilweise auch der tatsächliche Bürgermeister,
– Schöffen, Handelsrichter und andere ehrenamtliche Richter, Laien-
richter,
– Schiedsleute,
– gerichtlich bestellte Betreuer,
– Tätigkeit als Diakon im Zweitberuf (teilweise auch nebenberuflich),
Kirchenpfleger, Mitglied der Kirchenverwaltung oder des Pfarrgemein-
derates, Erstkommunions- und Firmkatechet,
– Wahlkonsulin,
– Teilnehmer an Freiwilligendiensten,
– Helfer bei allgemeinen Wahlen und Volkszählungen,
– im Krankenhaus tätige Patientenfürsprecher,
– Mitglieder von Betriebs- und Personalräten, von Mitarbeiterver-
vertretungen und von Jugend- und Ausbildungsvertretungen,
– Mitglieder im Jugendhilfeausschuss oder im Anstaltsbeirat,
– aktive Mitgliedschaft und besondere Führungsaufgaben bei der
Freiwilligen Feuerwehr,
– THW-Helfer und Angehörige des freiwilligen Polizeidienstes,
– beordeter Reservist,
– Delegierte, Vertreter und Referenten der berufsständischen Körper-
schaften.

SOZIALE ABSICHERUNG

Der Gesetzgeber hat darüber hinaus diejenigen Ehrenamtlichen ge-
setzlich pflichtversichert, die für bestimmte öffentlich-recht-
liche Institutionen oder im Interesse der Allgemeinheit tätig
werden.

Für die Versicherung von ehrenamtlich Tätigen gilt, dass durch
Vereins- bzw. Betriebshaftpflichtversicherungen die Schäden er-
satzfähig sind, die auf fahrlässigem Fehlverhalten eines Organs
(Hauptamtliche, Freiwillige) beruhen oder durch einen Dritten
entstanden sind. Nicht versichert sind die durch vorsätzliches
Handeln entstandenen Schäden.

STEUERLICHE FÖRDERUNG

Ehrenamtlich Tätige können eine Aufwandsentschädigung erhalten.
Diese sind im Rahmen bestimmter Grenzen steuerfrei.

Übungsleiterpauschale

Ist jemand nebenberuflich als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher
oder Betreuer tätig, dann sind seine nebenberuflichen Einnahmen
jährlich bis 2.400,– Euro steuerfrei.

Ehrenamtspauschale

Ist jemand in einem Verein in der Funktion als Vorsitzender, als
Schiedsrichter, als Platz- oder Gerätewart oder in der Ausbildung
und Betreuung von Tieren tätig, steht ihm eine Aufwandsentschädigung
in Höhe bis 720,– Euro jährlich zu.

VERGÜNSTIGUNGEN

Ehrenamtlich Tätige können bei den Landkreisen oder beim Regional-
verband Saarbrücken eine Ehrenamtskarte beantragen. Mit der Ehren-
amtskarte erhalten diese attraktive Vergünstigungen bei zahlreichen
öffentlichen und privaten Einrichtungen.

EINSATZGEBIETE

– in kirchlichen Organisationen und Pfarrgemeinden,
– in der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, in der
Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft, in der Wasserwacht, im Arbeiter-
Samariter-Bund, beim Roten Kreuz, in der Johanniter-Unfall-Hilfe, im
Malteser Hilfsdienst und in vergleichbaren Hilfsorganisationen,
– in der Sozialarbeit (z. B. in der offenen Jugendsozialarbeit), bei
Behördenlotsen,
– in der Sterbebegleitung als Hospizhelfer,
– in der Telefonseelsorge und Internetseelsorge,
– bei Besuchsdiensten für benachteiligte, sich in Krisen befindliche
oder eingeschränkte Menschen,
– in der Jugendarbeit bei Jugendverbänden, z. B. beim Deutschen Kinder-
schutzbund,
– als Aktivpate (Kinder-, Lern-, Familien- oder Jobpate),
– als Schülerlotse,
– als Amtsträger oder Vorstand- und Beiratsmitglieder in einem Verein.

RICHTIGE IDEEN ODER RICHTIGES DENKEN

AUTOR: Josef Theobald

VORWORT

Heute geht es um das Gesamtwerk von Mao Zedong (1893-1976)
und seiner Zeit. Habe stets darauf hingewiesen, dass man seine
Person differenziert betrachten muss. Als maßgeblicher Politiker
ist er zwar für Menschenopfer in den verschiedenen Zeitperioden
verantwortlich. Es muss aber auch hier sein Wirken als klassischer
chinesischer Gelehrter anerkannt werden. Viele seiner zahlreichen
Schriften hatten Mitautoren, so dass wir deshalb an einigen Stellen
von einem kollektiven Werk sprechen müssen.

In China gibt es das Sprichwort: „Selbst nach seinem Tod wird der
Tausendfüßler nicht steif.“ Dies bedeutet, dass der Einfluss einer
mächtigen Person über sein Grab hinausreicht. [1] Dies wird im
Westen oft vergessen. Im Osten Asiens gehen die Uhren eben
anders.

BEITRAG

Am 20. 05. 1963 wurde die Schrift Mao Zedongs mit dem Titel
„Woher kommen die richtigen Ideen der Menschen?“ erstmals
veröffentlicht. Diese spielte während der Großen Proletarischen
Kulturrevolution keine unwesentliche Rolle. Die „Worte des Vor-
sitzenden Mao Tsetung“ (ab 1968 erschienen) nehmen hierauf
ausführlich Bezug.

Im Jahre 1950 erschienen in der Sowjetunion die ausgewählten
philosophischen Schriften von W. G. Belinski. In den enthaltenen
Rezensionen heißt es auf der Seite 337: „Wo es keine Idee gibt,
gibt es auch keine Wissenschaft! Kenntnis der Tatsachen ist nur
deshalb wertvoll, weil in den Tatsachen Ideen verborgen liegen;
Tatsachen ohne Ideen sind für Kopf und Gedächtnis wie Müll.
Der Blick des Naturforschers, der die Naturerscheinungen be-
obachtet, entdeckt in ihrer Mannigfaltigkeit allgemeine, unver-
änderliche Gesetze, d. h. Ideen. Da er sich von der Idee leiten
lässt, sieht er in der Klassifizierung der Naturerscheinungen
kein künstliches Hilfsmittel für das Gedächtnis, sondern die
Allmählichkeit der Entwicklung von niederen zu höheren Gat-
tungen, er sieht also Bewegung, Leben.“ Weiter heißt es auf
der Seite 337: „Alles Vernünftige hat seinen Ausgangspunkt
und sein Ziel: die Bewegung ist die Äußerung des Lebens,
das Ziel ist der Sinn des Lebens. Im unmittelbaren Leben
der Menschheit beobachten wir ein Streben nach vernünf-
tigem Bewusstsein, ein Streben, das Unmittelbare zugleich
auch bewusst zu machen, denn die Vernunft kommt da zum
vollen Triumpf, wo das Unmittelbare und das bewusste Da-
sein harmonisch miteinander verschmelzen.“ Diese frühere
Gedankenwelt prägte auch Mao Zedong. „Leben ist nur in
Bewegung möglich; Ruhe ist Tod.“ (Seite 347)

Schon im Jahre 1965 erschien die Schrift „Woher kommt das
richtige Denken der Menschen?“ als die erste deutsche Über-
setzung. Doch der Einfluss von Alfred Kurella (1895-1975), der
obiges Werk ins Deutsche übersetzte, war in den Jahren nach
1963, also mit Beginn der einsetzenden Erziehungsbewegung,
außergewöhnlich groß. Der aus Oberschlesien stammende An-
hänger Stalins galt in der früheren DDR als einer der führenden
Schriftsteller und Kulturfunktionäre. Daher ist durchaus denkbar,
dass zumindest sein Umfeld bis in die heiße Phase der Kulturre-
volution in China anwesend war. Wie schon in früheren Beiträgen
angesprochen, wurden seit Beginn der Erziehungsbewegung die
Geschichte der chinesischen Revolution und der „lange Marsch“
glorifiziert. Durch die ideologischen Auseinandersetzungen mit
der KPdSU sah man sich genötigt, in der Öffentlichkeit sich als
die einzig wahre kommunistische Bewegung zu zeigen, die eine
große kommunistische Tradition und den entsprechenden Rück-
halt in der Bevölkerung hatte. Dabei war wenig von Belang, ob
die historischen Schilderungen auch der Wahrheit entsprachen.

In den Siebziger Jahren gab es durch die moderne Informations-
technologie neue wissenschaftliche Horizonte. Immer mehr Leute
befassten sich mit der Kybernetik. Sozialistische Länder, wie die
Sowjetunion, sahen hier ein willkommenes, aber auch ein großes
Hilfsmittel für die staatliche Planung und Lenkung der Wirtschaft.
In der Broschüre „UdSSR – Wissenschaft“ heißt es auf Seite 33:
„Errungenschaften in der Entwicklung der Kybernetik, der Nach-
richtenmittel, der Informationstechnik ermöglichen es, im zehnten
Fünfjahresplan (1976-1980) die Aufgabe der Schaffung eines ge-
samtstaatlichen Systems der Informationserfassung und Informa-
tionsverarbeitung in der Praxis zu lösen.“ (Verlag der Presseagen-
tur NOWOSTI, Moskau -UdSSR- 1977) Auch in der Volksrepublik
China kamen im militärischen Bereich numerisch-kontrollierte und
Präzisionsmaschinen zum Einsatz. Daher spielten diese Maschinen
bei der Modernisierung der Wirtschaft Chinas keine unbedeutende
Rolle. [2] Hier gab es auch Forschungsschwerpunkte in den Berei-
chen der Informationslehre und in der mathematischen Theorie der
Computerwissenschaft. [3]

Aus diesem Grunde erschienen im Jahre 1965 schließlich zwei unter-
schiedliche Fassungen, die eine im Volksverlag (A) und die andere
im Jugendverlag (B). Von der Art der Übersetzung überzeugender
gilt die Fassung mit dem Titel „Woher kommt das richtige Denken
der Menschen?“. Nur die „philosophischen Monographien“ behielten
die in der Kulturrevolution favorisierte Fassung bei.

Der Hintergrund der Schrift „Woher kommen die richtigen Ideen der
Menschen?“ liegt in der Auseinandersetzung Maos mit Liu Shaoqi.
Ihm ging es hier um eine Kritik an dessen angeblichen bürgerlich-
idealistischen und metaphysischen Auffassungen. Liu kontrollierte
nach Ausbruch der Kulturrevolution während seiner Amtszeit als
Vorsitzender des Staates noch vereinzelte Sparten der Literatur
und Kunst. [4]

Beschäftigt man sich mit der chinesischen Sprache, so fällt das
Wort „sixiang“ ein. Als Substantiv hat es in erster Linie die Be-
deutung von „Sinn, Denken“ und in zweiter Linie von „Gedanke,
Idee“. [5]

Im Vergleich dazu liegt mir eine Arbeit aus der früheren DDR vor,
in der es dementsprechend heißt: „Denken ist ein Bewusstseins-
prozess, der Gedanke ist das Resultat eines solchen Prozesses.
In der Sprache der Informationstheorie übersetzt heißt das: Ge-
danken sind Informationen (Informationen einer besonderen Art!),
Denken selbst aber ist ein Prozess der Aufnahme, Umwandlung
und Speicherung von Informationen.“ [6]

Im Jahre 1982 erschien im Carl Hanser Verlag (München-Wien)
das mehrbändige Werk von Professor Helmut Martin (Ruhr-Uni-
versität Bochum) mit dem Titel „Mao Zedong – Texte“. Im Band
V auf der Seite 160 findet man nun die ursprüngliche Fassung
von 1965 mit dem Titel „Woher kommt das richtige Denken der
Menschen?“. Heutige Sinologen greifen deshalb auf diese Aus-
gabe zurück. Doch existieren im deutschsprachigen Raum noch
Kreise, die an der alternativen Übersetzung aus dem Jahre 1965
und später festhalten möchten, weil sie dem damaligen Zeitgeist
entsprach.

Doch ist aus erkenntnistheoretischer und philologischer Sicht der
letzten Übersetzung Vorrang zu geben.

Am 5. April 1976, also im letzten Jahr der Kulturrevolution, kam es
auf dem Pekinger Tiananmen-Platz zu einer Demonstration gegen
die damalige Viererbande. Die meisten Teilnehmer waren Jugend-
liche und gehörten der Gruppe der Rotgardisten an. Sie sprachen
sich für ein selbständiges Denken aus. Sie sahen ein, dass sie die
verlorene Studienzeit wieder wettmachen mussten. Deshalb waren
sie sehr lernbegierig. [7] Sie unterstützten hier Deng Xiaoping, der
zu Lebzeiten von Liu Shaoqi zu dessen engem Führungsstab zähl-
te. Liu bemängelte ebenfalls die Rückständigkeit der Massen.

ANMERKUNGEN
[1] CHINESISCH-DEUTSCHES LEXIKON DER SPRICHWÖRT-
LICHEN REDENSARTEN, Beijing (China) 1981, Seite 7.
[2] Ma Hong, Neue Strategie für Chinas Wirtschaft,
Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing (China)
1985, Seite 55.
[3] China-Buchreihe, BILDUNG UND WISSENSCHAFT, Verlag
für fremdsprachige Literatur, Beijing (China) 1985,
Seite 145.
[4] DOKUMENTE DES IX. PARTEITAGS DER KOMMUNISTI-
SCHEN PARTEI CHINAS, Verlag für fremdsprachige
Literatur, Beijing (China) 1969, Seite 34.
[5] Chinesisch-deutsches Universalwörterbuch,
Herausgeber: W. Fuchsenberger, Vierter Nach-
druck, Verlag für fremdsprachige Literatur,
Beijing (China) 2012, Seite 989.
[6] Georg Klaus, Kybernetik und Erkenntnistheorie,
5. unveränderte Auflage, Berlin-Ost 1972, Seite 206.
[7] China heute – Vom Jugendlichen zum Pensionären,
Herausgeber: Beijing Rundschau, Beijing (China) 1983,
Seite 41.

SCHLUSSWORT

„Die Erfahrung hat bewiesen, dass in einigen sehr wesentlichen
Fragen der proletarischen Revolution alle Länder unvermeidlich
dasselbe werden durchmachen müssen, was Russland durch-
gemacht hat.“ (W. I. Lenin, Werke, Band 31, Seite 15)

PATENSCHAFT FÜR EIN BIENENVOLK

Monika Bachmann, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und
Familie bekam in Wallerfangen-Blauloch von dem Imker Gilbert Bast
ein Bienenvolk geschenkt. Danach übernahm sie die Patenschaft für
das Bienenvolk 001.

Seit 1992 hatte sich Bast im Verlaufe der Jahre auf die Zucht von
BUCKFAST-KÖNIGINNEN spezialisiert. Hierbei arbeitet er eng mit
namhaften Züchtern aus ganz Europa zusammen.

EINDRÜCKE VOM PFARRFEST DER PFARREI MARIA HIMMELFAHRT

Am Mittwoch, dem 14. August 2019, wurde auf dem Kirchen-
vorplatz
nach der Andacht das diesjährige Pfarrfest eröffnet.
Die Schirm
herrschaft übernahm der Saarlouiser OB Peter
Demmer. Am Donnerstag,
dem 15. August 2019, wurde nach
dem Festhochamt das Pfarrfest durch
das traditionelle Früh-
schoppenkonzert gestartet.

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