DIE LEGENDE DES HL. DONATUS

AUTOR: Josef Theobald

Donatus (= geschenkt) war der nach vielem Gebeten „von Gott geschenkte
Sohn“ vornehmer Eltern zu Rom. Der Vater Faustus war Befehlshaber des
kaiserlichen Heeres. Auch der Sohn wurde Soldat und bald Offizier. Mit
seiner Legion wurde er nach Germanien gegen die Markomannen entsandt.
Das römische Heer kam 174 in arges Gedränge; die Lebensmittel gingen
aus und es mangelte an Wasser. Da betete die Legion des heiligen Dona-
tus mit 6666 Mann, lauter Christen, zum Einen wahren Gott – und während
ein Regen die römischen Soldaten erquickte, öffnete der Himmel seine
Schleusen und goss Ströme von Wasser über die Feinde. Blitze und Hagel
töteten eine Menge derselben. Der Sieg war vollständig. Infolge davon
wurde jene Legion »die blitzende« genannt.

Kaiser Marc Aurel ernannte den tapferen Donatus zum Befehlshaber seiner
Leibwache und wollte ihn mit seiner Enkelin, der Fürstin Alexandra, ver-
mählen. Da jedoch der Heilige die Ehe ablehnte, weil er sich Gott für
immer durch das Gelöbnis der Keuschheit geweiht hatte, wurde er als
Christ verfolgt und im Palast der Fürstin nach deren Anstiftung hin
enthauptet. Im Jahre 1649 wurden seine heiligen Reliquien in den Kata-
komben von Rom aufgefunden und von Jesuiten in ihre Kollegiumskirche
zu Münstereifel im Bistum Trier 1652 übertragen. Aus obiger Begebenheit
ist es erklärlich, dass der heilige Donatus zum besonderen Schutzpatron
gegen Blitz und Ungewitter erwählt wurde. Sein Verehrungstag ist der 30.
Juni.

QUELLE

Heiliger Donatus, Soldat und Märtyrer, Chiemgau Blätter, Jahrgang 2018,
Nummer 26.

ANMERKUNG
Das Christentum war niemals eine „Lagerreligion“ gewesen.
Erst etwa seit der Zeit des Marc Aurel oder des Commodus
hat es christliche Soldaten gegeben. Bis zu dieser Zeit
waren christliche Soldaten noch spärlich, und das Chri-
stentum hatte sie ergriffen, als sie noch Soldaten waren.
In der Zeit, als die christlichen Soldaten häufiger wurden,
forderten die Strengen unter den Gläubigen, die Unvereinbar-
keit der christlichen Religion mit dem Soldatenstand darzutun
und verlangten von den christlichen Soldaten, dass sie ihren
Dienst quittierten oder das Martyrium erleiden sollten. (Adolf
von  Harnack, Die Mission und Ausbreitung des Christentums in
den ersten drei
Jahrhunderten, Zweiter Band: Die Verbreitung,
Seite 578)

BEITRAGSBILD
St. Donatus in der Kapelle des Filialortes Daun-Gemünden