WACHWECHSEL BEI KARO BLAU GOLD

Zu einem Wachwechsel trafen sich am Samstag, dem 4. Januar 2020,
im Biergarten des Donatuszentrums Mit
glieder des Karnevalsverein
Karo Blau Gold und die
befreundeten Karnevalsgesellschaften.

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IMPRESSIONEN AUS DÜSSELDORF

AUTOR: Josef Theobald

Nach der Scheidung heiratete meine Mutter im Standesamt Stuttgart-
Untertürkheim wieder. Zunächst lebte sie mit dem Stiefvater auf einem
Lagerschiff, bis sie eine Wohnung in Zuffenhausen bezogen. Dort sind
sie allerdings Opfer eines Falles von Mitwucher geworden und zogen
schließlich weiter nach Düsseldorf. Der Aufenthalt in Stuttgart war mit
Exkursionen zur Wilhelma und zum Killesberg verbunden.

In Düsseldorf wohnten sie im Hohlweg, damals ein sozialer Brennpunkt.
Meine Mutter arbeitete damals bei Papier Herrmann und mein Stiefvater
im Großmarkt von Düsseldorf. Letzterer brachte nach Feierabend immer
Bananen vom Großmarkt mit. Eine Spezialität waren damals mit Fett in
einer Pfanne gebratene Bananen.

In den Sechziger Jahren lebten im Raum Düsseldorf viele Auslandspolen.
Das waren meist ehemalige Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter. Aus
Gründen des kommunistischen Regimes in Polen wollten diese nicht mehr
zurück in ihre angestammte Heimat. Düsseldorf wurde ihre zweite Heimat.

Im Laufe der Sechziger Jahre erlebte die Binnenschifffahrt ihre große Zeit.
Dies wurde Anlass für meinen Stiefvater, als ehemaliger Seemann später
nach einem kurzen Intermezzo in Saarlouis hier anzuheuern. Doch nach
etwa 10 Jahren war diese große Zeit wieder vorbei.

DER SILVESTERTAG

AUTOR: Josef Theobald

Der 31. Dezember – in den evangelischen Gemeinden auch Altjahres-
abend
genannt – ist im liturgischen Kalender der Namenstag des
heiligen Sil
vester, der in den Jahren 314 bis 335 Papst war und
am 31. Dezember
in Rom starb. Unter ihm fand auf Initiative Kaiser
Konstantins dem
Großen (gestorben 337) der grundlegende Friedens-
schluss zwischen dem
Römischen Reich und dem Christentum statt.
Spätere Legenden schrieben
Silvester u. a. die Heilung vom Aussatz
des Kaisers Konstantin dem
Großen und dessen Taufe zu. [1]

Schon im Jahre 354 war Papst Silvester in den römischen Festkalender ein-
gereiht worden. Neben zwei anderen Päpsten genoss er in Rom kirchlichen
Kultus, also in einer Zeit, wo ihr persönliches Andenken noch sehr lebendig
sein musste. [2]

Durch die Kalenderreform Julius Cäsars (100 – 44 v. Chr.) begann das Jahr
regelmäßig am 1. Januar. Unter Papst Liberius (gestorben 366) wurde der
Jahresanfang mit der Geburt Christi gleichgesetzt, die in Rom seit 354 am
25. Dezember, also an Weihnachten, gefeiert wurde. Im 9. Jahrhundert ist
die Bedeutung dieses Festes von der katholischen Kirche bestätigt worden,
indem sie auch den Jahresanfang auf dieses Datum legte. Papst Innozenz
XII. (1615-1700) verlegte dann schließlich 1691 den Neujahrstag auf den 1.
Januar, so dass der 31. Dezember der letzte Tag im Jahr wurde.

Traditionell schließt der Silvesterabend das alte Jahr mit einem Feuer-
werk, mit Böllern und Mitternachtsgottesdiensten ab. Diente der Lärm in
früheren Zeiten unseren heidnischen Vorfahren dazu, böse Geister zu ver-
treiben, ist er heute ein Ausdruck von Vorfreude auf das neue Jahr.

Erhalten hat sich ebenfalls die Tradition, Schmalzgebackenes wie Krapfen,
Berliner Pfannkuchen und Mutzen (= rheinisches Siedegebäck) zu backen
oder einen Punsch zu brauen. Der verbreitete Silvestergruß „Guter Rutsch“
geht vermutlich auf „Rosch ha-Schana“, das hebräische Wort für Neujahr,
zurück. [1]

Seit 1981 ruft das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ unter dem
Motto „Brot statt Böller“ zum Jahreswechsel zu Spenden zur Unterstützung
für Projekte zum Kampf gegen den Hunger auf. Obwohl heute rund um den
Globus genug Lebensmittel erzeugt würden, leide jeder achte Mensch an
Hunger. In den Umweltverbänden fordern immer mehr Stimmen aus Grün-
den der Feinstaubbelastung in Großstädten das Verbot des Abfeuerns von
Feuerwerkskörpern in der Silvesternacht. Einige deutsche Großstädte
gehen dazu über, in ihren Teilbezirken den Gebrauch von Feuerwerks-
körpern zu verbieten.

ANMERKUNGEN
[1] Die wichtigsten Feier und Gedenktage (Religiöse und
nationale
Feiertage weltweit), Chronik Bertelsmann, Wis-
sen Media Verlag,
Gütersloh/München 2009, die Seiten 14
+ 15.

[2] Hartmann Grisar, GESCHICHTE ROMS UND DER PÄPSTE IM
MITTELALTER, 1. Band: Rom beim Ausgang der antiken Welt,
Nachdruck im Olms Verlag, Hildesheim-Zürich-New York 1985,
die Seite 306.

DER URSPRUNG VON WEIHNACHTEN

AUTOR: Josef Theobald

Als Jesus Christus aus der Stadt Nazareth in Bethlehem geboren
wurde, gab es noch keine Standesämter und die damit verbundene
Meldepflicht wie heute. Was die Beschneidung eines Knaben in der
Provinz Judäa am achten Tage nach der Geburt oder die Auslösung
des erstgeborenen männlichen Kindes nach dem 31. Tage anging,
gab es hier beim Vater lediglich eine Beweispflicht (parallel Mischna
BECHOROT, VIII,6).

Das heutige Weihnachtsfest hat seinen Ursprung in Rom. Da der
Zeitpunkt der Geburt Jesu durch keine sichere Überlieferung be-
kannt war, wählte man im Gegensatz zum Orient (6. Januar) die
Zeit der Wintersonnenwende, also den 25. Dezember. An diesem
Tag nach dem römischen Kalender wurde das Fest des „Sol novus“
gefeiert. In späterer Zeit entwickelte sich dann hieraus das Fest des
„Natalis invicti“, d. h. der Tag des unbesiegten Sonnengottes. In der
Verbindung mit dem Mithras-Kult verbreitete sich dieser Festtag all-
gemein in der heidnischen Welt. [1]

Die christliche Transformation der Sonnengottfeiern auf die Geburt
Jesu kann sich auf den Propheten Maleachi (Kapitel 3, Vers 20) be-
rufen: Dem Gläubigen „soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit“.
[2]

Im Mittelalter entfaltete sich eine reiche weihnachtliche Volksfrömmig-
keit, so etwa in Gestalt geistlicher Weihnachtsspiele und Umzüge oder
von Dramatisierungen der Krippenszene, wobei – in Esels- und Narren-
festen – auch Facetten älteren Brauchtums fortwirkten, die als zum Teil
exzessives Festspiel kirchlich beargwöhnt und später auch unterbunden
wurden.

In der frühen Neuzeit verlagern sich wesentliche Elemente der Festge-
staltung in den häuslichen Bereich, aus den öffentlichen Krippenspielen
werden Holzkrippen in den Bürgerstuben. [3]

Um das Jahr 1509 soll im elsässischen Schlettstadt ein Christbaum ent-
weder gestanden oder gehangen haben. Später übernehmen schließlich
reiche Bürger aus evangelischen Gebieten den Brauch, ein Zimmer da-
mit zu schmücken. [2] Damit verbunden war die Bescherung der Kinder,
die zwar an die Gaben der Heiligen Drei Könige erinnern sollte, aber nur
durch das Christkind erfolgte. Die Weihnachtsbäume selbst waren mit
Äpfeln, Nüssen und Oblaten behängt worden. [4] Mit den Äpfeln hatte
man an den Baum im Paradies erinnert. Die bunten Glaskugeln heutiger
Christbäume sind die Nachfolger der Äpfel. 1539 soll zum ersten Mal im
Münster zu Straßburg ein Weihnachtsbaum gestanden haben.

Der Weihnachtsbaum wird schließlich im 18. Jahrhundert in gut gestellten
bürgerlichen und adligen Kreisen mit den darunter gelegten Geschenken
zum Mittelpunkt des häuslichen Weihnachtszimmers. [2] Allmählich sind
auch Kerzen an den Baum gekommen. Das Licht der Kerzen stand für
das Licht, das durch die Geburt Christi in die Welt gekommen ist. [4]

Um 1814 wurde durch einen protestantischen Bankier aus Berlin (A.
v. Arnstein) der Weihnachtsbaum in das katholische Wien gebracht.
Im Jahre 1817 stellte die aus dem Rheinland stammende Erzherzogin
Henriette (geb. von Nassau-Weibling) einen Christbaum auf. Damit
wurde der Baum im Hochadel etabliert. Vom Hochadel übernahm
das Bürgertum diese Sitte, weshalb Weihnachtsbäume schon ab
1830 in den bürgerlichen Häusern des deutsch-habsburgischen
Kaiserreiches üblich waren.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 ließen adlige Offiziere
festlich geschmückte Weihnachtsbäume in den Unterkünften und La-
zaretten aufstellen. Dadurch wurde der Brauch den einfachen Ständen
bekannt. [2]

Heute ist die weihnachtliche Symbolik fest verankert in Familienritualen
und in häuslichen Festgestaltungen: Licht (Kerzen, Adventskranz, Christ-
baum), Gaben (Geschenke, Weihnachtskarten), biblische und auch nach-
biblische Figuren und Zeichen (Engel, Krippe, Stern). Das Weihnachtsfest
ist heute ein Stück „Familienreligion“ par excellence, in der „Heiligen
Familie“ finden etwaige familiäre Sehnsüchte Resonanz. Als kulturelle
Institution sind Weihnachten und die Weihnachtszeit Ausdruck eines öf-
fentlich werdenden Christentums und ein Element des gesellschaftlichen
Lebens. Dies reicht vom kommerzialisierten Weihnachten mit entsprechen-
dem Schmuck und Beleuchtung über Weihnachtsliteratur und -film als ei-
gene Gattung bis zu den spezifisch weihnachtlichen Spenden- und Hilfs-
aktionen und der zivilreligiösen Weihnachtsansprache des Bundespräsi-
denten.

Im Laufe der Zeit ist auch Weihnachten im kirchlichen Bewusstsein mehr
und mehr auf den Heiligabend bezogen worden, die beiden Weihnachts-
tage werden tendenziell zum Nachklang des Festes.

Die nordisch anmutende Figur des Weihnachtsmannes etwa ist nicht nur
Inbegriff eines kommerzialisierten und pädagogischen Festes, sondern
integriert auch den Mythos vom „wilden Gesellen“, der unheimlich und
gütig in einem ist. [3]

Im Wettbewerb zu den politischen Systemen entwickelten sich gewisse
Eigenheiten heraus. So trat in den Zeiten der Sowjetunion der Begriff
„Weihnachten“ in den Hintergrund und wurde durch die Bezeichnung
„Väterchen Frost“ ersetzt. In der früheren DDR wurden die Weihnachts-
Engel umbenannt in „Jahresendfiguren mit Flügeln“.

Im Westen ist Weihnachten nicht nur das Fest des Schenkens oder des
Beschenktwerdens, besonders in den Familien, im Sinne bloßer Kauf-
mechanismen, geworden, sondern bleibt Anlass, auf das Heil hoffen zu
dürfen, das mit Jesus Christus in die Welt kam, und immer neu darüber
zu jubeln.

Vom Tridentinum (Konzil von Trient) bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil
galt das Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Reinigung oder Lichtmess)
am 2. Februar, das ist der vierzigste Tag nach der Geburt Christi, als ein
Abschluss der Weihnachtszeit, wohl deshalb, um eine nach der Osterzeit
entsprechende Zeitdauer zu erzielen. Denn nicht wenige Weihnachts- und
Epiphaniebräuche, wie die Aufstellung von Weihnachtskrippen, erstrecken
sich bis zum 2. Februar. [5]

Bestimmte christliche Freikirchen verlegen die Geburt Christi auf den Zeit-
punkt (Mitte/Ende) September bzw. Anfang Oktober in der vertretenen An-
nahme, dass Johannes der Täufer um die Pfingstzeit (nach der 8. Dienst-
ordnung der Abija-Priester im Jerusalemer Tempel) gezeugt wurde. Dabei
gehen sie hier von einem Geburtszeitpunkt Jesu aus, der 6 Monate später
nach der Geburt des Johannes liegt. [6]

ANMERKUNGEN
[1] Hartmann Grisar, GESCHICHTE ROMS UND DER PÄPSTE
IM MITTELALTER, 1. Band: Rom beim Ausgang der antiken
Welt, Nachdruck bei GEORG OLMS Verlag, Hildesheim usw.
1985, Nr. 508.
Im HANDBUCH DER KIRCHENGESCHICHTE, 1. Teil: Das Alter-
tum, erschienen im Verlag von J. C. B. Mohr, Tübingen
1923, heißt es unter § 37,9: „In Rom … ward die Anse-
tzung der Geburt Christi auf den 25. Dez. wahrschein-
lich schon vor 336 … zum willkommenen Anlass, den heid-
nischen Festen der Saturnalien (17. - 23. Dez.) und Bru-
malien (Wintersonnenwende; Geburtstag des Sol invictus,
25. Dez.) ein christliches Freudenfest an die Seite zu
stellen.“
[2] Hans-Peter Ebert, Festtage zum Nachlesen (Hintergrün-
de zu Zeitrechnung und Brauchtum), DRW-Verlag, Leinfelden-
Echterdingen 2001, Seiten 120 – 142.
[3] TASCHENLEXIKON RELIGION UND THEOLOGIE, Band 3: O-Z,
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, die Seiten
1254 – 1256.
[4] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und
nationale Feiertrage weltweit), Chronik Bertelsmann, Wis-
sen Media Verlag, München/Gütersloh 2009, die Seiten 72 +
73.
[5] Lexikon der Pastoral (Lexikon für Theologie und Kirche
kompakt), Band 2: Kl-Z, Verlag Herder, Freiburg 2002, die
Seiten 1828/29.
[6] Intern (Studien - Bildung - Nachrichten), Jahrgang 13,
die Nr. 12 vom 19. Dezember 2008, Herausgeber in Deutsch-
land: Vereinte Kirche Gottes mit Sitz in Bonn, Seiten 9/10.

ERÖFFNUNG DES 2. RODENER WEIHNACHTSMARKTES

Am Samstag, dem 14. Dezember 2019, wurde auf dem Kirchenvorplatz
der Rodener Weihnachtsmarkt durch Hans Werner Strauß eröffnet. Die
Schirmherrschaft übernahm die Landesministerin Monika Bachmann für
die Ressorts Arbeit, Familie, Soziales, Prävention und Sport.

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RODENER WEIHNACHTSMARKT 2019

Am Samstag, dem 14. Dezember 2019, und am Sonntag, dem 15. Dezem-
ber 2019, findet vor der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und im Bereich der
Donatusstraße der 2. Rodener Weihnachtsmarkt statt.

Er beginnt um 11.00 Uhr und endet um 21.00 Uhr, am Sonntag schon um
20.00 Uhr.

30 Stände werden den Weihnachtsmarkt bereichern.

Am Samstag um 16.00 Uhr kommt der Nikolaus für unsere Kleinen.

Geplant ist außerdem ein Kindermalwettbewerb. Die Prämierung ist am
Sonntag um 16.00 Uhr. Erster Preis: 100,– Euro / Jahrgang.

Teilnehmen werden ebenfalls Musiker, Gesangsinterpreten, Holzschnitzer
und Turmbläser. 

Auch der RODENA Heimatkundeverein e. V. wird mit einem eigenen Stand
vertreten sein.

 

DIE VEREHRUNG DES HEILIGEN NIKOLAUS

AUTOR: Josef Theobald

Der Name NIKOLAUS ist vom griechischen Namen „Nikólaos“ abgeleitet
und bedeutet etymologisch „der mit dem Volk siegt“. Dieser Name war in
der griechischen Literatur sehr verbreitet. Im ganzen Neuen Testament
kommt der Name nur einmal vor. Das spricht dafür, dass die Verwendung
dieses Namens ausschließlich den hellenistischen Gruppen in der jungen
Christengemeinde vorbehalten blieb. Jene Gruppen arrangierten sich mit
dem römischen Götter- und Kaiserkult, um ihre gesellschaftliche Stellung
als Christen zu verbessern. (Personen Lexikon zum Neuen Testament,
Verlag Patmos, Düsseldorf 2004, die Seiten 231/32)

Der NIKOLAUS zählt zu den am meist verehrten Heiligen der Christenheit.
Dieser lebte vermutlich von 270 bis 342 und war Landbischof von Myra an
der heutigen türkischen Mittelmeerküste. Um dessen Gestalt ranken sich
zahlreiche Legenden und Wunderberichte, die zunächst in der Ostkirche,
seit dem 8./9. Jahrhundert auch in der Westkirche, Verbreitung fanden. [1]

Dabei sind offensichtlich Begebenheiten aus dem Leben des Abtes
NIKOLAUS von Sion bei Myra und des Bischofs von Pinora, der am
10. Dezember 564 verstorben ist, mit jenen des schon früher leben-
den NIKOLAUS von Myra vermischt worden. [2]

Eine zeitgenössische Lebensbeschreibung fehlt, auch seine Teilnahme
am Konzil von Nizäa wird heute als legendär beurteilt. Das älteste Text-
zeugnis stammt aus dem 6. Jahrhundert: die Legende der wunderbaren
Rettung von drei unschuldig zum Tode verurteilten Feldherrn durch das
Eingreifen des Bischofs.

Begünstigt durch die aus Byzanz stammende Kaiserin Theophanu, der
Gemahlin Kaiser Otto II., hat sich der NIKOLAUS-Kult verstärkt im 10./
11. Jahrhundert auch im Westen verbreitet. Im Jahre 1087 wurden die
Gebeine des NIKOLAUS von Myra in die italienische Hafenstadt Bari
überführt. Deshalb gilt NIKOLAUS als der Patron der Seefahrer. Denn
in der Rettung Schiffbrüchiger liegt hier der Ursprung. [3] Weiterhin ist
der hl. Nikolaus Schutzpatron der Bäcker, der Bauern, der Bierbrauer,
der Schnapsbrenner und der Kaufleute.

Der Reformator Martin Luther lehnte den Nikolaus als Gnadenbringer
in der Weihnachtszeit ab und ersetzte ihn durch den heiligen Christ.
Der Herzog von Mecklenburg schaffte im Jahre 1682 den Nikolaus-
tag einfach ab und stellte die Beibehaltung von Nikolauszeremonien
unter Strafe. So findet man heute in den vorwiegend protestantischen
Gegenden wie im Norden und Osten Deutschlands und in den angel-
sächsischen Ländern den Weihnachtsmann mit einem rotem Mantel
und mit roter Mütze als Gabenbringer zur Weihnachtszeit. [4]

In den Zwanziger Jahren wurde versucht, die NIKOLAUS-Bräuche
in einen Zusammenhang mit der alten germanischen Mythologie zu
bringen. Doch wird dies heute weitgehend verworfen.

Aus der Verschmelzung von Knecht Ruprecht und NIKOLAUS ent-
stand zunächst im 19. Jahrhundert die Figur des Herrn Winter, aus
der sich nun im Zeitraum zwischen 1840 und 1850 der Weihnachts-
mann entwickelte. [3] In Deutschland tritt Knecht Ruprecht im 18.
Jahrhundert als Gehilfe des hl. Nikolaus auf. Am Mittelrhein nennt
man diese dunkle Gestalt Pelznickel, in Österreich Krampus oder
Bartel. [4]

Der Festtag des Heiligen wird am 6. Dezember begangen. Es ist ein
Brauch, am Nikolaustag die Kinder zu beschenken. [2] Bis zum Jahr
1969 war Nikolaustag sogar ein kirchlicher Feiertag, erst Papst Paul
VI. änderte diese Regelung. [4]

Der heilige NIKOLAUS gehört eindeutig zum Personenkreis der „Volks-
heiligen“. Über die Verehrung Verstorbener als Heilige und ebenfalls die
Einführung neuer Heiliger in einer Diözese entschied bis zu einer päpst-
lichen Neuregelung die „vox populi“ bzw. die Genehmigung des Bischofs.
Im Jahre 1234 reservierte Papst Gregor IX. (um 1167-1241) das Privileg
der Heiligsprechung dem apostolischen Stuhl. [5]

Durch die italienische Hafenstadt Bari verbreitete sich die Verehrung
des heiligen Nikolaus als Schutzpatron der Seeleute. Auch im Bereich
der Binnenschifffahrt genoss der heilige Nikolaus großes Ansehen. So
existierten in früheren Jahren noch Schiffsprozessionen zu seinem Ge-
denken auf dem Rhein. Auch das ehemalige in Duisburg-Ruhrort ange
siedelte Schifferkinderheim Nikolausburg für Angehörige der jewei-
ligen Schiffsbesatzungen auf den Binnengewässern ist mittlerweile
Bestandteil der Geschichte.

ANMERKUNGEN
[1] Im Laufe des 4. Jahrhunderts gewannen die
Bischöfe größerer
Städte immer mehr an Einfluss.
Die Synode von Serdica (343)
verbot geradezu, in
Dörfern und kleinen Städten einen Bischof
aufzu-
stellen. Die Synode von Laodicea (um 380) will
die Land-
oder Chorbischöfe durch Periodeuten
(visitatores, circumitores
-Besucher-) ersetzt
wissen, die im Auftrag des Bischofs als ein
fache
Presbyter von der Stadt aus die Landgemeinden seel-
sor
gerich betreuten. (Bihlmeyer – Tüchle, KIRCHEN-
GESCHICHTE,
Erster Teil: Das christliche Altertum,
erschienen im Verlag Fer
dinand Schöningh, Paderborn
1951, § 62,1)

[2] Manfred Becker-Huberti / Helmut Lotta, KATHO-
LISCH (A-Z), Das
Handlexikon, Verlag Herder, Frei-
burg (Breisgau) 2009, Seite 173.

[3] THEOLOGEN, HETZER, HEILIGE (Kleines Personen-
lexikon der
Kirchengeschichte), Verlag C. H. Beck,
München 2001, die Seite
292. / Beiträge zur Ge-
schichte des christlichen Altertums und der
By-
zantinischen Literatur (Festgabe Albert Ehrhard
zum
60. Geburtstag), Nachdruck bei Edition Rodopi,
Amsterdam 1969,
Seiten 392/93.
[4] Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage (Religi-
öse und nationale
Feiertage weltweit), Chronik Ber-
telsmann, Wissen Media Verlag,
Gütersloh/München
2009, die Seiten 66 + 67.

[5] Bihlmeyer – Tüchle, KIRCHENGESCHICHTE, Zweiter
Teil:
Das
Mittelalter, Verlag Ferdinand Schöningh,
Paderborn 1948, § 100,3.

 

DIE HOCHZEIT DER DEUTSCHEN BINNENSCHIFFFAHRT

AUTOR: Josef Theobald

In den Sechziger Jahren gab es im Westen Deutschlands zahlreiche
Reedereien. Nicht wenige Montanbetriebe hatten eigene Binnenschiffe
in ihrem Bestand. Es gab damals die Reedereien Harpen, Klöckner, Ha-
niel und Raab Karcher. Im Tankbereich etablierte sich die Firma Dettmer.
Ihre Binnenschiffe hatten im Idealfall eine 3-Mann-Besatzung. Sie bestand
aus dem Schiffsmann, aus dem Matrosen und aus dem Schiffsjungen. Bei
fehlendem Personalbestand wurden die Matrosenfrauen aktiviert, um bei
einzelnen Verrichtungen zu helfen. Auch waren in der wärmeren Jahreszeit
die jeweiligen Familien mit an Bord. Am besten ausgestattet war die Woh-
nung des Schiffsmanns. Es war eine komplette Wohnung im Kleinen. Am
Anfang heizte man noch mit Kohlen. Mit der Zeit wurde die Ausstattung auf
den Schiffen aber immer komfortabler.

Neben den mit Dieselöl betriebenen Motorschiffen gab es auch Schlepp-
schiffe. Diese konnten sich nur mit Hilfe von Schleppern fortbewegen. Im
Laufe der Zeit betrieb man größere Schubverbände, die mehrere Schlepp-
schiffe gleichzeitig transportieren konnten. Auch kamen später Küstenmo-
torschiffe (KüMo) auf, die sowohl see- als auch für den Rheinstrom tauglich
waren. Diese konnten also im Küstenbereich und auf dem Rhein operieren.

Die Ladung war meist abhängig von der Jahreszeit. Im Winter beförderte
man hauptsächlich Kohlen. Im Sommer war es Metallschrott oder Kiessand
aus dem Elsass, der z. B. bis nach Heilbronn befördert wurde. In den
Siebziger Jahren beförderte man auf Schleppschiffen die Schlacke aus
den Kohlengruben im Ruhrpott, die in den Niederlanden zur Deichbefesti-
gung verwendet wurde. In diesen Jahren wollten die Niederländer dem
Meer Land abringen und es für den Bereich des Tourismus öffnen. Es
geht hier um die Provinz Zeeland (deutsch: Seeland). Um in Zukunft
Sturmfluten zu verhindern, wurden ab 1960 die Deltawerke gebaut. Ein
nicht unwesentlicher Nebeneffekt war die Abriegelung der Nordsee von
den kleinen Seitenarmen und Flussmündungen, so dass die Verbindungen
der Provinz mit dem Rest der Niederlande wesentlich verbessert wurden.
Die wirtschaftliche und soziale Struktur der Inseln Zeelands wurde durch
die festen Verbindungen mit dem rückwärtigen Land stark verändert. Die
ehemals abgelegenen Gebiete sind von der Randstad aus nun binnen einer
Stunde zu erreichen. Der Tourismus ist dadurch stark angestiegen.

In den Siebziger Jahren waren allerdings die Küstengebiete noch uner-
schlossen. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Lediglich diejeni-
gen Arbeitskräfte, die im Deichbau tätig waren, waren anzutreffen. Hin-
zu kamen noch einzelne Schiffsbesatzungen, die mit ihren Schiffen an der
Küste zum Löschen anlegten. Deshalb fand man noch unberührte Strände
vor.

Um die soziale und schulische Situation der Schiffsbesatzungen zu ver-
bessern, gründete man schon im Jahre 1856 anlässlich der Goldenen
Hochzeit von Franz und Friederike Haniel das Krankenhaus Hanielstift.
Dazu gesellten sich Schifferheime (Hotels für die Schiffsbesatzungen)
und ab 1866 eine höhere Bürgerschule, aus dem später das Schiffer-
kinderheim Nikolausburg in Duisburg-Ruhrort hervorging.

In den Siebziger Jahren zogen sich schließlich wieder viele große Un-
ternehmen aus der Binnenschifffahrt zurück und überließen es privaten
Schiffseignern, das Frachtgeschäft auf den Binnengewässern weiter zu
betreiben. Auch wurden die kleineren Schiffe durch Schubverbände ver-
drängt. Auch sanken die Frachtraten. Es wurde immer schwieriger, in
der Binnenschifffahrt aus Kostengründen die eingesetzten Schiffe zu
befahren. Deshalb gab es hin und wieder Versuche, die vorhandenen
Schiffe zu verlängern, um dadurch den Frachtraum zu erweitern.

DIE ADVENTSZEIT

AUTOR: Josef Theobald

Der Terminus „Advent“ kommt vom lateinischen „adventus“ und bedeutet
„Ankunft“ und meint in diesem Zusammenhang die Vorbereitungszeit auf
das Fest der Geburt Christi (Weihnachten). Die Adventszeit umfasst die
vier Wochen vor dem Weihnachtsfest. Mit dem ersten Adventssonntag
beginnt das Kirchenjahr.

Gebräuchlich ist in dieser Zeit der „Adventskranz“, ein geflochtener Kranz
aus grünen Zweigen mit vier Kerzen, die nach und nach an den Advents-
sonntagen entzündet werden. Der Kranz steht für den Erdkreis, der auf
die Erlösung wartet; die Kerzen symbolisieren das Licht, das zunimmt,
je näher die Geburt des Erlösers Jesus Christus rückt. [1]

Einer der frühen Adventskränze ist der von J. H. Wichern (1808-1881), der
in dem von ihm gegründeten „Rauhen Haus“ bei Hamburg seit etwa 1850
hing. Dieser große Kranz hatte 24 Kerzen, die täglich angezündet wurden,
bis am 24. Dezember alle Kerzen brannten. Das „Rauhe Haus“ war eine
Erziehungsanstalt (für jugendliche Straftäter) und die Keimzelle der Inne-
ren Mission in der evangelischen Kirche. Zunächst ließ Johann Wichern
vom ersten Sonntag im Advent an kontinuierlich eine große weiße Kerze
auf den von der Decke hängenden runden hölzernen Reifen und an den
Werktagen kleine rote Kerzen dazwischen stellen. Nach 1860 wurde der
ursprünglich für die Kerzen verwendete Kronleuchter mit Tannenzweigen
verziert, womit der Adventskranz geboren war. [2] Ab 1925 hat dieser Ad-
ventskranz, allerdings mit nur noch vier Kerzen, auch seinen Einzug in die
katholische Kirche genommen. [3]

Noch vor der Liturgiereform durch Papst Gregor dem Großen kam in der
römischen Kirche der Advent als Vorfeier von Weihnachten auf, also vier
Wochen bzw. Sonntage umfassend. Auch der Orient (Syrien, Ägypten)
kannte eine 3 bis 4 wöchentliche Vorbereitungszeit. [4]

Der genannte Papst Gregor I. (um 540-604) vereinheitlichte die Advents-
zeit auf vier Wochen. Fällt der Heilige Abend auf einen Sonntag, ist dies
zugleich der 4. Advent. Sonst verlängert sich diese Zeit vom 4. Advent
bis zum Heiligen Abend. Beim Aachener Konzil wird die Regel im Jahr
825 in Deutschland verbindlich eingeführt. [5]

Erst die dem Konzil von Trient (Tridentinum, 1545-1563) folgenden Li-
turgiebücher schrieben den Advent gesamtkirchlich vierwöchig vor; bis
heute hält Mailand (Milano) an einem sechswöchigen Advent fest. [3]

Möglicherweise hatte in Deutschland die Begeisterung für die Natur
der „bündischen Jugend“ (um 1910) den Siegeszug des Adventskranzes ge-
fördert. Jedenfalls ging der Adventskranz von Norddeutschland aus und
war nur in evangelischen Familien gebräuchlich. Eine Untersuchung im
Umfeld von Tübingen aus dem Jahre 1928 zeigte, dass dieser Kranz in
protestantischen Orten über Pfarrer, Lehrer und kirchliche Vereine in
die Familien zumindest bei den Wohlhabenden eingekehrt ist.

Der erste Adventskalender ging bei der in München ansässigen „Reich-
holdschen Druckerei“ im Herbst 1908 in Druck. Hier war Gerhard Lang,
aus einer kinderreichen Pfarrersfamilie im württembergischen Maulbronn
stammend, am 29. Februar 1908 als Teilhaber eingestiegen. Jener wurde
zuerst „Weihnachtskalender“ genannt. Er bestand aus einem dünnen Blatt
mit 24 Bildern und aus einem starken Untergrundkarton mit einem Stein-
druck. Auf der Vorderseite dieses Kartons waren die 24 Felder mit Zahlen
und Texten versehen. Die Kinder lasen den Text des Feldes und schnitten
täglich eines der dazugehörigen Bilder aus dem Blatt aus, um es auf den
Karton zu kleben. Am 24. Dezember war schließlich der Bilderbogen voll-
ständig. Die jetzt zugeklebten Verse der Vorderseite waren auch auf die
Rückseite des Kartons gedruckt. [5]

Zur Einstimmung auf die bevorstehende Weihnachtszeit findet in einigen
Regionen das traditionelle Adventssingen statt. Zur Vorweihnachtszeit
gehört die Weihnachtsbäckerei mit Lebkuchen, Spekulatius und Christ-
stollen, der seit dem Jahr 1329 bekannt ist. Ihre Tradition haben
ebenfalls die Weihnachtsmärkte, die vielerorts zur Adventszeit statt-
finden. Der älteste deutsche Weihnachtsmarkt ist der Dresdner Strie-
zelmarkt – bekannt nach dem traditionellen Stollengebäck – der bereits
1434 erwähnt wurde. [3]

ANMERKUNG
[1] Manfred Becker-Huberti/Ulrich Lota, KATHOLISCH (A-Z),
Ein Handlexikon, Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009,
Seite 14.
[2] Hans-Peter Ebert, Festtage zum Nachlesen (Hintergründe
zu Zeitrechnung und Brauchtum), DRW-Verlag, Leinfelden-Ech-
terdingen 2001, Seite 110.
[3] Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage (Religiöse und na-
tionale Feiertage weltweit), Chronik Bertelsmann, Wissen Me-
dia Verlag, Gütersloh/München 2009, Seiten 68 + 69.
[4] KIRCHENGESCHICHTE von Karl Bihlmeyer und Hermann Tüchle,
Erster Teil: Das christliche Altertum, Verlag Ferdinand Schö-
ningh, Paderborn 1951, § 69,2.
[5] wie [2], jedoch die Seiten 108, 111/12.

ZUWANDERUNG AUS DER EIFEL ENDE DES 19. JHDTS

AUTOR: Josef Theobald

In Roden finden sich die Familiennamen „Speicher“, „Thomaser“ und
„Kilburg“. Man kann sehr wahrscheinlich diese Namen mit der Eifel in
Verbindung bringen. „Speicher“ ist von der Stadt SPEICHER in der
Süd-Eifel abgeleitet. „Thomaser“ hat offenbar eine Verbindung zum
Kloster St. Thomas an der Kyll. Auch bei dem Familiennamen „Kilburg“
lässt sich eine Nähe zur Stadt KYLLBURG in der Eifel erkennen.

Im Jahre 1882 kam es in der Eifel wegen klimatischer Veränderungen
zu Missernten. Weiterhin sind die Preise für landwirtschaftliche Erzeug-
nisse gefallen, das schließlich zu einer Hungersnot führte. Die Eifel, eine
hügelige Landschaft mit großen Torfmooren und ausgedehntem Ödland,
hat Bodenverhältnisse, die für die Landwirtschaft wenig geeignet sind. Der
Boden wurde von kleinen, technisch rückständigen Bauernwirtschaften be-
arbeitet. Daher kam es zu periodischen Missernten, die die Kleinbauern oft
in große Not stürzten. [1]

Deshalb gab es die Idee, auch in der Eifel eine Hausindustrie zu ent-
wickeln. [2] Die örtlichen Bedingungen ließen dies aber nicht zu. Die
Dörfer in der Eifel sind oft weit verstreut, getrennt von den einzelnen
Maaren. Da wurde der Aufbau einer Absatzorganisation, wie in den
städtischen Gebieten, schwierig. Es gab nur wenige eingleisige Eisen-
bahnstrecken und ein schlecht ausgebautes Straßennetz. Eine Auto-
bahn von Köln über Trier nach Landstuhl war erst für die Dreißiger
Jahre des 20. Jahrhunderts geplant worden. Kriegsbedingt konnte
das Bauprojekt allerdings später in den Fünfziger Jahren abgeschlos-
sen werden.

Die wachsende Notlage der einzelnen Parzellenbauern blieb aber bestehen.
In Deutschland war eigentümlich die allgemeine Lage der Industrie, die
eine weitere Ausdehnung der ländlichen Hausindustrie begünstigte. [2]
Waren diese Bedingungen vor Ort aber nicht vorhanden, mussten sich die
Bauern Alternativen suchen.

Deshalb reagierten Familien aus der Eifel mit einer Abwanderung in die
Industriegebiete, wie in das industrialisierte Saarkohlenbecken.

ANMERKUNGEN
[1] Marx – Engels, Ausgewählte Schriften, Band I,
Dietz Verlag, Berlin-Ost 1966, Seite 690.
[2] wie [1], jedoch die Seite 520.

BILDHINWEIS: Bild von den Dauner Maaren

VOLKSTRAUERTAG IN RODEN

Zur Gedenkfeier am Volkstrauertag lud der Sozialverband
VdK Saarland (Ortsverband Saarlouis-Roden) ein. Zunächst
begrüßte die Vorsitzende Astrid Krächan die erschienenen
Teilnehmer, darunter eine Abordnung aus St. Avold. Für die
ASOR sprach Joseph Gail sein Grußwort. Die Segnung der
Kriegs
gräber übernahm Diakon Franz Hechenblaikner. Die
diesjährige
Gedenkrede hielt Marc Speicher MdL. Anschlie-
ßend kam es zur
Kranzniederlegung. Nach dem Abspielen
der beiden National
hymnen beendete Frau Krächan diese
Veranstaltung.
 

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DER VOLKSTRAUERTAG

AUTOR: Josef Theobald

An diesem „stillen“ deutschen Trauertag im November wird der Opfer
der Nationalsozialisten und der Toten der beiden Weltkriege gedacht.
Viele Gemeinden und Organisationen legen vor den Mahnmalen und
Kriegsgräberstätten Kränze nieder. Im deutschen Bundestag findet
eine zentrale Gedenkstunde mit einer Rede des Bundespräsidenten
statt. Es werden traditionell die Nationalhymne sowie das Lied „Der
gute Kamerad“ gespielt.

Nach dem Ende des I. Weltkrieges regte der Volksbund Deutscher
Kriegsgräberfürsorge an, am 5. Sonntag vor Ostern („Reminiscere“
= aus dem Lateinischen „sich ins Gedächtnisrufen, sich auf etwas
besinnen, sich erinnern“) einen nationalen Trauertag für die Kriegs-
opfer einzurichten. Die erste Gedenkstunde fand 1922 im Reichstag
statt. Die Nationalsozialisten funktionierten den Trauertag zum ver-
herrlichenden „Heldengedenktag“ um. In Abgrenzung dazu wird der
1948 wieder aufgenommene Volkstrauertag seit 1952 am 2. Sonntag
vor dem 1. Advent begangen.

Quelle:
Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse
und nationale
Feiertage weltweit), Chronik Bertels-
mann, Wissen Media Verlag,
Gütersloh/München 2009,
Seite 221.

MAUERÖFFNUNG VOR 30 JAHREN

AUTOR: Josef Theobald

Ich hatte als Kurzwellenhörer hier und da mit der DDR zu tun.
Ich erlebte in der Zeit des „kalten Krieges“ die DDR nach außen
als abgeschottet. Die Isolierung kam von der DDR selbst.

Literatur aus der früheren DDR erhielt man lediglich über die DKP
oder über Radio Prag. Dank der Redakteurin Anne Steltnerova war
dies möglich.

Später erlebte ich die Bürger der ehemaligen DDR als stark ange-
passt und unter einem Gruppendruck stehend. Man hatte hier nie
gelernt, kritisch die Meinung zu äußern.

Dies hat mit der Sozialisierung der DDR-Jugend zu tun. Das Bildungs-
system der ehemaligen DDR verlangte nach Leuten, die loyal zum po-
litischen System standen. Schon Lenin sagte: „wir erklären offen, dass
es Lüge und Heuchelei ist, zu behaupten, die Schule stehe außerhalb
des Lebens, außerhalb der Politik.“ (Rede auf dem I. Gesamtrussischen
Kongress für Bildungswesen). Dies begann schon in der Mitgliedschaft
in der FDJ. Denn die DDR stand in der Tradition von Ernst Thälmann,
dem letzten Führer der KPD vor Ende des II. Weltkrieges. So knüpfte
man an den Patriotismus der kommunistischen Bewegung der Dreißiger
Jahre an. Die kritisch auftretenden Schüler wurden ausgegrenzt und durf-
ten nicht studieren. Auch in den Betrieben waren sie Repressionen ausge-
setzt.

Nach dem 17. Juni 1953 ging man in Kleinarbeit gegen alle Elemente vor,
die für die damaligen Ereignisse verantwortlich waren. Dies beinhaltete z.
B. Parteiausschlüsse, fristlose Entlassungen und Wohnungskündigungen.
Dadurch wollte man vorbeugen, dass zu keiner Zeit mehr die sowjetischen
Panzer in der DDR aufmarschieren. In diesen „Selbstreinigungsprozessen“
wurde aber entweder die Grundlage für weitere Protestbewegungen oder
für das Leben in gesellschaftlichen Nischen gelegt. So gab es Bürger, die
sich nur in der Umgebung der Kirchen engagierten.

Viele Leute in den neuen Bundesländern fühlen sich benachteiligt und
stark unterrepräsentiert. Auch haben einige die Verhältnisse nach der
Wiedervereinigung bis heute nicht verkraftet. Die damalige Regierung
KOHL wollte die West-Mark schnell in die frühere DDR bringen, aus Angst,
die Leute würden alle in den Westen Deutschlands strömen. Die deutsche
Einheit war ja sehr kostspielig. Neben dem Solidaritätszuschlag und dem
Solidarpakt Ost sind viele Mittel aufgebracht worden, um die Infrastruk-
tur und die Neuansiedlung von Betrieben zu bewerkstelligen. Viele Mittel
versackten in dubiosen Neuansiedlungen oder in der Aufrechterhaltung
der Kinderbetreuung nach dem alten DDR-Muster. Die neuen Bundesländer
hatten große Freiheiten bei der Mittelverwendung. Eine nachträgliche
Überprüfung der Effizienz gab es nicht. Eine starke Ost-West-Wanderung
in Deutschland konnte man dennoch nicht verhindern. Dies betraf vor
allem die junge Generation.

DIE KURZWELLE WÄHREND DES „KALTEN“ KRIEGES

AUTOR:  Josef Theobald

Anfang der Achtziger Jahre zeigte sich, dass die westlichen Radiostationen
den östlichen völlig unterlegen waren. So hatte RADIO MOSKAU 300 Sender
auf Kurzwelle zur Verfügung. Die BBC und die Voice of Amerika (VOA) hat-
ten dagegen nur 163 Sender in diesem Bereich zur Verfügung. Davon ent-
fielen auf die BBC 73 und auf die VOA 90 Kurzwellensender. Dabei waren
die KW-Sender der Satelliten der Sowjetunion, von Ost-Berlin und von Prag
bis Sofia, nicht einmal mitgerechnet.

Ergänzend kam hinzu, dass es den westlichen Korrespondenten in der Sow-
jetunion und in anderen Satellitenstaaten immer schwieriger gemacht
wurde, jeweilige Nachrichten und Informationen zu sammeln. Sie unter-
lagen hier vielfältigen politischen Restriktionen auf Seiten dieser
Länder.

Wegen der Pluralität von Meinungen in der westlichen Presse war es den
östlichen Ländern einfacher möglich, den Westen mit einer Flut von Sen-
dungen und „Informationen“ zu überschwemmen.

Der BBC London waren ihre Auslandskorrespondenten viel Geld Wert. So
kostete Anfang der Achtziger Jahre ein Mitarbeiter 50,000 – 100.000 Pfund,
je nach Einsatzort.

Was waren die Unterschiede in der Berichterstattung?

Radio Moskau und die übrigen Sender im Sowjetblock berichteten stets
über ihre Erfolge der Planerfüllung. Dazu kamen Sendungen über die
sozialen Errungenschaften (Lohnformen, gesellschaftliche Konsumfonds,
Preispolitik bei Grundnahrungsmitteln und Mieten, Steuersystem).

Die westlichen Länder berichteten im Gegenzug über ihre Marktwirtschaft
und die damit verbundenen Krisen. Dabei wurde nichts unter den Tisch
gefallen gelassen. Ihre Aufgabe war es auch, über die Länder in ihren
Zielgebieten zu berichten. Dabei ist zu erinnern, dass aus in der Sow-
jetunion verbotenen Büchern gelesen wurde, wie aus „Der Archipel Gulag“
von Alexander Solschenizyn (BBC).

Bei den östlichen Ländern war es für den Normalhörer schwierig, das
Richtige vom Falschen zu unterscheiden. Man musste oft zwischen den
Zeilen der Meldungen lesen. Nur Insidern ist allmählich der wirkliche
Zustand der Sowjetwirtschaft bekannt geworden. Die in den Sechziger
Jahren geschaffenen Kombinate brachten nicht die Erfolge, die man sich
zunächst erhofft hatte. Die Produktivität hing öfters hinterher. Als
dann noch die zu erwartenden Steuern wegen der fehlenden Gewinne aus-
blieben (Grund: zunehmende Produktionskosten wegen des erhöhten Aus-
schusses), hatte der sowjetische Staatshaushalt plötzlich erhebliche
Probleme. Die einst gepriesenen sozialen Errungenschaften waren im-
mer schwieriger zu finanzieren. In der Sowjetunion z. B. mussten sich
Hochschulprofessoren noch eine zweite Beschäftigung suchen.

Wie war der Empfang in den Zielgebieten?

Durch eine bessere Technologie waren die Kurzwellensendungen aus dem
Osten im Westen besser zu empfangen. Man konnte also schnell bei den
Schwankungen der Sonnenfleckenrelativzahl reagieren. Westliche Sender
dagegen, wie die Deutsche Welle, waren in einigen Gebieten der UdSSR
(z. B. im Kaukasus) schlecht zu empfangen. Dies hing damit zusammen,
dass man aus diesen Regionen zu wenig oder gar keine Hörerbriefe bekam.
Nicht selten wurde die Hörerpost durch nachgelagerte Stellen des KGB
abgefangen.

Radio Moskau war im Westen sowohl über Kurzwelle, auf Mittel- und Lang-
welle, zum Teil über Relais-Sender, zu empfangen. Radio Prag bediente
sich auch der Kurz- und Mittelwelle. Radio Polonia, Radio Budapest,
Radio Bukarest und Radio Sofia bedienten sich aber allein der Kurzwelle.

Gab es auch Sendungen in Deutsch aus anderen Ländern?

Radio Jugoslawien sendete in Deutsch. Radio Ljublijana aus Slowenien
war am Abend über Mittelwelle zu hören. Dazu kamen die halbstündigen
Sendungen aus Tirana in Albanien, am Abend auch über die Mittelwelle.
Aus dem Fernen Osten meldete sich zweimal täglich Radio Beijing. Auch
die Stimme Koreas meldete sich zweimal täglich.

Welche Rolle spielte Radio Beijing?

Mit dem Ende der Großen Proletarischen Kulturrevolution (1966-1976)
arbeitete man in der Volksrepublik China an der Realisierung der
Modernisierung der chinesischen Wirtschaft. Man verstand es, die
Fehler der Sowjetwirtschaft zu umgehen, indem man die Planwirtschaft
mit der Marktwirtschaft kombinierte. Auch ließ man ausländische In-
vestoren in das Land, die für eine befristete Zeit sich hier nieder-
lassen konnten. Es war die große Zeit der Gemeinschaftsunternehmen.
Man wollte vom Westen lernen. Denn während der Zeit der Kulturrevolu-
tion kam man im Bereich der Bildung und des Managements deutlich ins
Hintertreffen.

Wie kam es zum Bruch zwischen Beijing und Tirana?

Ende der Fünfziger Jahre näherten sich die Partei der Arbeit Albaniens
(PAA) und die KP Chinas ideologisch an. Es ging damals um den Kampf ge-
gen den Revisionismus, wie er nach dem Tode Stalins 1953 zwischen der
UdSSR und Rotchina ausgetragen wurde. Hier empfehle ich als Lektüre das
Ende der Fünfziger Jahre in der DDR erschienene Buch „ W. I. Lenin –
Gegen des Revisionismus“. 1978 kam es hier wieder zu einer Trennung.
Nach dem Buch von Enver Hoxha (1908-1985) mit dem Titel „Betrachtungen
über China (2)“ bestand das Verhältnis Albaniens zu China im Wohlwollen
des Vorsitzenden Mao zu dem kleinen Land. Der frühere Ministerpräsident
Zhou Enlai (1898-1976) ging schon zu seinen Lebzeiten auf Distanz zur
PAA. Offensichtlich herrschten in der Führung der PAA starke Spannungen,
die zunehmend eine Kooperation zwischen beiden Parteien erschwerten.
Diese gipfelten im bis heute ungeklärten Mordfall des Ministerpräsiden-
ten Mehmet Shehu (1913-1981). Dazu passt der Vorwurf, Shehu sei ein
langjähriger Agent mehrerer ausländischer Geheimdienste gewesen.

 

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