DER TAG „KARFREITAG“

 

Orgel und die Glocken schweigen. Unter dem Einfluss des Franziskanerorden Feier seit dem 2. Jahrhundert im Volksglauben werden die an diesem Tag Sterbenden selig in der evangelisch-lutherischen Kirche. Karfreitag = abgeleitet vom althochdeutschen „kara“ mit der Bedeutung von „Trauer – Wehklagen“ kein Altarschmuckseit dem 3. Jahrhundert eine heilige Wochestrenger Fastentag (nur der Verzehr von Fischen ist erlaubt)Tag der Kreuzigung oder der Passion Jesuum 1700 Verlegung der Anachten in den Kirchenraum

„Karfreitag“ ist abgeleitet vom althochdeutschen „kara“, das „Trauer, Wehklagen“ bedeutet. Im Kirchenjahr ist dies der Freitag vor Ostern. Im Christentum gilt dieser Tag als Tag der Kreuzigung Jesu. Dieser Tag wird als Fasttag und, im Zeichen der Trauer, in Stille und Besinnlichkeit begangen. Hier versammeln sich am Nachmittag des „Karfreitag“ die katholischen Christen zum Wortgottesdienst mit der Verlesung der Passionsgeschichte, zur Kreuzverehrung (das mit einem violetten Fastentuch bedeckte Kreuz wird enthüllt und mit dem Kniebeugen verehrt) und zur anschließenden Kommunionfeier. In vielen katholischen Gemeinden finden am Morgen des „Karfreitags“ Kreuzwegandachten statt. [1]

Auf Blumen und Kerzen als Schmuck auf dem Altar wird verzichtet,
die Orgel und die Glocken schweigen. In vielen Kirchen werden an
diesem Tag das Kreuz und der Altar mit einem schwarzen Tuch ver-
hängt.

Am Karfreitag werden noch heute verschiedene Brauchtümer ge-
pflegt. Christen essen an diesem Tag Fisch, weil der Fisch eines
der ältesten Symbole ist, mit dem sie sich zu erkennen geben. Das
Wort „Fisch“ heißt auf Griechisch „Ichthys“. Das sind die Anfangs-
buchstaben von „Jesus Christos Theos Yos Soter“, also in Deutsch:
„Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“.

Nach altem Volksglauben ist der Karfreitag aber nicht nur ein Un-
glücks-, sondern wegen des beginnenden Frühlings und des damit
verbundenen Neuanfangs auch ein Glückstag. Menschen, die an
diesem Tag sterben, werden selig.

Bereits seit dem 2. Jahrhundert wird der Karfreitag als Tag des
Gedenkens an die Kreuzigung Jesu begangen. In Jerusalem
feierte man schon im 3. Jahrhundert die ganze Heilige Woche,
indem man den durch Steine oder auch Kapellen markierten
historischen Passionsweg Jesu vom Haus des Pilatus bis zum
Kalvarienberg nachging.

Vorläufer der heutigen Kreuzwegandachten mit seinen 14 Stationen
entstanden seit dem 15. Jahrhundert besonders unter dem Einfluss
des Franziskanerordens. Um 1700 verlegte man den Kreuzweg auch
in das Innere der Kirchengebäude: Bilder an den Wänden hielten der Gemeinde die Stationen des leidenden Gottessohns von seiner Verurteilung bis zur Grablegung vor Augen.

Für die frühen Christen war der Weg Christi zum Kreuz jedoch weniger ein Leidens- als ein Triumphweg. Er führte zum endgültigen Sieg über den Tod; das Kreuz war das Siegeszeichen (1. Korinther 15,55-57). Für den Bereich der evangelischen Kirche hat die Erlösung von den Sünden durch den Kreuzestod zentrale Bedeutung für den Glauben. Für die Katholiken ist jedoch das Osterfest – der Tag der Auferstehung der höchste kirchliche Feiertag. [2]

Das jüdische Passa oder Pessach ist ein Fest, das wegen des Mondkalenders je nach Jahr auf einen anderen Wochentag fallen kann. Zur Zeit Jesu fiel das Passa auf den 15. Abib (Nisan). Der 14. Abib galt dagegen als Rüsttag. Auf den Freitag fiel der 14. Abib nur im Jahre 33 n. Chr. In der Diskussion sind auch andere Jahre, an denen Jesus Christus den Tod am Kreuz erlitt. Fiele das Todesjahr auf das Jahr 31, so müsste als Rüsttag der Mittwoch ins Auge gefasst werden. [3]

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti/Ulrich Lota, KATHOLISCH (A-Z),
Das Handlexikon, Verlag Herder in Freiburg (Breisgau) 2009,
Seite 123.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und na-
tionale Feiertage weltweit), Bertelsmann Chronik, Wissen Media
Verlag, Gütersloh/München 2009, Seiten 26 + 27.
[3] Herman L. Hoe, Die Kreuzigung war nicht an einem Freitag,
Ambassador College, Pasadena CA 1974, Seite 18.

 

Rückblick -Picobello Saarlouis

Auch in diesem Jahr nahmen wir an der saarlandweiten picobello-Aktion teil. Start der Aktion war Samstags 9.00 Uhr an der Kulturhalle. Dort trafen sich unter anderem Mitglieder des Rodena Heimatkunde Verein Roden und der Pfadfinder Roden zum Müll sammeln. Der Abschluß fand in den Räumen des NBS Saarlouis statt.

Weitere Fotos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat

 


DER PALMSONNTAG

feierlicher Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem magische Wirkung der geweihten Zweige Palmsonntag = Beginn der Karwoche Symbolik der Palmzweige Tradition seit dem 8. Jahrhundert Verkündung der Botschaft vom Leiden und Sterben Jesu Verwendung als Asche am Aschermittwoch

Der Name „Palmsonntag“ bezieht sich auf den Brauch, an diesem Sonntag eine Prozession bis in die Nähe einer Auferstehungskirche zu machen. Dabei werden Palmzweige und auf einer Bahre einKreuz oder ein Evangelienbuch getragen. Palmen wurden schon seit alters her als heilige Bäume verehrt, im Orient ehrte man siegreiche Soldaten mit Palmzweigen. Das Christentum hat schließlich die Palmzweige als Symbol des Lebens übernommen.

In Mitteleuropa wurden die Zweige durch Äste von Saalweiden, Buchsbaum, Wacholder oder durch Haselzweige ersetzt. Im Volksglauben gibt es zudem die Auffassung, dass die geweihten Zweige eine magische Wirkung besitzen – sie schützen vor Bösem, verhindern Krankheiten, Unwetter oder Ungeziefer im Haus. Glück bringen sollen auch die ersten Frühlingsblumen, die man am Palmsonntag pflückt.

Die Palmzweige werden im darauf folgenden Jahr am Aschermittwoch verbrannt, um den Gläubigen mit der Asche ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen.

Als historischen Bezug dient der feierliche Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem – ein Akt, der als bewusster Verzicht auf seine königliche Macht gedeutet wird. In der Bibel wird davon berichtet, wie das Volk dem Herrn einen begeisterten Empfang bereitete und grüne Palmzweige vor ihm ausstreute (Matthäus 21,6-9).
Seit dem 8. Jahrhundert wird in Jerusalem dieser Einzug Jesu mit feierlichen Prozessionen nachgestellt. [1]

Mit dem Palmsonntag beginnt eine Woche vor Ostern die Karwoche. In der sich der Prozession anschließenden Messfeier wird erstmals in der Karwoche die Botschaft vom Leiden und Sterben Jesu verkündet. [2]

ANMERKUNGEN
[1] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und nationale Feiertage weltweit), in Bertelsmann Chronik, wissenmedia Verlag, Gütersloh/München 2009, Seite 24.

[2] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH (A-Z), Das Handlexikon, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2009, Seite 189.

Picobello Saarlouis

Unter Federführung des Neuen Betriebshofes Saarlouis die picobello Aufräumaktion statt. Viele freiwillige Helfer von verschiedenen Organisationen, Einrichtungen und Vereinen waren an dieser Aktion beteiligt.  Auch in diesem Jahr nahmen wir daran teil. Für alle Helferinnen und Helfer fand danach beim Neuen Betriebshof Saarlouis ein Dankeschön-Fest statt.

      Interessantes, nicht unbedingt Wissenswertes,

                    über unsere Heimatstadt Saarlouis

 Walter Schmolenzky, Bad Honnef, im Jahre 2019

Nach der Geschichtsschreibung soll wenige Monate nach der Grundsteinlegung am 5. Aug. 1680 zum Bau
der Festungsstadt Saarlouis, am Himmel ein hell leuchtender „Kometvorbei gezogen sein, der sowohl die Arbeiter an der Festung, als auch die Bevöl- kerung in den umliegenden Dörfern, so auch im angrenzenden  Roden, in Angst und Schrecken versetzte. [1]

Die meisten Menschen, insbesondere die einfachen Dorfbewohner, sahen in der Himmelserscheinung ein böses Omen, das ihnen und der neuen Stadt vermutlich nur Unheil, Krieg und Verderben bringen würde. Die bäuerliche Bevölkerung, die in dieser Zeit noch recht abergläubisch war, fürchtete um Krankheiten, Ernteschäden, Seuchen und um den Verlust des so wichtigen Viehes im Stall.

Andere wiederum, allen voran die Planer und Befürworter der neuen Stadt, wollten in dem Kometen dagegen ein Zeichen des Himmels sehen, das der zukünftigen Festungsstadt und den umliegenden Dörfern nur Glück, Reichtum und ein langes Bestehen bescheren werde.

Viele Jahre später, die  Stadt war nach ihrer Fertigstellung eine feste Größe unter den damaligen Festungsstädten und reihte sich ein in so bekannte Festen wie Longeville oder Montroyal. Die Garnisonsstadt war allerdings wenig beliebt. Viele Militärs, insbesondere in den höheren Rängen, sahen ihre Versetzung in die Festungsstadt als Strafe, gar als Verbannung an.

In Verruf geriet die Garnisonsstadt unter anderem durch die abstrusen Reiseaufzeichnungen des Koblenzer Autors und Verlegers Karl Baedeker, der in einem seiner Reisehandbücher um 1870 schrieb: …………….. „die Festungsstadt Saarlouis sei, ob ihrer Bewohner, in ihren Anfängen wohl mit französischen Sträflingen bevölkert worden……….“ Ähnlich negativ äußerte sich auch  Otto von Corvin, der als junger Leutnant in der Stadt stationiert war. In seinen „Erinnerungen“, die 1861 in Amsterdam veröffentlicht wur- den, schrieb er:  ….….“Saarlouis ist eine Festung, die in frühen Jahren wohl mit Galeerensklaven bevölkert wurde und in ihren Mauern verruchte Frauenzimmer aus dem Pariser Palais Royal beheimatet ……….“ [2]

Zum Eindruck einer rauen Garnisonsstadt dürfte auch die folgende  verbürgte Einrichtung beigetragen haben:

„Die Festungsstadt verfügte neben dem sonst üblichen Galgen und Pranger auf dem Paradeplatz (place dàrmes)  über einen weiteren, ganz besonderen Pranger in Form eines hölzernen Pferdes mit einem sehr schneidenden Rücken, auf den man die des nachts in den Kasernen ertappten Freudenmädchen setzte und so zur Schau stellte.“ [3]

 Das genaue Gegenteil einer kalten und gesichtslosen Festungsstadt zeichnet  allerdings Dr. H. Prümm in seinem Aufsatz „Saarlouis“ [4]

Man stelle sich vor, so Prümm, ein Postreisender aus Lothringen erreicht in jenen Tagen die Felsberger Höhe. Zu seinen Füßen eine weite grüne Talaue, durchschnitten vom blauen Band der Saar und in der Mitte dieses herrlichen Tales gelegen, die „Freystadt und Festungsstadt Saarlouis.“ Unübersehbar der Glaciskranz, der die Festung lückenlos umschließt, die rasenbedecken Wälle und der auffallende Barockturm der Pfarrkirche:

                                 So lag Saarlouis da.

                                 Sur la Saar, wie`n Citadelle.

                                 Couronnet wie en Kinniggin.

                                 Mit Batterien, Bäm on Magasin. 

[1] Wikepedia: Erst viele Jahre später ordnete der Astronom Halley den Himmelskörper, der in jenen Tagen nicht nur am Himmel über Saarlouis soviel Angst und Schrecken verbreitete, als einen alle 75- 77 Jahre periodisch wiederkehrenden Kometen ein, der heute als „Halleyscher Komet“ bezeichnet wird.

 [2] Otto von Corvin bekannt als Offizier, Demokrat und Revolutionär sowie Autor des Buches „Pfaffenspiegel“.

[3]  Baltzer – Histor. Notizen über die Stadt Saarlouis, Nachdruck: 1979, S. 134

[4] Dr. H. Prümm, „Saarlouis“. In „Das Saarland“ Heimatbuch von Fritz Kloevekorn 1924, S. 201

 

 

    

Vortrag „De Bimmelbahn on de Elektrisch“

Mittwoch, den 15.03.2023 – 15.00 Uhr
 
125 Jahre ist es her, Personen- und Güterverkehr auf den Schienen in Saarlouis.
 
Eine Zeitreise in Wort und Bild über den Schienenverkehr mit aller Technik und Schwierigkeiten der damaligen Zeit im Donatuszentrum Roden. Zusammengestellt von Harald Weiler und visuell von Herbert Germann.
 
Veranstaltungsort:
Donatuszentrum Roden, Schulstr. 7, VHS Raum
 
Die Teilnahme an der Veranstaltungt ist kostenlos

AM ASCHERMITTWOCH IST ALLES VORBEI

 

 Aschenkreuz seit dem 10. JahrhundertAschermittwoch = strenger Fast- und AbstinenztagBüßer wurden öffentlich mit Asche bestreutdie Asche steht für Vergänglichkeit – Trauer – BußeDies Cinerumpolitischer Aschermittwochseit dem 6. Jahrhundert ist der Mittwoch vor dem sechsten Sonntag vor Ostern Auftakt zur Fastenzeittraditionelle Speise ist der Hering.

Seit dem 6. Jahrhundert bildet der Mittwoch vor dem sechsten Sonntag vor Ostern den Auftakt zur österlichen Fastenzeit. [1] An ihm soll nach Überlieferungen der Erzengel Luzifer aus demHimmel gestürzt worden sein. So vermied man in früherer Zeit, neues Vieh in den Stall zu stellen, das Haus zu reinigen, das Dorf zu verlassen oder den Wald zu betreten. [2]

Der Aschermittwoch (lateinisch: „Dies Cinerum“) erhielt seinenNamen, weil in der Alten Kirche die Büßer an diesem Tag öffentlich mit Asche bestreut wurden. Nach der Einstellung der öffentlichen Buße lässt sich seit dem 10. Jahrhundert die Austeilungdes  Aschenkreuzes an diesem Tag nachweisen. [1] Die Asche steht seit jeher für Vergänglichkeit, Trauer und Buße.

Bis zum Hochmittelalter legten die Sünder an den Sonntagen vor Ostern ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut, getreu dem Bibelzitat aus 1. Mose 3,19: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“ Die Ostkirche kennt jedoch keinen Aschermittwoch, weil ihre Fastenzeit bereits am Sonntagabend beginnt. Die traditionelle Speise am Aschermittwoch ist der Hering, da er gut mit dem Alkohol harmoniert, der meist an den vorhergehenden Faschingstagen genossen wurde. [2] Ansonsten ist der Aschermittwoch ein strenger Fast- und Abstinenztag. Fleisch sollte an diesem Tag nicht gegessen werden. [1]

In der Politik hat sich die Tradition des „politischen Aschermittwoch“ eingebürgert, ein Tag, an dem sich gegnerische Parteien auf Versammlungen zu einem heftigen Schlagabtausch treffen. Ursprünglich stammt dieser Brauch aus Bayern, wo sich die Bauern in Vilshofen an der Donau auf einem Rossmarkt trafen und über Politik diskutierten. [2]

ANMERKUNGEN [1] Becker-Huberti / Lota, KATHOLISCH A-Z, das Handlexikon, Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite 26. [2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage, Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2009, die Seiten 22 + 23.  

Erinnerungen an alte Zeiten

  1. Dezember 2020 „kalter Krieg“ BBC London / Radio Moskau Befreiungskampf der PLO Einparteiensystem in Russland Radio HCJ BRadio RSA Seidenstraßen-Projekt

AUTOR: Josef Theobald

Als ich noch jung war, herrschte der “kalte Krieg“ noch vor. Die politischen Blöcke versuchten jeweils von ihren Vorzügen zu überzeugen.

Es gab deshalb zwei Formen von Radiostationen: BBC London und Radio Moskau als Beispiel. Als Alternative galt Radio Peking.

Nun war die Sowjetunion angesichts der real bestehenden Widersprüche zusammengebrochen.

Zu nennen sind auch die neutralen Länder, wie Brasilien. Der Mittlere Osten unterlag seit den Sechziger Jahren dem starken Einfluss Moskaus. Dazu gehört der Befreiungskampf der PLO, die den Linksterrorismus nach Westdeutschland einschleppte. Eine schlimme Zeit.

Eine Sonderstellung hatte Radio RSA zur Zeit der Apartheit.

Auch gab es religiöse Stationen wie Radio HCJB in Quito (Ecuador).

Heute haben sich die Zeiten stark verändert. Russland hat nach wie vor faktisch ein Einparteiensystem. China zeigt ein starkes Engagement im propagandistisch herausgestellten Seidenstrassen-Projekt. War nach den Reformen zunächst der staatliche Anteil zurückgegangen, ist dieser Anteil wieder stark angewachsen.

DER URSPRUNG VON WEIHNACHTEN

Als Jesus Christus aus der Stadt Nazareth in Bethlehem geboren wurde, gab es noch keine Standesämter und die damit verbundene Meldepflicht wie heute. Was die Beschneidung eines Knaben in der Provinz Judäa am achten Tage nach der Geburt oder die Auslösung des erstgeborenen männlichen Kindes nach dem 31. Tage anging, gab es hier beim Vater lediglich eine Beweispflicht (parallel Mischna BECHOROT, VIII,6).

Das heutige Weihnachtsfest hat seinen Ursprung in Rom. Da der Zeitpunkt der Geburt Jesu durch keine sichere Überlieferung bekannt war, wählte man im Gegensatz zum Orient (6. Januar) die Zeit der Wintersonnenwende, also den 25. Dezember. An diesemTag nach dem römischen Kalender wurde das Fest des „Sol novus“ gefeiert. In späterer Zeit entwickelte sich dann hieraus das Fest des „Natalis invicti“, d. h. der Tag des unbesiegten Sonnengottes. In der Verbindung mit dem Mithras-Kult verbreitete sich dieser Festtag allgemein in der heidnischen Welt. [1]

Die christliche Transformation der Sonnengottfeiern auf die Geburt Jesu kann sich auf den Propheten Maleachi (Kapitel 3, Vers 20) berufen: Dem Gläubigen „soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit“. [2]

Im Mittelalter entfaltete sich eine reiche weihnachtliche Volksfrömmigkeit, so etwa in Gestalt geistlicher Weihnachtsspiele und Umzüge oder von Dramatisierungen der Krippenszene, wobei – in Esels- und Narrenfesten – auch Facetten älteren Brauchtums fortwirkten, die als zum Teil exzessives Festspiel kirchlich beargwöhnt und später auch unterbunden wurden.

In der frühen Neuzeit verlagern sich wesentliche Elemente der Festgestaltung in den häuslichen Bereich, aus den öffentlichen Krippenspielen werden Holzkrippen in den Bürgerstuben. [3]

Um das Jahr 1509 soll im elsässischen Schlettstadt ein Christbaum entweder gestanden oder gehangen haben. Später übernehmen schließlich reiche Bürger aus evangelischen Gebieten den Brauch, ein Zimmer damit zu schmücken. [2] Damit verbunden war die Bescherung der Kinder, die zwar an die Gaben der Heiligen Drei Könige erinnern sollte, aber nur durch das Christkind erfolgte. Die Weihnachtsbäume selbst waren mit Äpfeln, Nüssen und Oblaten behängt worden. [4] Mit den Äpfeln hatte man an den Baum im Paradies erinnert. Die bunten Glaskugeln heutiger Christbäume sind die Nachfolger der Äpfel. 1539 soll zum ersten Mal im Münster zu Straßburg ein Weihnachtsbaum gestanden haben.

Der Weihnachtsbaum wird schließlich im 18. Jahrhundert in gut gestellten bürgerlichen und adligen Kreisen mit den darunter gelegten Geschenken zum Mittelpunkt des häuslichen Weihnachtszimmers. [2] Allmählich sind auch Kerzen an den Baum gekommen. Das Licht der Kerzen stand für das Licht, das durch die Geburt Christi in die Welt gekommen ist. [4]

Um 1814 wurde durch einen protestantischen Bankier aus Berlin (A. v. Arnstein) der Weihnachtsbaum in das katholische Wien gebracht. Im Jahre 1817 stellte die aus dem Rheinland stammende Erzherzogin
Henriette (geb. von Nassau-Weibling) einen Christbaum auf. Damit wurde der Baum im Hochadel etabliert. Vom Hochadel übernahm das Bürgertum diese Sitte, weshalb Weihnachtsbäume schon ab
1830 in den bürgerlichen Häusern des deutsch-habsburgischen Kaiserreiches üblich waren.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 ließen adlige Offiziere festlich geschmückte Weihnachtsbäume in den Unterkünften und Lazaretten aufstellen. Dadurch wurde der Brauch den einfachen Ständen bekannt. [2]

Heute ist die weihnachtliche Symbolik fest verankert in Familienritualen und in häuslichen Festgestaltungen: Licht (Kerzen, Adventskranz, Christbaum), Gaben (Geschenke, Weihnachtskarten), biblische und auch nachbiblische Figuren und Zeichen (Engel, Krippe, Stern). Das Weihnachtsfest
ist heute ein Stück „Familienreligion“ par excellence, in der „Heiligen Familie“ finden etwaige familiäre Sehnsüchte Resonanz. Als kulturelle Institution sind Weihnachten und die Weihnachtszeit Ausdruck eines öffentlich werdenden Christentums und ein Element des gesellschaftlichen Lebens. Dies reicht vom kommerzialisierten Weihnachten mit entsprechendem Schmuck und Beleuchtung über Weihnachtsliteratur und -film als eigene Gattung bis zu den spezifisch weihnachtlichen Spenden- und Hilfsaktionen und der zivilreligiösen Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten.

Im Laufe der Zeit ist auch Weihnachten im kirchlichen Bewusstsein mehr und mehr auf den Heiligabend bezogen worden, die beiden Weihnachtstage werden tendenziell zum Nachklang des Festes.

Die nordisch anmutende Figur des Weihnachtsmannes etwa ist nicht nur Inbegriff eines kommerzialisierten und pädagogischen Festes, sondern integriert auch den Mythos vom „wilden Gesellen“, der unheimlich und gütig in einem ist. [3]

Im Wettbewerb zu den politischen Systemen entwickelten sich gewisse Eigenheiten heraus. So trat in den Zeiten der Sowjetunion der Begriff „Weihnachten“ in den Hintergrund und wurde durch die Bezeichnung
„Väterchen Frost“ ersetzt. In der früheren DDR wurden die WeihnachtsEngel umbenannt in „Jahresendfiguren mit Flügeln“.

Im Westen ist Weihnachten nicht nur das Fest des Schenkens oder des Beschenktwerdens, besonders in den Familien, im Sinne bloßer Kaufmechanismen, geworden, sondern bleibt Anlass, auf das Heil hoffen zu
dürfen, das mit Jesus Christus in die Welt kam, und immer neu darüber zu jubeln.

Vom Tridentinum (Konzil von Trient) bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil galt das Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Reinigung oder Lichtmess) am 2. Februar, das ist der vierzigste Tag nach der Geburt Christi, als ein Abschluss der Weihnachtszeit, wohl deshalb, um eine nach der Osterzeit entsprechende Zeitdauer zu erzielen. Denn nicht wenige Weihnachts- und Epiphaniebräuche, wie die Aufstellung von Weihnachtskrippen, erstrecken sich bis zum 2. Februar. [5]

Bestimmte christliche Freikirchen verlegen die Geburt Christi auf den Zeitpunkt (Mitte/Ende) September bzw. Anfang Oktober in der vertretenen Annahme, dass Johannes der Täufer um die Pfingstzeit (nach der 8. Dienstordnung der Abija-Priester im Jerusalemer Tempel) gezeugt wurde. Dabei gehen sie hier von einem Geburtszeitpunkt Jesu aus, der 6 Monate später nach der Geburt des Johannes liegt. [6]

ANMERKUNGEN
[1] Hartmann Grisar, GESCHICHTE ROMS UND DER PÄPSTE
IM MITTELALTER, 1. Band: Rom beim Ausgang der antiken
Welt, Nachdruck bei GEORG OLMS Verlag, Hildesheim usw.
1985, Nr. 508.
Im HANDBUCH DER KIRCHENGESCHICHTE, 1. Teil: Das Alter-
tum, erschienen im Verlag von J. C. B. Mohr, Tübingen
1923, heißt es unter § 37,9: „In Rom … ward die Anse-
tzung der Geburt Christi auf den 25. Dez. wahrschein-
lich schon vor 336 … zum willkommenen Anlass, den heid-
nischen Festen der Saturnalien (17. - 23. Dez.) und Bru-
malien (Wintersonnenwende; Geburtstag des Sol invictus,
25. Dez.) ein christliches Freudenfest an die Seite zu
stellen.“
[2] Hans-Peter Ebert, Festtage zum Nachlesen (Hintergrün-
de zu Zeitrechnung und Brauchtum), DRW-Verlag, Leinfelden-
Echterdingen 2001, Seiten 120 – 142.
[3] TASCHENLEXIKON RELIGION UND THEOLOGIE, Band 3: O-Z,
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, die Seiten
1254 – 1256.
[4] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und
nationale Feiertrage weltweit), Chronik Bertelsmann, Wis-
sen Media Verlag, München/Gütersloh 2009, die Seiten 72 +
73.
[5] Lexikon der Pastoral (Lexikon für Theologie und Kirche
kompakt), Band 2: Kl-Z, Verlag Herder, Freiburg 2002, die
Seiten 1828/29.
[6] Intern (Studien - Bildung - Nachrichten), Jahrgang 13,
die Nr. 12 vom 19. Dezember 2008, Herausgeber in Deutsch-
land: Vereinte Kirche Gottes mit Sitz in Bonn, Seiten 9/10.
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