DAS ENDE DES KOREAKRIEGES

AUTOR: Josef Theobald

Die Kriegsschuldfrage ist bis heute leider nicht endgültig geklärt. Nach wie
vor beschuldigt der Norden Koreas den Süden wegen des Kriegsbeginns.
Auf der anderen Seite weist der Süden die Schuld weit von sich und nennt
den Norden Koreas als den eigentlich Schuldigen.

Es steht aber zweifelsfrei fest, dass ohne die Hilfe der chinesischen Volks-
freiwilligen der Norden Koreas aufgehört hätte zu existieren.

In einem revolutionären Lied aus der Zeit der Kulturrevolution (1966-1976)
gibt es im Album „Überall in der Welt haben wir Freunde“ den Titel „Große
Freundschaft mit Blut besiegelt“. Dies drückt das besondere Verhältnis der
Volksrepublik China zum Norden Koreas (zur KDVR) aus.

Wie schon einmal darauf hingewiesen, rechneten die USA damals damit,
den Norden Koreas mit einem Schlag und das koreanische Volk mit Hilfe
von modernen Panzern und Flugzeugen bzw. seiner anderen überlegenen
Kriegstechnik zu unterwerfen.

Wie im späteren Vietnamkrieg wurden die Dorffrauen, die mit dem Pflanzen
von Reissetzlingen auf den Reisfeldern beschäftigt waren, aus der Luft mit
Maschinengewehren beschossen. Außerdem wurden unschuldige Kinder
mit Bomben erbarmungslos beworfen. Hier wurde den US-Soldaten auch
besondere Heimtücke unterstellt. [1]  

Nachdem nordkoreanische Truppen und chinesische Volksfreiwillige erneut
bis südlich von Seoul vorstießen, erstarrt schließlich dort die Front im Früh-
jahr 1951 an der alten Demarkationslinie (am 38. Breitengrad). [2]
 
So erklangen ab dem Jahr 1952 von Tag zu Tag immer stärker die Stimmen
von Hunderten Millionen von Menschen in der ganzen Welt, die sowohl eine
Einstellung der Aggression der USA forderten als auch gegen einen Einsatz
chemischer und bakteriologischer Waffen durch die US-Truppen protestierten.

Deshalb waren die USA am 27. Juli 1953 gezwungen, das Waffenstillstands-
abkommen in der militärischen Siedlung Panmunjeom an der Demarkations-
linie infolge der schlecht wiedergutzumachenden militärischen, politischen
und moralischen Niederlage, die ihr an der Koreafront beigebracht wurde,
zu unterzeichnen. Weitere Gründe waren die beharrlichen und geduldigen
Anstrengungen sowohl Koreas als auch Chinas für die Wiederherstellung
des Friedens auf der koreanischen Halbinsel und die öffentliche Meinung
sowie der Druck der der friedliebenden Völker. [1]

ANMERKUNGEN
[1] Kim Il Sung, Ausgewählte Werke, Band I, Verlag für fremdsprachige
     Literatur, Pyongyang 1978, die Seiten 338, 352, 405, 429 + 475.
[2] Ostasien-PLOETZ, Freiburg/Würzburg 1986, Seite 153.
 
BILDQUELLE
THE PATH OF GREAT LOVE, PYONYANG (KDVR) 1977, SEITE 68.

Rückblick – Volkstrauertag in Roden

Zum diesjährigen Volkstrauertag  hatte der Sozialverband VdK Ortsverband  Saarlouis-Roden zu einem Wortgottesdienst in die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt geladen. Danach ging es zum Ehrenfriedhof wo eine Gedenkfeier am Ehrenmal mit Vereinen aus Roden und Gästen aus St. Avold stattfand. Diakon Franz Hechenblaikner segnete die Gräber Bürgermeisterin Marion Jost hielt eine Gedenkrede. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Musikverein Harmonie und dem Männerchohr 1864 Roden.

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Schließungszeit der Stadtbibliothek Saarlouis zum Jahresende

02.12.2016

Von: Georg André

Die Stadtbibliothek Saarlouis ist vom 15.12.2016 bis einschließlich 02.01.2017 aufgrund der Jahresabschlussarbeiten geschlossen.

Bis einschließlich 14. Dezember besteht noch die Möglichkeit, für dieses Jahr aus dem reichhaltigen Angebot der Stadtbibliothek auszuleihen.

Rückgabetermin für die Medien, auch DVDs, die jetzt noch ausgeliehen werden, ist erst im Januar 2017, so dass es auch hier keinen zusätzlichen Stress für die Festtage gibt.

Kommen Sie noch vorbei!

Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag, Mittwoch 10.30 Uhr – 13.00 Uhr & 15.00 Uhr – 17.00 Uhr; Donnerstag 10.30 Uhr-13.00 Uhr & 15.00 Uhr -19.00 Uhr; Freitag 10.30 Uhr – 12.30 Uhr

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Roden kommt durch Tausch an Wilhelm Martzloff von Braubach.

Lantwein Bockenheimer wurde seines grundherrlichen Besitzes in Roden nicht recht froh. Gerne hätte er das Dorf dem Herzog von Lothringen verkauft. Der ließ sich aber nicht auf den Handel, der ihm die Freundschaft der beiden Erbvögte von Roden gekostet hätte, ein. Bockenheimer wollte sich deren ständige Bitten, Schmeicheleien, ja Drohungen und Schikanen nicht mehr länger bieten lassen.

Im Jahre 1600 tauscht daher Bockenheimer, aller schikanösen Quertreibereien überdrüssig, die Herrschaft Roden mit Wilhelm Martzloff von Braubach gegen das Hochgericht Walmünster und Wulfing ein. Nach der Erbtauschurkunde vom 23. Februar 1600, die im Dillinger Schloß angefertigt worden ist, erhält Martzloff von Braubach das Dorf Roden mit seinem „bann und bezirck recht und gerechtigkeiten, renthen und gulten alles nach laut und inhalt Scheffen weißthumbs daselbsten“. So fielen dem Baron von Braubach, der als Herr von Dillingen in Roden bereits die halben Vogtrechte ausübte, auch noch die grundherrlichen Rechte zu, die bis 1591 von der Abtei Mettlach wahrgenommen worden waren. Der Inhalt dieser grundherrlichen Rechte ist bereits aus dem Jahrgeding bekannt. Interessant ist jedoch die Aufzählung der dem Grundherrn zustehenden Renten und Abgaben. Danach durfte der Grundherr von Roden um das Jahr 1600 beanspruchen:

Jedes Jahr zum zwanzigsten Tag laut Register an Geldzins 3 frcs., zu Ostern 1½ frcs., ferner alle Besthäupter und den Dritten Pfennig, veranschlagt zu 16½ frcs. Wer auf Rodener Bann Land erwirbt oder erhält, ist dem Herrn ein Sester Wein schuldig.

Das Fahr (Fährrecht) bringt jährlich 12 frcs. ein. Die Fischerei uff der brimms (Prims) so weitt rodener ba gehet ist nicht in Geld veranschlagt. „Item Meister Stefan gibt Jahrs (jährlich) auß der Segmuellen zehen franken. Item jedes Jahrs ahm zwantzigsten tags ahn zinß korn 8 Quart, Item noch ungefahr viertzig sieben morgen Lands so gemelter Bockenheimer den Schon Jacoben erben und Johannen Beyer zu Walderfingen anoch dem schreiner und seiner Dochter zu Roden erkauft und pfands weiß an sich bracht.“ Außerdem waren zu liefern 12 Quart Zinshafer, 60 Hühner, von jedem abgelieferten Huhn 3 Eier, insgesamt 180 Eier.
Der „Schoumacher von der Lohmuellen“ mußte 2 Kappen geben. Der Grundherr hatte sodann noch das Recht, sich in Roden eine besondere Schäferei zu halten (im Urkundentext: une bergerie aparte).

Bockenheimer mußte dem Baron Martzloff von Braubach auch die Kirchenmühle abtreten „sampt ihrem Zugehoer mit 27 Quart Korn, 12 pfunden olichs (Oel) und 8 franken an gelt, so die muellen in die Kirch zu Roden jahrlichs ahn beschwernuß schuldig“. Schließlich erhielt Baron von Braubach auch „das Stuck Waldt in Rodener bruch“, welches Bockenheimer „mith den Underdahnen daselbsten durch Vergleichung gezeichnet abgetheilt“.

Das Tauschobjekt bestand in dem Hochgericht Walmünster und Wulfingen, dem Burgsaß zu Siersberg und der Meierei Beuren (Büren). Alle Rechte der Herren von Dillingen in dem genannten Hochgerichtsbezirk gingen durch den Tausch an Lantwein Bockenheimer über

Quelle: Saarlouis-Roden im Wandel der Jahrhunderte
Dr. S. Delges 1933
Saarbrücker Druckerei und Verlag A.G., Saarbrücken 3,

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Ici est né le maréchal Ney

In unserem kleinen Saarlouis war indes eine andere Zeit angebrochen, eine Zeit, an der auch der vergessene französische Wachposten auf der Vaubaninsel nichts hatte ändern können. Saarlouis war preußisch geworden. Wie weit aber Berlin von Saarlouis entfernt war, ersieht man aus der kleinen Anekdote, wonach den Saarlouisern auf eine ihrer zahlreichen Beschwerdeschriften in der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts von Berlin die Antwort kam mit der Anrede: An die dortige Stadtverwaltung. Die Saarlouiser sprachen es nur ein klein wenig anders aus und sagten: „So eine Unverschämtheit von den Berlinern. Mir ben doch net doortig“ (doortig ist in Saarlouis Mundart verrückt). Un das Hin- und Herschreiben zwischen Berlin und Saarlouis – ob doortig oder nicht doortig – wollte kein Ende nehmen.

Ein Gesinungsumschwung wurde eingeleitet in Frankreich durch die Veröffentlichung geschichtlicher Werke, die Dokumentation der napoleonischen Feldzüge. Die Herzogin von Angoulème, die Tochter des enthaupteten Königs Ludwigs XVI., Neys ergrimmteste Feindin, war tief ergriffen und gab ihrer Reue Ausdruck, als sie von den unvorstellbaren Leiden der französischen Armee in Russland und von Neys aufopferungsvoller Nachhutführung las. „Wenn noch einmal, wie damals das Schicksal Neys in meine Hand gelegt werden könnte, die Begnadigung würde ihm diesmal nicht versagt werden“. Die Mauer des Luxemburggartens, die Stelle, an der Ney erschossen worden war, sein Grab auf dem Friedhofe Père Lachaise waren Wallfahrtsorte geworden. Die Zeit war gekommen, in der auch Napoleons Name in der guten Gesellschaft wieder genannt werden durfte. Ein Kranz von Liedern und Geschichten wob sich um ihn und seine Getreuen dank der Geschichte von Bérenger, dem Dichter der Lègende napoléonienne.

Um diese Zeit durften die Saarlouiser ihren Gefühlen Ausdruck geben. Im Jahre 1829 wurde an Marschall Neys Geburtshaus die schlichte und doch so beredte Gedenktafel angebracht, die wir heute noch dort sehen. „Ici est le maréchal Ney“. Im Jahre 1830 verlangten die Bewohner des Moseldepartements, dass Marschall Neys Gebeine im Panthéon die Ruhestätte eines Helden finden sollen. 1834 wurde offen gesagt, dass die Erschießung Neys 1815 ein Justizmord gewesen sei. Im Volk war eine Rechtfertigung Neys nie nötig gewesen. Nun aber kam die Zeit der offiziellen Rechtfertigung. Es mag der Saarlouiser Abordnung und den noch lebenden Verwandten ein stolzer Trost gewesen sein, als sie 1853 die Reise nach Paris antraten, um der Enthüllung des Denkmals beizuwohnen, das an der Stelle seines Todes, an der Mauer Luxemburggartens – von der Meisterhand eines Rude geschaffen – aufgestellt wurde. Feierlich wurde sein Name wieder auf die Liste der Ehrenlegion aufgenommen, aus der er 1815 mit Schimpf gestrichen worden war. Eine kleine grauhaarige Dame mit ihren Söhnen stand an der ersten Stelle, als die Hülle von dem Denkmar fiel, Eglé Ney, die Frau des Marschalls, erlebte noch den Tag der Genugtuung.

In der Lindenallee des Saarlouiser Marktes gingen die Altgedienten aus Napoleons Zeit noch bis in die 70er Jahre spazieren. Der Faden der Erinnerung riss nicht ab. Ein Symptom des stets wachen Gedenkens an Frankreich war Georg Baltzers Buch aus dem Jahre 1865: Historische Notizen über die Geschichte der Stadt Saarlouis.

Heute ist Frankreich uns wieder näher gerückt. Frankreich beginnt bei Oberfelsberg. Der Wind, der von den Gaubergen her, von Lothringen her, von Felsberg her, zu uns hinuterfegt, soll ruhig in den glimmenden Funken der Erinnerung an Frankreich hineinblasen.

Wir freuen uns, dass die Inschrift am Marschall-Ney Hause der Aufmerksamkeit der letzten Jahre entging, dass sie uns auch, trotz großer Zerstörung der Stadt erhalten blieb. Wir freuen uns, dass unserm Marschall Ney in seiner Heimatstadt ein Denkmal errichtet wurde und freuen wollen wir uns alle, dass wir mit Mut und voll Vertrauen einen neuen Abschnitt in der Geschichte unserer Heimat beginnen können.

Quelle: Dora Dimel/Beaumarais, Marschall Ney und seine Heimat

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Weckmann – Nikolauspuppe

Als Stutenkerl, auch Weck(en)mann, Krampus, Kiepenkerl, Grättimaa, Grittibänz, Elggermaa oder Dambedei, wird ein Gebildbrot aus Hefeteig bezeichnet.[1] Das Gebäckstück hat die Form eines stilisierten Mannes, da es sich auf den Bischof Nikolaus von Myra und seinen Festtag, den „Nikolaustag“ am 6. Dezember, bezieht. Der Stutenkerl ist ein typisches Adventsgebäck. Es gibt im deutschsprachigen Raum noch weitere Namen dafür. Einer der Oberbegriffe ist Nikolaus, vor allem wenn das Gebildbrot zum Nikolaustag gegessen wird. Im Ruhrgebiet, im Rheinland und in Hessen wird es bereits zu St. Martin gegessen und ist in den Tüten der Kinder beim Martinssingen enthalten.[2]

Verwendet wird ein meist gesüßter Hefeteig (Stuten). Häufig wird das Gebäck mit Rosinen für das Gesicht und die Knopfleiste verziert, bisweilen auch mit Zucker bestäubt, und es bekommt eine Tonpfeife eingesteckt. Früher wurde meist einfacher Brotteig verwendet.

Quelle: Wikipedia

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DIE ZITADELLE VON SAARLAUTERN

AUTOR: Josef Theobald

Im Herbst 1944 wurde die Stadt Saarlautern (Saarlouis) von Hitler zur „Zitadelle
Saarlautern“ erklärt. Beim Näherrücken der Front wurde die Bevölkerung des
Stadtgebietes erneut evakuiert.

Zwischen Dezember 1944 und März 1945 gab es zahlreiche Gefechte zwischen
Deutschen und Amerikanern, bei der die Kontrolle der Stadt mehrfach wechselte.
Ein Artilleriebeschuss zerstörte große Teile der historischen Innenstadt, der Häu-
serkampf tat sein Übriges. Die Luftangriffe der Amerikaner trafen vor allem den
Stadtteil Fraulautern sowie Flächen in der Nähe der Bahnanlagen von Roden.
Denn im Bahnhofsbereich standen schwere Eisenbahngeschütze.

Die US-Panzer versuchten mehrmals den Ellbach zu überqueren. Trotz starker
Gegenwehr deutscher Streitkräfte war man den massiven Angriffen auf Seiten
der US-Amerikaner auf die Dauer nicht gewachsen.

Viele der Angehörigen der 95. Infanteriedivision der US-Army (genannt „Iron Men“)
konnten sich noch an die Details der Kämpfe und an die Orte des Geschehens er-
rinnern. Ihrem besonnenen Einsatz und einer spektakulären Aktion der Einheit ist
zu verdanken, dass trotz erbitterter Häuserkämpfe die für die Festung so wertvolle
Schleusenbrücke vor der Sprengung bewahrt wurde. Die Brücke nach Fraulautern
wurde damals von den deutschen Truppen gesprengt, die alte Saarbrücke von den
Amerikanern eingenommen, die damit auf dem rechten Saarufer einen Brückenkopf
bilden konnten. Viele ihrer Kameraden haben dafür in der Fremde ihr Leben lassen
müssen. Auf deutscher Seite kamen viele Soldaten aus Hessen und Unterfranken
(Bayern).

Im Zuge der Operation „Undertone“ (eine Operation der 7. US-Armee und der 1.
Französischen Armee vom 15. bis zum 24. März 1945) gewannen die Alliierten
endgültig die Oberhand. Zuvor hatte noch das Unternehmen „Nordwind“ vom 31.
Dezember 1944 bis 25. Januar 1945 im Elsass und in Lothringen die militärische
Lage um Saarlouis beeinflusst (es war die letzte Offensive deutscher Streitkräfte
an der Westfront; sie stand in Zusammenhängen mit der Ardennenoffensive).

Nach der endgültigen Eroberung durch die Amerikaner wurde das Saargebiet durch
Frankreich besetzt, das anfänglich auch eine Annexion anstrebte. Als eine der ersten
Amtshandlungen ordnete Regierungspräsident Hans Neureuter am 14. Juli 1945 die
Wiederherstellung des geschichtlich begründeten Namens „Saarlouis“ an, sodass die
Stadt „Saarlautern“ nun wieder den Namen Stadt „Saarlouis“ trug.

NACHTRAG

Die US-Amerikaner verfügten über eine moderne Kriegstechnologie, die sich z. B.
in der Entwicklung moderner Panzer und Flugzeuge widerspiegelte. Auch setzte
man in den ersten Kriegsjahren Phosphorbomben ein. Nach der Entwicklung der
Napalmbombe mit dem Hauptbestandteil Benzin, das mit Hilfe von Zusatzstoffen
geliert worden ist, wurde diese erstmals in der Entscheidungsschlacht um Berlin
eingesetzt. Im Krieg gegen Japan kam diese Waffe neben Flammenwerfern erst-
mals in der Schlacht von Iwojima, einer japanischen Vulkaninsel, die damals von
strategischer Bedeutung war, zum Einsatz. Später ist die Napalmbombe sowohl im
Koreakrieg als auch im Vietnamkrieg eingesetzt worden. Heute gehört die Napalm-
bombe zu den geächteten Waffen nach Artikel 23 der Haager Landkriegsordnung.
Schon im Jahre 1980 wurde durch das Protokoll III der Konvention der Vereinten
Nationen zur Ächtung unmenschlicher Waffen der Einsatz von Brandwaffen gegen
Zivilpersonen verboten.      

 

DAS GEWERBE DER LEINENWEBER

AUTOR: Josef Theobald

Leinenweber verarbeiteten ursprünglich sowohl den gesponnenen Flachs
als auch Hanf zu Leinwand; seit etwa 1500 wurde Hanf hauptsächlich nur
noch für Haustuch, Sack- und Packleinwand, grobe Zeuge wie Segeltuch
und Seilwaren verwendet. Im Gegensatz zur Tuchmacherei (Wollweberei),
die sich doch meist als städtisches Handwerk etablierte, war dagegen die
Leinenweberei lange Zeit im ländlichen Raum als Heimgewerbe verbreitet
und wurde vielfach von hörigen Bauern und Tagelöhnern betrieben. Leinen-
weber war im Mittelalter ein hochgeschätztes Gewebe, aus dem nicht nur
Hemden und Bettzeug, sondern auch Kleider, Waffenröcke, Satteldecken,
Hutbezüge und Paniere verfertigt wurden. [1]

Das Gewerbe der Leinenweberei war ursprünglich ein Nebengewerbe der
Landwirtschaft. Doch mit der steigenden Mannigfaltigkeit und Kunstfertig-
keit der Produktion konnte das bisher betriebene Nebengewerbe nicht
mehr von denselben oder einzelnen Personen ausgeübt werden. So
sonderte sich das Handwerk vom Ackerbau. Mit der Spaltung der Pro-
duktion in zwei große Hauptzweige, Ackerbau und Handwerk, entsteht
die Produktion direkt für den Austausch, die Warenproduktion; mit ihr
der Handel, nicht nur im Innern und an den Stammesgrenzen, sondern
auch schon über See. [2]

Im 18. Jahrhundert nahm das Landhandwerk allgemein zu. Grund dafür
war in erster Linie die Notwendigkeit der Beschäftigung einer wachsen-
den Zahl von Menschen zwecks Bestreitung ihres Unterhalts durch den
Nebenerwerb oder den Übergang zu heimgewerblicher Produktion. Das
Einkommensniveau blieb aber nach wie vor gering. [3]

Die Voraussetzung für die Leineweberei ist der Flachsanbau. Hier bleibt
der größte Teil der Einkünfte entweder bei den Aufkäufern oder bei den
Verpächtern von Boden hängen. Die größeren Flachsaufkäufer richteten
Trockenräume und Pressen ein; sie dingten Arbeiter zum Sortieren und
Schwingen des Flachses. Dabei muss angeführt werden, dass die Bear-
beitung des Flachses besonders viel Arbeitskräfte erforderte. Dies führte
schließlich dazu, dass der Landwirt in der Winterzeit mehr beschäftigt war,
andererseits schaffte dies eine Nachfrage nach Lohnarbeit auf der Seite
der Gutsbesitzer und wohlhabenden Bauern, die Flachs anbauten. [4]  

Typisch für den Vertrieb war hier das Verlagssystem. Dabei traten Kauf-
leute mit kleinen gewerblichen Produzenten in Verbindung. Somit blieb
die Produktion dezentral. Der Absatz der erzeugten Produkte sowie de-
ren Weiterverarbeitung ist zentral erfolgt. Zentral beschafft wurde auch
das Rohmaterial. Diese Entwicklung ergab sich aus der Notwendigkeit,
wachsende und entfernte Märkte zu versorgen.

Die Arbeitstechnik der Leineweberei wurde meist von den Eltern auf ihre
Kinder weitergegeben. Denn im Arbeitsprozess war Kinderarbeit Alltag.
Dadurch wurde eine Steigerung der Produktion erreicht. Diese Arbeits-
weise nennt man auch „proto-industrielle“ Familienwirtschaft, die in den
Zeiten schlechter Preise und geringen Absatzes gezwungenermaßen
und selbstverständlich zur Selbstausbeutung überging. Diese kleinen
gewerblichen Produzenten lebten in Häuslerhäusern auf bäuerlichem
Grund, zum Teil abgesetzt vom Dorf in eigenen Häusern (Hüttchen).
Wohnten sie in den Dörfern, gehörten sie allerdings nicht zur Dorf-
gemeinde. War die Produktion verlagsmäßig organisiert und wurden
vom Verleger Werkzeug und Rohstoffe gestellt, so näherte sich der
Status eines Heimarbeiters dem des lohnabhängigen Manufakturar-
beiters. In der Praxis ist es aber auch vorgekommen, dass ein ge-
werblicher Kleinproduzent doch zu bescheidenem Wohlstand und
zu der Stellung eines Zwischenmeisters im Verlagssystem gekom-
men ist. Zu einem Verleger selbst ist er oft kaum aufgestiegen.

In stadtfernen Gebieten, wo sich dieses Gewerbe verdichtete, hat
diese Bevölkerungsgruppe offensichtlich ein Eigenleben geführt.
Denn man heiratete vorwiegend untereinander und gründete je-
weils wieder eine Spinner- und Weberfamilie. [5]  

Wie das Beispiel der oberösterreichischen Leinenindustrie zeigt, kon-
nte dieser Zweig an der inländischen Textilkonjunktur des späten 18.
Jahrhundert teilhaben, was durch die Freigabe der Leinenweberei auf
dem Lande 1755/73 begünstigt wurde. Der Aufschwung brach aber um
etwa 1800 auf einmal ab, wohl im Zusammenhang mit der plötzlich über-
mächtig gewordenen Konkurrenz der Baumwollindustrie, der die Leinen-
industrie wenig entgegenzusetzen hatte. Ebenfalls gingen während der
napoleonischen Zeit der Überseemarkt und das Westgeschäft zur Gänze
verloren. Leinen, einstmals das wichtigste nicht-landwirtschaftliche Export-
gut der Habsburgermonarchie, wurde im frühen 19. Jahrhundert fast nur
mehr für das Inland erzeugt, wenn es überhaupt auf den Markt kam. [6]
Schon Friedrich Engels wies in seinem Vorwort zur zweiten Auflage der
Schrift „Zur Wohnungsfrage“ darauf hin, dass die Leinenweberei zu der
Zeit, als sie für den Weltmarkt arbeitete, schon soweit durch die Steuern
und Feudallasten erdrückt wurde, dass sie den webenden Bauer nicht
über das sehr niedrige Niveau der übrigen Bauernschaft erhob. [7]

NACHTRAG

In Saarlouis-Roden haben wir eine Leineweberstraße zwischen der
Lindenstraße und der Ellbachstraße. So deutet heute alles darauf
hin, dass sich ursprünglich diese Straße in früheren Jahrhunderten
außerhalb der eigentlichen Besiedlung befand. Nach dem II. Welt-
krieg waren die hier befindlichen Häuser meist vollständig zerstört
und wurden schließlich in den Fünfziger Jahren im Stil der Wieder-
aufbaujahre neu errichtet. Das Haus mit der Nr. 7 hatte fast noch
den alten Stil der Häuslerhäuser. Nach einem erfolgten Umbau ist
der alte Baustil heute leider nur noch zu erahnen.   

ANMERKUNGEN
[1] Quelle: WIKIPEDIA, Stichwort: Leinenweberei.
[2] Marx – Engels, Ausgewählte Werke in zwei Bänden, Band II, Dietz
     Verlag, Berlin-Ost 1966, Seite 287.    
[3] Rudolf Vierhaus, Deutschland im Zeitalter des Absolutismus (Deut-
     sche Geschichte 6), 2. ergänzte Auflage, Kleine Vandenhoeck-Rei-
     he, Göttingen 1984, Seite 38.
[4] W. I. Lenin, Werke, Band 3: Die Entwicklung des Kapitalismus in
     Russland, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1956, Seiten 286/87.
[5] wie [3], jedoch die Seiten 39/40 und 69/70.
[6] Österreichische Geschichte, ÖKONOMIE UND POLITIK, Autor:
     Roman Sandgruber, Verlag Ueberreuter, Wien 1995, Seite 184.
[7] Marx – Engels, Ausgewählte Schriften in zwei Bänden, Band I,
     Dietz Verlag, Berlin-Ost 1966, die Seite 521.
 

Schließungszeit der Stadtbibliothek Saarlouis zum Jahresende

02.12.2016

Von: Georg André

Die Stadtbibliothek Saarlouis ist vom 15.12.2016 bis einschließlich 02.01.2017 aufgrund der Jahresabschlussarbeiten geschlossen.


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Rückblick – Volkstrauertag in Roden

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