Alle Beiträge von Rosa-Maria Kiefer-Paulus

1988 Saarlouis in Zahlen

Geographische Lage:

Zentrum (Großer Markt) 6° 45′ östliche Länge und 49° – 19′ nördlicher Breite

Höchster  Punkt: Geißberg im Stadtteil Lisdorf 263,3 m über Meereshöhe

Gesamtfläche: 4324 Hekktar

Bevölkerung: (Stand 31. 12. 1987:)

Innenstadt         6978

Roden  8654

Fraulautern        7878

Lisdorf  3202

Beaumarais        4025

Picard   1091

Neuforweiler    1643

Steinrausch

Einwohner insgesamt: 37 542

davon Ausländer  2540 

Straßennetz:    

Gesamtlänge 186,7 Kilometer  

Sportanlagen:  

1 Hallenbad, 2 Freibäder,  13 Sport­ und Turnhallen, 5 Mehrzweckhallen, 8 Hartsportplätze, ein Rasenplatz, 3 Leichtathletikanlagen,  5 Tennisanlagen, 3 Tennishallen, 3 Schießsportanlagen, ein Bogenschießplatz, eine Rollschuhbahn, eine Reithalle, ein Boule­ Platz, eine Minigolf-Anlage.

Gewerbebetriebe:

222 Einzelhandelsbetriebe, 58 Großhandelsunternehmen, 80 Baugewerbe treibende, 49 Versicherungsvertretungen, 41 Immobilienkaufleute, 44 Elektrobetriebe, 66 Handelsvertretungen, 4 Ingenieur- und Architekturbetriebe, 15 Banken, 31 Maschinenbaubetriebe, Stahlbauunternehmen, 646 sonstige Dienstleistungsbetriebe (alle Angaben nach Unterlagen der Stadtverwaltung)

Quelle: Saarbrücker Zeitung 1988

Damals – Gemeinschaftswaschanlage der Raiffeisenkasse Saarlouis-Lisdorf

Das Saarland war von 1947 bis 1955 autonom

Lisdorforfer Raiffeisenvorstand beschließt 1954 -1955 den Bau einer Großwaschanlage auf genossenschaftlicher Basis, im Hinblick auf die schon bereits bestehende genossenschaftliche Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland.

1955 begann die Planung und Bau Beginn dieses Wäscherei-Bauprojektvorhabens

Am 01. Oktober 1957 war die Inbetriebnahme der Gemeinschaftswaschanlage Vorstellung und Erwartung an diese technische Anlage war: zum „Niedrig- Preis“ für jeden Haushalt, besonders für die bäuerlichen Haushalte Arbeitszeit und Bearbeitungsaufwand für die Textilien zu reduzieren bzw. zu erleichtern,

Der „Tag X“, am 06. Juli 1959 vielen die Zollschranken und Lastwagen die voll beladen mit Elektrogeräten, Kühlschränken, Fernseher, Waschmaschinen, Wäscheschleudern, Wäschetrocknern und vielem mehr kamen aus der Bundesrepublik Deutschland an die Saar und verursachten kilometerlange Schlangen auf den Straßen.

Gemeinschaftswaschanlage - Lisdorf
Gemeinschaftswaschanlage – Lisdorf

Vom 01.September 1960 an übernahm August Balthasar die Aufgabe als Wäschereibetriebsleiter, die Gemeinschaftswaschanlage der Raiffeisenkasse Lisdorf zu führen.

Durch das Mischen von Natur- und Chemiefasern entstanden Stoffe aus Mischfasern, Mischgeweben und Mischgespinst-Geweben. Diese sogenannten „Pflegeleichten Textilien hatten sehr hohen Trage- und Haltbarkeitseigenschaften.

Im Haushalt, Beruf, Freizeit und der Industrie haben diese Stoffe den Weltmarkt erobert.

Durch die pflegeleichten Oberhemden, Blusen, Gardinen und Vorhänge kam es zu Umsatzrückgängen die zur Folge hatten, das am 31.Dezember 1964 die

Der bisherige Betriebsleiter August Balthasar schloss am 01. Januar 1965 mit der Raiffeisenbank Lisdorf einen Pachtvertrag und führte den Wäschereibetrieb in Eigenregie weiter.

Aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen konnte am 31. März 1967 der Textilbetrieb nicht mehr weitergeführt werden.

Quelle: Heimatkundeverein Lisdorf

Damals – „Dienstleute im alten Saarlouis“

Vor langer Zeit sprach man von sterbenden Berufen. Wir haben uns die Zunft der Dienstmänner die auch Sackträger genannt wurden, herausgesucht. Dieser Beruf war eng mit unserer alten Stadt verbunden. Es wird unterschieden zwischen diesen Sackträger, ehrbaren Menschen und den notorischen Nichtstuern, den Eckenstehern.

Wir erinnern uns an die Sackträger – sie waren ehrliche Leute, von kräftiger Gestalt, etwas rauh, ein paar etwas grob – aber selbstbewusst. Sie standen an den Ecken des Marktes an der Deutschen und Französischen Straße und waren sehr hilfsbereit. Die Sackträger waren die „Dienstleute“ der kleinen Stadt. .Arbeiten wie Umzüge, Transporte, Kartoffeln einkellern, Kohlen in den Keller bringen, Besorgungen jeder Art gehörten zu ihrem Arbeitsbereich. Sie waren da wenn sie gebraucht wurden und erledigten dann sach- und fachgerecht ihre Arbeit. Besonderst gefragt waren die Dienstmänner an den Markttagen. Man hört nie etwas schlechtes über sie.

Unter den Dienstmännern gab es keinen Neid. Jeder von Ihnen hatte seine Kundschaft. .Die Großhändler ließen sie die Waggons entladen. Die Namen der Dienstmänner waren:

Damde – Sperling – Hähnchen – Hohe – Fougle – Latte Muth – Malsac – Asskocklemus – Memper Miller – Schneider – Thoma – der jengscht Muth.

Der Primus inter pares war „der dicke Damde“, ein breiter, stämmiger Mann. Trotz seines behäbigen Ganges besaß er genügend Autorität um bei einem größeren Einsatz von Sackträgern diese einzuteilen. Ihm wurden auch schwierige Arbeiten aufgetragen.

Damde war auch noch der Präsident des „Hämmelzpänzchen“. An Fasnachtsmontag und Dienstag sind diese Männer mit Frauenröcken maskiert und „met e Rido“ vor dem schwarzen Gesicht durch die Stadt gezogen und den „Hämmelspänzchen-Baal“ ankündigten sie als „de scheenste Baal of de Welt“. Damde sorgte für Ordnung beim „Hämmelspänzchen-Baal“ Die Besitzer des „Münchener Kindl“ Frau und Herr Först konnten sich auf ihn verlassen. Damde war der „Ballarrangeur“.

Der dicke Damde verkaufte nach der Ernte auch Zwiebeln an seine Kundschaft die mit den Lieferungen sehr zufrieden waren.

Die Männer ruhten sich im Sommer nach dem Essen auf den Kellertüren der Eckhäuser aus und schliefen den Schlaf der Gerechten. Wenn dann die Sonne einmal einem der Schläfer auf das Gesicht und die Hand brannte, sagte er wohl dem neben ihm stehenden Nachbar im Halbschlummer: „Leim er de Hand aus da Sonn!“ Andere Bewohner der Stadt diskutierten über die Tagesereignisse des „Städtchens“. Politik war damals nicht gefragt. Während der Arbeit priemten alle, hatten sie Ruhe „dämpten“ sie kurze Pfeifen.

Die Dienstmänner waren auch bei Beerdigungen gefragt. Sie trugen die Leiche in den Totenwagen und vom Totenwagen zum Grab. Damals gab es Beerdigungen der 1., 2., und 3. Klasse. Bei den Beerdigungen der 1. Klasse trugen sie schwarze Anzüge mit Zylinder.

In der 2. Klasse trugen die Dienstmänner einen schwarzen Rock und eine gewöhnlichen Hose. Bei Beerdigungen der 3. Klasse sah man schon an der Kleidung das dies die letzte Klasse war.

Die Männer gingen nach ihrer Arbeit in ihre Stammwirtschaften. Damals waren dies „bei de Bonne Günther“ onn „bei der Bernefeld“. Dort wurde wie auch bei allen besondert schweren Arbeiten „Lesler-Schnapes“, von der Branntweinbrennerei „Linslerhof“ getrunken. Der „Lesler-Schnaps“ hatte hohes Ansehen – es gab keinen Schnaps der besser war. Der Wirt hätte es nicht gewagt, den Männern anderen Schnaps auszuschenken.

Die Wirtschaft „Mamm Morant“ am Bahnhof hatte keinen „Lesler“ im Ausschank. Die Dienstmänner gingen dort nicht hin. Später kam der Schnaps von „Baluschel“ auf der dann von den Sackträgern getrunken wurde.

Den Preis für die Dienstleistungen musste man immer vorher abmachen – oder man das Nachsehen wie nachstehnden Geschichten entnehmen kann:

In einem Betrieb sollte eine Maschine, teilzerlegt, Gesamtgewicht 4.000 kg, entladen werden. Der Firmeninhaber bestellte den Sprecher der Dienstmänner und fragte diesen nach dem Preis. Dieser sah sich die Maschine und den Transportweg an und forderte für sich und seine Freunde 400,– RM. Dem Geschäftsführer war dieser Preis zu hoch und der Dienstmann sage: „Dann lad dir die Maschine selber ab – mir hann us Kraft (und er zeigte auf seine Armuskeln) net se verschenken“. Es wurde neu verhandelt und man einigte sich auf 250,– RM.

„Hähnchen“ wurde zur der Beamtenfamilie H. gerufen weil deren Hund krank war. Die Hausherrin sagte ihm sie habe gehört, er sei hundeverständig und habe schon manchen Hund gesund gemacht. Der Sachverständige (im Nebenberuf Hundefänger), sagte: „Genn mer de Hond ruhig for väerzehn Dag mit, dann es er kuriert“. Der Hund war völlig überfüttert und wenn er dort keine Kur gemacht hätte, wäre er bald eingegangen. Hähnchen nahm den Hund mit nach Hause und gab ihm nichts zu Fressen. Bellte der Hund ging der Hundearzt nicht sehr zart mit ihm um. Nach 14 Tage brachte er den Hund zur der Familie zurück die sich sehr bedankte und ihm 15,– RM in die Hand drückte. Im Kreise seiner Freunde erzählte „Hähnchen“, dass er en gudd Geschäft gemacht hat.

Das waren zwei Geschichten der letzten Vertreter einer Zunft – sie Leben alle nicht mehr und wenn die ältere Generation gestorben ist – und nichts aufgeschrieben ist, wird man nicht mehr von den Dienstmännern sprechen – und sie waren doch ein Stück der alten Stadt Saarlouis!

Quelle: Saar-Zeitung 1942

Maréchal Michel Ney – Stationen eines beherzten Lebens

Im Städtischen Museum Saarlouis wurde am 09.01. die Sonderausstellung zum 250. Geburtstag von Michel Ney unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeiser Peter Demmer Geburtstag. eröffnet.

Benedikt Loew Leiter des Städtischen Museums begrüßte nach der Rede des Oberbürgermeisters die Besucher hielt einen kurzen Vortrag über das Leben von Maréchal Michel Ney. In der Ausstellung sind in 9 Abschnitten insgesamt 230 Exponate zu sehen. Ein Begleitheft zur Ausstellung kann im Museum erworben werden.

„Maréchal Michel-Ney – Stationen eines beherzten Lebens“
Ausstellungszeitraum: 10. Januar – 10. Juni 2019

Die Ausstellung ist geöffnet:
Dienstag bis Freitag: 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr,
Samstag, Sonntag und Feiertag: 14 bis 17 Uhr.

Führungen für Gruppen sind nach Terminabsprache möglich

Galakappensitzung und Kinderkarneval des SKC „de Boules“ e.V.

In der Mehrzweckhalle Vogelsang geht es an Fastnachtsamstag, 02.03.2019, endlich wieder närrisch hoch her. Der Saarlouiser Kultur- und Carneval-Club (SKC) „de Boules“ e.V. veranstaltet ab 20.11 Uhr seine Galakappensitzung und präsentiert alles, was zu einem gelungenen Abend dazugehört: fetzige Tänze der SKC-Garden, Tanzmariechen und des Männerballetts, witzige Sketche und Büttenreden sowie stimmungsvollen Gesang. Der Kartenvorverkauf für diese Veranstaltung findet am Sonntag, 10.02.19 um 10.11 Uhr im Gasthaus „Zum Stadtkrug“, Schlächterstraße statt. Auch Restkarten sind dort erhältlich.

Mit Pauken und Trompeten und ganz viel „Alleh hopp“ startet die Jugendabteilung des SKC „de Boules“ e.V. an Fastnachtsonntag, 03.03.2019, ihren Kinderkarneval, zu dem alle kleinen und großen Narren recht herzlich eingeladen sind. Los geht’s um 15.11 Uhr mit einem bunten Programm in der Mehrzweckhalle Vogelsang. Neben den Tänzen der Garden und zahlreichen Spielen und werden die schönsten Kinderkostüme prämiert. Karten können an der Tageskasse erworben werden.

Husarengeneral Marschall Ney

1788 aber „vertauscht er die Feder mit dem Schwert“, geht zu Fuß die zehn Wegstunden nach Metz und wird Husar in dem Metzer Regiment Colonel Général Hussards. Er ist nur einer in der langen Reihe von Söhnen der Stadt Saarlouis, die in jener Zeit Soldat wurden (General Grenier ist in demselben Jahre geboren), die durch die Ereignisse der Revolution und der nachfolgenden napoleonischen Kriege schnell „Karrière“ machten und durch ihre Kriegstaten zum Ruhme Frankreichs und zur Ehre ihrer Heimatstadt beitrugen. Hätte ihn doch ein Metzer Maler in der Prachtuniform des Regiments Colonel Général Hussard gemalt: Husarenüberwurfjäckchen von scharlachrotem Tuche mit weißem Lammfell gefüttert. Dolman von himmelblauer Farbe mit gelber Husarenbeschnürung, schwarzer Schako mit roter Verzierung, und aufrechtstehender weißer Feder, scharlachroter Tasche an der Seite, blaue Hose, blauer Mantel. Und dazu 19 Jahre alt, groß, baumstark, rothaarig, blauäugig. Soll man da kein schöner Husar sein?

Es folgten Jahre des Krieges, den die europäischen Staaten gegen das revolutionäre Frankreich führen, Jahre, in denen die Perückenarmeen Europas sich gegen das oft mangelhaft bekleidete und genährte französische Volksheer stellen, ein Revolutionsheer, das auf den Ruf hin: „das Vaterland ist in Gefahr“, sich in Eile gebildet hatte. Da Österreich als Hauptgegner auftrat, war Frankreich auch von Norden, dem damals österreichischen Belgien her, bedroht.

Ney gehört in diesem Kriege der Nordarmee von Sambre-et-Meuse an und wird nach der Schlacht von Valmy zum Leutnant befördert. Ist diese Beförderung nicht ein Symptom? Nicht nur die streng geordnete, gegliederte Schlachtenaufstellung der alten Zeit in ihrer Schwerfälligkeit hat einer neuen aufgelockerten Kampfesweise Platz gemacht. Auch der Aufstieg, der sonst nur den Söhnen der Vornehmen, möglich war, steht jetzt dem Volke offen.

Dem Husar Ney untersteht die Vorhut. Als solcher hat er zu erkunden, vorzustoßen, anzugreifen. Durch dreiste Einschüchterung bringt er in den folgenden Jahren die Städte Mastricht, Würzburg, Bamberg, Forchheim und Magdeburg zur Übergabe, fast ohne einen Schuss zu tun. Als Bauer verkleidet, verschafft er sich Eintritt in die belagerte Stadt Mannheim, stellt seine Erkundungen an und überrumpelt danach diese Stadt mit einigen Schüssen. Dass er schreibgewandt ist und französisch und deutsch gleich gut spricht, ist ihm in diesen Jahren von Vorteil.

Im Jahr III der französischen Revolution hat er schon den Namen IˈInfatigable, der Unermüdliche. Kleber ist auf ihn aufmerksam geworden. 1793, mit 24 Jahren, wird er zum Brigadegeneral vorgeschlagen. Kleber schreibt an das Direktorium: „Der Generaladjutant Ney hat während dieses Feldzuges und der vorhergehenden vielfache Beweise von Talent, Eifer und Unerschrockenheit gegeben. Gestern hat er sich selbst übertroffen, als er wiederum zwei Pferde unter ihm getötet wurden. Ich habe es als meine Pflicht betrachtet, diesen Offizier auf dem Schlachtfeld zum Brigadegeneral zu befördern. Das Patent war ihm schon vor 18 Monaten geschickt worden, aber aus Bescheidenheit nahm er es damals nicht an. Indem Sie diese meine Ernennung bestätigen, geben Sie, Bürger des Direktoriums, mir einen treffenden Beweis Ihrer Gerechtigkeit.“ –

In dieser Zeit verbringt Ney einen Erholungsurlaub in Saarlouis und wird gefeiert und geehrt. Bald danach wird er Divisionsgeneral auf Befehl des Direktoriums und bekommt den Oberbefehl über die 3. Armee. Im Frieden von Lunéville wird das linke Rheinufer französisch. Es ist ein Augenblick der Kriegsstille.

Ney hat ein Besitztum gekauft in Malgrange bei Nancy. Dorthin lässt er den Vater und die Schwester von Saarlouis kommen und übereignet ihnen das Haus. Auch den anderen Verwandten ist er behilflich. Den jungen Verwandten aus Beaumarais schafft er auf die Kriegsschule nach St, Cyr. Ney ist 33 Jahre alt und ein schweigsamer Mann, der die Untergebenen nicht lange zu Wort kommen läßt, schweigsam, wie es bei den Generälen der napoleonischen Armee aus wohlerwogenen gründen Brauch war.

Napoleon ist Konsul geworden und will den schweigsamen Draufgänger an sich ketten. Josephine erreicht es auf dem Wege einer Verbindung mit der Freundin ihrer Tochter Hortense, der 20 jährigen Eglé Auguié. So war es auch bei Napoleon üblich, den jungen Generälen, den Emporkömmlingsgenerälen, durch Hineinversetzen in einen Kreis gewisser Vornehmheit jene Umformung angedeihen zu lassen, die er selbst erstrebt und gefunden hatte in seiner Verbindung mit Joséphine Beauharnais. Der etwas ungeschickte Mann, der Rotkopf gefällt dem jungen Mädchen nicht allzu sehr, aber sie bewundert den Helden in ihm und am
6. Thermidor des Jahres X der französischen Republik wird im Schlosse zu Grignon die Hochzeit gefeiert. Madame la Maréchale erlebt nun selige Zeiten, wenn sie auf ihren Gesellschaften zu glänzen versteht. Er aber bleibt ein schlichter Soldat in Benehmen und Kleidung. Nur den altmodischen Haarzopf hat er der jungen Marschallin zuliebe abschneiden lassen.

Nach dem Siege von Friedland nennt ihn die Armee „le brave des braves“ oder die Soldaten noch viel einfacher „le Rougeat“, der Rotfuchs oder „Carotte“. Der Kaiser verleiht ihm den Titel: Herzog von Elchingen, nach dem Ort eines Sieges an der Donau. Der folgende Krieg in Spanien ist ihm wegen der Kampfesweise der Spanier, vor allem wegen der Unstimmigkeiten mit Masséna, ein Grund ständig zunehmenden Ärgers. „Ich bin Herzog von Elchingen, wenn Sie Herzog von Dalmatien sind“, so ruft er Masséna zu und ist froh, als er Spanien und dem „guerre de comédie“ den Rücken kehren kann.

Quelle: Dora Dimel/Beaumarais – Marschall Ney und seine Heimat

Bildquelle: Museum Saarlouis

Feste Wagner Metz

Die Feste Wagner liegt im Süden von Metz auf einem Hügel zwischen dem
Fluss Seille und dem Bach de Chèrisey. Im Süden und Westen führt die Bahnlinie Metz – Chateau Salins vorbei, im Osten die Straße Metz – Cheminot – Nancy. Mit dem Bau der unregelmäßig geformten Festung wurde 1907 begonnen. Am 17. Mai 1910, mit Ende der Rohbauphase, erhielt die Festung zu Ehren des 1904 tödlich verunglückten Inspekteurs des Festungswesen Generalleutnant Julius Wagner den Namen „Feste Wagner“.Die Feste besteht aus sechs freistehenden Bereichen, die unterirdisch alle mittels Hohlgang verbunden sind. Die Kasernen konnten 1.250 Mann aufnehmen. Das Infanteriewerk Verny besitzt die Form eines gleichmäßigen Trapezes und liegt nördlich des Dorfes Verny. Es besteht aus einer doppelstöckigen Kaserne, einem Bereitschaftsraum, einem Kehlblockhaus, vier Panzerbeobachtern und mehreren Schneckenbeobachtungsständen. Zusammen mit dem I-Werk Verny liegt auf einer Linie auch die Schirmlafettenbatterie Nr. 7, die aus einem M-Raum, einer Brustwehr samt einem Mannschaftsraum und zwei Stellungen für 15-cm-Schirmlafettenkanonen besteht. Die 2 x 15-cm-Schirmlafettenbatterie war an ein Normalspurgleis angeschlossen. Über das Normalspurgleis wurden die Kanonen im Kriegsfall in die Batterie gebracht, ebenso wie die Versorgung mit Munition direkt über die Bahn abgewickelt werden konnte. Der Infanteriestützpunkt Lamencé besteht aus einer großen doppelstöckigen Kaserne, die mit einer flankierenden Kasematte für zwei 7,7-cm- Kanonen versehen ist. Von hier kann das Seille-Tal in westlicher Richtung unter Feuer gehalten werden. Panzerbeobachter, Bereitschaftsraum und Kehlblockhaus vervollständigen das Ensemble. Die Panzerhaubitzbatterie ist mit vier 15-cm Haubitzen ausgestattet. Hier befindet sich auch das Kraftwerk, das mit Hilfe von Einkolben-Ottomotoren (Benzolmotoren) die Elektrizitätsversorgung der gesamten Festung übernimmt. Die Panzerkanonenbatterie ist mit vier 10-cmKanonen ausgerüstet. Das Infanteriewerk Avigy besitzt einen trapezförmigen Umriss und setzt sich aus einer doppelstöckigen Kaserne, Bereitschaftsraum, zwei Grabenstreichen, einem Kehlblockhaus, drei Panzerbeobachtern und mehreren Schneckenbeobachtungsständen zusammen. Das Infanteriewerk Seille besteht aus einer Kaserne, Bereitschaftsraum und einem Artillerie-
Panzerbeobachtungsstand.

Textquelle:
http://www.feste-wagner.de

Die Zahl der Besucher der Feste Wagner in Metz, dem einzigen Werk der ehemaligen deutschen Großfestung, das offiziell besucht werden kann, hat dramatisch nachgelassen.

Das ist schade, zumal die französische Organisation ADFM inden vergangenen Jahren Außerordentliches geleistet hat, umBesuchern ein umfassendes Bild zu vermitteln, wie die alten Werke in der Kaiserzeit ausgesehen haben.

Seit Jahren arbeitet eine kleine, aktive Gruppe der ADFM (Association Découverte de la Fortification Messine) unter der Leitung ihres langjährigen Vorsitzenden Raymond Decker an der Wiederherstellung ehemaliger Einrichtungen der Feste Wagner. Erstes Ziel war die Wiederinstandsetzung der beiden Panzerbatterien. Bei allen 8 Türmen, also bei der 4 x 10-cm-Kanonenbatterie und bei der 4 x 15-cm- Haubitzbatterie fehlten nichtnur die Geschützrohre, sondern auch die mit den Panzerkuppeln fest verbundenen Lafetten und die gesamte Turmtechnik. Nur die leeren Panzerkuppeln deckten die Turmschächte.

Mit Hebeln wird die leere Kuppel zunächst aus ihrer
Kalotte gehoben und auf Rundhölzer gesetzt. [Wernet April 2004]

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Die leere Kuppel ist angehoben und ruht auf Rundhölzern. Eine leichte Laufkatze ist montiert. Sie dient zum Ablassen der Einzelteile der Turmmechanik, die bereits auf der Batteriedecke zwischengelagert sind. Im Vordergrund die neue Pivotsäule. [ADFM 2004]

Die untere Ebene eines der liebevoll und aufwendig restaurierten 10-cm-Panzertürme. [Wernet 2019]

Die 4 x 15-cm-Panzerhaubitzbatterie

Der Wiederaufbau der 4 x 15-cm-Panzerhaubitzbatterie begann zunächst mit zwei Türmen: Im Frühjahr 2006 die Demontage auf der Feste Kaiserin und bereits am 5. und am 20. Juli ihr Abtransport und Ablassen in die Turmschächte der Feste Wagner.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASo sah die vordere der beiden Maschinenhallen noch 1996 aus…[Wernet 1996]

und so zu Beginn der Arbeiten 2016. [ADFM April 2016]

Weitere Fotos auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

Rodena bedankt sich bei Inge und Dieter Wernet für den Bericht und die schönen Bilder!

 

Rückblick – Datenschutz Grundverordnung – Infos für Vereine, Webseiten Betreiber und Blogger

In Victors Residen Saarlouis, Saal New York fand eine Veranstaltung über die Datenschutz Grundverordnung statt. Nach Begrüßung der Gäste durch Helmut Grein sprach Rechtsanwalt Michael Weller (Spezialisierung im Recht der neuen Medien) über die Problematik der Datenschutz Grundverordnung. Über 60 Besucher nahmen an der Veranstaltung teil. Ihnen werden von dem Rodener Heimatkundeverein Rodena e.V. eine Teilnahmebestätigung sowie Informationsmaterial per Mail zugesandt.

Die nächste Informationsveranstaltung über die Verwendung von Fotos und sonstigen Materialien findet im 2. Halbjahr 2019 statt. Den genauen Termin werden wir noch bekannt geben.

Der Landesverband der heimatkundlichen Vereine des Saarlandes und Rodena Heimatkundeverein Roden e.V. waren die Veranstalter des Informationsabends.

 

Barmherzige Schwestern vom hl. Karl Borromäus

                                        Schwester Xaveria Rudler in Saarlouis

Vom Tage der Profession an gestaltet sich das Leben der Ordensfrau demjenigen ihres gekreuzigten Bräutigams ähnlich. Für Schwester Xaveria ließ die Gelegenheit, das was sie gelobt hatte, nicht lange auf sich warten. Der Heiland verlangte Beweise der Liebe durch Gehorsam und Entsagung.

Schwester Xaveria bekam das Amt einer Lehrerinn an der, von den Schwestern vom hl. Karl geleiteten höheren Mädchenschule in Saarlouis. Zu der 1810 gegründeten ersten deutschen Niederlassung des Ordens gehörte auch ein Hospital und die ambulante Krankenpflege. Schon als Novize hatte Schwester Xaveria eine sehr starke Abneigung gegen den Lehrberuf. Sie beherrschte die deutsche Sprache nur mangelhaft und war mit dem deutschen Volkscharakter noch nicht vertraut. Sie fühlte sich ihrer Aufgabe nicht gewachsen und sehnte sich nach der Krankenpflege im nahen Hospital. Später erzählte sie in Saarlouis habe sie lange Zeit täglich den Kalvarienberg heraufsteigen müssen.

Zuweilen sträubte sich ihre Natur so heftig gegen das ihr auferlegte Amt, das sie vor Beginn der Schule in die Kapelle flüchtete. Dort warf sie sich vor dem Altar nieder und versuchte in flehentlichen Gebeten den Widerwillen zu besiegen. Ungeachtet desselben erneuert die junge Ordensfrau freudig ihr Gelübde und bat Gott täglich, sie nicht Eher von hier fort zu nehmen bis sie die diese Aufgabe liebgewonnen habe. Durch ihren natürlichen Frohsinn gewann sie trotz aller Schwierigkeiten die Herzen der Kinder.

In Saarlouis rühmte man noch nach Jahren die strenge und doch mütterliche Lehrerin, in deren Klasse eine musterhafte Zucht und Ordnung geherrscht und die sich ihrem Beruf mit unermüdlicher Aufopferung hingegeben hatte.

1844 hatte Bischof Arnoldi den heiligen Rock in Trier ausstellen lassen und den Ordensschwestern gestattet, sich den pilgernden Wallfahrern anzuschließen. In Trier traf Schwester Xaveria zu ersten Mal mit Schwester Angelika Eschweiler zusammen die von Echternach gekommen war. Schwester Xaveria und Schwester Angelika wurden später Geneneraloberin des Ordens.

So vergingen 13 Jahre und Schwester Xaveria unverwüstliche Gesundheit ließ außer der Schulzeit noch weitere Arbeiten im Hause und bei den Kranken auf sich nehmen. Zu ihren bevorzugten Diensten gehörte das Ofenwichsen – eine sehr unangenehme Arbeit. Ihr liebenswürdiges Wesen, ihr Mitleid mit den Armen und Kranken machte sie auch bei diesen beliebt. Später, als sie als Generaloberin nach Saarlouis kam, eilten ihr nicht nur ihre früheren Schülerinnen, sondern auch viele andere Einwohner der Stadt, besonders aus der Armen Bevölkerung herbei, um sie zu begrüßen.

Einst hatte die junge Ordensfrau den Herrn gebeten, sie auf ihrem Posten zu lassen, bis dieser kein Kreutz und Opfer mehr für sie bedeutete. Sie hatte sich nun eingelebt und die Aufgabe der Kindererziehung war ihr so leicht und lieb geworden, dass sie das Kloster in Saarlouis ihr Paradies nannte. Dieses Kloster musste sie nun verlassen. Schwester Xaveria wurde 1846 nach Nancy gesandt, weil ihre Oberen sie ausersehen hatten, ein Haus in Berlin zu gründen. Mit großem Bedauern wurde diese Versetzung von der klösterlichen Kommunität und der ganzen Bevölkerung in Saarlouis aufgenommen. Das schönste Lob der scheidenden Schwester aber findet sich in einem Brief, den der Pfarrer und Dechant von Saarlouis damals an Probst Brinkmann nach Berlin schrieb:

„Ich wünsche Ihnen Glück dazu, dass Sie Schwester Xaveria Rudler zur Vorsteherin erhalten. Geeigneter als diese hätte wohl schwerlich eine im ganzen Orden für diese wichtige Mission gefunden werden können. Zwölf Jahre hat Sie unter meinen Augen als barmherzige Schwester gewirkt und wie sie gewirkt, wird so bald nicht aus dem Andenken meiner Pfarrkinder schwinden. Trauer erfüllt die ganze Stadt bei ihrem Abgang hier. Ihre ausgezeichneten Eigenschaften wegen ist sie eine wahre Zierde ihres Ordens, und die Reinheit ihres Berufes lässt keinen Zweifel übrig. Sie ist eine Enkelin des früheren Generalgouvernemetkommissarius Rudler und eine Nichte des früheren Generalgouverneurs Gustus Gruner. Als ihr die Nachricht wurde, dass sie für Berlin bestimmt sei, hatte sie einen großen Kampf zu bestehen, da sie sich in ihrer Demut durchaus unfähig erachtete, einer solchen Anstalt vorstehen zu können. Jedoch hat der Gedanke, dass sie in Ihnen, hochwürdiger Herr Probst einen leitenden Vater finden werde, sie allmählich beruhigt und ihr Mut einflößt.

Quelle: Franz Hamm 1914

Damals – Städtisches Krankenhaus Saarlouis

Die Kaibelstraße in der Vaubanstraße wurde in den Jahren 1926 bis1928 durch Stadtbaurat Kleefisch, Stadtbaumeister Schmitt sowie Architekt Winz zu einem modernen Krankenhaus der Stadt Saarlouis umgebaut und es kamen die Borromäerinnen. 1939 nach andauernen Schikanen durch das NS-Regime verließ der Orden Saarlouis.

Bei den Luftangriffen 1942 wurde das Krankenhaus in der Vaubanstraße schwer beschädigt. Nach Kriegsende 1945 wurde es in mehreren Bauabchnitten neu aufgebaut. Seit 1984 übernahm die heutige „DRK Krankenhaus GmbH Saarland die Trägerschaft.

Bildquelle: Museum Saarlouis