SOMMERKONZERTE 2016 – LETZTER AKT

Zu seinem letzten Sommerkonzert  lud  der Stadtverband der kulturellen
Vereine in Saarlouis auf die Vaubaninsel ein. Mit der Eröffnung durch den
Spiel- und Fanfarenzug  Neuforweiler  begann  ein abwechslungsreiches
Programm. Zu hören waren der Mendelssohn-Chor aus Roden, der Jazz-
Chor Unitetd Voices und zum Abschluss die Chorgemeinschaft MGV 1859
Lisdorf. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem LINK:
Über ein "Gefällt mir" würden wir uns freuen.
DSCI0025 DSCI0026 DSCI0027 DSCI0030 DSCI0034 DSCI0036
 

Damals – Die Lehmkaul in Roden

Zur Ziegelei gehörte die Lehmkaul, die sich in der Wiesengemarkung „In der Au“, etwa am Ende der heutigen Straße „Zur Saarmühle“ befand. In der Dorfsprache hieß die Lehmkaul nur „Dietes Loch“, benannt nach dem Eigentümer, die Familie Diete. Die Kaul hatte in etwa die Ausmaße eines halben Fußballfeldes und war an einigen Stellen mehrere Meter tief. Hier wurde der Lehm abgebaut. In den Anfängen ist dieser noch mühevoll von Hand gestochen und unter großen Anstrengungen mit Hand- und Pferdewagen in die nahegelegene Ziegelei gekarrt worden. Zum Transport stellten damals die Rodener Bauern im Wechsel ihre Pferdegespanne zur Verfügung. Später wurde der Rohstoff mit einem Schaufelbagger gefördert und auf einer Feldbahn auf Loren in den Betrieb transportiert. Ein Fortschritt, der die Arbeit von Mensch und Tier doch wesentlich erleichterte.

Mit Grundwasser gefüllt, bildete sich im Laufe der Zeit in der Lehmgrube ein kleiner See. In dem Bereich, in dem nicht mehr abgebaut wurde und der nicht als Müllhalde genutzt wurde, wuchs eine vielfältige Ufervegetation mit seltenen Schilf- und Sumpfpflanzen heran. Ein einzigartiges Biotop, in dem sich durch die häufigen Überflutungen von Saar und Ellbach eine artenreiche Fauna entwickelte. Neben Karpfen und Hechten, wurden auch Krebse gefangen. Selbst Forellen und andere Edelfische waren vorhanden.

Heute ist von der ehemaligen Ziegelei nichts mehr zu sehen. Das Werksgebäude ist verschwunden, die Fabrik nur noch Geschichte. Wo früher die Brennöfen glühten und der hohe Schornstein rauchte, wo Rodener Männer und Frauen schwere Arbeiten verrichteten, stehen jetzt Wohngebäude. Auch die Lehmkaul und der kleine See mit der reichen Flora und Fauna sind verschwunden. Zugeschüttet und mit Gras über-wachsen, deutet nur noch eine kleine Mulde in den Wiesen auf „Dietes Loch“, die Lehmkaul hin.

Walter Schmolenzky

Fotoquelle: Rodena Werkzeug für den Lehmabbau

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Infos später auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

14068091_1253896331295723_4262206223052643540_n 14063752_1253896304629059_1763467642426569964_n

 

Maritimes Hafen- und Strandambiente am Hafen Dillingen

Am Sonntag, 11. September wird es im Saarhafen Saarlouis/Dillingen ein Hafenfest geben. Die Veranstalter von Saarport haben sich dazu Besonderes einfallen lassen:
Das im Alltag eher nüchterne Hafenleben am Südkai verwandelt sich mit Strandkörben, Strandbistro und Leuchtturm in einen Ort mit maritimer Anmutung. Ein besonderes Highlight steht für Kinder mit einem 12 Meter hohen Kletterturm bereit.

Im Mittelpunkt stehen weiter moderierte Hafenrundfahrten auf dem Ausflugsschiff Riverlady; Schnupperfahrten im Motorboot, Fahrten mit dem THW-Einsatzboot oder Schippern „Donuts. Am Schwerlastkai machen verschiedenartige Wasserfahrzeuge fest und können besichtigt werden, so das historische Treidelschiff AnnaLeonie, ein modernes Frachtschiff und ein Arbeitsschiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes Saarbrücken.

Im Festzelt beginnt das Programm um 10:00 Uhr mit der Werkskapelle der Dillinger Hütte. Am Nachmittag folgt ein Konzert des Shanty-Chores Die Bisttalmöwen. Da Vinci sorgt zum Ausklang mit italienischen und internationalen Hits für Partystimmung. Das kulinarische Angebot trägt ebenfalls dem maritimen Charakter des Tages Rechnung, bietet aber auch gewohnt Saarländisches.

Veranstalter ist die Flug-Hafen-Saarland GmbH, eine Gesellschaft, die im Rahmen der Strukturholding Saar seit Anfang 2015 neben den drei Saarhäfen auch für den Flughafen Saarbrücken zuständig ist. Die Absicht ist, künftig das Flughafen- und das Hafenfest in jährlichem Wechsel durchführen. Das nächste Flughafenfest steht also wieder im Frühsommer 2017 an.

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Infos später auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

1238126_666432746708754_1228935193_n

1968 – mein erster Schultag

Der 01. September 1968 war mein erster Schultag und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Ich hatte einen braunen Ranzen mit einem Lesebuch, einer Griffeldose, einem und einer Schiefertafel mit Linien. IZur Einschulung trug ich einen hellblauen Pullover mit kurzen Armen, eine kurze braune Hose, hellblaue Kniestrümpfe und neue braune Halbschuhe. Außerdem hatte ich eine riesengroße gold-blaue Schultüte im Arm, die ich erst öffnen durfte, nachdem wir wieder zuhause waren. Damals gingen die Jungs in Roden in Roden in die Römerbergschule und die Mädchen in die Donatusschule, die heute als Einkaufs- und Ärztezentrum genutzt wird.

Unser Jahrgang war so stark, dass jede erste Klasse 30 Schüler zählte. Unser Lehrer, Herr Delles, machte ein Spiel mit uns um sich unsere Namen einzuprägen und las uns anschließend eine Geschichte vor.

Damals war es nicht so wie heute, dass Schulbusse die Kinder zur Schule brachten und sie dort auch wieder abholten. Wir mussten jeden Tag laufen.

Fortsetzung folgt

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Infos später auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

14079570_1253342698017753_3230063469473384253_n

Fraulautern – Pfarrer Dehm feiert Goldenes Priesterjubiläum

SVerwaltung16081707540_001 - Kopie SVerwaltung16081707540_001b - Kopie SVerwaltung16081707540_001a - Kopie Verwaltung-20160817075509 SVerwaltung16081707550-3_001a Kopie SVerwaltung16081707550-3_001 SVerwaltung16081707550-3_001a

50 Jahre im Priesteramt

Im Alter von 53 Jahren, kurz vor der Priesterweihe verstarb der Vater von Pfarrer Dehm. Rolf Dehm wählte daher 1966 den Primizspruch:

"Immer wenn wir im Leben auf einem Gipfel stehen, stehen wir unter dem Kreuz"

In der Pfarreiengemeinschaft rechts der Saar, der Pfarrkirche Hl.. Dreifaltigkeit Saarlouis-Fraulautern feiert Pfarrer Dehm am 28. August 2016 um 9.30 Uhr sein goldenes Priesterjubiläum. Am Sonntag, den 11. September 2016 feiert er in seiner Heimatgemeinde St. Wendel um 9.45 Uhr in der Basilika.

Rolf Dehm wurde am 17.06.1939 in St. Wendel geboren und dort im Dom getauft. Er empfing in St. Wendel die erste hl. Kommunion und das Sakrament der Firmung. Nach dem Besuch der ersten 4 Klassen der Grundschule wechselte er auf das Johannes-Gymnasium in Niederlahnstein am Rhein. Dort legte er 1960 sein Abitur ab. In Simpelveld (Niederlande) studierte er Theologie und Philosophie. Am 30. Juli 1966 wurde er in die Ordensgemeinschaft der Arnsteiner Patres zum Priester geweiht.

In der Pfarrkirche St. Anna und in der Basilika St. Wendel feierte Pastor Dehm seine Primiz. Am Johannes-Gymnasium in Niederlahnstein war er in den folgenden Jahren als Lehrer in den Fächern Religion, Französisch und als Erzieher tätig. Er leitete dort auch das zur Schule gehörende Internat der Oberstufe. Als das Internat geschlossen wurde wechselte er in die Diözese Trier, und sich hier als Seelsorger zu betätigen.

Der Bischof von Trier, Dr. Bernhard Stein setzte ihn am 01. September 1980 zunächst als vicarius cooperator in der Pfarrgemeinde St. Martin in Merzig-Bietzen – Menningen-Harlingen und dann am 08. Mai 1981 zum Pfarrverwalter dieser Pfarreien ein. Am 07. Juli 1983 erhielt er zusätzlich für ein halbes Jahr die Pfarrverwaltung von Haustadt und wurde zum Jugendpfarrer des Dekanates Merzig ernannt.

Die Inkardination in der Diözese Trier erfolgt am 10. Oktober 1983. Rolf Dehm wurde am 25. November 1984 von Bischof Dr. Hermann Spital zum Pfarrer der beiden Pfarrgemeinden Hr. Dreifaltigkeit und St. Josef, Fraulautern ernannt.

Mit Diakon Gerhard Zimmermann betreute er damals 7.800 Gemeindemitglieder. Pfarrer Dehm arbeitete in St. Josef mit dem Vikar:

Gerhard Spelz, Dirk Paulus, Andreas Gottschall, Jörg Meyrer, Hermann-Josef Flöck, Markus Nikolay, Diakon Walter Quintus i.R., Diakon Karl Wilhelm und mehreren Gemeindereferentinnen.

Bei Dechant Peter Frisch war er Definitor (stellvertr. Dechant) des Dekanates Saarlouis.

Als Pfarrer Martin Münster in den Ruhestand ging übernahm er bis zur Einführung von Pfarrer Hans-Kurt Trapp die Verwaltung der heutigen Pfarreiengemeinschaft rechts der Saar.

2011 ging Pfarrer Rolf Dehm mit 72 Jahren in den Ruhestand. Seit dieser Zeit hilft er bei Beerdigungen und Gottesdiensten auf dem Gau (Pfarreiengemeinschaft Wallerfangen) in der Pfarreiengemeinschaft Saarwellingen und zuletzt in der Pfarreiengemeinschaft links der Saar.

Fotoquelle: Pastor Rolf Dehm

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Infos später auf unserer Facebookseite:https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

 

 
„1952 Meßdiener in St. Wendel - Pastor Dehm 1. von links“
„1940“
„1. hl. Kommunion St. Wendel“

 

Rathaus nachmittags geschlossen

22.08.2016

Am Kirmesmontag und Kirmesdienstag, 29. und 30. August, sind das Rathaus sowie die Verwaltungsgebäude Haus Koch und Friedensstraße ab 12 Uhr für den Publikumsverkehr geschlossen.


Ebenfalls von dieser Regelung betroffen sind im Theater am Ring das Kulturamt, die Volkshochschule der Stadt Saarlouis und die Stadtbibliothek.
Das Städtische Museum und das Museum Haus Ludwig haben montags Ruhetag und sind dienstags von 10 – 13 Uhr und 14 – 17 Uhr regulär geöffnet. 

IMG_5711 (Mittel)  

 

Rückblick AH-TURNIER AUF DEM RODENER SPORTPLATZ

IMG_7797 IMG_7773 IMG_7792 IMG_7770 IMG_7791 IMG_7787 IMG_7779 IMG_7766 IMG_7775 IMG_7781 IMG_7770

Zu einem AH-Turnier der AH-B und AH-A Mannschaften lud die AH-Abteilung des 1. SC Roden am  Samstag, dem 23. Juli, in  sein  Sportzentrum ein. Neben den Spielen kam es auch zu Ehrungen ehrenamtlicher Helfer  und langjähriger Sponsoren der AH-Abteilung. Schließlich spendete die AH-Abteilung ihren Gewinn aus ihrem letzten Turnier an den 1. SC.

Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

 

 

 

 

Stadtspaziergang mit Sonnenkönig Ludwig XIV.

IMG_6821 IMG_6799 IMG_6817 IMG_6835 IMG_6805 IMG_6829 IMG_6839 IMG_6812 IMG_6802 IMG_6814 IMG_6832 IMG_6843

Zu einem historischen Stadtspaziergang hatte der Sonnenkönig Ludwig XIV. eingeladen. Die Führung begang im Gobelinsaal des Rathauses wo sich wertvolle Wandteppiche aus der königlichen Manufaktur in Aubusson befinden. Diese wurden 1687 für das in Saarlouis eingerichtete Präsidialgericht angeschafft. Der Sonnenkönig führte die Besucher zur Ludwigskirche, wo das Herz von Thomas de Choisy begraben liegt. Thomas de Choisy war bis zu seimen Tod 1710 Governeur von Saarlouis. Seinem Wunsch entsprechend blieb sein Herz in Saarlouis und wurde in St. Ludwig beigesetzt. Der Leichnam wurde nach  Mogneville in der Familiengruft überführt. Weiter ging es zu den Kasematten die als Erweiterung der Festungsanlagen in den Jahren 1824 bis 1829 von den Preußen gebaut wurden, zum Deutschen Tor und dem Saaaltarm. Die Führung endete bei dem vergessenen Soldaten Lacroix auf der Vaubaninsel.

Über "ein Gefällt" unserer Seiten würden wir uns freuen!

Weitere Infos später auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/RodenaHeimat/

 

 

Damals – Die Rodener Ziegelei

Walter Schmolenzky

Bis in die 60-iger Jahre des 19. Jahrhunderts befand sich auf dem Gelände der alten Lohmühle am Ellbach, die Ziegelei Ehl-Stein.

In den Wiesen am Unterlauf des Ellbaches wurden um 1750 die Lohgruben für die Gerber ausgehoben. Dabei stieß man auf ergiebige fette Lehmschichten, das Material für die spätere Ziegelei. Es dauerte allerdings weitere hundert Jahre bis in der Fabrik um 1880 die ersten noch von Hand geformten Dach- und Mauerziegel gebrannt wurden. Neben dem großen Werksgebäude, in dem sich die für die Produktion erforderlichen Brennöfen und Pressen befanden, überragte der hohe Schornstein über viele Jahre das Fabrikgelände und wirkte im Dorfbild wie ein Wahrzeichen für Arbeit und Aufbau. Auf den Freiflächen und in den angrenzenden Wiesen standen aneinandergereiht die vielen Freilufttrockner, unter denen die aus einem Lehm- Tongemisch geformten Mauersteine und Dachziegel gelagert und zunächst vorgetrocknet wurden, um sie später brennen zu können. Die Lage war ideal, weil von den Höhen des Gaues und des Limberges ständig die Fallwinde über die Saarwiesen strich. Die zum Betrieb gehörende Maukanlage hatte man wegen des strengen Geruches ein wenig abseits angelegt (vermutlich ist hiervon der Ausdruck „Mauken“ für stinkende Füße abgeleitet).

Annähernd achtzig Jahre, bis zur Schließung im Jahre 1965, gab die Ziegelei einigen Menschen in Roden Arbeit und Brot. Roden wurde in früher Zeit häufig von Feuersbrünste heimgesucht. Bis gegen 1900 waren in und um Roden noch viele Häuser mit Stroh eindeckt. Feste, nicht brennbare, Bedachungen waren daher sehr gefragt und sicherten in den Anfängen dem Betrieb die Auftragslage. Ihre Blütezeit erreichte die Fabrik allerdings in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Bedingt durch die immensen Kriegszerstörungen herrschte eine große Nachfrage nach Bau-
material. In jenen Jahren arbeiteten in der Fabrik neben einer Stammbelegschaft gelegentlich auch Rodener Frauen und Männer unentgeltlich, d. h. ohne Lohn. Statt Geld gab es Ziegel und Mauersteine, mit denen sie ihre zerstörten Häuser wieder aufbauen konnten.

Heute ist von der ehemaligen Ziegelei nichts mehr zu sehen. Das Werksgebäude ist verschwunden, die Fabrik nur noch Geschichte. Wo früher Brennöfen glühten und der hohe Schornstein rauchte, wo Rodener Männer und Frauen schwere Arbeiten verrichteten, stehen jetzt Wohngebäude.

Geblieben ist von alledem nur die Erinnerung an ein Stück vom alten Roden.

Über "ein Gefällt! unserer Seiten würden wir uns freuen

Bildquelle: Vera Loch

Vera Loch Ziegelei Diete

 

DER STADTWERKE-TIPP FÜR URLAUBS-RÜCKKEHRER!

Sollten Sie gerade aus Ihrem wohlverdienten Urlaub zurückgekehrt sein, empfehlen wir Ihnen: Spülen Sie vor dem Genuss von Trinkwasser zunächst alle Wasserleitungen unbedingt durch!

Öffnen Sie alle Wasserhähne in Haus oder Wohnung und lassen Sie das Wasser einige Minuten lang fließen, bis Sie sicher sein können, dass das abgestandene Wasser vollständig aus dem Netz entfernt worden ist!

Ebenso empfehlen wir den Austausch des Wassers in allen Warmwasser-Boilern

Wegen der aktuellen Trinkwasserchlorung sollten Sie beim Zubereiten von Säuglingsnahrung zur Zeit noch auf im Handel zu erwerbendes Wasser zurückgreifen.

Ihre Stadtwerke Saarlouis GmbH

 

IMG_5712 (Mittel)

PFARRFEST BEI MARIA HIMMELFAHRT

Am  Montag, dem 15. August 2016, fand  in  Roden  das  traditionelle Pfarrfest
der Pfarrrei Maria Himmelfahrt statt. Der 2. Tag begann erneut mit dem Früh-
schoppenkonzert  mit  dem  anschließenden  Mittagessen  für  die  Besucher.
Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem LINK:
Über ein "Gefällt mir" würden wir uns freuen.
DSCI0002 DSCI0004 DSCI0006 DSCI0009 DSCI0012 DSCI0013

DIE GESCHICHTE EINER KIRCHE

….und warum trägt sie den Spitznamen "Sankt Mokka"?

Das erste Kirchengebäude im Eifelort Schmidt wird im Jahre 1685 errichtet.
Rund zwei Jahrhunderte später folgt im Jahre 1870 ein wesentlich größerer
Sakralbau. Die Kriegsereignisse des Zweiten Weltkrieges führen im Winter
1944/45 zu einer fast vollständigen Zerstörung der erst 70 Jahre alten Pfarr-
kirche. Als die Dorfbewohner nach Kriegsende aus der Evakuierung zurück-
kehren, sehen sie ihre früheren Wohnstätten nahezu dem Erdboden gleich-
gemacht. So bleibt ihnen nicht anderes übrig, als in behelfsmäßigen Behau-
sungen Schutz zu suchen. Gottesdienste müssen in einer als Provisorium er-
richteten Holzbaracke gehalten werden.
 
In Zeiten großer Not erleichtert ausgerechnet ein Genussmittel der Schmidter
Bevölkerung den Wiederaufbau ihres Dorfes – der Kaffee. Aus dem grenznahen
Belgien schmuggelten die Bewohner des Monschauer Landes die begehrten
braunen Bohnen und verkauften sie mit sattem Gewinn weiter.
 
Zwei Jahre nach Kriegsende, im Jahre 1947, bekommt Schmidt einen neuen
Pfarrer. Er kennt die Schmuggelaktivitäten der Dorfbewohner und weiß, wie
gut sie daran verdienen. Aber er verurteilt nicht das lukrative Geschäft, son-
dern mahnt in seinen Predigten, man möge den notwendigen Wiederaufbau
des Kirchengebäudes im Auge behalten. Seine Appelle zeigen Wirkung. Schon
bald kommt im Klingelbeutel und bei Haussammlungen eine ansehnliche Geld-
summe zusammen; nicht nur aus Erlösen des Kaffeeschmuggels. Auch "Nicht-
schmuggler" lassen sich nicht lumpen. Mit unentgeltlichen Hand- und Spann-
diensten haben andere Teile der Dorfbevölkerung ebenfalls maßgeblichen An-
teil daran, das bereits fünf Jahre nach Kriegsende, man schreibt das Jahr 1950,
die bis auf die Grundmauern zerstörte Kirche wieder hergestellt ist. In Anspielung
auf ihre Geldgeber trägt sie seither im Volksmund den Spitznamen "Sankt Mokka".
Die Kriegsereignisse überdauert hat eine Pieta aus dem 15. Jahrhundert. Nach
grundlegender Restauration im Jahre 2010 offenbart sie heute wieder ihr ur-
sprüngliches Erscheinungsbild aus der mittelalterlichen Zeit.
 
In der Folgezeit der Fertigstellung der Kirche im Jahre 1950 steigt die Zahl der Mess-
besucher in Schmidt so rapide an, dass im Jahre 1969 das Raumvolumen der "Mokka–
Kirche" erweitert werden muss. Den Aufzählungen des damaligen Pfarrers zufolge
zählt man seinerzeit in den sonntäglichen Gottesdiensten bis zu 1500 Messbesucher.
 
In jüngster Zeit nehmen in der Pfarrgemeinde St. Hubertus Aspekte von Umwelt- und
Naturschutz sowie friedenspolitische Aktivitäten einen hervorgehobenen Stellenwert
ein. So wird im Jahre 2005 zur Gewinnung umweltfreundlichen Stroms auf dem Kirchen-
dach eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen; die bislang größte auf einem Sakral-
bau in der Eifel. Im gleichen Jahr wird die in die Jahre gekommende Ölheizung der Pfarr-
kirche durch eine klimaschonend arbeitende Holzpelletheizung ersetzt. Das CO2-neutra-
le Wärmeversorgungssystem ist das erste seiner Art in einem katholischen Gotteshaus in
Nordrhein-Westfalen.
 
Mit dem "Infopunkt Nationalpark Eifel" in der ehemaligen Taufkapelle besitzt "St. Mokka"
seit Ende 2008 die einzige in einem Sakralbau untergebrachte Informationsstelle für ein
Naturschutzgebiet. Seit 2013 gibt es den "Kreuzweg des Friedens"; einem spirituell aus-
gerichtetem Rundwanderweg. Von seinem Ausgangspunkt an der Pfarrkirche führt er
zu Erinnerungsstätten und Kriegsrelikten auf dem ehemaligen Gelände der "Battle for
Schmidt". Bei Kirchenführungen speziellen Inhalts erfährt der Besucher mehr über das
Handeln von Verantwortlichen der Kirchengemeinde, denen es mit unkonventionellen
Methoden ein ums andere Mal gelingt Krisenzeiten unbeschadet zu überstehen.        

(K.Schöller)

Nähere Informationen erhalten Sie unter:

REGIOORATIO Benedikt u. Konrad Schöller – Nideggener Str. 110 – 52385 Nideggen-Schmidt
Tel.02474-99180 – E-Mail: schoeller110@t-online.de