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Die Klepperbuben

Das Ratschen (oder auch Klappern) ist ein Jahrhunderte alter christlicher Brauch, der vor allem in Süddeutschland, Österreich und Luxemburg gepflegt wird. Dabei ziehen meist Ministranten mit
Ab dem Abendmahl am Gründonnerstag verstummen die Orgeln und Kirchenglocken als Zeichen der Trauer über das Leiden und den Tod Jesu.
Nach einer verbreiteten Legende fliegen die Glocken über die Kartage nach Rom, um dort geweiht zu werden, und kehren erst in der Osternacht zurück.
Da die Glocken früher auch als „Uhr“ dienten, übernehmen die Ratschen deren Aufgabe und rufen die Gläubigen zum Gebet (z. B. zum Engel des Herrn) und zum Gottesdienst.
Die Ratschen sind hölzerne Lärminstrumente, bei denen ein elastisches Holzblatt über ein gezahntes Holzrad schnappt. Es gibt verschiedene Bauformen:
Handratschen: Kleine Modelle, die man im Kreis schwingt oder kurbelt.
Schubkarrenratschen: Große Instrumente, die vor dem Körper hergeschoben werden.
Turmratschen: Fest installierte, massive Holzinstrumente in Kirchtürmen, die oft mit Kurbeln bedient werden.
Meist ziehen Gruppen von Kindern und Jugendlichen (oft Ministranten) zu festen Zeiten – etwa morgens, mittags und abends – durch das Dorf. In vielen Regionen wird dabei ein kurzer Spruch aufgesagt, wie etwa:
Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss.
Als Dankeschön für ihren Dienst ziehen die „Ratschenkinder“ oft am Karsamstag von Haus zu Haus und sammeln kleine Spenden, Süßigkeiten oder Ostereier.