
Rückblick – „50 Jahre Saarlouiser Woche“
Mundart und Theaterabend im Theater Ring
Der Verband heimatkundlich-historischen Vereine und die Kreisstadt Saarlouis veranstalteten im Theater am Ring zum Abschluß der Saarlouiser Woche einen Mundart und Theaterabend. In schönstem Platt wurden lustigen Anekdoten und auch Nachdenkliches rund um Saarlouis von Marianne Faust, Karin Peter, Luise Luft und Harald Ley vorgetragen. Danach führte die Theatergruppe der LiGeKA unter der Leitung von Christine Hawner „die Kurwel“ von Nikolaus Fox, dem Rodener Heimatdichter auf. Die Moderation des Abands hatte Herbert Germann übernommen.
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Auf den Spuren Vaubans – Neuf-Brisach

Neuf Brisach wurde Anfang des 18. Jahrhunderts vom Festungsbauer Sébastien Le Prestre de Vauban mit seinem Geniedirektor Jacques Tarade erbaut. Sie wurde als Planstadt in Form eines Achtecks mit zentralem Exerzierplatz, der heute als Marktplatz genutzt wird, und einem schachbrettförmig angelegten Straßennetz als Idealform einer Festungsstadt angelegt.
In der Stadt gab es Unterkünfte für die Soldaten und Offiziere, Versorgungseinrichtungen, eine Kirche, Häuser für nicht-militärische Einwohner der verschiedenen Stände sowie eine beeindruckende Anlage aus Mauern, Gräben und Toren um die Stadt. Da die Stadt in der Ebene angelegt wurde, war es möglich, die Idealform des Festungsbaus umzusetzen. Damit war die Stadtanlage repräsentativ für die Militärarchitektur des Barock, als unter Ludwig XIV. viele befestigte Städte an den französischen Grenzen angelegt wurden (siehe auch Saarlouis).
Quelle: Wikipedia
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Rückblick – 50″ JAHRE SAARLOUISER WOCHE“

Im Beisein der Bürgermeisterin von Eisenhüttenstadt nahm Oberbürgermeister Roland Henz den Fassanstich vor.
Viele lokale Gruppen und Zeitzeugen gestalteten das Bühnenprogramm zum Auftakt der 50. Saarlouiser Woche. Unter anderem waren dies Schwaggi, Harald Amann (ehemaliger Organisator der SLS-Wochen), Barocco Royal Company, HardChor Lisdorf, Sängerin Sandra Müller, LiGeKa, Picarda Fräsch, Karo Blau-Gold, Faasendrebellen Steinrausch und der TSV Ford Steinrausch. Aus Eisenhüttenstadt war die Tanzformation Fire & Flame angereist. Die Eröffnungsveranstaltung wurde von Norbert Güthler und Hans Werner Strauß Moderiert .
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GLEICHER LOHN FÜR ALLE FORMEN DER ARBEIT
AUTOR: Josef Theobald
Schon W. I. Lenin wies in seiner Schrift „Die nächsten Aufgaben der
Sowjetmacht“ hin, dass es den Prinzipien der Pariser Kommune und
jeder proletarischen Macht entspricht, wenn die Gehälter dem Lohn
des Durchschnittsarbeiters angeglichen werden. Damit wollte man
dem Karrierismus in den Arbeitseinheiten Vorschub leisten. [1] In
der Stalinzeit war man gezwungen, ein System individueller Förde-
rung von Leistungen durch differenzierte Belohnungen aufzubauen,
wobei Qualifikation und Produktionsausstoß die Grundlage der Lohn-
findung bildeten. Dazu kamen Leistungsprämien und eine progressive
Akkordentlohnung, um die angestrebte Industrialisierung in kürzester
Zeit zu bewerkstelligen. [2]
Hier wird vermutlich die einsetzende Stachanow-Bewegung in der frü-
heren Sowjetunion Mitte der Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts an-
gesprochen. Zu dieser Zeit ging es hauptsächlich um die Anwendung
neuerer, höherer technischer Normen, Leistungsfähigkeiten und Pro-
duktionspläne. Damit verbunden waren ebenso Arbeitszeitstudien. So
ist dem Zeitfaktor in der Arbeit wesentlich mehr Beachtung geschenkt
worden. [3]
Hier gibt es eine Parallele zu den Stoßarbeitern des Bohrtrupps 1205
im Ölfeld Daqing („große Feier“), das in der Provinz „Heilongjiang“ in
der Mandschurei gelegen ist und ab Mai 1960 erschlossen wurde. In
diesem Zusammenhang wurden ebenfalls Neuerungen realisiert, die
kleinere Schneidwerkzeuge zur Entfernung von Petrolkoks während
der Erdölgewinnung betrafen. Dadurch wurde die Arbeitszeit nun im
im Ölfeld Daqing („große Feier“), das in der Provinz „Heilongjiang“ in
der Mandschurei gelegen ist und ab Mai 1960 erschlossen wurde. In
diesem Zusammenhang wurden ebenfalls Neuerungen realisiert, die
kleinere Schneidwerkzeuge zur Entfernung von Petrolkoks während
der Erdölgewinnung betrafen. Dadurch wurde die Arbeitszeit nun im
Vergleich zu früher um drei Viertel verringert. [4]
Im Jahre 1931 äußerte sich Stalin grundsätzlich über den Arbeitslohn:
„Solange die Klassen nicht endgültig beseitigt sind, solange die Arbeit
nicht aus einem Mittel zum Leben zum ersten Lebensbedürfnis der
Menschen, zu einer freiwilligen Arbeit für die Gesellschaft geworden
ist, werden die Menschen für ihre Arbeit entsprechend ihren Leistungen
bezahlt werden… Erst im Stadium des höheren Kommunismus, erst in
der höheren Phase des Kommunismus wird jeder seinen Fähigkeiten
entsprechend arbeiten und für seine Arbeit entsprechend seinen Be-
dürfnissen erhalten.“ Dabei unterschied er zwischen verschiedenen
Prinzipien: „Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Lei-
stung.“ bzw. „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Be-
dürfnissen.“ Weiterhin verurteilte er die Gleichmacherei in diesem Zu-
sammenhang. Die Quelle dieser Denkweise sah er in der individuellen
bäuerlichen Denkweise, in der Auffassung, dass alle Güter gleichmäßig
verteilt werden müssten. Hier verwies er auf die Mentalität des primitiven
Bauern“kommunismus“. Außerdem habe Gleichmacherei nichts gemein
mit dem marxistischen Sozialismus. [5]
Im Jahre 1964 spielte diese Thematik in der Auseinandersetzung der
KP Chinas mit der KPdSU unter N. Chruschtschow eine große Rolle.
In der früheren Sowjetunion führte Chruschtschow in der Sowjetwirt-
schaft einige wesentliche Neuerungen ein. wie die Betonung des ma-
teriellen Interesses. Die KPdSU existierte schon einige Jahre früher
als die KP Chinas und wollte im Rahmen der Entstalinisierung eine
Aussöhnung der im Lande existierenden Klassen erreichen. Dabei
akzeptierte er ausdrücklich Einkommensunterschiede zwischen einer
Handvoll Leute einerseits und den Arbeitern und Bauern sowie einfa-
chen Intellektuellen andererseits. [6] Es war in der Sowjetunion eben
die Phase der Aufrüstung im Bereich der atomaren Technologie und
Raketentechnik. Da viele kommunistische Parteien Osteuropas sich
mit sozialdemokratischen Parteien vereinigten, gab es auch hier eine
Menge Anhänger dieser Reformen.
KP Chinas mit der KPdSU unter N. Chruschtschow eine große Rolle.
In der früheren Sowjetunion führte Chruschtschow in der Sowjetwirt-
schaft einige wesentliche Neuerungen ein. wie die Betonung des ma-
teriellen Interesses. Die KPdSU existierte schon einige Jahre früher
als die KP Chinas und wollte im Rahmen der Entstalinisierung eine
Aussöhnung der im Lande existierenden Klassen erreichen. Dabei
akzeptierte er ausdrücklich Einkommensunterschiede zwischen einer
Handvoll Leute einerseits und den Arbeitern und Bauern sowie einfa-
chen Intellektuellen andererseits. [6] Es war in der Sowjetunion eben
die Phase der Aufrüstung im Bereich der atomaren Technologie und
Raketentechnik. Da viele kommunistische Parteien Osteuropas sich
mit sozialdemokratischen Parteien vereinigten, gab es auch hier eine
Menge Anhänger dieser Reformen.
Auf Mao Zedong (1893-1976) geht die unbedingte Forderung nach einer
kommunistischen Arbeitshaltung zurück, bei der z. B. die Lohntüte nicht
der entscheidende Faktor ist. So könne trotzdem dem Volk vom ganzen
Herzen gedient werden. [7]
Auch im sozialistischen Albanien gab es das Bestreben, die bestehenden
Proportionen der Arbeitsentlohnung zu verkleinern. Dies sollte in mehreren
Stufen erreicht werden. Dabei blieben die mittleren und niedrigen Gehälter
in der Praxis unverändert. Hierbei wollte man sich hauptsächlich von den
revisionistischen Ländern absetzen, wo es allgemein eine tiefe Kluft zwi-
schen den Löhnen und Gehältern der Arbeiter und kleinen Angestellten
einerseits und den Gehältern der hohen und sogar auch mittleren Beam-
ten, Funktionäre und Intellektuellen andererseits gab. [8]
In der ehemaligen DDR genügte man der materiellen Interessiertheit da-
durch, dass man über den Arbeitslohn hinaus eine Prämierung einführte,
und zwar durch Jahresendprämien als Hauptform, die auf das Betriebs-
ergebnis im gesamten Planjahr bezogen war, durch Objektprämien, die
für die Erfüllung oder Übererfüllung von Schwerpunktaufgaben vergeben
wurden, und durch operative Prämien für die sofortige Anerkennung her-
vorragender kollektiver oder individueller Leistungen. [2]
ANMERKUNGEN
durch, dass man über den Arbeitslohn hinaus eine Prämierung einführte,
und zwar durch Jahresendprämien als Hauptform, die auf das Betriebs-
ergebnis im gesamten Planjahr bezogen war, durch Objektprämien, die
für die Erfüllung oder Übererfüllung von Schwerpunktaufgaben vergeben
wurden, und durch operative Prämien für die sofortige Anerkennung her-
vorragender kollektiver oder individueller Leistungen. [2]
ANMERKUNGEN
[1] W. I. Lenin, Ausgewählte Werke in drei Bänden, Band II, 7.
Auflage, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1970, Seite 744.
Auflage, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1970, Seite 744.
[2] Die Gesellschaft der DDR (Untersuchungen zu ausgewählten
Bereichen), Herausgeber: Dieter Voigt, Duncker & Humblot,
Berlin 1984, die Seite 32.
Bereichen), Herausgeber: Dieter Voigt, Duncker & Humblot,
Berlin 1984, die Seite 32.
[3] J. W. Stalin, Fragen des Leninismus, letzte Ausgabe, Dietz
Verlag, Berlin-Ost 1951, die Seiten 597 – 612.
Verlag, Berlin-Ost 1951, die Seiten 597 – 612.
[4] Datjing -Daqing- (Ein rotes Banner an Chinas industrieller
Front), im Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking (VR
China) 1972, Seite 31.
Front), im Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking (VR
China) 1972, Seite 31.
[5] J. W. Stalin, Werke, Band 13, im Dietz Verlag, Berlin-Ost
1955, Seite 105.
[6] Über den Pseudokommunismus Chruschtschows und die
historischen Lehren für die Welt (Neunter Kommentar zum
offenen Brief des ZK der KPdSU), Verlag für fremdsprachi-
ge Literatur, Beijing (Peking) 1964, die Seiten 29/30.
historischen Lehren für die Welt (Neunter Kommentar zum
offenen Brief des ZK der KPdSU), Verlag für fremdsprachi-
ge Literatur, Beijing (Peking) 1964, die Seiten 29/30.
[7] Beijing-Rundschau Nr. 31 vom 8. August 1978, Seite 15.
[8] Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens, „Naim Frasheri“
Verlag, Tirana (Albanien) 1971, die Seite 605.
Verlag, Tirana (Albanien) 1971, die Seite 605.
Rückblick – Klingender Ludwigspark
Vor Jahren fanden im Ludwigspark die Serenadenabende statt. Am Voranbend der Saarlouiser Emmes präsentierte der SPD-Ortsverband Saarlouis-Innenstadt mit der Stadt Saarlouis und dem Stadtverband der kulturellen Vereine den "Klingenden Ludwigspark" . Mitwirkende waren unter anderem Rathauschor Saarlouis, Männerchor Lisdorf und der Kirchenchor Beaumarais. Marianne Faust und Karin Peter trugen Geschichten in Mundart vor. Durch das Programm führte Hans-Werner Strauß. Schirmherrin der Veranstaltung war die Landtagsabgeordnete Petra Berg.

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ERÖFFNUNG DER „5. SAARLOUISER FESTUNGSTAGE“
Am Mittwoch, dem 7. Juni 2017, wurden auf der Vauban-Insel die 5. Saarlouiser
Festungstage mit einer Skulpturenausstellung von der französischen Künstlerin
Elisabeth Cibot aus Nantes eröffnet. Mehr Bilder auch auf unserer Facebookseite
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Kirmesmontag in Fraulautern
„Klingender Ludwigspark“ Saarlouis
Vor Jahren fanden im Ludwigspark Serenadenabende statt. Am Vorabend der Saarlouiser Emmes präsentierte der SPD-Ortsverband Saarlouis-Innenstadt mit der Stadt Saarlouis und dem Stadtverband der kulturellen Vereine den "Klingenden Ludwigspark" . Mitwirkende waren unter anderem Rathauschor Saarlouis, Männerchor Lisdorf und der Kirchenchor Beaumarais. Marianne Faust und Karin Peter trugen Geschichten in Mundart vor. Durch das Programm führte Hans-Werner Strauß. Schirmherrin der Veranstaltung war die Landtagsabgeordnete Petra Berg.
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„50 Jahre Saarlouiser Woche“ – Rêve Ravelin
Auf der Vaubaninsel sahen an Pfingssonntag die Besucher Tanzdarbietungen, Artistik und Zauberei. Die Besucher wurden über den Ravelin V zur Vaubaninsel geführt.
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„Saarlouiser Tön“ Konzert im Theater am Ring
Im Theater am Ring ließ der Stadtverband der kulturellen Vereine im Rahmen der Saarlouiser Woche eine alte Tradition wieder aufleben. Unter dem Namen "Saarlouiser Tön" fand im Theater am Ring ein Festkonzert statt.
Mitwirkende waren der Mini- und Jugendchor Lisdorf, der Musikverein Harmonie Roden, Sängerbund 1872 SLS-Fraulautern, Rathauschor Saarlouis, Jugendchor Chorios Fraulautern und das Jugendorchester der Spielgemeinschaft "Lyra" Lisdorf-Picard. Die Moderation hatte Hans-Werner Strauß übernommen.
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50 Jahre Saarlouiser Woche – MIR SCHWÄTZEN PLATT
Zum Abschluss der Saarlouiser Woche fand am Pfingstsonntag im Studio des Theaters am
Ring ein Mundartabend statt. Veranstalter war der Verband der heimatkundlich-historischen
Vereine in Saarlouis (VHVS) mit seinem Vorsitzenden Michael Hoen. Der Höhepunkt war ein
Theaterstück der LiGeKa, des Gesellschafts- und Karnevalsvereins aus Saarlouis-Lisdorf, in
Mundart. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem LINK:
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Frohe Pfingsten
Rückblick – „50“ JAHRE SAARLOUISER WOCHE“
Im Beisein der Bürgermeisterin von Eisenhüttenstadt nahm Oberbürgermeister Roland Henz den Fassanstich vor.
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MAOS DEUTSCHE FRÜHSCHRIFTEN
AUTOR: Josef Theobald
VORWORT
Gegen Ende der Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden die
Westdeutschen mit den „Mao-Bibeln“ oder den „roten Büchlein“ aus
dem kommunistischen China überströmt. Vor allem in der sich etab-
lierenden linksorientierten Studentenbewegung fanden die hier ent-
haltenen Gedanken großen Anklang. Anfang der Fünfziger Jahre war
der Name „Mao Zedong“ im Inland fast unbekannt. Bekannt wurde die-
ser erst in Verbindung mit Pavel Yudin, der zu den ersten sowjetischen
Botschaftern in China seit Gründung der Volksrepublik gehörte. Durch
die von ihm betreute russische Übersetzung der Ausgewählten Werke
Maos, die im Oktober 1951 veröffentlicht wurde, gelangten die ersten
deutschsprachigen Ausgaben auch in das deutsche Sprachgebiet.
BEITRAG
Nach der Gründung eines Pilotverlages im November 1949 wurde im
Juli 1952 der heutige Verlag für fremdsprachige Literatur in der Haupt-
stadt Beijing (Peking) gegründet, der aber organisatorisch dem Fremd-
sprachenamt angegliedert war. Hier erschienen seither auch Bücher in
deutscher Sprache.
Teil 1
Die Germanistik in China ab den Fünfziger Jahren
Nach der Gründung der Volksrepublik China im Oktober 1949 gab
es nur relativ wenige Personen in China, die die deutsche Sprache
auch beherrschten. Zum größten Teil bildeten Spezialisten aus der
damaligen DDR das Rückgrat in den Institutionen, die schließlich
die junge Volksrepublik nach außen hin publizistisch vertraten. So
waren zur Zeit der Gründung der Deutschen Redaktion von Radio
Peking im April 1960 allein 6 Experten aus der DDR dort tätig.
Diesen offensichtlichen Mangel hatte man aber schon früh erkannt.
Zwischen 1953 und 1957 schickte man etwa 10.000 Studenten und
Studentinnen in die Sowjetunion, DDR und CSSR, damit diese sich
dort Kenntnisse in verschiedenen Wissenschaftszweigen aneigneten.
Als die sowjetische Regierung in ihrer offiziellen Note vom 10. August
1960 bekannt gab, dass sie die mit China geschlossenen 346 Verträge
und Vereinbarungen über Aufbauprojekte mit sofortiger Wirkung kündi-
gen und ihre zahlreichen Spezialisten innerhalb eines Monats zurück-
rufen würde, wurde der Mangel an solchen Spezialisten mit der Zeit
offenkundig. Die deutschen Experten aus der DDR blieben bis 1962.
Erst in den späteren Monaten kamen die chinesischen Studenten
aus dem Ausland zurück und übernahmen hier notgedrungen die
verwaisten Positionen. Aber es ging weiter voran. Im September
1964 erschien die erste Ausgabe der Beijing Rundschau, der po-
litischen Wochenzeitung aus der Volksrepublik China, nun auch
in deutscher Sprache. Die Arbeit deutscher Spezialisten aus der
DDR in den Fünfziger Jahren wurde fortgesetzt. Schon mit Anfang
der Fünfziger Jahre erschienen erste Übersetzungen der Schriften
Maos in deutscher Sprache. Anfang der Sechziger Jahre wurden
aus Westdeutschland neue Druckmaschinen angeschafft und die
Publikationen erhielten ein für chinesische Verhältnisse typisches
Aussehen. Im März 1968 erschien der 1. Band der Ausgewählten
Werke Maos, eine Sammlung von Schriften, die vorher lediglich
als vereinzelte Ausgaben erschienen, ebenfalls in Deutsch. In der
Zeit der Vorbereitung lagen nach meinem derzeitigen Kenntnisstand
den Übersetzern zum einen die englische Übersetzung und zum an-
dern schon früher erschienene Übersetzungen von Einzelschriften
und eine frühere deutsche Übertragung aus dem Russischen von
Leon Nebenzahl vor, die im Dietz Verlag (Ost-Berlin) im Jahre 1956
erschien, vor. Dafür gibt es eindeutige Hinweise. Vieles spricht dafür,
dass die veröffentlichte vierbändige Ausgabe der Ausgewählten
Schriften in der DDR übersetzt wurde. Denn eine abgedruckte
Schrift aus dem 4. Band zitiert einen Auszug der Werke Lenins,
hier den Band 31, der im Jahre 1959 neu erschienen ist. Damit
befand man sich angesichts der Revisionismus-Debatte in der
Volksrepublik China in einem Dilemma. So ist auf eine genaue
Angabe der Quelle verzichtet worden.
Im Internet kursieren teilweise verschiedentlich Ausgaben einzelner
Schriften von Mao Zedong und Zhou Enlai aus dem Verlag für fremd-
sprachige Literatur in Beijing in deutscher Sprache aus den Fünfziger
Jahren oder zu Beginn der Sechziger Jahre. Es kann aber davon aus-
gegangen werden, dass diese vielfach noch das Ergebnis von Arbeiten
ehemaliger DDR-Spezialisten waren.
Wegen bestehender unterschiedlicher Lesarten hatte eine Kommission
bestimmt, welche endgültige Formulierung in die vierbändige Ausgabe
aufgenommen wurde. So gelten die Ausgaben von 1968 und 1969 als
letzte autorisierte Ausgaben. Der fünfte Band ist im Jahre 1978 fertig-
gestellt worden.
In den Siebziger Jahren kann der Bereich der Germanistik in China im
Gespann mit der ehemaligen Sowjetunion und Ägypten als führend in
der Welt gelten, wenn man nur den nichtdeutschen Sprachraum in die
Betrachtung einbezieht. So bestätigte mir im November 1979 Hans Leo
Neu vom Auslandsdienst der Deutschen Welle (Deutsches Programm)
in Köln (heute in Bonn), dass zu dieser Zeit bei der heutigen Station
„Radio China International“ tatsächlich nur einheimische Sprecher
für alle deutschsprachigen Programme eingesetzt wurden.
Teil 2
Die Lage der Intellektuellen in den Fünfziger Jahren
Zum obigen Zeitpunkt bestand das Hauptproblem, dass die Kräfte
der Intelligenz nach Zahl, fachlicher Fähigkeit und politischem Be-
wußtsein nicht ausreichend waren, um den Anforderungen des in
dieser Zeit voranschreitenden sozialistischen Aufbaus gerecht zu
werden. So gab es Mängel auf beiden Seiten. Zum einen hatte
man den Intellektuellen nicht selten misstraut. Zum andern gab
es unter den Intellektuellen eine gewisse Distanziertheit gegen-
über der neuen politischen Führung. Doch ist die überwältigende
Mehrheit unter ihnen faktisch als Staatsangestellte in den Dienst
des Sozialismus getreten und war somit Teil der Arbeiterklasse.
Die Zukunft sollte aber bald zeigen, welche Probleme es gab,
Unterschiede aufgrund der Intelligenz zu akzeptieren. Hier tat
man sich oft schwer. Ich denke nur an die Zeit während der
Großen Proletarischen Kulturrevolution (1966-1976), als die
Intellektuellen im Verdacht standen, auf der Seite der Konter-
revolution zu stehen und als die stinkende Nummer 9 galten.
In den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts spielten die
Spezialisten aus der Sowjetunion eine gewaltige Rolle. Man
wusste aber schon damals, dass diese nicht endlos zur Ver-
fügung stehen würden. Man bemühte sich schon zu dieser
Zeit, die vorhandenen Kräfte optimal einzusetzen. So gab
es etwa die Tendenz, dem akademischen Personal höherer
Lehranstalten ohne Lehrbefähigung den Wechsel in Verlage
und Bibliotheken zu ermöglichen. Auch rekrutierte man aus
diesem Umfeld geeignete Kräfte sowohl für die Redaktions-
als auch für die Übersetzungsarbeit.
Schließlich gab es das Bedürfnis, Fachleute in die Sowjetunion
zu entsenden, damit sie dort praktische Erfahrungen sammeln.
Sobald diese zurückgekehrt waren, sollten sie Basen für weitere
Wissenschaftszweige einrichten und entwickeln. Hiervon sollte
vor allem die Ausbildung neuer Mitarbeiter profitieren. Auf der
anderen Seite wollte man gleichzeitig Gruppen von Fachleuten
aus der Sowjetunion und anderen Ländern einladen, die in der
nächsten Zukunft bei der Errichtung von Forschungsinstituten
und bei der Ausbildung von Fachpersonal helfen oder beteiligt
sind.
Aus dem oben Gesagten lässt sich erschließen, dass sowohl die
Grundlage für die Arbeit im Auslandsrundfunk als auch im Verlags-
wesen, soweit es den deutschsprachigen Bereich betrifft, von den
in der Volksrepublik China weilenden Experten aus der DDR ge-
legt wurde. Wegen der ideologischen Auseinandersetzungen in
den Folgejahren setzten oft später Experten aus dem Westen
Deutschlands diese Arbeit fort. Nicht selten waren es hier die
Sympathisanten für die maoistische Idee. Wie wir wissen, war
die SED in ihrem Streben viele Jahre der KPdSU in ihrer Linien-
treue ebenbürtig und wollte in einigen Teilen sogar die KPdSU
oft überflügeln. So war es leider der SED nicht möglich gewesen,
über ihren eigenen Schatten zu springen.
Die gemachten Randbemerkungen beziehen sich aus erster Hand.
Eine Grundlage für meine Ausführungen war die frühere Schrift von
Zhou Enlai aus dem Jahre 1956 mit dem Titel „Bericht über die Frage
der Intellektuellen“, der am 16. Januar auf einer einberufenen Sitzung
des ZK der KP Chinas als Diskussionsgrundlage erstattet wurde.
Ebenso zur Anwendung kam ein wirtschaftshistorisches Werk aus der
Volksrepublik China, das gegen Ende der Achtziger Jahre unter dem
Dach der Beijing Rundschau in Deutsch veröffentlicht wurde. Hilfreich
war auch das Jubiläumsbuch „Mit Fünfzig auf dem Weg“, das von der
Deutschen Redaktion von Radio China International im Jahre 2010 im
Jahr seines fünfzigjährigen Bestehens herausgegeben wurde.
Teil 3
Die Frühdrucke der Schriften Mao Zedongs
Nachdem Mao die Führung der KP Chinas im Jahre 1935 über-
nommen hatte, gab es schon frühe Sammelbände, die einzelne
seiner Schriften umfassten. Bekannt sind seine Abhandlungen
von 1937 über den chinesisch-japanischen Krieg und die in der
provisorischen Hauptstadt Chongqing im Jahre 1939 gedruckten
„Ausgewählten Reden zur Rettung des Landes“. Im Jahre 1944
erschien in Yan'an eine frühe Ausgabe der Ausgewählten Werke
Mao Zedongs zunächst in fünf Bänden, ein Jahr später in einem
Band.
Im Jahre 1970 legte der Japaner Takeuchi Minoru eine zehn-
bändige Ausgabe von Mao-Schriften vor, die erkennen lässt,
dass die späteren Ausgaben weitgehende Änderungen erfuhren.
Im Frühjahr 1950 schickte Stalin den sowjetischen Experten für
Marxismus-Leninismus, das Akademiemitglied Pavel Yudin nach
China, der die Konformität der Schriften Maos mit den Schriften
Lenins und Stalins überprüfen sollte. Auch hatte dieser die Auf-
gabe, eine Neuausgabe der Ausgewählten Werke in Chinesisch
und Russisch zu betreuen, die für das Jahr 1950 geplant war.
Sein Testat war allerdings positiv. Für Verwirrung sorgte jedoch,
dass Mao in den älteren Schriften Begriffe verwandte, die in den
späteren Schriften geändert wurden. So gebrauchte er öfters den
Begriff „Demokratie“ und zielte damit auf die „Volksdemokratie“.
Der Grund für diese Abweichung liegt in den Bedingungen für
die Anerkennung der KP Chinas durch das 5. Zentrale Exekutiv-
komitee der Guomindang und in der Arbeitsgrundlage für eine
Koalitionsregierung. Es musste alles vermieden werden, was
nur an eine Propagierung des Klassenkampfes erinnern würde.
Man hatte sich folglich der Zentralregierung zu unterstellen und
die Drei Volksprinzipien zu beachten. Am 22. September 1937
hatte die KP Chinas erklärt, dass sie diese Forderungen erfüllen
würde. Schließlich muss darauf hingewiesen werden, dass nach
der Beijing Rundschau vom 12. Mai 1981 in einem schrittweisen
Prozess der Begriff der demokratischen Diktatur des Volkes sys-
tematisiert wurde, also vor 1947, als von der Kominform dieser
Begriff für allgemeinverbindlich erklärt wurde. Auch hatte Mao
im Laufe der Zeit selbst einige Auslassungen veranlasst oder
zu Retuschen gegriffen. Während der Zeit der Kulturrevolution,
als man wieder zum Personenkult um Mao zurückkehrte, wird
nach Ausschaltung des politischen Gegners Liu Shaoqi sogar
ein sechzigseitiger Abriss der Parteigeschichte kommentarlos
entfernt.
Am 12. 10. 1951 erschien der 1. Band der Ausgewählten Werke
Mao Zedongs in chinesischer Sprache in einer vom Autor selbst
autorisierten Fassung, der den Richtlinien der Kominform gerecht
wurde. Doch sollte die ein Jahr danach überarbeitete Ausgabe die
Grundlage für alle nachfolgenden fremdsprachigen Übersetzungen
bilden. Die erste fremdsprachige Übersetzung der Werke Maos war
offensichtlich in russischer Sprache. Wie schon erwähnt, befanden
sich in den Fünfziger Jahren viele sowjetische Spezialisten in China.
Auch bestand schon seit Stalins Zeiten ein großes Interesse an den
Schriften Maos und an China selbst. Dieses Interesse reicht bis in die
Siebziger Jahre. Dies ergibt sich schon allein aus einer mir vorliegen-
den Broschüre zum Thema „Konfuzius-Kritik“, die sich kritisch mit der
sowjetischen Renegaten-Clique und mit der damaligen Forschung auf
dem Gebiet der chinesischen Philosophie auseinandersetzte. So war
auch einer der ersten fremdsprachigen Übersetzungen des 5. Bandes
der Ausgewählten Werke Maos 1977 in Russisch erschienen.
Die Auslandsverschickung meist sich fortbildender Wissenschaftler war
zwar für einen früheren Zeitpunkt (ab 1953) geplant gewesen, aber sie
wurde erst bis Ende Juni 1956 (?) vollends durchgeführt. Deshalb war
man in China frühestens ab Mitte der Sechziger Jahre in der Lage ge-
wesen, in eigener Regie ein Verlagswesen für das Ausland aufzubauen.
Im Verlauf der Sechziger Jahre ging in China allmählich das Interesse an
der russischen Sprache zurück. Englisch nahm diesen Platz ein. Höchst-
wahrscheinlich wegen dem durch die weltweite linksgerichtete Studenten-
bewegung im Jahre 1968 gewecktem Interesse an den schon lieferbaren
Schriften Maos hatte man sich in China entschlossen, eine dem Zeitgeist
angepasste und in dynamischer Sprache gefasste vierbändige Ausgabe
in den unterschiedlichen Fremdsprachen herauszugeben. Im Lande war
die Kulturrevolution sowieso im vollen Gange. Ziel war hier ebenso eine
weite Verbreitung der Mao-Zedong-Ideen im ganzen Lande. Allein schon
daraus resultierte das Bedürfnis, seine vielfach propagierten Ideen einem
breiteren Publikum bekannt zu machen.
Was das Gesamtwerk der Schriften Maos angeht, habe ich mich auf
das mehrbändige sinologische Standardwerk von Helmut Martin mit
dem Titel „Mao Zedong – Texte“ bezogen. Über den einstigen sowje-
tischen Hintergrund gibt am besten diese Mao-Biographie (New York
2012) von Alexander V. Pantsov und Steven L. Levine Auskunft. Die
Herausgabe der vierbändigen Ausgabe der Werke Maos war ebenso
das Ergebnis des Personenkultes um Mao Zedong. Was heute viel-
fach unbekannt ist, sollte der Personenkult in China im Jahre 1956
enden (Der VIII. Parteitag der KP Chinas, Dokumente, Band I, Seite
180). Infolge der Erziehungsbewegung ab 1963 und der später ein-
setzenden Kulturrevolution (1966-1976) erfuhr der Personenkult um
Mao seinen wirklichen Höhepunkt. In der Praxis ging es hier allerdings
um die Nachfolge. Mao ist hier anzulasten, dass er zu sehr die Zügel
schleifen ließ. In den Hochzeiten rivalisierten zwei Fraktionen um die
Nachfolge. Später machte sich die noch verbliebene Fraktion um die
getrennt lebende Ehefrau Jiang Qing entsprechende Hoffnungen. In
der Endphase bestimmte Mao einen Nachfolger aus dem Sicherheits-
apparat. Viele kommunistische Gruppierungen in Westdeutschland ab
1977 hatten leider oft übersehen, dass Mao Zedong die wesentlichen
Gedanken aus dem chinesischen Kulturkreis entnahm. Auch die in den
Spätwerken Enver Hoxhas geäußerten Vorbehalte gegenüber Mao sind
nicht glaubhaft. Denn die Volksrepublik China war eines der ersten Län-
der des kommunistischen Blocks, die das kleine sozialistische Albanien
sehr tatkräftig beim Wirtschaftsaufbau unterstützten.
BILDHINWEIS: TITELBLATT DER 3. AUFLAGE VOM MAI 1955















