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DER BAU VON INSEKTENHOTELS IM THELENGARTEN

Im Rodener Thelengarten haben etwa 30 Teilnehmer Insektenhotels für Bienen und Schmetterlinge gebaut und damit einen Beitrag für den Artenschutz geleistet. Im Anschluss hielt Roland Thes einen Vortrag über die Bienen und deren Gefahr der Ausrottung. Das war eine Veranstaltung des CDU-Ortsverbandes Roden.

 

LESUNG UND VEREINSJUBILÄUM

Zu einer Lesung und zur Feier des Vereinsjubliläums lud der RODENA Heimatkundeverein aus Saarlouis-Roden am Donnerstag, dem 9. Mai 2019,  in das Mehrgenerationenhaus in Saarlouis -Steinrausch ein. Landrat Patrik Lauer und Raphael Schäfer, MdL lasen aus dem Buch von Walter Schmolenzky mit dem Titel „Aus dem Rodener Gedächtnis“ (In alten Akten und Büchern geblättert). Zahlreiche Besucher nahmen an dieser Veranstaltung teil. Großes Lob wurde an der Arbeit des RODENA Heimatkundevereines geäußert. Kreisarchivar Helmut Grein stellte den Entwurf eines neuen Wappens für Roden vor. Das Schlusswort hatte OB Peter Demmer. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter folgendem LINK:

https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

Über ein „Gefällt mir“ würden wir uns freuen.

 

DER MAIBAUM WIRD AUFGESTELLT

Am Dienstag, dem 30. April 2019, wurde auf dem Vorplatz der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ der Maibaum aufgestellt. Zahlreiche Besucher beobachteten das Geschehen dort. Für das leibliche Wohl war gesorgt. Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr spielte auf. Hans Werner Strauß vom Förderverein „die Rodener“ eröffnete die Veranstaltung.

Im Frühling oder Sommer waren die für die Tradition verwendeten Bäume oft Laubbäume. Teilweise waren es sehr hohe Bäume, denen lediglich eine kleine grüne Kronenspitze gelassen wurde. Unter der Baumkrone hing ein mit bunten Streifen geschmückter Kranz oder es waren in der Krone bunte Stoffstreifen eingeflochten. Unter dem Gesang von Liedern wurde dieser Baum aufgepflanzt. Am Maimorgen geht der Bursche zu dem ihm zugeteilten Mädchen, trägt ihr in der Maisprache Sprüche und Grüße vor und empfängt als Dank einen frischen Maiblumenstrauß. Bei einem Tanz unter dem mit Bändern geschmückten Maibaum konnten dann die Buben und Mädel „anbändeln“.

DIE HINTERGRÜNDE DES MAIFEIERTAGES

AUTOR: Josef Theobald

1) Der Maifeiertag hatte immer zwei Seiten. Ursprünglich war
der Maifeiertag ein kirchlich-katholisches Marienfest gewesen
in Verbindung mit traditionellen Maiprozessionen. Im Bereich
der Arbeiterbewegung wurde der 1. Mai als „Tag der Arbeit“
zum Streitpunkt zwischen den politischen Parteien im Reichs-
tag während der Weimarer Republik. Erst am 10. April 1933
in der Zeit des Nationalsozialismus wurde der 1. Mai durch
ein Reichsgesetz offiziell zu einem Feiertag erklärt. In den
Ländern des Ostblocks galt der 1. Mai als „Internationaler
Tag der Arbeit oder Arbeiterklasse“.

In der katholischen Kirche finden im Monat Mai Maiandachten
statt. In vielen Häusern fanden sich in den Fünfziger und Sech-
ziger Jahren Maialtäre. Es handelte sich hierbei um eine Marien-
plastik oder ein Marienbild, das mit frischen Blumen geschmückt
den Mai über in der Wohnung, meist in Verbindung zum Herrgotts-
winkel, aufgestellt wurde. Dazu kamen Maiandachten zu Ehren der
Gottesmutter Maria. Sie fanden im Monat Mai täglich statt. Diese
Form der Andacht entstand in Italien und breitete sich von dort
weltweit in der katholischen Kirche aus. [1]

2) Die Geschichte des Tages der Arbeit reicht bis in die Zeit des
amerikanischen Bürgerkriegs zurück. Denn 1865 forderten die
amerikanischen Gewerkschaften erstmals die Einführung des
Acht-Stunden-Tags. Doch erst 20 Jahre später wurde dieser
Forderung Nachdruck verliehen: Die Gewerkschaften setzten
den 1. Mai 1886 als Stichtag für einen mehrtägigen General-
streik für den Acht-Stunden-Tag an. Zum 1. Mai, den man in
den USA auch „Moving Day“ nennt, wurden traditionell Verträge
geschlossen und aufgelöst. Denn im Arbeitsalltag waren mit den
geänderten Arbeitsbedingungen zwangsläufig Wohnungswechsel
verbunden. [2]

Die politische Forderung nach einem internationalen Tag der Arbeit
findet sich erstmals auf europäischem Boden am Rand im Vorwort
von F. ENGELS zum MANIFEST DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI
vom „1. Mai 1890“. Dieser Tag stand ja im Zusammenhang mit der
damaligen unmittelbaren Forderung nach einem gesetzlich festzu-
stellenden 8-Stunden-Arbeitstag. [3]

In Deutschland beschloss die Reichstagsfraktion der Sozialdemokratie
auf einer Tagung in Halle einen entsprechenden Aufruf „An die Arbeiter
und Arbeiterinnen Deutschlands!“ zum 1. Mai. Sie forderte die Arbeiter
auf, im Sinne der Beschlüsse des Pariser Internationalen Sozialistischen
Arbeiterkongresses von 1889 den 1. Mai mit Kundgebungen, Versamm-
lungen u. ä. für den Achtstundentag und eine nationale und internationale
Arbeiterschutzgesetzgebung zu begehen. Darüber hinaus wurde angeregt,
überall Unterschriften für eine Petition an den Berliner Reichstag zu sam-
meln, in der die Verwirklichung der Beschlüsse des Pariser Internationa-
len Arbeiterkongresses gefordert werden sollte. Die Versammlungen soll-
ten auch zur Schaffung neuer und zur Festigung schon bestehender Ar-
beiterorganisationen genutzt werden. Die Arbeitsruhe am 1. Mai empfahl
die Fraktion allerdings nur dort, wo dies ohne Konflikte möglich sei. Denn
in diesem Aufruf war ausdrücklich dargelegt, dass es der Pariser Interna-
tionale Arbeiterkongress abgelehnt hatte, zum 1. Mai einen allgemeinen
Streik zu organisieren. [4]

Erst die Nationalsozialisten machten 1933 den 1. Mai offiziell zum gesetz-
lichen Feiertag. [2]

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH (A-Z), 
Das Handlexikon, Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009,
Seite 158.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und na-
tionale Feiertage weltweit), Bertelsmann Chronik, Wissen
Media Verlag, Gütersloh/München 2009, Seiten 211/12.
[3] In der Anmerkung heißt es: “Ein weiterer außerordentlich 
wichtiger Beschluss des (internationalen sozialistischen 
Pariser Arbeiter-) Kongresses forderte die Arbeiter aller 
Länder auf, jährlich den 1. Mai als internationalen Feier-
tag der Arbeiterklasse zu begehen.“ (Anmerkung 92 in
Marx – Engels, Werke, Band 22, Dietz Verlag, Berlin-Ost 
1963. die Seite 573. Zum Vergleich auch Marx – Engels, 
Ausgewählte Werke in einem Band, Verlag PROGRESS, 
Moskau (UdSSR) 1981, Anmerkung 11, Seite 728. Der 
Hinweis: Der Pariser Arbeiterkongress, also die Gründung 
der II. Internationale, fand vom 14. bis 20. Juli 1889 statt.
[4] Marx – Engels, Über Deutschland und die deutsche Arbei-
terbewegung, Band 3 (Die zweite Hälfte des 19. Jahrhun-
derts), Dietz Verlag, Berlin-Ost 1980, Seite 971. 

JUBILÄUMSVERANSTALTUNG ZUM 10-JÄHRIGEN BESTEHEN

In diesem Jahr wird der RODENA Heimatkundeverein Roden e. V. 10 Jahre alt. Aus diesem Anlass veranstaltet der Heimatkundeverein 

am Donnerstag, dem 9. Mai 2019,

ab 19.00 Uhr

im Mehrgenerationenhaus Saarlouis-Steinrausch

eine Lesung des Buches von Walter Schmolenzky mit dem Titel

AUS DEM RODENER GEDÄCHTNIS (In alten Akten und Büchern geblättert).

Beteiligte: Landrat Patrik Lauer (SPD) und Raphael Schäfer, MdL (CDU)

Im Anschluss findet ein offizeller Empfang anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des RODENA Heimatkundevereins statt.

WEISSER SONNTAG

AUTOR: Josef Theobald

Am Sonntag nach Ostern feiert die katholische Kirche den
„Weißen Sonntag“ (lateinisch „dominica in albis“). Dieser
Sonntag erhielt seinen Namen in der frühen christlichen
Kirche in Anlehnung an die weißen Taufgewänder, die
von den Täuflingen in der Osternacht (in Rom), am Kar-
samstag Abend (in Syrien und in Byzanz) oder am Kar-
samstag Morgen (in Ägypten) noch bis zu diesem Tag
(Ende der Oktav von Ostern, also 8 Tage nach Ostern)
getragen wurden. Die Erstkommunion der Kinder an die-
sem Sonntag wird erst seit dem 17. Jahrhundert gefeiert.

Die Erstkommunionfeier eines Kindes erfolgt in der Regel
im dritten Grundschuljahr, im Alter von etwa neun Jahren.
Die Feier der Erstkommunion ist keine private Angelegen-
heit, sondern ein Fest der ganzen Pfarrgemeinde. Diese
Kommunion des Kindes wird als ein wichtiger Schritt des
Hineinwachsens in die Kirche verstanden. Sie zählt wie
die Taufe und die Firmung zu den heiligen Sakramenten
der katholischen Kirche. [1] Die Erstkommunion wurde
erst im 19. Jahrhundert als Feier der Gemeinde mit der
wachsenden Beteiligung der Familie zum allgemeinen
Gebrauch.

Die Kommunionkinder werden von ihrer Pfarrgemeinde
vor allem im Zuge des Kommunionunterrichts auf den
künftigen Zugang zu diesem Sakrament vorbereitet.
Der Unterricht kann einige Wochen bis zu einem Jahr
dauern. Behandelt wird praktisch und theoretisch die
Einführung in den christlichen Glauben. Dazu gehören
die Beschäftigung mit dem Katechismus, also einer Art
Handbuch für den katholischen Glauben, und das Ab-
legen der Beichte, wodurch das Kind erstmals das Buß-
sakrament empfangen hat.

Heute sind vielerorts verkürzte und mit modernen Mitteln
und Medien arbeitende Einführungen in die christliche
Glaubenswelt üblich. Ohne die Beichte ist jedoch keine
Erstkommunion möglich.

In der katholischen Kirche bedeutet die heilige Kommunion
den Empfang von Brot (Hostie) und – bei besonderen Ge-
legenheiten – Wein in der heiligen Messe. Das Wort kommt
vom Lateinischen „communio“ und bedeutet „Gemeinschaft“.
Die Kommunion bekundet demnach die Gemeinschaft von
Jesus Christus, der seinen Leib für die Menschen hingege-
ben hat, und den gläubigen Christen. Kommunion ist auch
die Bezeichnung für das Brot, und man spricht davon, „die
Kommunion zu empfangen“. Auf Wunsch wird auch die Hei-
lige Kommunion zu Kranken und Gebrechlichen gebracht,
die selbst nicht zur Kirche gehen können.

Nach der Taufe ist dies der zweite katholische Initiations-
ritus. Als Zeichen der vollen Aufnahme in die Gemeinde
nehmen Kommunionkinder von nun an an der Eucharistie-
feier teil. Sie erhalten jetzt, wie die Erwachsenen, Brot und
bei seltenen, besonderen Gelegenheiten Wein, die nach
der Konsekration den Leib und das Blut Christi darstellen
(1. Korinther 11,23-26). Die Heilige Kommunion besiegelt
die sakramentale Einheit zwischen Jesus Christus und den
Gläubigen. [2]

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH A-Z
(Das Handlexikon), Herder Verlag, Freiburg (Breisgau) 2009,
die Seiten 272 + 73.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und 
nationale Feiertage weltweit), in Bertelsmann Chronik,
Wissen Media Verlag, Gütersloh / München 2009, die
Seiten 34/5.

AUSFLUG ZUM MARIENHOF

Am Ortsrand von Gerfangen befindet sich der Marienhof. Der Hof ist ein landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb und wird von der Familie Zenner ökologisch bewirtschaftet. Es werden Weizen, Roggen, Hafer und Dinkel angebaut. Auf dem Bauernhof leben 70 Milchkühe, Schweine, Hühner, Meerschweinchen, Hunde, Katzen, Kaninchen und ein Esel. In dem Hofladen sind Brotgetreide, selbstgebackenes Vollkornbrot, sonstige Backwaren, hofeigenes Fleisch, Wurstwaren, Wurstwaren, Eier, Obst, Gemüse, Säfte, frische Milch und sonstige Naturkostartikel erhältlich.

Auf einer überdachten Terrasse werden Kaffee und selbstgebackter Kuchen gereicht. In der Nähe befindet sich ein Kinderspielplatz mit Schaukeln, Rutschen, Fahrzeugen usw.

Treffpunkt: Mittwoch, dem 24.04.2019, um 15.00 Uhr

Ort: Marktplatz Roden, Lindenstraße

Teilnehmeranzahl:  max. 30 Personen (Kinder bis 14 Jahre nur in Begleitung eines bevollmächtigten Erwachsenen)

Dauer der Führung: ca. 2 Stunden

Veranstalter: Rodena Heimatkundeverein Roden e.V., 66740 Saarlouis

Anmeldung und Information:
Rosa-Maria Kiefer-Paulus, Telefon: 0162/4608659
Stefan Seiwert, Telefon: 0176/659 04 04

31. VERANSTALTUNG „RODENER JUGEND MUSIZIERT“

Zu einer neuen Veranstaltung „Rodener Jugend musiziert“ lud der CDU-Ortsverband Saarlouis-Roden die Jugend mit ihrem musikalischen Können ein. Die diesjährige Schirmherrschaft hatte der Landtagsabgeordnete Raphael Schäfer. Die Moderation üernahm Marc Speicher MdL.

DAS VW-MODELL T1 ALS CAMPING-BUS

AUTOR: Josef Theobald

In den ersten Jahren des deutschen Wirtschaftswunders spielte der VW-Transporter
T1 keine unbedeutende Rolle. Ihn gab es als Transporter, als Kleinbus und als ein
umgebautes Campingfahrzeug. Dabei galt als die Grundidee der werksintern in der
Produktion eingesetzte Plattenwagen.

Der Vater des Autors, der nach der Stahlkrise in Westdeutschland gegen Ende der
Sechziger Jahre in das Großherzogtum Luxemburg übersiedelte, ließ sich von einer
Karosseriebau-Firma den T1 als Campingfahrzeug umbauen. Neben Westfalia im
Ort Rheda-Wiedenbrück gab es auch andere Karosseriebau-Firmen, die einen Um-
bau möglich machten. Denn man erkannte schnell die Eignung des T1 als Camper.

Der erste Entwurf war eine Camping-Box, die den T1 tauglich für die Fahrt in den
Urlaub machte. Die Box erhielt einen Gaskocher, Platz für zwei Gasflaschen und
einen Klapptisch. Ab 1952 bot Westfalia für den Bus auch ein Vorzelt an, bis sich
das Unternehmen auf den Komplettausbau des VW-Transporters konzentrierte.

Das komplette Campingmobil hatte eine umklappbare Rückbank, auf der zwei er-
wachsene Personen schlafen konnten, einen Wassertank und mehrere praktische
Schränke für die Utensilien des täglichen Bedarfs. Im Fahrerhaus waren für Kinder
der Länge nach zwei Schlafplätze vorgesehen. Gegen einen Aufpreis waren auch
eine gasbetriebene Kochstelle mit zwei Flammen, eine Kühlbox und eine mobile
Chemietoilette erhältlich. Als weitere Sonderausstattung wurde ein praktisches
Aufstelldach angeboten. Wenn es nach oben geklappt war, konnte sich ein Er-
wachsener im T1 aufrecht bewegen, ohne an die Decke anzustoßen.

Mit dem ersten Camping-Bus wurde Volkswagen unbewusst zum Wegbereiter
einer vollkommen neuen Automobilklasse, die bis heute rund um den gesamten
Planeten Erde seine Spuren hinterlässt.

Im Jahre 2005 wurde der Camping-Bus T1, der unten völlig durchgerostet war,
nach Alzenau-Hörstein verkauft. Dem Käufer gefiel das originelle Konzept des
Fahrzeugs. Damals hatte der Vater des Autors einen Bauernhof im Weiler Kal-
born, der heute zur luxemburgischen Gemeinde Clerf gehört.

QUELLE
VOLKSWAGEN BULLI (Transporter und Bus von 1949 bis heute), garant
Verlag, Renningen 2018, die Seiten 10 + 26.

RADIO RUMÄNIEN INTERNATIONAL – SONDERVERHÄLTNIS ZUM WESTEN

AUTOR: Josef Theobald

Wenn man an Rumänien denkt, kommt plötzlich einiges in den Sinn. In
den Auswanderungswellen des 18. Jahrhunderts spielten die Banater
Schwaben in Rumänien keine unwesentliche Rolle. Diese kamen auch
aus dem Südwesten Deutschlands, die unter den Habsburgern in dem
Grenzgebiet zum Osmanischen Reich angesiedelt wurden. In den Sech-
ziger und Siebziger Jahren machte Rumänien durch seine Politik der „na-
tionalen Unabhängigkeit“ weltweit auf sich aufmerksam. In der Außenpo-
litik verfolgte das kommunistische Regime eine Sonderrolle, indem man
sich im April 1964 auf die „Prinzipien der nationalen Unabhängigkeit und
Souveränität, der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Vorteils“ be-
rief. Sowohl gegenüber dem kapitalistischen Westen als auch gegenüber
dem kommunistischen China wurde man aufgeschlossen. Analog zu den
Verhältnissen in Ostasien nannte sich der letzte kommunistische Herrscher
„Conducator“ (Führer) mit weitgehender Machtfülle für ihn und seine Familie.

In den Sechziger Jahren lebten in Westdeutschland nicht wenige Rumänen,
die auf der Seite Hitlerdeutschlands bei der Schlacht um Stalingrad beteiligt
waren und wegen der politischen Verfolgung in ihrer Heimat nicht nur hier
blieben, sondern auch studierten und entsprechend Karriere machten.

Am 1. Januar 1940 wurde der erste Kurzwellensender in Betrieb genommen,
der speziell für Sendungen ins Ausland gebaut worden war. Am Anfang gab
es nur eine Nachrichtensendung täglich, die in Deutsch, Französisch, dann
in Italienisch, Englisch und Russisch ausgestrahlt wurden. 426 Programm-
stunden waren es im Jahre 1943. Im Juli 1991 waren es 10.740 Programm-
stunden. Zu dieser Zeit gab es ebenfalls einen Auslandsdienst in Spanisch,
Portugiesisch, Serbo-Kroatisch, Griechisch, Türkisch, Arabisch und Persisch.
Heute sendet man in Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch,
Russisch, Serbisch, Spanisch und Ukrainisch. Das deutsche Programm hat
heute insgesamt eine Länge von 140 Minuten.

Alle Sendungen beginnen mit der 1. Rumänischen Rhapsodie des berühmten
rumänischen Komponisten George Enescu, die in den ersten Jahren des 20.
Jahrhunderts geschrieben wurde. Die Rhapsodie ist eine Folge verschiedener
Folkloreverarbeitungen. Als Stationssignal wurde eine symphonisch verarbei-
tete Hora (ein Volkstanz) gewählt, bekannt unter dem Namen „Dobricas Hora“.

Die deutsche Abteilung unterhält auch einen Hörerclub, der für den Versand
von Empfangsbestätigungen und Diplomen verantwortlich ist. Heute bietet
die deutsche Abteilung Praktikanten die Möglichkeit, in der Redaktion ihre
ersten Erfahrungen mit einem Auslandsdienst zu sammeln.

Im Dezember 1989 war beim Auslandsdienst von RADIO RUMÄNIEN INTER-
NATIONAL plötzlich Funkstille. Denn es wurden hier die letzten Tage des kom-
munistischen Regimes eingeläutet. Am 24. Dezember gab es aber wieder eine
deutschsprachige Sendung.

QUELLE: „Das verpasste Jubiläum von Radio Rumänien International“, in
KURIER der ADDX e. V., Nr. 7/91, Seiten 8 + 9.

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