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DIE GESCHICHTE DER JEHOVAS ZEUGEN

AUTOR: Josef Theobald

Im nächsten Jahr feiert der Saarlouiser Stadtteil Steinrausch sein
50-jähriges Bestehen. Er ist zur Zeit der einzige Stadtteil, der die
meisten christlichen Glaubensgemeinschaften beherbergt. Zum
ersten die Pfarrei St. Johannes, die dem katholischen Bistum Trier
untersteht. Zum andern das evangelische Gemeindezentrum, das
der Evangelischen Kirche im Rheinland untersteht. Zum dritten die
Freie Evangelische Gemeinde. Zum vierten der Königreichssaal der
Jehovas Zeugen, der der Wachtturmgesellschaft in Selters (Taunus)
untersteht.

Die Jehovas Zeugen zählen zu den adventistischen Gruppen, die nach
1876 nach Deutschland gekommen sind. Ihre religiösen Wurzeln liegen
in der Täuferbewegung des 17. und 18. Jahrhunderts, indem diese als
Gegner des „antichristlichen Staatskirchentums Europas“ Mitteleuropa
den Rücken kehrten und schließlich nach Amerika in die „Neue Welt“
auswanderten. Im späten 19. Jahrhundert begannen sie ihren Angriff
auf das “korrupte alte Europa“ und haben besonders Deutschland zu
ihrem besonders stark beschickten Missionsfeld erklärt. [1]

Bei den deutschen Fürsten hatten sich damals die Täufer dadurch
unbeliebt gemacht, dass sie die Übernahme obrigkeitlicher Ämter
verweigerten oder aus ihnen ausschieden. Sie verweigerten den
Dienst mit der Waffe, der von den weltlichen Obrigkeiten verlangt
wurde. Außerdem weigerten sie sich, Recht zu sprechen und sich
wegen Klagen an weltliche Gerichte zu wenden. Schließlich wurde
der Eid, den die Obrigkeiten von ihnen forderten, verweigert.    

Aus diesem Grunde wurden die Täufer zunehmend als Ketzer ge-
sehen. Die entsprechende Entscheidung, die als Speyrer Wieder-
täufermandat mit der Hilfe evangelischer Stände 1528 gefällt wurde,
hatte die bestehenden Verhältnisse eines landesherrlichen Kirchen-
regimentes bestätigt und den Wiedertäufern jeglichen Boden für ihre
künftigen Aktivitäten entzogen. [2]
 

Wie in den Vereinigten Staaten üblich, gründeten die sich zunächst
nennenden Ernsten Bibelforscher in Deutschland ein Verlagshaus,
die Wachtturm-, Bibel- und Traktat-Gesellschaft. Das ist ein riesiges
Verlagsunternehmen, das viele Jahre mit den Endzeitängsten der
Menschen ein lukratives Geschäft machte. Während der national-
sozialistischen Herrschaft wurden sie erneut politisch verfolgt. Erst
nach dem letzten Kriege konnte sie ihre alten Aktivitäten wieder ent-
falten. In den Sechziger Jahren hatten katholische Zeitschriften auf
diese nunmehr wieder möglichen Auftritte der sich heute nennenden
Jehovas Zeugen hingewiesen. Denn diese Glaubensgemeinschaft
war und ist für die aggressivste Form der Missionierung bekannt.

Unter der Leitung von Nathan Homer Knorr (1905-1977) ist die
Theorie aufgestellt worden, dass  Ende des Jahres 1975 6.000
Jahre Menschheitsgeschichte vergangen seien. Für dieses
Jahr erwartete er die Apokalypse, also den Eintritt der vor-
ausgesagten Offenbarung der Rückkehr Jesu Christi. Sein
Nachfolger Frederick William Franz (1893-1992) nahm das
alte vorhergesagte Jahr „1914“ und behauptete jetzt, Jesus
Christus habe zu diesem Zeitpunkt den Thron der Himmels-
regierung bestiegen, von dem aus er die Welt regiere. Hier
gibt es Parallelen zur Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Ad-
ventisten, die behaupten, Jesus Christus sei 1844 nach 2.300
Jahren in das Heiligtum eingetreten und leite jetzt das Gericht
vor seinem zweiten Kommen. [3]

Die bekannteste Lehre der Jehovas Zeugen ist die vom Welt-
untergang. Korrekt müsste es da allerdings heißen: die letzte
Schlacht von Harmagedon (Offenbarung 16,14-16), bei der
endgültig die Macht Satans beendet und die tausendjährige
Friedensherrschaft Jesu Christi anbrechen würde.

Noch heute weigern sich die Jehovas Zeugen, am politischen
Leben teilzunehmen oder sich sozial zu engagieren. Dies wird
mit der bevorstehenden Apokalypse begründet. Dazu gehört
auch der Bereich der Bildung. Sie verstehen sich nach wie
vor als „Streitmacht“ Gottes und weigerten sich zur Zeit der
bestehenden Wehrpflicht, Militär- oder Zivildienst zu leisten.
Hier nehmen sie auch Gefängnisstrafen in Kauf. [4]  

Typisch ist aber die Auslegung der Heiligen Schrift. Zum einen
nutzen sie die „Neue-Welt-Übersetzung“ mit willkürlichen Aus-
drücken, wie z. B. „unverdiente Güte“ für „Gnade“. Andererseits
leugnen sie den Tod Jesu am Kreuz und verwenden hierbei ab-
weichende Begriffe, wie „Pfahl“ und „Marterpfahl“. Dies schließt
ebenfalls die Kreuzesverehrung aus. Wie andere adventistische
Freikirchen gehen sie bei der Dreieinigkeitslehre auf Abstand.

ANMERKUNGEN
[1] Erich Beyreuther, Frömmigkeit und Theologie (Gesammelte Auf-
     sätze zum Pietismus und zur Erweckungsbewegung), im Georg
     Olms Verlag, Hildesheim – New York 1980, Seiten 262/63.  
[2] Hans-Jürgen Goertz, Die Täufer (Geschichte und Deutung),
     Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1988, Seite 109 + 135.  
[3] Hugo Stamm, Im Bann der Apokalypse (Endzeitvorstellungen
     in Kirchen, Sekten und Kulten), Pendo Verlag, Zürich 1998,
     Seite 302.  
[4] wie [3], jedoch die Seite 304.
 
BEITRAGSBILD:
BEZIRKSKONGRESS DER JEHOVAS ZEUGEN IM AUGUST
1955 AUF DER NÜRNBERGER ZEPPELINWIESE
 

ÄTHERKRIEG ZWISCHEN DER SOWJETUNION UND DEUTSCHLAND

AUTOR: Josef Theobald

VORWORT

Die älteste Deutsch-Sendung aus dem Ausland kam aus Moskau. Sie
hatte ihre Premiere am 7. November 1929. Von den damaligen Feier-
lichkeiten zum Tag der „Oktober-Revolution“ wurde nämlich an diesem
Tag eine Direkt-Reportage in Deutsch gesendet. Das war die Geburts-
stunde des Auslandsrundfunks der damaligen Sowjetunion. Dies war
kein Zufall. Deutschland rückte damals verstärkt in den Blickwinkel der
Weltrevolution. So war Deutschland den Herren im Kreml sehr wichtig
gewesen. [1]

Im Vergleich zu Deutschland hatte die Rundfunktechnik in Russland
einen schweren Start. Die Spezialisten, die auf diesem Gebiet tätig
waren, arbeiteten unter denkbar schwierigen Rahmenbedingungen.
Denn man misstraute ihnen. Dabei ist vorwiegend an den Leiter des
Radiolaboratoriums von Nishni-Nowgorod, Herrn Prof. M. A. Bontsch-
Brujewitsch, zu denken. Nur dem persönlichen Eingreifen und der Un-
terstützung W. I. Lenins war es zu verdanken, dass das Laboratorium
weiter bestand und bei der Entwicklung des Rundfunks in der Sowjet-
union große Bedeutung erlangen konnte. [2]

BEITRAG

Am 07. November 1929 begannen über einen Langwellensender des
sowjetischen Zentralrates der Gewerkschaften nun erste Sendungen
in deutscher Sprache. Geprägt war das Programm vom gesprochenen
Slogan „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ und schließlich vom
Kampflied der internationalen Arbeiterbewegung „die Internationale“.
Der sowjetische Historiker mit Namen Wladimir Ostrogorski unterstrich
dabei, dass von jetzt an die Forderungen der „revolutionären Arbeiter“
erfüllt seien.

Erste kritische Stimmen in der bürgerlichen Rundfunkprogrammpresse
kamen mit Verzögerung. Nach dem abgehaltenen vierten Kongress der
„Roten Gewerkschaftsinternationale“ im März 1928 wurde plötzlich das
Funkwesen als ein „machtvolles Mittel für .. Agitation, Propaganda, Kul-
tur- und Aufklärungsarbeit“ gesehen. Es könne bei konkreten politischen
Ereignissen, wie Streiks und Wahlen, eine wichtige Rolle spielen.

So legte denn auch die Reichswehr nach wenigen Wochen einen ersten
Bericht zum Thema „bolschewistische Rundfunkpropaganda in deutscher
Sprache“ vor. Montags, mittwochs und samstags würden kommunistische
Lieder, Rezitationen und Theaterstücke sowie antireligiöse Propagandavor-
träge ausgestrahlt. Später wurden die Programme durch die Beantwortung
von Hörerfragen und Gespräche mit Wissenschaftlern, Schriftstellern und
Arbeitern aus Deutschland, die die Sowjetunion bereist hatten, bereichert.

Zwei Monate nach Aufnahme der Sendungen aus Moskau sah sich die
Presseabteilung beim Auswärtigen Amt gezwungen, beim Reichspost-
ministerium anzufragen, ob der Moskauer Sender „mit den üblichen Pri-
vatapparaten aufgefangen werden könne, so dass die Gefahr einer pro-
pagandistischen Einwirkung auf weitere Kreise, insbesondere der Arbei-
ter, besteht“. Auch die sozialdemokratische Presse und die Zeitungen
der Mitte- und Rechtsparteien nahmen sich des Themas an. Denn diese
hatten befürchtet, der Moskauer Sender werde weitere Unruhe im ohne-
hin durch die heraufziehende Weltwirtschaftskrise geschüttelten Reich
schüren. Diese Sorge war begründet. Durch die Reichstagswahl vom
September 1930 wurde die KPD zur drittstärksten Partei. Man rechnete
hier mit einem größeren Gewicht in der nahen Zukunft.

Im Januar 1931 ergriff das Zentrumsorgan „Germania“ die Initiative und
forderte in einem „Moskau im Radio“ überschriebenen Artikel „scharfe
Maßnahmen“ gegen die „von der Sowjetregierung inszenierte Kommu-
nistische Propaganda auf deutschem Boden“. So müsse sich die Reichs-
regierung mit allen diplomatischen und politischen Mitteln gegen einen Zu-
stand zur Wehr setzen, der des Reiches unwürdig sei. Zwei Monate später
beschäftigte der Streit um die deutschsprachigen Sendungen aus Moskau
auch das Reichstagsplenum, nachdem in Ausschussberatungen davon ge-
sprochen wurde, der Gewerkschaftssender verstoße gegen internationale
Verträge, die die Staaten zur Nichteinmischung in die inneren Angelegen-
heiten eines anderen Staates verpflichteten. Der Vorsitzende der kommu-
nistischen Fraktion, Ernst Torgler, entgegnete dagegen, dass Tausende
und Abertausende von deutschen Arbeiterrundfunkhörern jene Vorträge
des Moskauer Gewerkschaftssenders dem innerdeutschen Programm
vorziehen würden. Der Rundfunk sei ein Instrument der herrschenden
Klasse in Deutschland. So werde man nicht verhindern können, dass
die Arbeiter mit Begeisterung und mit Freude sich die Vorträge vom
besagten Gewerkschaftssender anhören würden. Denn hier würden
die Dinge so dargestellt, wie sie seien und nicht so, wie man sie gern
darstellen möchte, um die Arbeiter ruhig und friedlich zu erhalten in
einer Zeit, wo man ihnen noch das letzte nähme. Reichspostminister
Georg Schätzel von der Bayerischen Volkspartei wandte ein, dass es
keinen Staat geben könne, der auf sein Leben und seine Existenz noch
etwas gibt, wenn er sich von einem anderen Staat in derartiger Weise in
seine inneren Verhältnisse hineingreifen lasse.

Vorliegende Bündel von Abhörberichten aus der Reichskanzlei gaben
fortan Anlass zu Gegenmaßnahmen. Denn mittlerweile wurde bei dem
Moskauer Sender zu einem Kampf gegen die Sozialdemokratie und den
faulen Kapitalismus aufgerufen. [3]  Folglich regte also die Zentrumsab-
geordnete Helene Weber an, sich doch den Propagandaeifer Russlands
zum Vorbild zu nehmen. Eine bisher erfolglose Demarche des deutschen
Botschafters in Moskau, Herbert von Dirksen, im sowjetischen Außen-
kommissariat kam zur Sprache. Es handele sich aber hier um einen
russischen Gewerkschaftssender, der angeblich für die Deutschen
der Wolgarepublik bestimmt sei, auf den die Sowjetregierung ohne-
hin keinen Einfluss habe. Eine Runde in der Reichskanzlei beschloss
neben Störaktionen Sendungen der Berliner Rundfunkgesellschaft, um
„die deutsche Öffentlichkeit über die wahren Zustände in Russland auf-
zuklären“.

Im Juni 1931 begannen bei der „Deutschen Welle“ Vorträge unter dem
Sendetitel „Bilder vom heutigen Russland“ unter Mitwirkung des Haupt-
referenten, dem Regierungsrat im preußischen Staatsministerium mit
Namen Herbert Weichmann, der die Sowjetunion zu dieser Zeit selbst
bereist hatte. Ein deutscher Telegraphiesender störte die Reportage
Egon Erwin Kischs vom Roten Platz am 07. September 1931. Im Ge-
genzug überlagerte ein sowjetischer Störsender zeitweise den Sen-
der Königswusterhausen, der die Programme der „Deutschen Welle“
verbreitete. Diesen ersten deutsch-sowjetischen Ätherkrieg begleite-
ten innerdeutsche Auseinandersetzungen, die fast bis zum Ende der
Weimarer Republik anhielten. [4]

NACHTRAG

Angesichts der Weltwirtschaftskrise entwickelte sich Deutschland immer
mehr zu einem politischen Schauplatz radikaler Kräfte: nämlich auf der
einen Seite die Rechtsradikalen unter dem Dach des Nationalsozialis-
mus (NSDAP) und auf der anderen Seite die Linksradikalen unter dem
Dach des Kommunismus (KPD). Daher wurden die gemäßigten Kräfte
zunehmend in die Enge getrieben.

Nicht nur die Nationalsozialisten hatten paramilitärische Einheiten, wie
die SA mit 400.000 Mitgliedern. Auch die Kommunisten konnten sich
auf den Rotfrontkämpferbund stützen, deren Mitgliederzahl auf etwa
150.000 Mitgliedern geschätzt wurde. Die KPD sah in den National-
sozialisten die Trabanten der „Diktatur der Bourgeoisie“. In Wirklich-
keit wurde die Bourgeoisie zum Trabanten der NS-Diktatur. Demnach
versuchte jede Seite, die Massen für sich zu gewinnen.

Die Auflösung des Reichstages bot den Kommunisten eine neue Ge-
legenheit zur außerparlamentarischen Aufrüttelung und Mobilisierung
der ausgebeuteten Massen. Hier steht außer Frage, dass von nun an
die Kommunisten einen entscheidenden Anteil hatten, dass die her-
kömmlichen Formen der politischen Auseinandersetzung verlassen
wurden. Kam es zunächst zu Schlägereien, bei denen auch Schüsse
fielen, so endeten jedoch diese Auseinandersetzungen mit Aktionen
von Terrorgruppen, die vor der einschreitenden Polizei keinen Halt
machten. Die Freigabe der Straße für die SA habe schließlich die
kommunistischen Terrorgruppen erneut dazu veranlasst, nun ihr
Bestehen unter Beweis zu stellen.

Bei den Reichspräsidentenwahlen im April 1932 (zweiter Wahl-
gang) gewann der KPD-Kandidat Ernst Thälmann 10,2 % der
abgegebenen Stimmen. Adolf Hitler gewann 36,8 %. Gewinner
der Wahl war erneut Paul von Hindenburg, ein Kriegsheld des
I. Weltkrieges, der als parteiloser Kandidat und Monarchist den
Republikanern eher misstraute. [5]

Daraus kann ersehen werden, dass die rechten Parteien und
unabhängige Kandidaten doch einen eindeutigen Vorsprung
hatten.

Schon anlässlich der Reichstagswahlen im Juli 1932 wurde
die bürgerliche Mitte aufgerieben. In den Novemberwahlen
büßten die Sozialdemokraten, insbesondere bei den jungen
Wählern, Stimmen ein. Denn sie waren für diese Gruppe von
Wählern nicht mehr attraktiv genug. Der linke Flügel der Partei
wandte sich den Kommunisten zu, die jetzt 100 Sitze von 584
möglichen erreichen konnten. Die Nationalsozialisten kamen
dann auf 196 Sitze. [6]  
 
Vor allem zu Beginn der Weimarer Republik wurde den Sozial-
demokraten unter Philipp Scheidemann (1865-1939) auf der
kommunistischen Seite der Vorwurf gemacht, sie trügen bei
der einstigen Ermordung ihrer herausragenden Vertreter (Rosa
Luxemburg, Karl Liebknecht) eine Mitverantwortung. Denn diese
wurden im Januar 1919 nach dem Scheitern des Spartakusauf-
standes mit Hilfe von Freikorpssoldaten umgebracht. [7]  Dies
ließ das Klima zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten
angespannt bleiben.              
              
ANMERKUNGEN
[1] kurzwelle aktuell, Autor: Hermann Jäger, Heft 39/87, Soldi-
    Verlag, Hamburg 90, Seiten 5 + 6.
[2] W. I. Lenin, Werke, Band 36. Dietz Verlag, Berlin-Ost 1967,
     Seiten 516 + 707.
[3] „Es ist unmöglich, dem Kapitalismus den Garaus zu machen,
     ohne dem Sozialdemokratismus in der Arbeiterbewegung den
     Garaus gemacht zu haben.“ (J. W. Stalin, Band FRAGEN DES
     LENINISMUS, 4. Auflage, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1951, Seite
     223)
[4] UNTER DER LUPE, Ideologie-Pfeile im Äther von Ansgar Diller
     (Evangelischer Pressedienst <EPD>), abgedruckt im KURIER
     der ADDX e. V. im Jahre 1979.        
[5] Dirk Blasius, Weimars Ende (Bürgerkrieg und Politik [1930-
     1933]), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, Seiten 40,
      58/9 + 61/2.
[6] Hajo Holborn, Deutsche Geschichte in der Neuzeit, R. Olden-
     bourg Verlag, München 1971, Seite 494.
[7] „Und jetzt die ‚ideologischen Bande‘ zwischen Reformisten und
     Revolutioären verteidigen heißt die Henker aus den Reihen der
     Arbeiter, wie Noske und Scheidemann, unterstützen, die der
     Bourgeoisie behilflich waren, Rosa Luxemburg und Karl Lieb-
     knecht zu ermorden, Tausende von Arbeitern zu ermorden, weil
     sie den revolutionären Kampf gegen die Bourgeoisie führen.“ (W.
     I. Lenin, Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Band V, Dietz
     Verlag, Berlin Ost 1987, Seiten 241/42)
 

SAARLANDMEISTERSCHAFTEN DER AH IM HALLENFUSSBALL

Anlässlich  seines  50-jährigen Bestehens  der AH-Abteilung  des 1. SC Roden  richtete
man am Samstag, dem 20. Februar 2016, in der Stadtgartenhalle die Saarlandmeister-
schaften  im  Hallenfußball  aus. Den  1. Platz  erzielte der FC Schwalbach, gefolgt von
dem  SC Halberg Brebach. Den  3. Platz erreichte der 1. SC Roden  durch ein Elfmeter-
schießen. Dank  der zahlreichen Helferinnen  und  Helfer konnte  dieser Tag zu einem
guten Abschluss gebracht werden. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite un-
Über ein "Gefällt mir" würden wir uns freuen.
DSCI0010 DSCI0012 DSCI0026 DSCI0030 DSCI0037 DSCI0039 DSCI0045

DER STANDORT DER WERKE LENINS IN DER SOWJETUNION UND IN CHINA

AUTOR: Josef Theobald

Im Rahmen einer Ausarbeitung möchte ich einmal näher beleuchten,
welchen Stellenwert eigentlich die Werke Lenins in der Sowjetunion
und in China in der Praxis hatten.

In der Sowjetunion wurde der Leninsche Apparat durch die Sicht-
weise Stalins bestimmt. Nach dem Tode Lenins legte dieser weit-
gehend dessen Gedanken aus. Mit der Zeit wird vom Stalinismus
gesprochen, der den Anspruch erhob, das alleinige Monopol der
Auslegung der Worte Lenins zu besitzen. Deshalb sind auch die
Werke Stalins neben die Werke Lenins zu stellen. Lenin selbst
hatte zwar vor seinem Tode eine kritischere Haltung zu Stalin
angemahnt, doch hatte allein schon der weitreichende Einfluss
Stalins jede Kritik an seiner Person unmöglich gemacht.

Nach dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 wurde in der
Sowjetunion die Entstalinisierung eingeleitet. Dies hatte auch zur
Folge, dass die Werke Lenins seit 1959 einer Revision unterzogen
wurden. Für die Forschung bleibt aber die alte Fassung von 1947
weiterhin interessant.

In China hatte man sich bereits im Jahre 1919 während der 4.-Mai-
Bewegung mit den klassischen Werken der Marxismus-Leninismus
befasst. Im Juli 1921 fanden sich 13 Delegierte erstmals zusammen,
um eine Kommunistische Partei in China zu gründen. Dabei wurden
sie von einem Vertreter der Komintern Henrik Maring (1883-1942),
einem niederländischen Kommunisten aus Indonesien, unterstützt.
Nach dem verlorenen Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) war
Russland durch den Frieden von Portsmouth gezwungen, die Mand-
schurei räumen und die japanische Hegemonie in Korea anerkennen.
So schwand der Einfluss in dieser Region. In späterer Zeit, vor allem
nach der Niederlage der Roten Armee vor Warschau im August 1920,
wandte sich Lenin besonders den Ländern Asiens zu. Plötzlich sah er
verstärkt wieder bei den Hunderten Millionen Werktätigen Asiens einen
zuverlässigen Verbündeten im Proletariat aller zivilisierten Länder an.
„Keine Macht der Welt wird seinen Sieg aufhalten können, der sowohl
die Völker Europas als auch die Völker Asiens befreien wird.“ (Ausge-
wählte Werke in zwei Bänden, Band I, Seite 670, Dietz Verlag 1953)
Diese Hilfe nahm man in China gerne an. Der damals bedeutende
Diplomat Joffe (1883-1927) nahm im Namen der Sowjetregierung
Kontakt zu Dr. Sun Yat-sen (1866-1925) auf, nachdem dieser sich
bemühte, die von ihm gegründete Guomindang zu reorganisieren.
Auf seine Veranlassung hin wurde mit sowjetischer Hilfe eine Militär-
akademie gegründet, an dessen Aufbau sich auch die chinesischen
Kommunisten beteiligten. Man hat aber zu wissen, dass die Schaffung
eines militärischen Flügels innerhalb des ZK der KP Chinas zu dieser
Zeit stark umstritten war. In den Anfangsjahren der Herrschaft Tschiang
Kai-scheks legte man dies als Versuch aus, die Reihen der Guomindang
und ihrer Streitkräfte zu unterwandern. Im Laufe der Jahre gingen die
Sowjetunion und China aber getrennte Wege. Denn es gab innerhalb
der KP Chinas jeher eine starke trotzkistische Strömung. Mao hatte
zwar die Stalinisierung der KP Chinas erwartungsgemäß vollendet,
die Position Stalins somit nach außen anerkannt, doch formte er die
Partei in seinem Sinne um. Typisch war das fortgesetzte Studium der
Dialektik im Hinblick auf eine nach praktischen Erfahrungen ausgelegte
Widerspruchstheorie. Im Jahre 1980 erschien im Beijinger Verlag für
fremdsprachige Literatur nach dem Vorbild der DDR der Sammelband
„Marx – Engels – Marxismus“ mit eigenen Anmerkungen, der hier als
Beispiel für den Standort der Werke Lenins in China gelten kann. Durch
die gespielte Rolle der SED in der kommunistischen Weltbewegung, in
der man besonders die deutschen Verdienste bei ihrer Gründung be-
tonte, war man in China gezwungen gewesen, sich mit der Geschichte
der Arbeiterbewegung selbst kritisch auseinander zu setzen und dann
alles in Frage zu stellen, was nicht ausdrücklich durch zeitgenössische
Quellen belegt war.

NACHTRAG

Nach dem Vorschlag Lenins, auch in halbkolonialen Ländern so
etwas wie Bauernsowjets zu gründen, ist man auch in China ge-
folgt. Man gründete im Herbst 1927 im Jinggang-Gebirge erste
revolutionäre Stützpunktgebiete. Dadurch sollte erreicht werden,
dass man zum Kommunismus gelangt, ohne das kapitalistische
Entwicklungsstadium durchgemacht zu haben. (Band Chinesische
Geschichte, Beijing 2003, Seiten 199 + 200 / Lenin, Ausgewählte
Werke in drei Bänden, Band III, die Seiten 528/29)
   
Was die Person Lenins und Stalins angeht, ist ja in China erst in
den letzten Jahren ein Umdenken zu beobachten. Durch die Aus-
einandersetzung mit der Person Stalins und seiner Rolle in der
Sowjetunion wird wahrscheinlich auch das Bild Lenins ebenfalls
eine vorsichtige Veränderung erfahren haben. Doch schwankt
immer noch in der offiziellen Forschung die Meinung über Lenin.
War dieser etwa ein großer Revolutionär oder gar ein korrupter
Machtpolitiker? Auf jeden Fall tragen beide eine Mitschuld am
Untergang des Sowjetsystems in den Achtziger Jahren.   

Exkurs: DIE ERFORSCHUNG DER ARBEITERBEWEGUNG IN DER DDR

Zunächst sei hier auf die Sozialstruktur in der früheren DDR hingewiesen.
Die Gesellschaft dort war geprägt vom sozialistischen Kollektiv, mit dem
jeder Staatsbürger konfrontiert war. Das Kollektiv begleitete ihn seit der
Schulzeit über die Hochschulausbildung zum ausgeübten Beruf. Denn
hier waren vor allem diese Tugenden prägend gewesen: Ordnungssinn,
Gehorsam, Sauberkeit, Fleiß, Pünktlichkeit, Disziplin und Selbstdisziplin.
Dies rief von klein auf einen unvorstellbaren Anpassungsdruck hervor.

Im Westen dagegen gab es eine „kritische Jugend“, die alles hinterfragte
und Widersprüche in der Gesellschaft aufspürte.  

So bildeten im DDR-System „Politik und Geschichte“ stets eine Einheit.
Historisches Forschen und Lehren waren im universitären Bereich der
DDR unbestreitbar „gesellschaftlichen Erfordernissen“ untergeordnet.
Für alle Historiker war also das hier propagierte “Geschichtsbild der
Arbeiterklasse“ verbindlich. Was z. B. die Geschichte der Arbeiterbe-
wegung betraf, gab es eine Dominanz auf der Seite des Institutes für
Marxismus-Leninismus, die jede Abweichung von der Parteilinie auch
erfolgreich hintertrieb. Da entstanden Selbstblockaden, die daran hin-
derten, gewachsene Spielräume zu erkennen und zu nutzen.

So kam es auch in der Praxis vor, dass die Geschichte der KPD in
der Weimarer Republik zu Lasten der SPD geschönt wurde. Viel
Zeit nahm man sich für die Vorgängerorganisationen. Doch waren
diese innerhalb der Sozialdemokratie allerdings von ganz minimaler
Bedeutung. Die Erwähnung des Spartakusbundes und der KPD ist
dem außergewöhnlichen Ruf von Rosa Luxemburg und Karl Lieb-
knecht mit deren Anhang zu verdanken. Nach beider Tod erlebte
die KPD diverse Zerfallserscheinungen und wäre ohne die Hilfe
Moskaus ganz in der Versenkung verschwunden.

Eine kurze Renaissance erlebte die KPD mit dem Einmarsch der
Roten Armee im früheren Mitteldeutschland. Doch durch die an-
gestrebte Vereinigung von KPD und SPD zur SED verlor die alte
KPD allmählich an Bedeutung. Übrig blieb nur der kommunistische
Gedanke des Zusammenschlusses der Arbeiterklasse zu einem
starken Machtapparat unter Walter Ulbricht (1893-1973), der sich
im Nebenberuf selbst als Historiker verstand.        

Einen Genuss von der Erziehung ehemaliger DDR-Bürger bekam
man anlässlich eines Treffens des CRI-Clubs im Oktober 2010 in
Freiburg (Breisgau). Hier traten wirklich zwei getrennte Welten
gegeneinander auf. Offenbar gibt es im Westen Deutschlands
immer noch Leute, die an derartigen Verhältnissen Gefallen
finden, also das System der Indoktrination einer freien und
pluralistischen Gesellschaft vorziehen.    
         
Literaturhinweis

– K. H. Pohl, Historiker in der DDR, Kleine Vandenhoeck-Reihe,
  Göttingen 1997, insbesondere die Seiten 40, 98, 113/14, 133.
– W. I. Lenin, Werke, Band 39, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1957,
   die Seite 493.  

 

EINE INSCHRIFT AN EINEM WEGEKREUZ

AUTOR: Josef Theobald

VORWORT

Dieser Beitrag ist meiner Tante, Frau Gisela Baltes,
geborene Zahner, gewidmet, die am Wochenende
im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Auch sie in-
teressierte sich für heimatkundliche Themen.

BEITRAG

Sowohl am „Markuskreuz“ am Bahndamm (Lorisstraße) als auch am
„Armseelenkreuz“ in der Rathstraße findet sich zum Gedenken an die
Gefallenen und Vermissten bei den schweren Kämpfen in Saarlouis-
Roden in den Jahren 1944/45 dieser Hinweis:  

„Wie Du Vater in mir bist,
und ich in Dir bin,
so lass auch Sie
in uns eins sein.“

Johannes 17,21

Richtig müsste die Übersetzung aus dem griechischen Grundtext
so lauten:

„(Gleich)wie du, Vater, in mir
und ich in dir,
damit auch sie
in uns sind.“

Münchener Neues Testament (2004)

Dem zur Folge wurde der Ausdruck „so lass auch sie“ hier willkürlich
eingefügt.

Dies entspricht auch der Übersetzung aus der lateinischen Vulgata.

In der heutigen Theologie nennt man dieses Konstrukt auch Immanenz-
formel. Hier geht es vordergründig um die Einheit von Vater und Sohn.
Diese Immanenz zwischen dem Sohn und den Jüngern geschieht durch
das Geben und Empfangen des Wortes. So wie die Beziehung zwischen
Vater und Sohn vom Geben und Empfangen des Wortes bestimmt ist, ist
auch die Beziehung zwischen Sohn und Jünger davon bestimmt. Durch
dieses Geben und Empfangen des Wortes, durch die Immanenz von Sohn
und Jünger, entsteht die Einheit der Jünger untereinander. Die Jünger bzw.
die Glaubenden werden durch die Immanenz Jesu mit ihnen in die Einheit
von Vater und Sohn hineingenommen. Die Immanenz zwischen Jesus und
den Jüngern unterscheidet sich streng von obiger Vater-Sohn-Immanenz.
Sie ist rein „gnadenhaftes“ Ereignis. So besagt der Zusammenhang des
Textes, dass die Einheit der Jünger untereinander, welche die Einheit
von Vater und Sohn der Welt gegenüber gegenwärtig macht, zur Er-
kenntnis der Sendung Jesu führt. Dieses Erkennen der Sendung ist,
wie eben deutlich wurde, mit dem „Erkennen des Vaters“ gleichge-
setzt. Das heißt, dass die Sendungsformel die Offenbarung der Im-
manenz bedeutet. Durch die Darstellung der Einheit (d. h. die Imma-
nenz von Vater und Sohn) durch die Glaubenden gelangt die Welt zur
Erkenntnis dieser Einheit. [1]

Die evangelische Theologie verweist bei der Immanenz (Einheit) Jesu
mit den Glaubenden auf den Epheserbrief, wo es heißt: „ein Leib und
ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Be-
rufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater unser
aller, der da ist über euch allen und durch euch alle und in euch al-
len.“ (Kapitel 4, Verse 4-6, Luther-Textfassung von 1912)

Das Bonner Neue Testament, der erste kritische theologische Apparat
des Neuen Testamentes auf der Seite der katholischen Kirche für den
deutschsprachigen Raum aus der Zeit nach dem I. Weltkrieg weist da-
raufhin: „Im Glauben an den Herrn senkt sich göttliches Leben in die
Seelen ein, es ist die Teilnahme an ihm, die alle Gläubigen zur Einheit
zusammenschmiedet und zugleich diese davor bewahrt, Erstarrung und
Einerleiheit zu werden. Es ist „eine wirkliche Gemeinschaft des Lebens
und Wesens, des von Gott in sie übergeströmten übernatürlichen We-
sens und Gnadenlebens, einer Vereinigung auf dem gemeinsamen Le-
bensgrund, in der gemeinsamen Atmosphäre der Gotteswahrheit und
Gottesgnade (Keppler).“ [2] In dieser Ausführung findet sich auch der
Armseelen-Gedanke, der aus der aufsteigenden Einheit der Kirche re-
sultiert. Diese wird notwendig zu einem Beweis der göttlichen Sendung
Jesu selbst. Sie kann nur bewirkt werden durch Gottes Macht, dessen
Wesen Einheit und Kraft ist.    

ANMERKUNGEN
[1] Yu Ibuki, DIE WAHRHEIT IM JOHANNESEVANGELIUM, Bonner
     biblische Beiträge (39), Peter Hanstein Verlag, Bonn 1972, Seiten
     127 – 131.  
[2] DIE HEILIGE SCHRIFT DES NEUEN TESTAMENTS, Verlag von
     Peter Hanstein, der Band I, Teil 2: Das Johannesevangelium,
     Bonn 1921, Seite 239.
 

NACHTRAG

An der Stelle, wo heute das „Markuskreuz“ steht, stand vor dem I. Welt-
krieg ein Altar anlässlich des Fronleichnamstages. In den Kriegsjahren
1944/45 war das Wegkreuz stark beschädigt. Der Steinmetzmeister G.
Ahlhelm hat das Kreuz wieder hergerichtet und ihm auch eine neue Be-
schriftung gegeben.

Das „Armseelen- oder Welteskreuz“ steht schon seit dem vorletzten
Jahrhundert an dem heutigen Standort. Nach der starken Zerstörung
in den Kriegsjahren 1944/45 wurde es vom Friedhofswärter Johann
Klein übernommen und wieder hergestellt. Seitdem trägt es auch die
heutige Aufschrift.     

Quelle:
Dr. Andreas Neumann, Rodener Kreuze und Rodena Geschichte(n)
– sowie ein Einstieg in Kirchenlatein. eine Publikation des RODENA
Heimatkundevereins, 1. Auflage 2010, Seiten 58 + 64.

 

 

 

NEUJAHRSEMPFANG DER SAARLOUISER INNENSTADTVEREINE

Zu einem Neujahrsempfang in die Unterwelt von Haus Koch in Saarlouis luden die Saarlouiser
Innenstadtvereine  am  Samstag, dem 23. Januar 2016, ein. Der Höhepunkt der Veranstaltung
war  die Überreichung  der Marschall-Ney-Uhr  an  Karl  Heinz  Jager  durch Pietro Tornabene.
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NEUJAHRSEMPFANG DER SPD STEINRAUSCH

Zu einem Neujahrsempfang  lud  der Vorstand  des SPD-Ortsvereins Steinrausch 
unter  dem  Vorsitz  von  Jürgen Paschek  seine  Mitglieder  in  das  Mehrgenera-
tionenhaus auf dem Steinrausch ein. Einige der Höhepunkte waren die Grußrede
der Generalsekretärin Petra Berg, MdL und die Ehrung langjähriger Parteimitglie-
der des Ortsvereines. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem
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NEUJAHRSEMPFANG DER CDU STEINRAUSCH

Zu einem Neujahrsempfang  der CDU Steinrausch  lud  Herbert Fontaine
in  das  Mehr Generationen Haus  auf  dem Steinrausch ein. Höhepunkte
des Abends waren die Hauptreden der Bürgermeisterin Marion Jost und
des Berliner Superministers  Peter Altmaier. Mehr Bilder von dieser Ver-
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AKTION RODENER GLÜCKSSTERNE

Im Rahmen der Rodener Glückssterne wurden am Sonntag Nachmittag
im Karl-Thiel-Haus  die diesjährigen Gewinner  ausgelost. 1. Preis war in
diesem Jahr  wieder  ein VW UP  im Werte von 18.000 Euro, der an eine
Frau Eisenbarth im Sommerweg in Saarlouis-Roden ging. Umrahmt war
der Nachmittag von einem Musikbeitrag. Im Vergleich zum letzten Jahr
waren  mehr  Gäste  im  Saal. Mehr  Bilder  auch  auf unserer Facebook-
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NEUJAHRSEMPFANG DES SPD-STADTVERBANDES

Am  Samstag, dem 9. Januar 2016, lud  der SPD-Stadtverband zu seinem
diesjährigen Neujahrsempfang in das Vereinshaus Fraulautern ein. Haupt-
redner  des Tages war  Peter Demmer, der  SPD-Fraktionsvorsitzende im
Stadtrat. Ein weiterer Höhepunkt  war  die Verleihung  des Bürgerpreises
an  Die  Tafeln  Saarlouis, eine  Einrichtung  des  Caritasverbandes  Saar-
Hochwald. Mehr Bilder  auch  auf unserer Facebook-Seite  unter  diesem
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DIE GRÜNDUNG DER KPD

AUTOR: Josef Theobald

VORWORT

Zur Zeit läuft bei Facebook eine Kampagne zugunsten von Wilhelm
Pieck (1876-1960), dem ersten und einzigen Präsidenten der DDR.
Pieck gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern der KPD, wie das
Protokoll des Gründungsparteitages Auskunft gibt. Damals zum Ende
1918 gehörte er zum Präsidium des Gründungsparteitages. [1]

Bekanntlich war die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) eine
Abspaltung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Im
Zentrum stand hier der Spartakusbund, über den sich Lenin wie folgt
äußerte: „Übrigens ist der Name ‚Spartakusleute‘, den die deutschen
Kommunisten jetzt tragen, diese einzige Partei in Deutschland, die
wirklich gegen das Joch des Kapitalismus kämpft, von diesen ge-
wählt worden, weil Spartakus einer der hervorragendsten Helden
eines der großen Sklavenaufstände vor ungefähr 2000 Jahren war.“
[2]   

Die herausragenden Repräsentanten waren Rosa Luxemburg und
Karl Liebknecht.

BEITRAG

Die in Deutschland verstreuten Delegierten des Gründungsparteitages
kamen eigentlich nicht zusammen, um den 1. Parteitag der KPD abzu-
halten. Diese Reichskonferenz sollte vielmehr die Gründung vorberei-
ten. Erst am 1. Januar 1919 erklärte Karl Liebknecht, man könne die
Konferenz nachträglich als den 1. Parteitag betrachten. Die ursprüng-
liche Aufgabenstellung erklärt die mangelhafte Vorbereitung des Par-
teitages, der ja übereilt zusammentrat.

Die meisten Delegierten waren Vertrauensleute kleiner lokaler Gruppen.
Eine feste, einheitliche Ideologie fehlte vollkommen.

Später verließen 43 der Gründer die KPD: 17 schlossen sich 1920 der
Kommunistischen Arbeiterpartei (KAP) an oder tendierten zu ihr, sechs
gehörten 1921 zur Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) von
Paul Levi, elf nach 1928 zur Kommunistischen Partei-Opposition (KPO);
neun weitere traten aus der KPD aus bzw. wurden ausgeschlossen, ohne
sich einer Oppositionsgruppe anzuschließen.

Nach 1945 gehörten 22 KPD-Delegierte der SED an, sechs der SPD, acht
waren nicht politisch organisiert, 35 verstorben, von über 36 Personen war
nichts zu ermitteln.      

Der wohl prominenteste Aussteiger war Ernst Reuter (1889-1953), der ab
1948 als regierender Bürgermeister von Berlin bundesweites Ansehen er-
langte. Reuter war 1918 nach schwerer Verwundung (August 1915) und
Kriegsgefangenschaft in Russland Führer des Sowjetkommissariats für
Wolgadeutsche gewesen. Ende 1918 ist er nach Deutschland zurück-
gekehrt und war in der Berliner KPD aktiv. Im November 1921 wurde
er aber aus der KPD ausgeschlossen. 1922 wurde er erneut SPD-Mit-
glied. Nach der KZ-Haft 1933 emigrierte er 1935 in die Türkei, wo er
als Professor für Kommunalwirtschaft in Ankara arbeitete. 1946 kehrte
er nach Berlin zurück und wurde als SPD-Mitglied Teil des Stadtrates.
 
Mit der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch
rechte Freikorps im Januar 1919 und dem Tod von Franz Mehring
im Januar 1919 war die KPD ihrer klarsten Köpfe beraubt. Dazu
kam der Tod von Leo Jogiches im März 1919 infolge des wachsen-
den rechten Terrors in Deutschland. Damit verbunden war der Weg-
fall der demokratischen Variante im deutschen Kommunismus. [3]

Auch hatte sich jetzt plötzlich das Verhältnis der russischen Kommu-
misten zur SPD in Deutschland stark verschlechtert. Denn man gab
den deutschen Sozialdemokraten Philipp Scheidemann und Gustav
Noske die Mitschuld an der Ermordung von Rosa Luxemburg und
Karl Liebknecht. Von nun an galten diese als Henker der deutschen
Arbeiter, die damit der deutschen Bourgeoisie behilflich waren. An
anderer Stelle wird konkret von 15.000 ermordeten Kommunisten
gesprochen. [4]

Dieser Hass steigerte sich unter Stalin, der die Sozialdemokratie in
die Ecke des Kapitalismus rückte, dem der Garaus gemacht werden
müsse. [5]

So war es bei der Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutsch-
lands (SED) im Jahre 1949 nicht verwunderlich, dass die alte SPD hier
mit der Zeit immer mehr an Einfluss verlor.

Von der Programmatik her hatte es die KPD immer schwer gehabt. Denn
Deutschland war im Vergleich zu Russland schon stark industrialisiert ge-
wesen. Mit Hilfe der SPD wurden die Rechte der Arbeitervertretungen in
den deutschen Betrieben gestärkt. Mit der Zeit konnte man sich lediglich
als Pendant zu den russischen Kommunisten etablieren.

Als eine typische Meinungsbildung aus der Gründerzeit der KPD sei
folgende genannt: „Wir haben das große Minette- und Kohlengebiet
an der deutsch-französischen Grenze. Es ist selbstverständlich: be-
halten wir die feste Saargrenze bei, dann müssen wir das Selbstbe-
stimmungsrecht der Völker durchführen. Aber dann wird es offenbar
so werden, dass die Bevölkerungsschichten, die zu Deutschland ge-
hörten, sich nicht nach Frankreich abwenden werden, und umgekehrt,
dass also wiederum dieses große, einheitliche Wirtschaftsgebiet zer-
rissen wird.“ [6]

Lenin schätzte zwar Rosa Luxemburg, kritisierte aber scharf ihre
halbmenschewistische (halbsozialdemokratische) Stellungnahme
in einer Reihe wichtiger Fragen des revolutionären Marxismus, be-
sonders in der nationalen Frage. [7]

Im Rahmen der Entstalinisierung in der Sowjetunion wurde Rosa
Luxemburg allerdings wieder rehabilitiert. Sie gilt heute noch bei
den Linken als die deutsch-polnische Vorzeigesozialistin.   
 
ANMERKUNGEN
[1] DIE GRÜNDUNG DER KPD, Herausgeber: Hermann Weber, Dietz
     Verlag, Berlin 1993, Seiten 337 + 49.
[2] Werke, Band 29, Seite 472.
[3] wie [1], jedoch die Seiten 35, 37, 353/54, 47 + 48.
[4] W. I. Lenin, Ausgewählte Werke in 6 Bänden, Band V, Dietz Verlag,
     Berlin-Ost 1987, Seite 240 + 557. Anmerkung: Lenin meint hier wohl
     die Toten des Ruhraufstandes und des kommunistischen Aufstandes
     an den Staatsgrenzen von Sachsen und Thüringen, die mit Hilfe der
     Reichswehr und der Einheiten rechter Freikorps (Brigade Ehrhardt)   
     niedergeschlagen wurden. Für den Aufstand an der Ruhr im März
     1920 sind uns allerdings lediglich weit mehr als 1000 Tote auf kom-
     munistischer Seite überliefert.    
[5] J. Stalin, Fragen des Leninismus, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1951,
     Seite 223.
[6] wie [1], jedoch die Seite 205.
[7] W. I. Lenin, Ausgewählte Werke in zwei Bänden, Band I, Dietz
     Verlag, Berlin-Ost 1953, Seite 912.