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RADIO FRANCE INTERNATIONAL – DIE STIMME AUS PARIS

AUTOR: Josef Theobald

Im westlichen Nachbarland Frankreich begannen die Sendungen
auf der Kurzwelle am 6. Mai 1931, aber zunächst nur in französi-
scher Sprache. Das war der Tag, an dem in Paris die „Exposition
Coloniale“ eröffnet wurde. Der neue Kurzwellensender erhielt so-
dann auch prompt den Namen „Poste Coloniale“, wobei „poste“
hier für den Sender steht. [1]

Seit den Tagen Napoleons war das Ansehen Frankreichs unter
den Völkern nicht mehr so groß gewesen wie zu dieser Zeit. In
Afrika und Asien beherrschte Frankreich ein großes Kolonial-
reich, dessen Existenz ja zunehmend in das Bewusstsein der
Franzosen rückte und sie mit einigem Stolz erfüllte. Aber noch
bedeutender war aber die glanzvolle internationale Kolonialaus-
stellung. Sechs Monate lang strömten die Franzosen aus Paris
und aus der Provinz in den Bois de Vincennes und bewunderten
dort die Nachbildung des Tempels von Angkor, bestaunten den
marokkanischen und madagassischen Pavillon und ließen sich
trunken machen von Bildern, in denen sich Exotismus und Stolz
auf ein großes zivilisatorisches Werk ineinander verwoben. [2]         

Die neue Sendestation begann mit zwei Sendern von 12 und
15 kW. Vom Start weg sendete der französische Dienst an 13
von 24 Stunden. Lediglich kurze Nachrichten in Englisch und
Spanisch wurden eingeblendet. Mit Beginn des Jahres 1935
sendete man schon alle 24 Stunden und man nahm ein regel-
mäßiges umfangreicheres Fremdsprachenprogramm auf, so
auch in Deutsch. Am 1. Mai 1938 wurde ein 25 kW-Sender in
Betrieb genommen. Der Kurzwellensender nannte sich nun
„Paris Mondiale“, das in etwa „Weltsender Paris“ bedeutet.
Bei Kriegsausbruch 1939 war für „Paris Mondiale“ gerade
ein erster Sender von 100 kW in Betrieb gegangen. Dieser
stand in Allouis, für viele Jahre die Zentrale der Kurzwellen-
sendungen aus Frankreich. Beim Zusammenbruch Frank-
reichs im Juni 1940 wurde allerdings dieser Sender wieder
zerstört. Am 1. Juni 1945 wurden gleich 20 Sprachen auf-
genommen. Darunter auch wieder in Deutsch.

Im Jahre 1973 wurden die ersten 500 kW-Sender in Betrieb
genommen. Jedoch wurden die Sprachdienste von vierzehn
allmählich auf vier reduziert. Die Sendungen in Deutsch hät-
te es auch auf einmal erwischt. Doch eine Artikelserie in der
„Neuen Züricher Zeitung“ hatte die Streichung verhindert. In
diesem Zusammenhang wurde auf das Ansehen der „grande
nation“ verwiesen, die durch die geplante Streichung im Hin-
blick auf den Ost-West-Konflikt einen Schaden erlitten hätte.

In den Achtziger Jahren wurde das Steuer herumgeworfen.
Zug um Zug wurden die Fremdsprachenprogramme wieder
ausgebaut. Programme in Russisch, Serbisch und Polnisch,
in Portugiesisch und Creolisch gehörten wieder zum selbst-
verständlichen Sprachenangebot des Auslandsdienstes. In
Monsinéry (Guayana) fand RADIO FRANCE INTERNATIO-
NALE Platz für eine mächtige Relaisstation für den amerika-
nischen Raum. Die Anmietung von „Radio Africa Nr. 1“ im
afrikanischen Gabun trug die Signale aus dem „Maison de
la Radio“ in die afrikanische Welt.

Ebenso über den starken Mittelwellensender in Straßburg wur-
den Sendungen in Deutsch ausgestrahlt, wie auch schon vor
dem Krieg. Zumindest südlich der Mainlinie war diese Station
zu empfangen. Diese bildete eine sichere Quelle für die Nach-
richten aus Paris. [1]        

Bis 1995 folgte der Aufbau der Sprachdienste in Chinesisch,
Vietnamesisch und Persisch. Seit 1993 sendete man auch in
laotischer Sprache, in Khmer und auf Türkisch.

Am 23. März 2006 aber wurden die Sendungen auf der Kurz-
welle für Europa eingestellt. Im Jahre 2009 wird aufgrund ei-
nes massiven Stellenabbaus bei RADIO FRANCE auch die
deutsche Fremdsprachenredaktion aufgegeben. [3]
   
Seit dem 19. Dezember 2009 strahlt RFI seine Sendungen in
deutscher Sprache nicht mehr aus. Am 29. Januar 2010 ist die
Webseite der Deutschen Redaktion eingestellt worden. [4]   

ANMERKUNGEN
[1] kurzwelle aktuell, Nr. 39/87, SOLDI-Verlag, Hamburg 90, Seite
     10 – 12.
[2] GESCHICHTE FRANKREICHS, Band 6, René Rémond, Frank-
     reich im 20. Jahrhundert, ERSTER TEIL (1918-1958), Deutsche
     Verlags-Anstalt, Stuttgart 1994, Seiten 154/5.
[3] Quelle: WIKIPEDIA, Stichwort: RADIO FRANCE INTERNATIO-
     NALE.
[4] Webseite von RFI in Deutsch.       
 

BEACH-TENNIS-OPEN IN SAARLOUIS

Seit dem Donnerstag, dem 24. August 2017, fand das Beach-Tennis-Open in Saarlouis auf dem
Kleinen Markt  statt. Außerdem wurden  die Deutschen Meisterschaften in dieser Kategorie aus-
getragen. Hier die Bilder von den Preisverleihungen  am Sonntag. Mehr Bilder auch auf unserer
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SOMMERFEST DER AWO SONNENRESIDENZ

Am Sonntag, dem 27. 08. 2017, feierte  der Förderverein  der AWO Sonnenresidenz
sein 20-jähriges Jubiläum  mit  einem besonderen Sommerfest. Die Vorsitzende des
Fördervereins Charlotte Lay eröffnete diese Veranstaltung. Der künftige Oberbürger-
meister  Peter Demmer  vertrat  den erkrankten OB  Roland Henz. Mehr Bilder auch
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EINLADUNG

Am Donnerstag, dem 24. August 2017, bietet der RODENA Heimatkundeverein aus Saarlouis-
Roden  ein Gemütliches Beisammensein  ab 18.00 Uhr im Hotel Jungmann, Saarwellinger Str.
25, 66740 Saarlouis, an. Hier können  Ältere und auch  Junggebliebene  Erinnerungen an ihre
Jugend  gegenseitig  austauschen. Alle Interessierte  sind  herzlich willkommen. Im Anschluss
wäre ebenso die Einnahme eines gemeinsamen Mahles auf eigene Kosten möglich.
 
Josef Theobald, Schriftführer

50 JAHRE ORGANISIERTES KURZWELLENHÖREN

AUTOR: Josef Theobald

Nach einer norwegischen Anregung startete im Mai 1966 in der Allianz-News,
der Publikation der schwedischen DX-Alliansen, ein Aufruf, dass sich auch die
deutschen Kurzwellenhörer zu einer großen Organisation zusammenschließen
sollten. In Westdeutschland übernahm Gustav-Georg Thiele, damals Leiter der
Hauptabteilung „Hochfrequenztechnik“ bei der Deutschen Welle diese Aufgabe.
Er überredete Heinrich Kobsch, mit Hilfe der DW in Westdeutschland einen der-
artigen Club zu gründen. Am 22. Dezember 1966 verbreitete schließlich RADIO
SCHWEDEN in seiner Sendung „Sweden calling DXer“ eine Einladung zu einer
Gründungsversammlung für „eine große Organisation für DXer und DX-Clubs in
der Bundesrepublik“. Am 14. Januar 1967 fanden sich sieben Interessierte in ei-
nem Kölner Lokal zusammen, um die „Assoziation Deutschsprachiger DXer und
DX-Clubs“ zu gründen. Der Vorstand bestand aus drei Personen. Vierzehntägig
erschienen Mitteilungsblätter in deutscher Sprache. Am 7. März 1973 wurde die
ADDX beim Amtsgericht Köln in das Vereinsregister eingetragen. Im Jahre 1977
erreichte man die Anerkennung der Gemeinnützigkeit, indem man in der Satzung
die Jugendarbeit im Verein hervorhob. In den ersten Vereinsjahren gab es enge
Kontakte zur DW. Im März 1969 moderierte Helmut Sahm das ADDX-Programm
über RADIO HCJB in Ecuador. Auch gab es erste Kontakte zur Firma GRUNDIG
in Fürth anlässlich einer Funkausstellung in Stuttgart. Anfang der Achtziger Jahre
zählte man schon über 4.000 Mitglieder. Dies verlangte nach einer angemessenen
Administration und modernen technischen Hilfsmitteln. Im Zeitalter von Computer
und Internet ging allerdings die Mitgliederzahl merklich zurück. Auch hatte sich mit
der Zeit die DX-Landschaft aufgespalten. In Konkurrenz hierzu trat die „Arbeitsge-
meinschaft DX“ (AGDX) auf, die nun als Dachverband vieler kleiner DX-Clubs im
Westen Deutschlands mit ihrer Zeitschrift „weltweit hören“ fungierte.

QUELLEN
– „15 Jahre ADDX – eine kleine Chronik“, im KURIER Nr. 1/1982.
– „25 Jahre ADDX – die ersten 10 Jahre“, im KURIER Nr. 2/1992.  

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PFARRFEST BEI MARIA HIMMELFAHRT

Traditionell am Kirchenfest Maria Himmelfahrt veranstaltete die Pfarrgemeinde ihr
Pfarrfest auf dem Kirchenvorplatz. Den Abend eröffneten The Party-Singers. Nach
dem Hochamt am Dienstag  spielte der Musikverein Harmonie zum Frühschoppen
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SOMMERKONZERT AUF DER VAUBANINSEL

Zu einem Sommerkonzert lud der Stadtverband der kulturellen Vereine in Kooperation mit
dem  Kulturamt  der  Stadt am Sonntag, dem 13. August 2017, ein. Teilgenommen hatten
die  Spielgemeinschaft "Lyra" aus  Lisdorf-Picard, der Rathauschor, der Männerchor 1864
Roden und der Sängerbund 1872 Saarlouis-Fraulautern. Mehr Bilder auch auf unserer FB-
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7. BIERGARTENFEST DER SPD RODEN

Zu seinem 7. Biergartenfest lud der SPD-Ortsverein Roden am Samstag, dem 12. August 2017, ein.
Überschattet war  die Veranstaltung  durch  die Bundestagswahl  im September, so dass als Ehren-
gast der Direktkandidat im Wahlkreis Saarlouis für die SPD Heiko Maas auftrat. Diethard Geber von
der AWO  übernahm  die Schirmherrschaft. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter die-
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2. OLD- UND YOUNGTIMERTREFFEN IN FRAULAUTERN

Am 6. August 2017 lud der Verein der Freunde historischer Fahrzeuge & Technik e. V.
zu seinem 2. Old- und Youngtimertreffen  am alten Fraulauterner Eisenwerk ein. Mehr
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„DEN KOPF BADEN“

Was bedeutet der chinesische Ausdruck "den Kopf baden"?

In der traditionellen chinesischen Medizin werden alle Übungen, die die
Stimmung heben, die Vitalität steigern und die Gehirntätigkeit anregen,
als "den Kopf baden" bezeichnet. Z. B. soll man frühmorgens im Freien
spazierengehen, Gymnastik treiben, Schattenboxen (Taijiquan) üben oder
Qigong trainieren. Die frische Luft versorgt das Großhirn mit dem nötigen
Sauerstoff. Auch wenn man sich beim Studium müde fühlt, soll man zwi-
schendurch etwas spazierengehen oder Musik hören.
 
Quelle: RADIO BEIJING (heute: Radio China International)

 

DIE ANFÄNGE DES RUNDFUNKS IN DER SOWJETUNION

AUTOR: Josef Theobald

Die Jahre 1920 – 1922

In der Sowjetunion experimentiert ein Team von Spezialisten unter Professor
M. A. Bontsch-Brujewitsch in einem Radiolaboratorium in Nishni-Nowgorod,
das aber wegen mangelnder Ausstattung in seiner Arbeit zurückblieb. Erst
dem persönlichen Eingreifen und der Unterstützung Lenins war es zu ver-
danken, dass das Laboratorium weiterbestehen konnte und schließlich bei
der Entwicklung des Rundfunks in der Sowjetunion später große Bedeutung
erlangen konnte. [1]

Lenin sah hier die Vorteile der drahtlosen Übertragung der lebendigen mensch-
lichen Rede auf eine ziemlich große Entfernung. Dabei stellte er sich viele hun-
dert Empfänger vor, die imstande wären, in Moskau gehaltene Reden, Referate
und Lektionen in Hunderte von Orten der Republik zu übertragen, die von der
Hauptstadt Moskau Tausende Kilometer (Werst) entfernt sind.

Für eine optimale politisch-kulturelle Aufklärung machte Lenin drei Hauptfeinde
aus. Zum zweiten Feind zählte er das Analphabetentum. In den gleichen Bezug
stellte er auch die Bestechlichkeit als den dritten Feind. Deshalb sah Lenin hier
eine unbedingte Notwendigkeit, sowohl vom Standpunkt der Propaganda und
Agitation gesehen im Hinblick auf die des Lesens und Schreibens unkundigen
Massen der Bevölkerung als auch zur Übertragung von Lektionen. Die realen
Hintergründe lagen in der großen Zahl von Analphabeten in Russland und im
defizitären Stand bei den Gesellschaftswissenschaften, der somit Lektionen
von kommunistischen Professoren für hunderte von Orten in allen Gegenden
der Föderation erforderlich machte. [2]  

1925     Errichtung eines leistungsstarken Senders in der Sowjetunion.

1926     Regelmäßige Sendungen in Englisch auf Mittel- und Langwelle.

1929     Geburt von RADIO MOSKAU, dem Kurzwellendienst aus der
             Sowjetunion, im Oktober 1929. Zunächst mit Sendungen in
             Deutsch, dann in Englisch und Französisch. [3]

ANMERKUNGEN
[1] W. I. Lenin, Werke, Band 36, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1967,
     die Seite 707.
[2] W. I. Lenin, Werke, Band 33, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1962,
     die Seiten 58 – 60 + 346/47.
[3] KURIER der ADDX Nr. 2/92, Seiten 19 – 21.

 

BESUCH DES TORHAUS SCHARFENECK

Parallel zur Besichtigung der Sendeanlagen von Europa 1 in Felsberg-Berus besuchte der Verband
der  heimatkundlich-historischen  Vereine  in  Saarlouis (VHVS) auch  das  Torhaus Scharfeneck in
Berus. Das  Gebäude  aus  dem 16. Jahrhundert  geht  auf  die Gräfin  Anna von Isenburg  zurück.
Mit Hilfe der Führung  durch  den Vorsitzenden  des Fördervereines Günter Bitzer konnte man sich
einen guten Eindruck über das Torhaus verschaffen. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite
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DER BESUCH DER SENDEANLAGEN VON EUROPA 1

AUTOR: Josef Theobald

Am 28. Juli 2017 besuchte eine Gruppe des Verbandes der heimatkundlich-
historischen Vereine in Saarlouis (VHVS) die Sendeanlagen von Europa 1
in den Ortsteilen von Überherrn Felsberg-Berus. Die Exkursion fand  unter
der fachkundigen Führung von Herrn Melchior, einem früheren Mitarbeiter
der Radiostation, statt. Der Langwellensender in Felsberg-Berus wird heute
als Reservesender für Notfälle vorgehalten.   

EINFÜHRUNG

Die Langwellen sind elektromagnetische Wellen mit Wellenlängen von 1 – 10
km, entsprechend 300 – 30 kHz (für Hörfunk 1050 – 2000 m bzw. 285 – 150
kHz). Die Langwellen breiten sich als Bodenwelle aus, die der Erdkrümmung
durch Beugung folgen und in diesem Wellenlängenbereich kaum von der Erde
absorbiert werden. Deshalb ist die Reichweite auch groß (besonders über den
Meeren) und ebenso unabhängig von der Tageszeit. [1]

Die Anwendung der Langwelle im Hörfunkbereich war vor allem in Frankreich
und in den osteuropäischen Ländern verbreitet. Meist In den westeuropäischen
Ländern, wie Westdeutschland und Luxemburg, setzte man auf die Mittelwelle,
die besonders in den Nachtstunden wegen der Eigenschaft als Raumwelle an
Bedeutung gewann. So war der Sender Heusweiler (1421 kHz) von SR1 – Eu-
ropawelle Saar in dieser Zeit auch in Nordafrika zu hören. Der Sender Marnach
(1440 kHz) von RTL Radio war mit seinem englischsprachigen Programm nachts
in weiten Teilen Großbritanniens zu empfangen.

Einer der wenigen Langwellensender in der alten Bundesrepublik war jener in Done-
bach (Ortsteil von Mudau im Neckar-Odenwald-Kreis), von dem die Sendungen des
Deutschlandfunks auf der Frequenz von 153 kHz ausgestrahlt wurden. Zielrichtung
war hier die frühere DDR, die selbst zwei Langwellensender beherbergte. Es war
zum einen der Deutschlandsender (177 kHz), der in Oranienburg-Zehlendorf sei-
nen Standort hatte und zum andern Radio Wolga, der Sender der sowjetischen
Streitkräfte in der DDR, dessen Sender sich in Burg bei Magdeburg (261 kHz) be-
fand. Diese Radiostation galt an den Werktagen am Mittag und am Vorabend als
Relais für die deutschsprachigen Sendungen von Radio Moskau.

Im Jahre 1958 wurde die Langwelle zu einem Politikum zwischen der früheren
Sowjetführung und der chinesischen Staatsführung. Hier ging es darum, eine
von einem Sowjetkommando kontrollierte gemeinsame Flotte und einen Lang-
wellensender aufzubauen. Dies wurde damals als ein Versuch gewertet, China
militärisch zu kontrollieren. [2]

GESCHICHTE DES SENDERS

Während des II. Weltkrieges arbeiteten sowohl französische als auch deutsche
Techniker der Telefunken AG beim Fernsehsender Paris. Weil aber nach dem
Krieg in Deutschland die entsprechende Infrastruktur zum Erliegen kam, blieben
die deutschen Kollegen weiterhin in Frankreich. So konnte im Oktober 1947 mit
einem regulären Programm von 12 Stunden gestartet werden. Aus diesem Um-
feld kamen auch die Bemühungen, neben dem Saarländischen Rundfunk eben-
falls Radio- und Fernsehsender mit entsprechender Konzession zuzulassen, die
auch ganz oder teilweise in ausländische Hände ging. Damals war man dem Trug-
schluss erlegen, die Aufrechterhaltung eines eigenen privaten Fernsehnetzes sei
mit Hilfe befreundeter Gesellschaften durchaus möglich. Doch blieb allerdings der
private Fernsehbereich stets defizitär. Das weitere Projekt „Europa 1“ dagegen ge-
wann im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung. Man schaffte es hier sogar, in
die Gewinnzone zu kommen. [3]

In der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre begann sich allgemein die Situation im
Fernsehbereich zu wandeln. Das teure Fernsehen war nur noch durch Gebühren
zu finanzieren. Hier gingen allerdings die Zuwächse bei den Einnahmen zurück,
aber gleichzeitig nahmen die Ausgaben immer mehr zu. Die Einnahmen aus dem
Werbefunk, die bislang notleidende kulturelle Institutionen unterstützt hatten, sind
nun von den Anstalten für sich selbst verwendet worden. [4]     

Nachdem die technischen Studien zur Bestimmung des Senderstandortes den Sau-
berg als bestgeeigneten Standort identifiziert hatten und die beiden 200 kW-Sender
bei Thomson in Auftrag gegeben worden waren, wurde im Juni 1954 mit dem Bau
der Sendestation begonnen. Als Architekt für das von vornherein als symbolträchtig
geplante Gelände wurde zunächst der Franzose Jean Francois Guédy gewonnen,
der – inspiriert von den im Saargau häufig aufzufindenden Versteinerungen in den
Muschelkalksedimenten – die Senderhalle als gigantische Muschelkonstruktion ent-
warf. Die verglaste Spannbetonhalle mit Hängedach stand architekturhistorisch in
der Tradition des Zeltbaues, stellte jedoch wegen des für die hängende Decke ver-
wendeten Baumaterials (Spannbeton) eine architektonische wie materialtechnische
Herausforderung ersten Grades dar. Dieser war nur sein Nachfolger gewachsen, der
frühere Generalinspektor für Brücken und Straßen in Frankreich Eugène Freyssinet.
Er ließ zur Verstärkung in Querrichtung sechs zusätzliche Zugbänder einbauen. Bis
zur Fertigstellung dienten Holzbaracken als Provisorium für die Sendeanlage. Somit
war der Sendebetrieb zum 1. Januar 1955 möglich.

Nach dem Sendebeginn gab es mehrere Beschwerden wegen der möglichen Inter-
ferenzen. Am hartnäckigsten waren die Beschwerden von Radio Luxemburg. Hier
war ausschlaggebend der Konkurrenzkampf zwischen zwei privaten Gesellschaften.
Die Luxemburger sahen „Europa 1“ als illegalen Aggressor, der die gewachsenen
Rechte von Radio Luxemburg verletzt. Damit war die Rolle der Saarländischen Re-
gierung als Vermittler gefragt. Bei einem Treffen am 2. März 1955 wurden verschie-
dene Lösungen diskutiert. Schließlich einigte man sich darauf, künftig die Frequenz
182 kHz zu nutzen. Spätere Testsendungen hatten ergeben, dass es nicht zu den
befürchteten Interferenzen kam. Dabei nahm man billigend in Kauf, dass der in der
DDR befindliche Deutschlandsender aus Oranienburg gestört wurde. Dieser wurde
im Westen als kommunistischer Propagandasender eingestuft. Am 21. April 1975
einigten sich deutsche und französische Experten darüber, dass sowohl Frankreich
als auch Deutschland zwei Langwellenfrequenzen zugesprochen wurden. Auf der
deutschen Seite betraf dies die Zweitfrequenz 209 kHz für den Deutschlandfunk.
Mit dem Inkrafttreten des Genfer Wellenplans bezüglich der Langwelle am 13. 11.
1978 waren nun damit offiziell die langjährigen deutsch-französischen Streitigkeiten
um den internationalen Status von „Europa 1“ beigelegt, da dessen Frequenz fortan
Frankreich zugeteilt war.

Mit dem Sendebetrieb musste in kürzester Zeit eine Redaktion aufgebaut werden,
die dem Sender ein eigenes Profil geben musste. Erster Programmchef war Pierre
Sabbagh, ein damals erfahrener Rundfunkmann. Die weiteren Journalisten kamen
von den Printmedien und mussten erst das Rundfunkhandwerk bei „Europa 1“ er-
lernen. Es herrschte eine erfrischende Unkonventionalität in der Programmgestal-
tung vor. Dies machte den Sender „Europa 1“ in relativ kurzer Zeit zu einem der be-
liebtesten und meistgehörten Sender im französischsprachigen Raum. Daran sehr
großen Anteil hatten Louis Merlin und Charles Michelson, die man vom Konkurren-
ten Radio Luxemburg abwerben konnte. Gemeinsam mit einer jungen Mannschaft
von engagierten und experimentierfreudigen Journalisten entwickelte Merlin neue
Sendeformate, die sich besonders durch einen direkteren wie authentischen Stil
auszeichneten. Auch setzte man eine Trennung von Werbung und Unterhaltungs-
bzw. Informationsformaten durch, das eine größere Flexibilität in der Programm-
planung ermöglichte. Dies wurde sowohl von den Sponsoren als auch von den
Hörern gleichermaßen als attraktive Neuerung empfunden.

Als Beispiel soll hier der Stil der Berichterstattung angesichts der großen Über-
schwemmungen im September 1955 gelten, als die Seine an zahlreichen Stellen
über die Ufer trat und große Landstriche unter Wasser setzte. Mit Hilfe der neuen
portablen Magnetaufzeichnungsgeräte aus der Schweiz (Firma Nagra) wurde die
neue Form eines Sensationsjournalismus möglich, der sich durch erhöhte Authen-
tizität und Unmittelbarkeit auszeichnete.

Die finanziellen Schwierigkeiten der französischen Radioindustrie und der kredit-
gebenden Bank wirkten sich unmittelbar auf die Finanzlage des Senders aus, der
seinen Angestellten im Laufe des Jahres 1955 mehrfach Geldeinbußen oder gar
Kündigungen zumuten musste. Erst der Einstieg von Sylvain Floirat von Anfang
1956 an sorgten für eine finanztechnische Stabilisierung der Lage.

In den Folgejahren konzentrierte man sich verstärkt auf den kommerziellen Hör-
funk und trennte sich von der Fernsehsparte. Auf der Vorstandssitzung vom 26.
Juni 1959 wurde daraufhin beschlossen, die Saarländische Fernseh-AG umzu-
benennen und ihr den neuen Firmennamen „Europäische Rundfunk- und Fern-
seh-AG“ zu geben. [3] Hiermit wurde dem verstärkten europäischen Gedanken
in dieser Zeit Rechnung getragen.

Wie in Deutschland sorgten die privaten Radiostationen innerhalb eines öffentlich-
rechtlichen Systems auch in Frankreich für heiße Diskussionen. Den Ausweg fand
man in der staatlichen Beteiligung an den privaten Sendern. So entstand die vom
französischen Staat kontrollierte Beteiligungsgesellschaft SOFIRAD, Bei der „Eu-
ropäischen Rundfunk- und Fernseh-AG“ bedeutete dies, dass die SOFIRAD in den
Achtziger Jahren noch mit 34 % am Unternehmen beteiligt war. Durch die Doppel-
stimmrechte und weiteren Absprachen hielt man mehr als 55 % der Stimmrechte,
so dass die SOFIRAD im Namen der französischen Regierung praktisch Haus-
herr war. [5] So war das Sendegelände in Felsberg-Berus französisches Sperr-
gebiet und unterstand französischen Hoheitsrechten. Die Sendestudios standen
in Paris. Über eine telefonische Standleitung wurden die Sendungen nach Fels-
berg-Berus überspielt und mit der dortigen Technik ausgestrahlt.  

Das Konzept des Hörfunks in Frankreich unterscheidet sich gewaltig von dem
in Deutschland. Bei uns regiert das Musikformat. Die Gründe liegen in den An-
fängen des privaten Rundfunks, als die Diskotheken starken Einfluss auf das
Musikprogramm ausübten. Hier hat die Musik Vorrang vor dem gesprochenen
Wort. In Frankreich hat das Wort einen höheren Anteil. Dies gilt ebenso für die
kombinierten Wort- und Musikprogramme. Demnach besteht ein Großteil des
Programmes aus Talk-Sendungen bzw. Sendungen mit Hörerbeteiligung. Nach-
richten, Hintergrundsendungen, Interviews, Comedy- und Spielshows nehmen
ebenfalls einen breiten Raum ein. Die Musik-Sender haben also in Frankreich
nicht die Popularität wie bei uns. Da bis 1981 in Frankreich keine Privatsender
zugelassen waren, war man auf Langwellensender angewiesen, die vom grenz-
nahen Ausland Programme für französische Hörer ausstrahlten. Daher hatte die
Langwelle in Frankreich eine andere Bedeutung als in Deutschland.     

Mit der Liberalisierung der Radioszene im Saarland ist mit der „Euro-Radio-Saar
GmbH“ eine neue Ära eingeleitet worden. Man erhielt nun eine feste UKW- (FM-)
Frequenz zugeteilt und man konnte am 31. Dezember 1989 die ersten Sendungen
unter dem Namen „Radio Salü“ ausstrahlen. Damit waren die langjährigen Bemü-
hungen der „Europäischen Rundfunk- und Fernseh AG“ von Erfolg gekrönt, von
jetzt an im Saarland ein deutschsprachiges und kommerzielles Hörfunkprogramm
auszustrahlen. Denn die bisherige Lesart der Privatfunkklausel im Saarländischen
Rundfunkgesetz beschränkte den kommerziellen Hörfunk auf französischsprachige
Programminhalte.

Die „Europäische Rundfunk- und Fernseh-AG“ und ihre Beteiligungen gehören
heute zur Groupe Lagardère, einem großen französischen Medienkonzern.

ANMERKUNGEN
[1] Meyers Lexikon der Naturwissenschaften, im Meyers Lexikonverlag er-
     schienen, Mannheim 2008, Seite 528.
[2] CHRONIK DER VOLKSREPUBLIK CHINA (1949-1984), im Verlag für
     fremdsprachige Literatur erschienen, Beijing (China) 1986, Seite 22.
[3] Medienlandschaft Saar von 1945 bis in die Gegenwart, Band I: Medien
     zwischen Demokratisierung und Kontrolle (1945-1955), R. Oldenbourg
     Verlag, München 2010, die Seiten 246, 250/51, 280 – 295.
[4] Konrad Dussel, Deutsche Rundfunkgeschichte, 2. überarbeitete Auflage,
     UKV-Verlagsgesellschaft, Konstanz 2004, Seite 201.     
[5] SOFIRAD – DER STILLE RIESE, Autor: Thomas Kossatz, im Kurier Nr.
     15/16 – 1984 der ADDX e. V., die Seiten 7/8.