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DIE HOSPITÄLER IM MITTELALTER UND IN DER NEUZEIT

AUTOR: Josef Theobald

Als Beispiel für das Hospitalwesen im Rheinland kann die Bischofs- und
Hansestadt Münster gelten. Hier hatte sich im Gegensatz zu den meisten
Städten die Armenfürsorge dezentral entwickelt. Um 1550 gab es dort 13
Armenhäuser. Zwei von ihnen standen als Zwölfmännerhäuser unter der
Aufsicht des Domkapitels. In ihnen wurden Diener und Knechte der Dom-
herren bzw. der Höfe des Domkapitels aufgenommen. Die anderen Häu-
ser, unter ihnen das erstmals 1176 erwähnte Magdalenen-Hospital und
das nach 1350 gegründete Armenhaus „Zur Aa“, die jeweils 33 Personen
aufnehmen konnten, hatten insgesamt eine Aufnahmekapazität von ca.
190 Personen, die nicht (mehr) arbeitsfähig waren. Daneben gab es die
offene Armenfürsorge („Almosenkörbe“, „Speckpfründe“) in den einzelnen
Kirchspielen, das Gasthaus für durchreisende Fremde, das vor der Stadt
gelegene Leprosenhaus „Kinderhaus“ sowie vier Elende, die im Bedarfs-
fall für die an Pest erkrankte Münsteraner Einwohner sowie schließlich für
Durchreisende geöffnet wurden.

Voraussetzung für die unentgeltliche Aufnahme auf Lebenszeit waren so-
wohl eigene Verdienste zugunsten ihrer Heimatstadt als auch die Stiftung
des Nachlasses zugunsten des Hospitals zu ihrem Seelenheil. Eine zweite
Aufnahmeform war die allgemein bekannte Verpfründung, bei der ein ein-
gezahlter Betrag die Kammer und die Verpflegung bis zum Tode sicherte.
Eine dritte Möglichkeit bestand darin, zunächst als Gastmeister zu arbei-
ten, eine Summe einzuzahlen und danach zu entscheiden, ob man im
Hause wohnen bleiben wolle. Zog man aus, so erhielt man für seine ge-
leistete Arbeit eine Rente. Zudem war viertens eine vorübergehende Auf-
nahme nachweisbar, die mit einer gestifteten Erbrente abgegolten wurde.

Aufgenommen wurden bedürftige arme Personen, die sich nicht mehr mit
ihrer Arbeit ernähren konnten, keinen anderen Trost hatten und so krank
waren, dass sie nur mit Krücken an den Türen guter Leute um Brot betteln
konnten. Für den Stifter des Hospitals wurde stets gebetet. Auch hatten die
Armen dem Provisor (Verwalter) Gehorsam und Friedfertigkeit zu schwören.
Bei erfolgter Gesundung sowie bei ungebührlichem Verhalten mussten sie
das Hospital wieder verlassen. In jedem Fall bestand ein Anfallsrecht des
Hospitals auf den Nachlass des verstorbenen Armen. Dazu kamen Arbeits-
verrichtungen für das Hospital. Im Magdalenen-Hospital waren diese ange-
siedelt beispielsweise in der Schlachtung, beim Brauen und bei Gartenar-
beiten. Aus dem Armenhaus „Zum Busch“ in Münster ist bekannt, dass die
untergebrachten Hausbewohnerinnen mit der Herstellung von Kerzen für
den Bedarf der benachbarten Martinskirche betraut waren. [1]

Die Verwaltung eines Spitals hatte eine Laienbruderschaft, an deren Spitze
ein von den Brüdern gewählter Spitalmeister (magister hospitalis) stand. Sie
lebten nach der Augustinerregel und nach vom Bischof erlassenen Konstitu-
tionen. Außerdem waren u. a. Bader im pflegerischen Bereich tätig. An der
Spitze aller stand eine Spitalmeisterin, die für den Großhaushalt, für die ver-
sorgende Garten-, Vieh- und Landwirtschaft sowie für die seelsorgerliche Be-
treuung, einschließlich für einen eingesetzten Schulmeister, zuständig war.
In Saarlouis herrschte eine niederdeutsche Tradition vor, die man aus
Flandern importierte. Hier ging man dazu über, wie in anderen Städten
ein Gesundheitswesen unter kommunaler Aufsicht aufzubauen. [2]

Im Gebäude des alten Canisianum, ursprünglich nach der Gründung der
Stadt eine Kirche mit Kloster der Augustinereremiten des Wallerfanger
Konvents, wurde nach der Französischen Revolution in preußischer Zeit
1840 ein neues Hospital errichtet, das nach einer Verlegung des Städti-
schen Krankenhauses im Jahre 1929 wieder als Anwesen eines Jesu-
itenordens diente. Ergänzend hinzu kam die Ansiedlung der Borromäe-
rinnen aus Nancy durch einen Vertrag aus dem Jahre 1810, die hier ein
„Hospice de Charité de Sarrelouis“ errichteten. Dazu kam in den Jahren
von 1833 – 1846 eine Mädchenschule, die von der Oberin Xavier Rudler
geleitet wurde. Nach der Gründung einer Krankenpflegeeinrichtung in der
Bierstraße zog man 1841 in die Augustinerstraße um. Das Hospital wurde
hier ausgebaut und 1867 durch ein Männerkrankenhaus erweitert. Neben
der Krankenpflege kam es 1859 zum Betrieb einer Höheren Töchterschule.
Ein Jahr später kam eine Waisenschule hinzu. 1890 schenkte dann Delphin
Motte dem Orden ein weiteres Gebäude, in dem dieser ein „Mägdeheim“,
eine Industrieschule und eine Kinderbewahrschule errichtete. Die Kinder-
bewahrschule zog 1908 in einen neuen Gebäudetrakt in der Augustiner-
straße; das Krankenhaus wechselte in die Räumlichkeiten des heutigen
DRK-Krankenhauses. Nach der Aufgabe verschiedener Einrichtungen
verließen allerdings die Schwestern 1939 Saarlouis. Seit 1848 leiten
die Borromäerinnen das St. Nikolaus-Hospital in Wallerfangen.

1875 kamen die Franziskanerinnen von Waldbreitbach nach Saarlouis
und gründeten hier an Ostern 1902 die heutige St. Elisabeth-Klinik. [3]

ANMERKUNGEN
[1] Gisela Drossbach (Herausgeberin), HOSPITÄLER IN MITTELALTER 
UND FRÜHERER NEUZEIT (Frankreich, Deutschland und Italien. Ei-
ne vergleichende Geschichte), R. Oldenbourg Verlag, München 2007,
Seiten 25 – 39.
[2] wie [1], jedoch die Seiten 53 + 258.
[3] Quelle: WIKIPEDIA, Webseite der Kreisstadt Saarlouis und des Ma-
rienhaus Klinikums Saarlouis-Dillingen (Unsere Geschichte).

EXPO 2018

Auf dem Großen Markt  in Saarlouis  fand an diesem Wochenende die EXPO 2018 statt. Aussteller aus verschiedenen Branchen stellten im aufgestellten Zelt ihre angebotenen Dienstleistungen vor. Auch im Außenbereich waren Aussteller vertreten. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem LINK: https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

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WER BACKTE DEN BESTEN APFELKUCHEN?

Ein neuer Apfelkuchenbackwettbewerb der Kreisstadt Saarlouis fand am Freitag, dem 21. September 2018, anlässlich der Herbsttage der Firma Reiter – Der Blüten- und Gartengestalter – in der Rodener Donatusstraße statt. OB Peter Demmer gratulierte dem Sieger des Wettbewerbs persönlich.

 

EIN STÜCK EISENBAHNGESCHICHTE

AUTOR: Josef Theobald

Nach dem I. Weltkrieg wird durch die Unterzeichnung des Versailler Vertrages
Elsass-Lothringen wieder französisch. Die Strecke Völklingen – Diedenhofen
(Thionville) wird von der „Compagnie des Chemins de fer d’Alsace-Lorraine“
(AL) übernommen. Dazu muss in Völklingen 1920 ein Bahnbetriebswerk mit
einer Drehscheibe zum Wenden der Loks errichtet werden. Am 1. Juni 1959
wird das Bahnbetriebswerk Völklingen wieder aufgelöst. [1]

In Zeiten des Dampflokbetriebes mussten alle nicht elektrisch betriebenen
Triebfahrzeuge von Zeit zu Zeit ein Bahnbetriebswerk (BW) anlaufen, um
Betriebsstoffe zu ergänzen oder weil Reparaturen erforderlich waren. Daher
entstanden an den meisten Knotenpunkten oder Abzweigbahnhöfen Betriebs-
werke oder wenigstens sogenannte „Lokbahnhöfe“, die zumindest die Versor-
gung der Dampflokomotiven mit Kohlen, Wasser und Schmierölen sicherstel-
len sollten. Dazu gehörten neben den eigentlichen „Lokbehandlungsanlagen“,
wie z. B. Wasserkräne, Bekohlungs- und Besandungsanlagen und Schlacken-
kanal vor allem Untersuchungsgruben, Hebeböcke, Bockkräne, Flurförderfahr-
zeuge (z. B. Gabelstapler) sowie eine Schlosserei mit der angeschlossenen
Schmiede, Schweißerei und Schreinerei für die Reparatur von Teilen oder
Armaturen. [2]

Zur Ausbildung des Lokführers gehörte auch ein Praktikum in einem Bahnbe-
triebswerk. Die Anforderungen für die Aufnahme in den mittleren technischen
Dienst bei der Bahn waren in der Regel handwerkliche Kenntnisse durch die
Ausbildung als Schlosser. Denn der Lokführer sollte seine Maschine sehr gut
kennen und notfalls die konkreten Mängel benennen können.

ANMERKUNGEN
[1] Karl-Heinz Janson / Wolfgang Schöpp, Der Eisenbahnknoten 
Völklingen, Sutton Verlag, Erfurt 2014, die Seiten 116/17.
[2] Klaus J. Vetter (Herausgeber), Alles über die Dampflok, Scon-
to im GeraMond Verlag, München 2007, die Seiten 27 + 28. 

1. RODENER GESUNDHEITSTAG

Zu seinem 1. Rodener Gesundheitstag lud der Rodener Ortsverband des Sozialverbandes VdK Saarland am Sonntag, dem 9. September 2018, ein. Die Ortsverbandsvorsitzende Astrid Krächan begrüßte anläßlich der Eröffnung im Karl-Thiel-Haus die erschienenen Besucher. OB Peter Demmer und Dagmar Heib MdL vom Demenzverein in Saarlouis überbrachten dann ihre Grußworte. Zahlreiche Aussteller mit ihren Ständen und diverse Vorträge umrahmten die Veranstaltung. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter folgendem LINK: https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

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HAUPTÜBUNG DER SAARLOUISER FEUERWEHR

Am Samstag, dem 8. September 2018, fand am Gebäude des Landratsamtes die diesjährige Hauptübung der Saarlouiser Feuerwehren statt. Hauptbeteiligte waren die Freiwilligen Feuerwehren aus der Innenstadt, vom Löschbezirk West und aus Lisdorf. Viele Zuschauer beobachteten das Geschehen. Mehr Bilder auch auf unserer FB-Seite unter folgendem LINK:

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AKTION „HEIMATSHOPPEN“

An diesem Wochenende läuft die Aktion des Saarlouiser Verbandes, jetzt verstärkt in der Region einzukaufen. Ziel des Einzelhandelsverbandes ist es dabei, hier dem Trend der Online-Handels entgegenzuwirken. 25 Betriebe aus Saarlouis beteiligen sich an einer besonderen  Aktion und bieten jedem Interessenten ein Gebinde von 4 Flaschen Bier à 0,33 l an.

SOMMERFEST DER RODENER FOHLEN

Zu einem Sommerfest luden die Rodener Fohlen am Samstag, dem 1. September 2018, in das Clubhaus des FC Fraulautern-Steinrausch ein. Zahlreiche Mitglieder des Fanclubs von Borussia Mönchengladbach sind am Abend erschienen. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter folgendem LINK:

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PFARRFEST BEI MARIA HIMMELFAHRT

Zum alljährlichen Pfarrfest kamen wieder viele Leute aus der Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt zusammen, um bei einem gemütlichen Beisammensein  das Programm  für diesen Anlass  zu verfolgen. Am Dienstag Abend  spielte die Band „The Party-Singers“ auf. Der  Mittwoch Vormittag  war für  das traditionelle Frühschoppenkonzert  des Musikvereins Harmonie reserviert. Mehr Bilder auch auf unserer  Facebook-Seite unter folgendem LINK: https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

BEGINN UND ENDE DES PRAGER FRÜHLINGS

AUTOR: Josef Theobald

Nach der Befreiung Osteuropas vom Hitlerfaschismus durch die Rote Armee
und nach der Ausweitung des Einflussgebietes bis zur Elbe entstand für J. W.
Stalin ein Problem. In den eroberten Ländern war der Einfluss der Sozialdemo-
kratie relativ sehr stark. Deshalb war der erste Gedanke, dass die Kommunisten
und die Sozialdemokraten zu einer Einheitspartei verschmelzen sollen. Denn es
sei unmöglich, dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten, ohne dem Sozialdemokra-
tismus in der Arbeiterbewegung ein Ende bereitet zu haben. [1]

In der Tschechoslowakei bewahrte die Kleinbourgeoisie, die einen bedeutenden
Teil der Stadt- und Landbevölkerung darstellte, immer einen alten, engen Natio-
nalismus. Sie neigte stets dazu, sich von einem opportunistischen und demago-
gischen Reformismus der Sozialdemokraten verführen zu lassen.

Zur Zeit des Prager Frühlings wurden folgende Forderungen aufgestellt:
– Schaffung eines neuen sozialistischen Modells, eines Sozialismus „mit mensch-
lichem Antlitz“,
– Neutralität der Tschechoslowakei in außenpolitischen Fragen,
– Revision des Warschauer Vertrages.

Auf die Medien hatte damals die „Literarny Listy“, um die sich eine neue Klasse
der intellektuellen Elite gruppierte, großen Einfluss, die zu einem Forum für die
obigen Forderungen wurden (Manifest der 2000 Worte). [2]

Diese inakzeptablen Forderungen riefen die Sowjetunion auf den Plan. Sehr
populär ist im Westen die Breschnew-Doktrin, die besagt, dass es nur eine
beschränkte Souveränität sozialistischer Staaten gäbe und dass die Sowjet-
union das Recht habe, dann einzugreifen, wenn in einem dieser Staaten der
Sozialismus bedroht würde. Dabei gäbe es eine Verknüpfung von Antisowje-
tismus und Antisozialismus. Aus chinesischer Sicht gab es diese Auffassung:
Unterwirft man sich jener Doktrin nicht, übe die Sowjetunion eine „internatio-
nale Diktatur“ aus, d. h. eine Diktatur gegen die Völker anderer Länder, um
eine „sozialistische Gemeinschaft“ unter der Herrschaft des neuen Zarenrei-
ches, nämlich Kolonien des Sozialimperialismus zu bilden. [3]

In der Volksrepublik China kam zu dieser Zeit der Begriff des Sozialimperialis-
mus auf. Im Verweis auf Lenin verstand man darunter den Sozialismus in Wor-
ten und Imperialismus in der Tat, das „Hinüberwachsen des Opportunismus in
den Imperialismus“. [4] Der Hintergrund lag in der Zeit des I. Weltkrieges, als
zunehmend sozialistische Parteien in bürgerliche Regierungen eintraten. Ob-
wohl sie in den Kongressen der II. Sozialistischen Internationale stets ihre Ein-
stellung zum Frieden beteuerten, stimmten sie in ihren Ländern den jeweiligen
Rüstungsetats, die ständig anwuchsen, zu. Deshalb waren diese Parteien bei
Lenin als Renegaten verschrien. [3]

In der Nacht des 21. August 1968 entsandte die Sowjetunion Flugzeuge, Pan-
zer und Bodentruppen in großer Zahl zu einem Überraschungsangriff zur mili-
tärischen Okkupation der Tschechoslowakei. Offiziell hieß es, die Truppen sei-
en „zum Schutz“ „der sozialistischen Errungenschaften“ in die Tschechoslowa-
kei entsandt worden. Weitere Gründe wurden genannt: „aus der Besorgnis um
die Stärkung des Friedens heraus“ und „zum Schutz der Basis des Friedens in
Europa“. [5]

Es muss hier allerdings gesagt werden, dass Rumänien sich weigerte, sich den
Sowjettruppen anzuschließen und der DDR verboten wurde, seine Truppen zu
entsenden, um ein zweites München 1938 auszuschließen.

Die Gegenwehr der Bevölkerung war angesichts der militärischen Übermacht
der Truppen des Warschauer Vertrages aussichtslos. Insgesamt starben bei
der Besetzung 50 Menschen. Einem Aufruf der Regierung folgend, verlegte
sich die Bevölkerung auf einen passiven Widerstand. [6]

Am 22. August 1968, während des Einmarsches der Truppen des Warschauer
Vertrages, wurden diese Forderungen formuliert:
– Proklamation des Bruchs mit der KPdSU und den Bruderparteien,
– Gewährung des Rechts des Ausschlusses dieser Parteien aus der internatio-
nalen kommunistischen Bewegung,
– Aufkündigung aller revolutionärer Traditionen und die Ablehnung ihrer marxi-
stisch-leninistischen Prinzipien,
– Verwandlung der KPC in eine nationalistische und antisowjetische Partei.
[2]

Am 26. August 1968 müssen die nach Moskau verschleppten Mitglieder der
Regierung einem „Kompromiss“ zustimmen. Alle die seit April beschlossenen
Reformen, die den Aufbau einer „sozialistischen Demokratie“ zum Ziel hatten,
wurden als Gegenleistung für einen schrittweisen Abzug der Besatzungstrup-
pen wieder aufgehoben. [6]

Am 31. August 1968 stimmt das Zentralkomitee (ZK) der KPC dem Moskauer
Protokoll endgültig zu. Der als eher schwankend charakterisierte Alexander
Dubcek muss zurücktreten. Ludvik Svoboda und Gustav Husak werden in
das Präsidium des ZK der KPC gewählt. [2]

Diese Ereignisse in Prag 1968 hatten in der kommunistischen Weltbewegung
weitgehende Konsequenzen. Denn sie spaltete sich in zwei Gruppen: in die
erste Gruppe, die weiterhin der Politik der KPdSU und seiner Bruderparteien
folgte, und in die zweite Gruppe, die sich ganz konsequent abwendete und
dem Beispiel der KP Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens nacheiferte.

Alles in Allem hatte sich die Tschechoslowakei ihren Nationalismus bewahrt
und sich stets weltoffen gezeigt. So unterschied man sich besonders von der
früheren DDR, die nicht nur eine natürliche, sondern auch eine Mauer in den
Köpfen errichtete, die heute vielfach noch besteht.

ANMERKUNGEN
[1] J. W. Stalin, Werke, Band 10, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1953, Seite 216.
[2] Robert-Jean Longuet, IM HERZEN EUROPAS…Prager „Frühling“ oder 
Prager „Herbst“, Coopérative Ouvrière de Presse et d’ Editions. Luxemburg 
1979, die Seiten 19/20, 23, 69, 78, 90/91 + 96.
[3] Dokumente des IX. Parteitages der Kommunistischen Partei Chinas, 
Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing (China) 1969, die Seiten 101/2.
[4] W. I. Lenin, Werke, Band 29, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1961, Seite 493.
[5] Totaler Bankrott des sowjetischen modernen Revisionismus, Verlag für
fremdsprachige Literatur, Beijing (China) 1968, die Seiten 23, 27/28.
[6] Die große Chronik WELTGESCHICHTE, Band 18: Vom Kalten Krieg zur 
Koexistenz (1961-1973), Wissen Media Verlag, Gütersloh/ München 2008, 
die Seite 229.

NACHTRAG

Robert-Jean Longuet (1901-1987) war ein französischer Rechtsanwalt und
ein Journalist. Auch war er ein Urenkel von Karl Marx (1818-1883). Die An-
hänger des französischen Sozialreformisten Longuet vertraten zentristische
Anschauungen. Nach W. I. Lenin (1870-1924) waren die Zentristen die Leute
der Routine, zerfressen von der faulen Legalität, korrumpiert durch die Atmo-
sphäre des Parlamentarismus usw., Beamte, gewöhnt an warme Pöstchen
und an „ruhige“ Arbeit. In seinen Augen waren diese eine Erscheinung des
Übergangs von der Periode der Arbeiterbewegung (1871 bis 1914) bis zu
einer neuen Periode der Ära der sozialen Revolution (ab 1917). Während
des ersten Weltkriegs vertraten die Longuetisten einen sozialpazifistischen
Standpunkt. Gegenüber der Oktoberrevolution in Russland blieben sie in
Wirklichkeit feindlich gesinnt. Auf dem Parteitag der Sozialistischen Partei
Frankreichs (Dezember 1920) in Tours bildeten sie allerdings eine Minder-
heit („Minoritaires“). (W. I. Lenin, Werke, Band 24, die Seiten 62 + 591)

SCHWEIGENDE REVOLTE

50 JAHRE NIEDERSCHLAGUNG DES PRAGER FRÜHLINGS

Als sich Leonid Breschnew (1906-1982) im Mai 1978 in der Tschechoslowakei
aufhielt, passierte etwas Interessantes.

Am 31. Mai fand im Prager Schloss eine Versammlung statt, auf der Breschnew
sagte, die Tschechoslowakei habe „1968 ziemlich schwierige Prüfungen ehren-
haft bestanden“. Als er auf die „gute Zusammenarbeit zwischen den Bruderlän-
dern“ einging, kam es plötzlich zu einer Bildstörung. Gleichzeitig blieb die Rund-
funkübertragung aus. Die Live-Sendung wurde durch ein Foto von Prag, später
durch Dokumentaraufnahmen ersetzt. 20 Minuten entschuldigte sich zweimal
ein Ansager für das „technische Versagen“.

Westliche Diplomaten und Journalisten meinten, so etwas hätte es noch nie ge-
geben. Dieser Vorfall, der zehn Jahre, nachdem Breschnew die Tschechoslowa-
kei mit Panzern und Kanonen in die Knie gezwungen hatte, eintrat, demonstriert
die Verachtung des tschechoslowakischen Volkes. Die Wut der sowjetischen Be-
amten kam darin zum Ausdruck, dass sie den Vorgang als „Sabotage“ betrachteten.

Die englische Zeitung „Daily Mail“ berichtete am 1. Juni: „Breschnew verschwand
von den tschechoslowakischen Bildschirmen“, „dies war ein Unternehmen gesun-
der und schweigender Revolte“.

Quelle: BEIJING RUNDSCHAU, Nr. 24 vom 20. Juni 1978, Seite 32.

ABSCHLUSS DER SOMMERKONZERTE 2018

Am  Sonntag, dem  29. Juli 2018, war  auf  der Vaubaninsel  der Abschluss  der Sommerkonzerte  des Stadtverbandes der kulturellen Vereine in Saarlouis. Neben dem Spiel- und Fanfarenzug Neuforweiler traten auf die Kirchenchöre Neuforweiler und Beaumarais, der Männerchor 1864 Roden  mit dem Rathauschor Saarlouis, der MGV Harmonie 1909 Fraulautern und  die Chorgemeinschaft  MGV 1859 Lisdorf  mit  der Abteilung  Männerchor. Die  Moderation  hatte  Brigitte Bilz. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem LINK: https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

 

 

POLITISCHE SPANNUNGEN BEIM CHINESISCHEN RUNDFUNK

AUTOR: Josef Theobald

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Deutschen Redaktion von Radio
China International (CRI) kam im Jahre 2010 die Broschüre „Mit Fünfzig auf
dem Weg“ heraus. 1995 erschien im Akademie Verlag der Band „Die DDR
und China (1949-1990)“, der neue Einblicke in die Beziehungen der DDR zur
Volksrepublik China gab. So war die Gründung der Deutschen Redaktion von
Radio Peking ein reines Politikum. Der Arbeitsplan für das Jahr 1959 sah eine
kulturelle Zusammenarbeit zwischen der DDR und China vor. Hier war eine Ko-
operation auf dem Gebiet des Rundfunks vorgesehen. Die DDR entsandte zwei
Redakteure, einen Sprecher und zwei Übersetzer. Ein Mitarbeiter war Gerhard
Lange, der spätere Intendant von Radio DDR. Doch war die Atmosphäre in der
Zeit ihrer Anwesenheit stark vergiftet. Die DDR-Kollegen sahen sich als Steig-
bügelhalter der sowjetischen Interessen in China. Aus diesem Grund war es
von vornherein die Absicht des chinesischen Staatsrates gewesen, auch im
chinesischen Rundfunk völlig auf eigenen Beinen zu stehen. So wurde von
der DDR-Botschaft kritisch beobachtet, dass die Deutsche Redaktion durch
zwei Absolventen aus Leipzig und einige andere Dolmetscher verstärkt wurde
(He Lian, Chen Hanli, Fang Jingqian, Wu Weifang, Zou Fuxing, Dong Lianming).
Auch funktionierten die Spezialisten aus der DDR nicht so, wie sie sollten. Es
gab hier Weigerungen, die Arbeit im Sinne des Auftraggebers zu vollziehen.
Denn es wurden drei sehr wichtige Kommentare gesendet, die vorher von
den deutschen Experten im großen Maße überarbeitet und entstellt wurden.
Hier beschwerten sich die albanischen Genossen umgehend. Ein Anlass war
der 20. Jahrestag der Gründung der Partei der Arbeit Albaniens (PdAA). In sei-
ner Rede ging der Erste Sekretär Enver Hoxha auf die damaligen Beziehungen
zur Sowjetunion ein. Dabei prangerte er die chauvinistische Großmachtpolitik
der Sowjetunion unter Nikita Chruschtschow an. Außerdem warf er der KPdSU
Revisionismus vor. Allerdings betonte er im Nachgang die Gefühle der aufrich-
tigen Freundschaft zu den Brudervölkern der Sowjetunion. [1] Die SED-Ge-
nossen sahen jedoch im Verhalten Albaniens ein Zeichen von Antisowjetis-
mus. Nach der propagierten Ideologie gehörte demnach Albanien dem anti-
sozialistischen Lager an.

Wie kam es zu den Vorbehalten in Albanien?

Die Sowjetunion wollte aus Albanien eine Obstkolonie machen. Rohstoffe,
wie Erdöl, Chrom, Kupfer, Eisennickel und Kohle sollten lediglich aus der
Sowjetunion und anderen Bruderländern importiert werden. Die Seehäfen
Albaniens gewannen plötzlich eine militärstrategische Bedeutung. So wird
schnell klar, dass es in Albanien große Widerstände gegen Chruschtschow
gab. Doch hatte die Sowjetführung relativ wenig Druckmittel.

Die Hauptkräfte des Widerstandes in Albanien im II. Weltkrieg sowohl gegen
den italienischen als auch gegen den deutschen Faschismus lagen bei den
Partisaneneinheiten. Als die Rote Armee in das Gebiet eindrang, stand das
Land mehrheitlich unter der Kontrolle der Partisanenverbände.

Im Balkanland „Bulgarien“ war dies z. B. anders. Hier kam die Freiheit aus
dem Osten. Man musste nun stets der Sowjetunion und der Roten Armee
für die gewonnene Freiheit vom faschistischen Joch dankbar sein.

Gerhard Lange, der für die Überarbeitung der strittigen Beiträge zuständig
war, musste sich schließlich im November 1961 bei der Redaktionsleitung
verantworten. Ihm wurde eine Erklärung vorgelegt, die bestätigt, dass er
die Mitarbeit beim Sender abgelehnt habe. Hierbei ging es im Wesentlichen
um die Redaktionsdisziplin. Trotz der Hinzuziehung des Redakteurs Ho Lien
weigerte sich Lange, die vorgelegte Erklärung zu unterzeichnen.

„Musst du mit fremdem Brot den Hunger stillen,
Musst du auch stumm gehorchen fremdem Willen.“
(Die Schmuckschatulle der Kurtisane, Beijing 1985,
Seite 197)

Was die Frage der friedlichen Koexistenz zwischen den Nationen betraf,
hatte die chinesische Außenpolitik schon früh eigene Vorstellungen.

Anlässlich der afro-asiatischen Konferenz im indonesischen Bandung ent-
wickelten im April 1955 der indische Ministerpräsident Nehru und sein chi-
nesischer Amtskollege Zhou die fünf Grundprinzipien der friedlichen Koexi-
stenz, die die gegenseitige Achtung der territorialen Integrität und Souverä-
nität, den Nichtangriff, die Nichteinmischung in die innerpolitischen Angele-
genheiten des anderen (Landes, „Monroe-Doktrin“), Gleichheit und gegen-
seitiger Nutzen (Vorteil) und friedliche Koexistenz beinhalteten. [2] Schon
im Juni 1949 hatte Mao Zedong in seiner Schrift „Über die demokratische
Diktatur des Volkes“ auf drei Prinzipien bezüglich des Handels und der di-
plomatischen Beziehungen hingewiesen: auf der Grundlage der Gleichbe-
rechtigung, des gegenseitigen Vorteils und der gegenseitigen Achtung der
territorialen Integrität und Souveränität. [3]

Die sowjetische Außenpolitik verfolgte damals in erster Linie einen Ausgleich
zwischen den Supermächten. In dieser Beziehung war es ihr Bestreben, der
atomaren Bedrohung Einhalt zu gebieten. Die chinesische Außenpolitik da-
gegen stellte die Grundbedingungen für bilaterale Beziehungen an die erste
Stelle. Deshalb sind die von der SED gemachten Vorhaltungen lediglich ein-
geschränkt nachvollziehbar.

Ein weiterer strittiger Punkt in den Beziehungen zur SED war die Gründung
der Volkskommunen. Diese sind während der Periode des Großen Sprung
nach vorn in der Volksrepublik China gegründet worden. Der Staatsrat der
DDR unter seinem Vorsitzenden Walter Ulbricht hatte starke Vorbehalte ge-
genüber den Volkskommunen gehabt. Jene sollten sich ebenso in den Span-
nungen beim chinesischen Rundfunk wiederspiegeln.

In den Fünfziger Jahren ging man dazu über, die Landwirtschaftlichen Pro-
duktionsgenossenschaften (LPGs) auf eine höhere Stufe zu bringen. Dies
reichte aber in der Praxis oft nicht aus. So schlossen sich mehrere LPGs
zu Volkskommunen zusammen. Diese bestanden aus einem Drei-Stufen-
System: die Kommune, die Produktionsbrigade und die Produktionsgruppe.
Die Volkskommune betrieb nicht nur Land- und Viehwirtschaft, sondern sie
hatte auch eigene Reparaturwerkstätten für ihre eingesetzten Maschinen.
Neben einer kleinen Landmaschinenproduktion gab es Produktionsstätten
für Phosphatdünger, Spinnereien, Be- und Entwässerungsanlagen, Hoch-
spannungsleitungen mit Transformatoren.

Die Volkskommunen waren nicht nur rein wirtschaftliche Einheiten, sondern
sie verfügten auch über eine eigene Amtsgewalt, die in den früheren Jahren
von Gemeindeverwaltungen ausgeübt wurde. Deshalb bestimmten sie auch
die Kultur- und Bildungsarbeit, die Gesundheitsversorgung, die behördlichen
Angelegenheiten und den öffentlichen Sicherheitsdienst auf dem Lande. Er-
gänzt wurden diese Aufgaben durch ein Volksmilizregiment. [4]

Im Wege der Modernisierung der chinesischen Wirtschaft hatten die Produk-
tionsgruppen die Möglichkeit, sich entsprechend der regionalen Gegebenhei-
ten zu spezialisieren. Dies betraf ebenfalls die Geflügelzucht, den Pilzanbau
und die Tierfuttererzeugung. Allerdings wurde ein Vertragssystem eingeführt,
das den einzelnen Produktionsgruppen mehr Verantwortung abverlangte. Es
zeigte sich aber mit der Zeit, dass die Rolle der Volkskommunen überbewertet
wurde.

Den Hintergrund der Volkskommunen kann man nur im Lichte der damaligen
Weltpolitik verstehen. China strebte nach Autarkie, wie der Slogan „Vertrauen
auf die eigene Kraft“ verrät. Nach dem II. Weltkrieg fand dieser Slogan seinen
Ausdruck in der Entschlossenheit und revolutionären Bereitschaft der osteuro-
päischen wie ostasiatischen Länder, den Sozialismus unter allen Bedingungen
und Umständen durch die Mobilisierung aller menschlichen, materiellen und fi-
nanziellen Quellen aufzubauen.

ANMERKUNGEN
[1] Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens, Verlag „Naim Frasheri“,
Tirana 1971, die Seiten 534/35.
[2] Der VIII. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas, Dokumente,
Band I, Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing 1956, Seite 103.
[3] Mao Zedong, Ausgewählte Werke, Band IV, Verlag für fremdsprachige
Literatur, Beijing 1969, Seite 443.
[4] Dschu Li – Tiän Djiä-yün, In einer Volkskommune (Bericht aus Tjiliying),
Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing 1975, die Seiten 12 – 18.