Ein alter Brauch in der Vorweihnachtszeit ist das Wichteln, eine Tradition, die auf den nordischen Wichtel zurückgeht. Diese Sagengestalt ist bekannt dafür, heimlich Gutes zu tun. Beim Wichteln wird innerhalb eines Freundes- oder Bekanntenkreises gelost, wer wen beschenken darf. Der Sinn dahinter ist, dass jeder gleichgestellt wird und niemand leer ausgeht.
Eine besonders witzige Variante ist das Schrottwichteln. Hierbei geht es darum, ein Geschenk zu machen, das man selbst nicht schön findet oder nicht braucht. Der Spaßfaktor steht hier an erster Stelle!
In einigen Familien werden Tür- oder Fensterattrappen an die Wand gemalt. Die Wichtel kommen dann zur Tür oder zum Fenster herein und spielen den Kindern über Nacht Streiche. So wird zum Beispiel im Kinderzimmer Unordnung gemacht oder die Schuhe versteckt, sodass das Kind morgens überrascht ist. Wichtel sind manchmal auch ein wenig unartig, aber je nach Laune bringen sie den Kindern auch kleine hübsche Überraschungen.
Die Wichtel selbst sind ganz kleine menschenähnliche Wesen, die in eigenen Gemeinschaften leben. Sie tauchen meist in Gruppen auf, leben unterirdisch, in Höhlen oder in versteckten Ecken in den Häusern der Menschen. Im Allgemeinen sind sie den Menschen gegenüber freundlich und helfen ihnen, meist unaufgefordert, bei der täglichen Arbeit. Oft verschwinden sie, wenn sie von Menschen entdeckt werden.
Erfunden wurden diese liebevoll aussehenden Wesen von den Gebrüdern Grimm, die die Wichtel häufig in ihren Märchen auftreten ließen.
