DIE LEGENDE DES HL. DONATUS

AUTOR: Josef Theobald

Donatus (= geschenkt) war der nach vielem Gebeten „von Gott geschenkte
Sohn“ vornehmer Eltern zu Rom. Der Vater Faustus war Befehlshaber des
kaiserlichen Heeres. Auch der Sohn wurde Soldat und bald Offizier. Mit
seiner Legion wurde er nach Germanien gegen die Markomannen entsandt.
Das römische Heer kam 174 in arges Gedränge; die Lebensmittel gingen
aus und es mangelte an Wasser. Da betete die Legion des heiligen Dona-
tus mit 6666 Mann, lauter Christen, zum Einen wahren Gott – und während
ein Regen die römischen Soldaten erquickte, öffnete der Himmel seine
Schleusen und goss Ströme von Wasser über die Feinde. Blitze und Hagel
töteten eine Menge derselben. Der Sieg war vollständig. Infolge davon
wurde jene Legion »die blitzende« genannt.

Kaiser Marc Aurel ernannte den tapferen Donatus zum Befehlshaber seiner
Leibwache und wollte ihn mit seiner Enkelin, der Fürstin Alexandra, ver-
mählen. Da jedoch der Heilige die Ehe ablehnte, weil er sich Gott für
immer durch das Gelöbnis der Keuschheit geweiht hatte, wurde er als
Christ verfolgt und im Palast der Fürstin nach deren Anstiftung hin
enthauptet. Im Jahre 1649 wurden seine heiligen Reliquien in den Kata-
komben von Rom aufgefunden und von Jesuiten in ihre Kollegiumskirche
zu Münstereifel im Bistum Trier 1652 übertragen. Aus obiger Begebenheit
ist es erklärlich, dass der heilige Donatus zum besonderen Schutzpatron
gegen Blitz und Ungewitter erwählt wurde. Sein Verehrungstag ist der 30.
Juni.

QUELLE

Heiliger Donatus, Soldat und Märtyrer, Chiemgau Blätter, Jahrgang 2018,
Nummer 26.

ANMERKUNG
Das Christentum war niemals eine „Lagerreligion“ gewesen.
Erst etwa seit der Zeit des Marc Aurel oder des Commodus
hat es christliche Soldaten gegeben. Bis zu dieser Zeit
waren christliche Soldaten noch spärlich, und das Chri-
stentum hatte sie ergriffen, als sie noch Soldaten waren.
In der Zeit, als die christlichen Soldaten häufiger wurden,
forderten die Strengen unter den Gläubigen, die Unvereinbar-
keit der christlichen Religion mit dem Soldatenstand darzutun
und verlangten von den christlichen Soldaten, dass sie ihren
Dienst quittierten oder das Martyrium erleiden sollten. (Adolf
von  Harnack, Die Mission und Ausbreitung des Christentums in
den ersten drei
Jahrhunderten, Zweiter Band: Die Verbreitung,
Seite 578)

BEITRAGSBILD
St. Donatus in der Kapelle des Filialortes Daun-Gemünden

 

TAGESFAHRT 2019 DES VHVS

WANN: Freitag 19. Juli 2019

ZIEL: „Burgbesichtigungen an Obermosel / Saargau und im Hochwald“
Überland-Bus, Baron-Reisen, 49 Plätze, ohne WC (kurze Distanzen), mit
Klimaanlage.

INFORMATION: Beschränkte Teilnehmeranzahl: 35 Personen.
Verbleibender Eigenkostenbeitrag: 35,– € pro Mitglied eines
Mitgliedsvereins inklusive Fahrt, Besichtigungen, Mittagessen
und Weinprobe.

TAGESABLAUF

08.45 Uhr  Treffen Saarlouis Stadtgartenhalle, St. Nazairer Allee inkl. Gruppenfoto.
09.00 Uhr   Abfahrt.
10.30 – 11.45 Uhr  Geführte Besichtigung der Grimburg.
12.00 Uhr  Weiterfahrt.
12.45 – 14.00 Uhr Mittagessen in Kell am See, Seeuferweg (Elsässer Flammkuchen
zur Begrüßung, Schnitzel Wiener Art, Pommes, Salat. Alternativ: Salatteller inkl. Rösti-
Taler).
13.15 Uhr  Weiterfahrt zum Busparkplatz Saarburg (Im Hagen).
15.15 – 15.45 Uhr  Besuch des Amüseums Saarburg, Am Schlossberg Besichtigung
(keine Führung).
15.45 – 17.30 Uhr  Geführte Besichtigung Saarburg, „Der Kurfürst, seine Burg und der
Saarwein“, Stadtrundgang, Burgbesichtigung, Weinprobe.
17.45 Uhr  Heimfahrt .
18.30 Uhr  Rückankunft Saarlouis Stadtgartenhalle.

Mit der Bitte um Anmeldung bis 14. Juli beim entsprechenden Vorsitzenden des Heimat-
kundevereins vor Ort (im Verhinderungsfall bei Michael Hoen per E-Mail).
E-Mail-Adresse: michaelhoen@aol.com.

Die Anmeldung ist verbindlich. Die Zahlung erfolgt in Bus. Wir freuen uns auf Eure Teil-
nahme!

HINWEIS
Der eingesetzte Bus ist nicht barrierefrei.

Vorstand des Vereins für Heimatkunde SLS – Neuforweiler e.V

50. GEBURTSTAG DER STÄDTEPARTNERSCHAFT

In Saarlouis gab es am Freitag, dem 22. Juni, einen Festakt und am
Abend ein Bürgerfest auf der Vaubaninsel. Ein Fest mit Leuten aus
Saarlouis und Saint-Nazaire, mit Akteuren, die schon seit Jahrzehnten
dabei sind, und solchen, die gerade erst anfangen. Ein bretonisches
Ensemble spielte dann auf an diesem Abend mit viel Kultur aber „ohne
großen Aufriss“.

DER URSPRUNG VON FRONLEICHNAM

AUTOR: Josef Theobald

Fronleichnam kommt vom Mittelhochdeutschen „fron“ und bedeutet
„Herr“. „lichnam“ hat die Bedeutung von „lebendiger Leib“. Gefeiert
wird Fronleichnam am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag,
also zehn Tage nach Pfingsten, zur besonderen Verehrung des Al-
tarsakramentes. Es ist ein katholisches Fest. Denn die Katholiken
glauben ja an eine Gegenwart Christi während der Eucharistie.

Dadurch ergeben sich entsprechende Traditionen, wie die Prozession
durch die Straßen mit einer Monstranz, die eine Hostie als sichtbares
Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi enthält. Derartige
Prozessionen können auch auf dem Wasser durchgeführt werden, wie
z. B. in Köln-Mülheim, in Duisburg oder im Schweizer Kanton Luzern. [1]

Traditionell endet eine Fronleichnamsprozession mit einem feierlichen
Gottesdienst, der gern unter freiem Himmel abgehalten wird.

Der Feiertag erinnert als Fest des Leibes und Blutes Jesu Christi an
die Einsetzung der Eucharistie als Opfer (Altarsakrament). Der hier
eigentlich passendere Feiertag wäre der Gründonnerstag gewesen,
wurde aber wegen der Passionswoche an das Ende der Osterzeit
gelegt.

Erzdiakon Robert von Lüttich führte aufgrund von Visionen der Augu-
stinernonne und Mystikerin Juliana von Mont Cornillon das Fest 1246
in der Diözese Lüttich (Belgien) ein. Nach Überlieferungen soll Jesus
Christus der Nonne durch das Symbol des Halbmondes das Fehlen
eines Festes zum Eucharistie-Sakrament gezeigt haben. [2]

Papst Urban IV (1261-1264) legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten
Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII (1316-1334)
sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abendländischen Kirche
begangen wird. Die erste Fronleichnamsprozession fand in der 2. Hälfte
des 13. Jahrhunderts in Köln statt. Die Wege mit den Stationen der Pro-
zession sind durch Fahnen und Blumenteppiche geschmückt. [1]

Das Konzil von Trient (1545-1563) bestätigte das Fronleichnamsfest,
nach der allein die römisch-katholische Kirche die Verfügung über die
Eucharistie habe. Unter dem entarteten Protestantismus demonstrierten
fortan die Katholiken mit großem Aufwand ihren rechten Glauben in dem
ganzen Land. Die Gläubigen zogen singend und betend mit den Fahnen,
den Schellen und dem Weihrauch durch Stadt und Flur, um hiermit das
Allerheiligste, also den Leib Christ, der durch die Hostie symbolisiert wird,
zu begleiten.

Fronleichnam war und ist ein steter Zankapfel zwischen Katholiken und
Protestanten. Schon der Reformator Martin Luther bezeichnete das Fest
„Fronleichnam“ 1527 sogar als das „allerschädlichste Jahrfest“, da ihm ja
die Grundlegung in der Bibel fehlte und er Prozessionen grundsätzlich als
Gotteslästerung ansah. [2]


ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota,
KATHOLISCH A-Z (Das Handlexikon), Verlag
Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite
87.
[2] Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage
(Religiöse und nationale Feiertage weltweit),
Chronik Bertelsmann, Wissen Media Verlag,
Gütersloh/München 2009, die Seiten 42 + 43.

DIE ERFOLGE DER SOWJETISCHEN RAUMFAHRT

AUTOR: Josef Theobald

In der Sowjetunion arbeiteten auf dem Gebiet der Raketentechnik
die begabten russischen und sowjetischen Ingenieure Friedrich
Zander, Juri Kondratjuk und Michail Tichonrawow. Ihre Erstarbeiten
wurden durch den hervorragenden sowjetischen Wissenschaftler,
den Generalkonstrukteur der sowjetischen Raumschiffe, Akdademie-
mitglied Sergej Koroljow, sowie von seinen zahlreichen Kollegen und
Schülern fortgesetzt und glänzend verwirklicht. Einen großen Beitrag
zur Entwicklung der Raketentechnik leistete der namhafte sowjetische
Wissenschaftler Akademiemitglied Walentin Gluschkow.

Im 4. Jahr des kosmischen Zeitalters – am 12. April 1961 – startete das
erste Raumschiff der Welt mit einem Menschen an Bord. Dieser Mensch
war Bürger der Sowjetunion und hieß Juri Gagarin. Danach stiegen wie-
tere Raumschiffe mit einem, zwei und drei Kosmonauten an Bord auf.
Mehrmals umkreiste das sowjetische Raumschiff mit der ersten sowjeti-
schen Kosmonautin Walentina Tereschkowa unseren Planeten. Der Kos-
monaut Alexej Leonow stieg als erster aus der Raumschiffkabine in den
Weltraum aus.

Sowjetische Raumschiffe brachten das erste automatische wissenschaft-
liche Labor „Lunochod 1“ zum Mond, das mehrere Monate lang den Mond
befuhr und regelmäßige Informationen über den natürlichen Trabanten
unseres Planeten zur Erde übermittelte. Einen neuen Meilenstein in
der Erschließung des Kosmos bildeten die Mondlandungen der sowjeti-
schen automatischen Raumsonden, die Muster des Mondgesteins zur Erde
brachten.

Am 16. Januar 1973 landete auf der Mondoberfläche, am Westrand des
Mare Serenitatis, die automatische Station „Luna 21“. Sie hatte den
automatischen selbstfahrenden Automat „Lunochod 2“ an Bord, der die
frühere Erforschung der Mondoberfläche durch „Lunochod 1“ fortsetzte.
[1]

In den ersten Jahren war die sowjetische Raumfahrttechnik gegenüber
der US-amerikanischen überlegen. Dies brachte den damaligen US-Präsi-
denten John F. Kennedy auf den Plan, der durch die Gründung der Raum-
fahrtbehörde NASA die Raumfahrttechnik weit voran brachte. Erzielt
wurden die Erfolge durch die Netzwerkorganisation. Als der sowjetische
Gegenspieler Koroljow plötzlich starb, geriet die sowjetische Raumfahrt-
technik ins Hintertreffen. Denn der sowjetischen Raumfahrt fehlte eine
vergleichbare Netzwerkorganisation. Es waren hier oft nur einzelne Per-
sonen, die die Raumfahrttechnik weit voran brachten.

ANMERKUNG
[1] UdSSR, gestern, heute, morgen, APN-Verlag,
Moskau 1977, die Seiten 37/38.

DIE MONDLANDUNG MIT APOLLO 11

„Apollo 11“ ist die Bezeichnung des ersten bemannten Fluges mit
einer Mondlandung. Es war eine Raumfahrtmission im Rahmen des
Apollo-Programms der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA.
Die Apollo-Mission verlief erfolgreich und erfüllte die 1961 von US-
John F. Kennedy erteilte Aufgabe an die Nation, noch vor Ende des
Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und wieder sicher zurück
zur Erde zu bringen.

Die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und
Michael Collins starteten am 16. Juli 1969 mit einer Saturn-
V-Rakete von Launch Complex 39A des Kennedy Space Center in
Florida und erreichten schließlich am 19. Juli eine Mondum-
laufbahn. Während Collins im Kommandomodul des Raumschiffs
Columbia zurückblieb, setzten Armstrong und Aldrin am nächsten
Tag mit der Mondlandefähre „Eagle“ auf dem Erdtrabanten auf. We-
nige Stunden später betrat Armstrong als erster Mensch den Mond,
kurz danach auch Aldrin. Nach einem knapp 22-stündigen Aufenthalt
startete die Landefähre wieder von der Mondoberfläche und kehrte
zum Mutterschiff zurück. Nach Rückkehr zur Erde wasserte die Raum-
kapsel „Columbia“ am 24. Juli rund 25 Kilometer vom Bergungsschiff
USS Hornet entfernt im Pazifik. Mit Apollo 11 wurden auch das erste
Mal Gesteinsproben von einem anderen Himmelskörper (vom Mond)
zur Erde geholt. Unbemannte Missionen dieser Art waren ja zuvor ge-
scheitert.

Bei der Fernsehübertragung der Mondlandung 1969 verfolgten weltweit
rund 600 Millionen Menschen das Ereignis.

DIE HERKUNFT VON PFINGSTEN

Das Wort „Pfingsten“ kommt vom Griechischen „pentekosté“
und bedeutet „der fünfzigste“ (Tag). Denn das Pfingstfest wird
50 Tage nach dem Osterfest gefeiert und bildet den Abschluss
der Osterzeit. Die Kirche feiert an Pfingsten das Kommen und
Wirken des Heiligen Geistes. Die liturgische Farbe in der katho-
lischen Kirche ist „rot“. [1]

Im jüdischen Umfeld nennt man das Pfingstfest „SCHAWUOT“,
Wochenfest, das Fest der Erstreife oder auch nur Erntefest. Im
symbolischen Bereich bedeutet es die freie Annahme der Thora,
also die moralische Befreiung. In der Synagoge wird an diesem
Tag aus dem Buch „Ruth“ gelesen, um damit die Loyalität zum
Judentum zu bekunden. Heute ist der Tag in den reformierten,
konservativen und sogar in einigen orthodoxen Gemeinden der
Zeitpunkt, an dem die Mädchen und Jungen zwischen 13 und
16 Jahren ihr Bekenntnis zur jüdischen Lebensweise ablegen.
[2]

Nach Ansicht der Peruschim (Pharisäer), die sich als Regelung
durchgesetzt hat, bezeichnet Schabbat den ersten Festtag von
Pessach, daher beginnt die Zählung am Folgetag, dem 16. Nis-
san, und entsprechend fällt Schawuot auf den 6. Ssiwan (Mai/
Juni). Die Bajtossim, „Boethusäer“, hingegen verstanden Schab-
bat wörtlich (Mischna, M’nachot 10,3). Darum musste Schawuot
immer auf einen Sonntag fallen. Die Essener aus Qumran inter-
pretierten Schabbat ebenfalls wörtlich, doch begann ihre Zäh-
lung nach dem Schabbat, der der auf Pessach folgte. Ihrem
solaren Kalender entsprechend fällt das Schwingen des omer
immer auf Sonntag, dem 26. Nissan, und Schawuot auf Sonn-
tag, dem 15. Ssiwan.

Solange der Tempel bestand, kamen Pilger aus dem ganzen
Land, brachten nicht nur Weizen mit, sondern auch Weintrau-
ben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln, Honig und Öl.
Je nach Entfernung ihres Wohnortes vom Tempel brachten
die Grundbesitzer frische oder getrocknete Früchte (Rosinen,
Feigen). Diese ersten Früchte wurden mit Grün und Blumen
geschmückt. [3]

Die Christen haben von den Juden die Tradition übernommen,
dass das Abschneiden des Omer (einer kleinen Menge Gerste)
nicht am Ausgange eines Festtages stattzufinden hat. Deshalb
wird das Wochen- oder Pfingstfest an dem auf den ersten Fest-
tag folgenden Sonntag gefeiert. Der Hintergrund dieser früheren
Entscheidung bleibt aber heute allerdings im Dunkeln. [4]

Nach der Apostelgeschichte gilt Pfingsten als Ursprung der christ-
lichen Mission und als Gründungsfest der Kirche. Im 2. Kapitel
wird zu diesem Anlass von einem Herabkommen des Heiligen
Geistes gesprochen, der von „Zungen zerteilt, wie von Feuer“
auf die Apostel niedergeht und sie dadurch befähigt, in den
verschiedensten Sprachen zu reden. Dieses Pfingstwunder
hatte zwei Ergebnisse. Zum einen wurden die Apostel in ihrer
Sendung bestärkt und zum andern war es der Auslöser, um
ihre Botschaft unter die Menschen zu bringen.

Die meisten praktizierten Pfingstbräuche knüpfen an jahreszeitlich
bedingte Traditionen an, so wie das oft mit einer Segnung der Äcker
verbundene Pfingstreiten oder der festlich geschmückte und sprich-
wörtlich bekannte Pfingstochse, der den Beginn der Weidezeit an-
kündigt. Mancherorts hat sich das Brauchtum erhalten, Pfingstfeuer
zu entfachen, ein Freudenfeuer, das den Abschied der Winterzeit
symbolisiert. Die lodernde Flamme – auch ein Symbol für den
Heiligen Geist – galt darüber hinaus als Zeichen der Reinigung
und Erleuchtung der Gläubigen.

Eine besondere Bedeutung kommt ebenfalls dem Pfingstwasser
zu. Denn es war früher üblich, sich zu Pfingsten in einem Bach
zu waschen oder aus einem Quellbrunnen zu trinken. Der Früh-
tau am Pfingstsonntag sollte vor Sommersprossen schützen und
vor Verhexung behüten. Ansonsten war Pfingsten ehemals ein
beliebter Tauftermin. [5]

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH A-Z
(Das Handlexikon), Verlag Herder, Freiburg im Breisgau
2009, Seite 200.
[2] Alfred J. Kolatsch, JÜDISCHE WELT VERSTEHEN, im
FOURIER Verlag erschienen, Wiesbaden 1996, Seiten
244/45.
[3] Efrat Gal-Ed, Das Buch der jüdischen Jahresfeste, Insel
Verlag, Frankfurt (Main)/Leipzig 2001, Seite 74/5.
[4] MISCHNAJOT (Die sechs Ordnungen der Mischna), 
Teil V, Ordnung KADASCHIM, Traktat MENACHOT 
X,3, die Anmerkung 20, Dritte Auflage, Victor Gold-
schmidt Verlag, Basel (Schweiz) 1968, Seite 147.
[5] Die wichtigsten Feier und Gedenktage (Religiöse und
nationale Feiertage weltweit), in Bertelsmann Chronik,
Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2009, die
Seiten 40 + 41.

DIE HERKUNFT DES DRACHENBOOTFESTES

AUTOR: Josef Theobald

Jedes Jahr feiert man in China am 5. Tag des 5. Monats nach
dem Mondkalender das Drachenbootfest als Versinnbildlichung
der Suche im Fluss nach der Leiche von Qu Yuan.

An diesem Tag macht man Zongzi (in Bambus- und Schilfblätter
eingewickelte Klebreisklößchen) und veranstaltet Drachenboot-
rennen. Einige Leute werfen sogar Zongzi in den Fluss. Heute
nimmt man an, dass die Reispäckchen ursprünglich Opfergaben
an Qu Yuans Geist gewesen seien, die in den Fluss geworfen
wurden. Um zu verhindern, dass nun Drachen sie verspeisten,
wurden abschreckende, bunte Seidenfäden daran gebunden.
So gedenkt man mit diesem Fest dem patriotischen Dichter
Qu Yuan (ca. 340-278 v.u.Z.).

Qu Yuan war ein Beamter des Reiches Chu in der Periode der
Streitenden Reiche. Damals war das Reich Qin sehr stark. Doch
der König von Chu verwarf Qu Yuans Vorschlag, sich mit dem
Reich Qi gegen das Reich Qin zu vereinigen, sondern schenkte
anderen Beratern sein Vertrauen und war im Übrigen nur auf das
augenblickliche Wohlergehen bedacht.

Qu Yuan stellte fest, dass diese Berater kurzsichtig und feige waren
und dem Reiche Qin immer mehr Zugeständnisse machten und um
des Friedens willen Territorien abtraten. Eines Tages machte Qu
Yuan dem König erneut Vorschläge, indem er sagte: „Das Reich
Qin wird immer arroganter. Wenn es so weiter geht, werden wir in
eine gefährliche Situation geraten. Besser wollen wir jetzt begabte
Menschen anwerben, unsere Truppen trainieren und uns mit anderen
Fürsten zum Kampf gegen das Reich Qin vereinigen, ganz im Sinne
des verstorbenen Königs.“

Kaum wollte der König sprechen, da ergriff einer der anderen Berater
das Wort: „Majestät, habt Ihr bemerkt, das Euch Qu Yuan Fehler vor-
halten will? Er meint, es sei pietätlos, dass seine Majestät den Hass
des verstorbenen Königs auf das Reich Qin vergessen haben, und
es sei ein Zeichen von Untreue, dass die Minister nicht für den Kampf
gegen das Reich Qin einträten. Und er meint, das Reich Chu sei zur
Unterjochung verurteilt, dass es solch einen Monarchen und solche
Minister habe. Eure Majestät, meint ihr nicht, dass er Unsinn redet?“

Auch die anderen Minister stimmten zu und sagten Qu Yuan Schlechtes
nach.

Der König hatte schon viele Beschwerden von üblen Gesellen über Qu
Yuan gehört und war sehr ärgerlich. Jetzt, da er die Kritik der Minister
hörte, wurde er umso mehr wütend. So befahl er, Qu Yuan seines Am-
tes zu entheben und in den Süden Hunans zu verbannen.

Qu Yuan, der Land und Leute retten, das Land reich und die Truppen
stark machen wollte, wurde als illoyaler Beamter gebrandmarkt und
verjagt.

Qu Yuan erhoffte sich Reformen und geißelte in satirischen Gedichten
Korruption, Selbstsucht und Geringschätzung des Volkes von Seiten
fragwürdiger Gestalten, die hohe Stellungen erreichten. Tief beküm-
mert über die Verhältnisse in seiner Heimat, durchquerte er jahrelang
die Gegend südlich des Changjiang (Yangtse-Stromes).

In dieser Zeit entstand Li Sao, eine lange autobiografische Dichtung,
in welcher Qu Yuan seine politischen Ideale sowie die Korruption und
Misswirtschaft am Hofe beschreibt.

Im Jahre 280 v.u.Z. griff Qin den Staat Chu mit einer großen Streitmacht
an und eroberte 278 dessen Hauptstadt. Die Nachricht davon erreichte
Qu Yuan, als er sich gerade am Ufer des Miluojiang (Miluo-Fluss) im
nordöstlichen Hunan aufhielt. Dies war zu viel für ihn. So band er einen
großen Stein um seinen Körper und beendete mit einem großen Sprung
in den Fluss sein Leben.

Qu Yuans trauriges Schicksal brachte ihm die Achtung und Verehrung
des Volkes.

QUELLENANGABEN
- Geschichten aus den historischen Aufzeichnungen, Verlag für fremd-
sprachige Literatur, Beijing (China) 2008, Seiten 155 + 157.
- Sagen und Geschichten aus dem chinesischen Altertum (1), China
im Aufbau, Beijing (China) 1985, Seiten 71 – 73. 

DIE HINTERGRÜNDE DES NEUEN WAPPENS

AUTOR: Josef Theobald

Als im Jahre 2015 das Seminar „Familienforschung“ in den Räumen des Kreis-
archivs startete, entstand die Idee, für den Saarlouiser Stadtteil RODEN ein
neues Wappen zu entwickeln. Die Initiative ergriff damals Rosa-Maria Kiefer-
Paulus. Sie bat den Seminarleiter Helmut Grein, für RODEN ein neues Wappen
zu erstellen. Das Wappen sollte als Geschenk für RODEN verstanden werden.
Damit war die Initiative verbunden, sich in RODEN auf ein neues Wappen zu
einigen, das die Geschichte des Stadtteils auch aus heraldischer Sicht berück-
sichtigt.

Anlässlich der Feier des 10-jährigen Jubiläums des RODENA Heimatkunde-
vereins wurde der Entwurf eines neuen Wappens offiziell vorgestellt. Kreis-
archivar Helmut Grein erklärte seinen Entwurf für das neue Wappen.

Es beinhaltet zwei Phasen der Rodener Geschichte. Zum ersten die Zeit unter
den Herzögen Lothringens und zum zweiten die Zeit unter französischer Ver-
waltung. Als Ergänzung dazu die Zeit der beginnenden Industrialisierung, als
der Stadtteil RODEN sich zum Arbeiterstandort entwickelte. Im speziellen geht
es um die Expansion des Standortes der Dillinger Hütte durch den Bau von ei-
genen Häusern für die Hüttenarbeiter im Bereich Elbe-Oder- und Neißestraße.

Die Anfänge der Industrialisierung reichen bis in die napoleonische Zeit. Viele
Industrieprojekte konnten erst ab 1815, also in preußischer Zeit, verwirklicht
werden.

In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden trotz des Widerstandes
der Rodener Bevölkerung größere Waldflächen auf dem Röderberg an die Dillinger
Hütte verkauft. Die Kreisstadt Saarlouis hatte vom Verkaufspreis selbst nicht viel, da
die bald einsetzende Inflation das erhaltene Geld schnell wieder wegfraß.

Das von Kreisarchivar Helmut Grein erstellte Wappen kann jederzeit in seiner
Form verändert werden, wenn ein Wunsch hierfür besteht. Denn es ist nur ein
Entwurf. In der Konsequenz sollte man sich auf ein verbindliches Wappen einigen,
dem auch der Stadtrat der Kreisstadt Saarlouis zustimmen kann. Das Wappen soll
für RODEN sein. Alle Rodener Bürger sollten sich mit diesem Wappen identifizieren
können.

Unseres Wissens haben die Stadtteile LISDORF und FRAULAUTERN schon ein ei-
genes Wappen. Hier sollte der Stadtteil RODEN nicht zurückstehen.

DAS FEST CHRISTI HIMMELFAHRT

AUTOR: Josef Theobald

Zu den hohen christlichen Festen zählt auch der Tag „Christi Himmelfahrt“.
Er wird 40 Tage nach Ostern gefeiert. Die Himmelfahrt des auferstandenen
Jesus gehört zum Urbestand des christlichen Glaubens. Sie wird sowohl im
Lukasevangelium (24,50-52) als auch in der Apostelgeschichte (1,1-11) be-
schrieben. Dazu zählen die aufgenommenen Berichte, dass sich Jesus nach
seiner Auferstehung in wiederholter Weise seinen Jüngern gezeigt und mit
ihnen gesprochen hat. Im Katechismus der katholischen Kirche wird diese
Himmelfahrt Jesu als der endgültige „Eintritt seiner menschlichen Natur in
die göttliche Herrlichkeit“ erklärt.

In der frühen Christenheit war das Gedächtnis an die Himmelfahrt Jesu zu-
nächst mit dem Pfingstfest verbunden. Seit 370 kann Christi Himmelfahrt
als ein eigenständiges Fest 40 Tage nach Ostern nachgewiesen werden.
So fällt demnach Christi Himmelfahrt stets auf einen Donnerstag und ist
bei uns in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich und auch in vielen
anderen katholisch geprägten Ländern ein gesetzlicher Feiertag. [1]

Das liturgische Fest der Himmelfahrt Christi ist seit 383/384 durch den
Pilgerbericht der Nonne Egeria in Jerusalem bezeugt.

Traditionell gehen in der katholischen Kirche dem Tag „Christi Himmelfahrt“
(Montag, Dienstag und Mittwoch) Bitttage voraus. Dieser Brauch wurde im
5. Jahrhundert durch Bischof Mamertus erstmals in der römischen Kirche
eingeführt. Bald erfolgten an den drei Tagen Bittprozessionen von Ort zu
Ort, um für eine gute Ernte zu beten.

Einem vorausgetragenen Kreuz folgte zunächst der Priester und anschließend
die Gläubigen der Gemeinde. Bis heute haben sich in traditionell katholischen
Gegenden kleinere Flurprozessionen etwa zu Wegkreuzen oder Feldkapellen
erhalten, die abends meist in weltlichen Tanz- und Sportfesten münden.

Auf weltlicher Ebene hat sich in Deutschland der Feiertag zum sogenannten
„Vatertag“ entwickelt. Dabei ist es der Brauch, dass Männergruppen z. B. mit
einem Bollerwagen unter oft reichlichem Alkoholgenuss durch die Umgebung
ziehen. Seltener wird der „Vatertag“ zum Anlass eines Tagesausflugs mit der
ganzen Familie. Dieser Brauch ist sehr wahrscheinlich aus einer Mischung von
Bittprozessionsfeiern mit der aus altgermanischer Zeit herrührenden jährlichen
Flurumgehung von Grundeigentümern entstanden. [2]

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti / Ulrich Lota, KATHOLISCH (A-Z), das Hand-
lexikon, Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite 49.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und nationale Feier-
tage weltweit), Bertelsmann Chronik, Wissen Media Verlag, Gütersloh/
München 2009, Seiten 36 + 37. 

ERÖFFNUNG DER RODENER TAGE 2019

Am Freitag, dem 24. Mai 2019, wurden auf dem Rodener Marktplatz die Rodener Tage durch Hans Werner Strauß vom Förderverein „die Rodener“ eröffnet. OB Peter Demmer übermittelte die Grüße der Kreisstadt Saarlouis. Ministerin Monika Bachmann trat in Vertretung für den Ministerpräsidenten auf.

Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem LINK: https://www.facebook.com/RodenaHeimat?ref=hl

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DER ENTWURF FÜR EIN NEUES RODENER WAPPEN

Roden ist der größe Stadtteil von Saarlouis und hat kein hisrorisches Wappen. Bis auf eine weitere Ausnahme haben alle anderen „alten Stadtteile“ ein historisches Wappen. Warum wir nicht?

Darauf haben wir den Historiker Helmut Grein gebeten, einen historischen Wappenentwurf für unser Roden zu erstellen. Dieser Entwurf wurde an unserem 10. Jahrestag vorgestellt und sollte dieser von den Stadtverorneten genehmigt bzw. in abgeänderter Form Roden verliehen werden, kann jeder Rodener dieses Wappen kostenlos nutzen!

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