Alle Beiträge von rodena

RODENA BESUCHTE DEN GARTEN DER TRÄUME

Im Rahmen des Sommerferienprogramms  der Kreisstadt Saarlouis  besuchte der RODENA
Heimatkundeverein  aus Saarlouis-Roden  den Garten der Träume  der Familie Engeldinger
aus Ensdorf. Eine Sensation war für dieses Jahr der neu angelegte Zen-Garten. Mehr Bilder
auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem LINK:

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GEMEINSAME BESICHTIGUNG DER SENDEANLAGE VON EUROPA 1

GEMEINSAME BESICHTIGUNG DER SENDEANLAGE
VON EUROPA 1 UND DES TORHAUS SCHARFENECK
IN BERUS DER HEIMATKUNDLICH-HISTORISCHEN
VEREINE IN SAARLOUIS AM FREITAG, DEM 28. 07.
2017, AM VORMITTAG
 

09.30 Uhr   Fahrgemeinschaften nach Bedarf

10.00 Uhr   Treffen an der Senderanlage Berus
(verlängerte Ittersdorfer Straße, L351)

11.15 Uhr   Treffen an Torhaus Scharfeneck Berus
(Burgstraße)

12.30 Uhr   Mittagessen in Restaurant und Austausch
(in Berus oder Altforweiler)

Kostenfreie Teilnahme für Eintritte / Besichtigungen
(Mittagessen ist nicht inklusive)!

Mit der Bitte um Anmeldung bis 26. Juli bei den Vorsitzenden
der Mitgliedsvereine oder bei Michael Hoen, 0151/14963959,
michaelhoen@aol.com (begrenzte Personenanzahl, daher Be-
stätigung nötig).

Ihre / Eure
Heimatkundevereine
des VHVS

WICHTIGE MITTEILUNG
Wir haben zwischenzeitlich 50 angemeldete Teilnehmer, sind
also "vollkommen ausgebucht". Weitere Anmeldungen können
daher leider nicht mehr berücksichtigt werden.

VHVS Begehungen Berus 28 Juli 2017VHVS Begehungen Berus 28 Juli 2017VHVS Begehungen Berus 28 Juli 2017

HISTORISCHE MILITÄRFAHRZEUGE ZUM ANFASSEN

Am 8. Juli 2017 fand das 7. Internationale Militärfahrzeugtreffen im Saarland auf dem Panzer-
erprobungsgelände in Fraulautern statt. Veranstalter war die Reservistenarbeitsgemeinschaft
RAG 6014, die mit vielen militärhistorischen Fahrzeugen  aufwartete. Auch die RAG-Fernmel-
detruppe war wieder vor Ort. Die Schirmherrschaft  hatten Marion Jost (Bürgermeisterin) und
Klaus Peter Schirra (Oberst und Kommandeur des Landeskommando Saarland). Mehr Bilder
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DIE ENTWICKLUNG DES KINDERGARTENS

AUTOR: Josef Theobald

Die Anfänge der institutionellen Kleinkindererziehung gehen auf die
Gemeinschaft der Böhmischen Brüder, eine chiliastische und sozial-
revolutionäre Bewegung des 15. Jahrhunderts, zurück, die aus der
kirchenreformerischen bzw. -revolutionären Hussitenbewegung her-
vorgegangen ist. Diese Christengemeinde orientierte sich an ihrem
Sittenbuch, das bei den Kindern Regeln über das Verhalten bei Tisch,
Sitten im Verkehr mit  Vorgesetzten und Erwachsenen und Gebräuche
beim Genuss von Speis und Trank vorsah. [1] Das vor allem von Jan
Amos Comenius (1592-1670) entwickelte Erziehungsverständnis fand
einen Nachahmer bei Pastor Johann Friedrich Oberlin (1740-1826) mit
seinen Strickschulen im Elsass. Pauline Fürstin zur Lippe (1769-1829)
ruft zur gleichen Zeit die erste Kinderverwahranstalt ins Leben. Den Be-
griff „Kindergarten“ prägte Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852),
der 1840 mit seiner Idee der ganzheitlichen Erziehung erstmals an die
Öffentlichkeit tritt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewinnt die aus Ita-
lien stammende Maria Montessori (1870-1952), Ärztin und Pädagogin,
Einfluss mit ihrer Vorstellung von der sachorientierten Selbsttätigkeit des
Kindes auf die Kindergarten-Pädagogik. Dabei ging sie folgerichtig davon
aus, dass sich die Konzentration und Selbstentfaltung des Kindes in einer
didaktisch vorbereiteten Umgebung vollzieht. [2] Demnach sei es die Auf-
gabe der Erwachsenen, dem Kind gesellschaftliche Umgangsformen, den
Sinn für Ordnung und das Bedürfnis nach Körperhygiene zu vermitteln, es
in der Selbstkontrolle seiner Bewegungen zu schulen und ihm ebenso eine
umfassende Ausbildung aller Sinne zuteilwerden zu lassen. [3]

In unseren Tagen tragen zur inneren Ausgestaltung der frühpädagogischen
Einrichtungen Verbände, Stiftungen und Genossenschaften sowie die Innere
Mission und die Caritas bei. Die katholischen Träger schließen sich unter der
Dachorganisation des DCV (Deutschen Caritasverbandes) in Fachverbände
zusammen und nehmen Einfluss auf die Weiterentwicklung des Kindergarten-
wesens und die Regelung der Trägerschaft nach dem Subsidaritätsprinzip. In
der Anfangszeit des Kindergartens war eine religiöse Erziehung in die pädago-
gische Arbeit integriert. Ordensschwestern gaben dem katholischen Kindergar-
ten den Charakter des „Gemeinde-Kindergartens“, der sich auch in der national-
sozialistischen Zeit in seiner Eigenständigkeit nicht gänzlich verliert. In der zwei-
ten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewinnen bildungspolitische Interessen Einfluss
auf die vorschulische Erziehung. So bestimmen nun eine stärkere inhaltliche Aus-
richtung, das Funktionstraining und die sozial-emotionale Erziehung das Bildungs-
angebot; die frühkindlichen Lernmöglichkeiten sollen ausgeschöpft und umweltbe-
dingte Benachteiligungen ausgeglichen werden. Die religiöse Erziehung ist jetzt
pragmatisch ausgerichtet. Katechetisch-kerygmatische Modelle werden von an-
thropologisch-hermeneutischen Ansätzen mit stärkerer Beachtung des Kindes
und seiner Erfahrungen abgelöst, diese wiederum von gemeindepädagogischen
Ansätzen mit den dazugehörigen Förderprogrammen.

Dann Ende der Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts führt die gesellschaftliche
Entwicklung zu einer Umorientierung. An die Stelle der bildungspolitischen Per-
spektive tritt die sozialpolitische. Der bedarfsgerechte Kindergarten soll den Be-
dürfnissen der Eltern gerecht werden und auf lebensweltliche Erfahrungen der
Kinder ausgerichtet sein. In der Debatte um das „Profil“ des kirchlichen Kinder-
gartens wird das Verhältnis von pastoral- und sozialpädagogischer Ausrichtung
diskutiert: der diakonische Dienst der Kirche in den sozialpädagogischen Einrich-
tungen soll auf die jeweiligen sozialen Erfordernisse abgestimmt sein und gleich-
zeitig die pädagogische Förderung aller Kinder gewährleisten, die im kirchlichen
Kindergarten den Auftrag zu christlicher Erziehung mit der Orientierung an dem
christlichen Welt- und Menschenverständnis einschließt. [4]            

Mit dem Einzug der Missionsschwestern vom kostbaren Blut -cps- [5] in das
Schwesternhaus in der Donatusstraße im Jahre 1919 bekam Roden gleich-
zeitig auch einen Kindergarten, der zunächst im Gebäude der alten Mädchen-
schule in der Schulstraße untergebracht war. Nach der 1. Rückgliederung des
Saargebietes im Jahre 1935 zur Zeit des Nationalsozialismus musste der kirch-
liche Kindergarten umziehen, wo sich heute das Pfadfinderheim befindet. 1957
wurde ein Neubau im rückwärtigen Bereich des Klostergartens eingeweiht. In-
folge der Schließung des Klosters aufgrund des Nachwuchsmangels Anfang
der Siebziger Jahre (Die Schwestern zogen in das heutige Caritas Senioren
Haus Bous) hatten zeitweise Schwestern aus Pachten ausgeholfen. Im Laufe
der Zeit hatte man sich zu einer Kindertagesstätte entwickelt, die unter der Be-
zeichnung „Arche Noah“ auftrat. Mit der Fertigstellung des modernen Kita-Kom-
plexes in der in den Sechziger Jahren neu gebauten Pfarrkirche Christkönig am
Bahnhof geht in Roden eine fast 100-jährige Kindergartentradition in der Pfarrei
Maria Himmelfahrt zu Ende.     

ANMERKUNGEN
[1] N. L. von Zinzendorf, Materialien und Dokumente, Reihe 1:
     Quellen und Darstellungen zur Geschichte der böhmischen
     Brüder-Unität, Ergänzungsband I: Deutsche Katechismen
     der Böhmischen Brüder, Georg Olms Verlag, Hildesheim
     – New York 1982, die Seiten 336/37.    
[2] DER BROCKHAUS VON A BIS Z, Ausgabe in drei Bänden,
     Band 2, Sonderdruck bei WELTBILD, Augsburg 2000, die
     Seite 428.   
[3] Die große Chronik-Weltgeschichte, Band 14, Wissen Media
     Verlag, Gütersloh/München 2008, Seite 316.
[4] Lexikon der Pastoral (Lexikon für Theologie und Kirche kom-
     pakt), Band 1 (A-Ki), Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2002,
     Seiten 853-855.
[5] Die genannten Missionsschwestern vom kostbaren Blut -cps-
     gehen auf eine Gründung des Trappisten-Abtes Franz Pfanner
     (1825-1909) zurück, der bis 1892 im Ort Mariannhill in Natal im
     südlichen Afrika lebte und wirkte.   

 
 

INTERNATIONALE UND HISTORISCHE MILITÄRFAHRZEUGE ZUM ANFASSEN

Interessiert an Militärfahrzeugen unterschiedlichster
Epochen und Länder sowie an deren individueller
Technik? Wie hat die Bundeswehr Jahrzehnte vor
der Existenz von Mobiltelefonen und Internet kom-
muniziert? Antworten auf diese und viele weitere
Fragen findet man am 8. Juli beim „offenen Biwak
für Jedermann“ des 7. Internationalen Militärfahr-
zeugtreffens im Saarland.
 
Bereits zum siebten Mal lädt die Reservistenarbeits-
gemeinschaft RAG 6014 militärtechnikbegeisterte
Autoliebhaber zu ihrem internationalen Militärfahr-
zeugtreffen auf das Erprobungsgelände der Bundes-
wehr nach Saarlouis-Fraulautern ein. Interessierte
Besucher können dann auf dem Panzererprobungs-
gelände in der Hülzweiler Straße durchgehend von
10 Uhr bis 22 Uhr militärhistorische Fahrzeuge unter-
schiedlichster Epochen und Länder aus nächster Nä-
he begutachten, bei der RAG Fernmeldetruppe Funk-
technik der Bundeswehr von „sellemols“ ausprobieren,
sowie eine Ausstellung der Arbeitsgruppe „Vermissten-
forschung Saarland“ besichtigen. Offiziell eröffnet wird
das saarländische Militärfahrzeugtreffen traditionell durch
die beiden Schirmherren – Marion Jost, Bürgermeisterin
der Garnisonsstadt Saarlouis sowie Oberst Klaus Peter
Schirra, Kommandeur des Landeskommando Saarland
– um 12 Uhr. Für Verpflegung und Getränke wird wie im-
mer bestens gesorgt sein. Deren Verkaufserlös kommt
wieder einem wohltätigen Zweck zu Gute.
 
Nähere Informationen zur Veranstaltung sowie zur RAG
6014 – Reservistenarbeitsgemeinschaft für historische
Militärfahrzeuge Saarland finden Sie unter
 
 
Informationen zur RAG-Fernmeldetruppe – Reservistenar-
beitsgemeinschaft für historische Fernmeldegeräte finden
Sie unter www.RAG-Fernmeldedienst.de.
 
Das Panzererprobungsgelände in Fraulautern gehört der
Wehrtechnischen Dienststelle 41 in Trier. Für die Nutzung
musste eine Sondergenehmigung erteilt werden, da das
Erprobungsgelände der Bundeswehr ein sogenannter
"Militärischer Sicherheitsbereich" ist. Somit ist ein Betreten
oder gar das Befahren des Geländes für die Öffentlichkeit
ganzjährig untersagt.
 
Text und Foto: Michael Schönberger

FILMABEND IM MEHRGENERATIONENHAUS

Zu einem Filmabend lud der RODENA Heimatkundeverein Saarlouis-Roden e. V. in das Mehr-
generationenhaus (Miteinander der Generationen)  auf dem Steinrausch ein. Nach einem Ein-
führungsvortrag  durch Jürgen Paschek  wurde ein Film über die 95. US-Infanteriedivision ge-
zeigt, die vor allem an der Saar eingesetzt wurde. Zu sehen war auch  der US-Panzergeneral
George S. Patton, dessen Soldaten hier ebenfalls an den Kämpfen um die Zitadelle von Saar-
lautern (Saarlouis) beteiligt waren. Mehr Bilder auch auf unserer Facebook-Seite unter diesem
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FILMABEND „KÄMPFE UM SAARLAUTERN“

Der RODENA Heimatkundeverein Saarlouis-Roden e. V. veranstaltet am
Mittwoch, dem 28. 06. 2017, um 19.00 Uhr einen Filmabend über
die "Kämpfe um Saarlautern" im Mehrgenerationenhaus (Miteinander
der Generationen), Konrad-Adenauer-Allee 138, 66740 Saarlouis-
Steinrausch.
 
Der Referent Jürgen Paschek geht in seinem Einführungsvortrag zu dem
im Film dokumentierten Ereignissen, von der Landung der Alliierten in
der Normandie, dem Fall des Atlantikwalls, Schlacht von Caen, dem
Zurückweichen der Wehrmacht in den Bereich des Westwalls, bis hin
zur Planung der Ardennenoffensive ein.
 
Weiter geht es mit dem US-General George S. Patton, der später im Film in
Saarlautern (Saarlouis) gezeigt wird. Einzig allein der 95. Infanteriedivision
der US-Streitkräfte war es zu verdanken, dass die Schleusenbrücke an dem
Deutschen Tor nicht gesprengt wurde. Die Fraulauterner Brücke wurde von
der deutschen Wehrmacht gesprengt und die alte Saarbrücke wurde von
den Amerikanern eingenommen, die damit auf dem rechten Saarufer einen
Brückenkopf bilden konnten.
 
Nach dieser informativen Einführung wird schließlich ein ca. 50 Minuten
langer Stummfilm gezeigt, durch den die vorgenannten Ereignisse sehr
anschaulich dargestellt werden.
 
Im Anschluss an die Filmvorführung freuen wir uns auf eine angeregte
Diskussion.

BBC LONDON – HOFFNUNG FÜR MILLIONEN

AUTOR: Josef Theobald

Am 27. September 1938 wurden die Deutschsendungen der BBC erstmals
ausgestrahlt. Damals genoss die BBC London noch hohes Ansehen, was
die Berichterstattung im Rundfunk angeht. Damals ging es um eine Rede
von dem damaligen Premierminister Neville Chamberlain (1869-1940), die
nach einer Deutschlandreise zu übersetzen und zu senden war. Das war im
Jahre 1938 die Geburtsstunde des deutschsprachigen Programmes. In der
Zeit des II. Weltkrieges entwickelte sich die BBC London zu einer Stimme
der Hoffnung für Millionen Deutsche. Eine Hoffnung, dass die Freiheit und
die Menschenwürde doch auch in Deutschland im Hintergrund der national-
sozialistischen Herrschaft wiederkehren würden. Mit der Zeit kam aber der
Sendedienst der BBC in die Jahre. [1]

Begleitet wurden die deutschsprachigen Sendungen durch die hauseigene
Hörerforschung. So sind regelmäßig die Mitglieder des Hörerstammes im
Hinblick auf die Ausgestaltung des BBC-Programmes befragt worden. Die
Ergebnisse waren für künftige Programmplanungen sehr wertvoll und auch
für andere Auslandsdienste richtungsweisend.

Ende März 1999 kam allerdings nach 60 Jahren das Ende der Sendungen
in Deutsch. Die Gründe hierfür waren zum einen die veränderte politische
Lage in Europa. Der „kalte Krieg“ zwischen Ost und West ging dem Ende
zu. Der andere Grund waren die hohen Kosten für die Aufrechterhaltung
des Sendebetriebes. Die Lücke wollte man durch den verstärkten Internet-
auftritt wieder ausgleichen.

Die BBC London wurde nicht nur wegen ihrer Berichterstattung bekannt,
sondern auch wegen ihrer Forschungen im Akustik-Bereich. So ist schon
in den Siebziger Jahren mit der britischen Firma Harbeth Acoustics aus
dem Westen von Sussex ein Monitor-Lautsprecher entwickelt worden, der
damals für neue Maßstäbe in der akustischen Wiedergabe sorgte. Dieser
wurde in der Hauptsache im Bereich der Studiotechnik eingesetzt. Nach
der Preisliste vom Juni 1989 war ein Paar dieser Boxen ab einem Preis
von 895 Euro je nach Ausführung (Nuss, Schwarz, Rosenholz) zu haben.
[2]
 
ANMERKUNGEN
[1] kurzwelle aktuell, Autor: Hermann Jäger, Heft 39/87, Soldi-Verlag,
     Hamburg 90, Seite 16.
[2] Prospekt der BBC LS3/5A von Harbeth Acoustics.

 

GLEICHER LOHN FÜR ALLE FORMEN DER ARBEIT

AUTOR: Josef Theobald

Schon W. I. Lenin wies in seiner Schrift „Die nächsten Aufgaben der
Sowjetmacht“ hin, dass es den Prinzipien der Pariser Kommune und
jeder proletarischen Macht entspricht, wenn die Gehälter dem Lohn
des Durchschnittsarbeiters angeglichen werden. Damit wollte man
dem Karrierismus in den Arbeitseinheiten Vorschub leisten. [1] In
der Stalinzeit war man gezwungen, ein System individueller Förde-
rung von Leistungen durch differenzierte Belohnungen aufzubauen,
wobei Qualifikation und Produktionsausstoß die Grundlage der Lohn-
findung bildeten. Dazu kamen Leistungsprämien und eine progressive
Akkordentlohnung, um die angestrebte Industrialisierung in kürzester
Zeit zu bewerkstelligen. [2]

Hier wird vermutlich die einsetzende Stachanow-Bewegung in der frü-
heren Sowjetunion Mitte der Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts an-
gesprochen. Zu dieser Zeit ging es hauptsächlich um die Anwendung
neuerer, höherer technischer Normen, Leistungsfähigkeiten und Pro-
duktionspläne. Damit verbunden waren ebenso Arbeitszeitstudien. So
ist dem Zeitfaktor in der Arbeit wesentlich mehr Beachtung geschenkt
worden. [3]

Hier gibt es eine Parallele zu den Stoßarbeitern des Bohrtrupps 1205
im Ölfeld Daqing („große Feier“), das in der Provinz „Heilongjiang“ in
der Mandschurei gelegen ist und ab Mai 1960 erschlossen wurde. In
diesem Zusammenhang wurden ebenfalls Neuerungen realisiert, die
kleinere Schneidwerkzeuge zur Entfernung von Petrolkoks während
der Erdölgewinnung betrafen. Dadurch wurde die Arbeitszeit nun im
Vergleich zu früher um drei Viertel verringert. [4]  
 
Im Jahre 1931 äußerte sich Stalin grundsätzlich über den Arbeitslohn:
„Solange die Klassen nicht endgültig beseitigt sind, solange die Arbeit
nicht aus einem Mittel zum Leben zum ersten Lebensbedürfnis der
Menschen, zu einer freiwilligen Arbeit für die Gesellschaft geworden
ist, werden die Menschen für ihre Arbeit entsprechend ihren Leistungen
bezahlt werden… Erst im Stadium des höheren Kommunismus, erst in
der höheren Phase des Kommunismus wird jeder seinen Fähigkeiten
entsprechend arbeiten und für seine Arbeit entsprechend seinen Be-
dürfnissen erhalten.“ Dabei unterschied er zwischen verschiedenen
Prinzipien: „Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Lei-
stung.“ bzw. „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Be-
dürfnissen.“ Weiterhin verurteilte er die Gleichmacherei in diesem Zu-
sammenhang. Die Quelle dieser Denkweise sah er in der individuellen
bäuerlichen Denkweise, in der Auffassung, dass alle Güter gleichmäßig
verteilt werden müssten. Hier verwies er auf die Mentalität des primitiven
Bauern“kommunismus“. Außerdem habe Gleichmacherei nichts gemein
mit dem marxistischen Sozialismus. [5]    
    
Im Jahre 1964 spielte diese Thematik in der Auseinandersetzung der
KP Chinas mit der KPdSU unter N. Chruschtschow eine große Rolle.
In der früheren Sowjetunion führte Chruschtschow in der Sowjetwirt-
schaft einige wesentliche Neuerungen ein. wie die Betonung des ma-
teriellen Interesses. Die KPdSU existierte schon einige Jahre früher
als die KP Chinas und wollte im Rahmen der Entstalinisierung eine
Aussöhnung der im Lande existierenden Klassen erreichen. Dabei
akzeptierte er ausdrücklich Einkommensunterschiede zwischen einer
Handvoll Leute einerseits und den Arbeitern und Bauern sowie einfa-
chen Intellektuellen andererseits. [6] Es war in der Sowjetunion eben
die Phase der Aufrüstung im Bereich der atomaren Technologie und
Raketentechnik. Da viele kommunistische Parteien Osteuropas sich
mit sozialdemokratischen Parteien vereinigten, gab es auch hier eine
Menge Anhänger dieser Reformen.      

Auf Mao Zedong (1893-1976) geht die unbedingte Forderung nach einer
kommunistischen Arbeitshaltung zurück, bei der z. B. die Lohntüte nicht
der entscheidende Faktor ist. So könne trotzdem dem Volk vom ganzen
Herzen gedient werden. [7]

Auch im sozialistischen Albanien gab es das Bestreben, die bestehenden
Proportionen der Arbeitsentlohnung zu verkleinern. Dies sollte in mehreren
Stufen erreicht werden. Dabei blieben die mittleren und niedrigen Gehälter
in der Praxis unverändert. Hierbei wollte man sich hauptsächlich von den
revisionistischen Ländern absetzen, wo es allgemein eine tiefe Kluft zwi-
schen den Löhnen und Gehältern der Arbeiter und kleinen Angestellten
einerseits und den Gehältern der hohen und sogar auch mittleren Beam-
ten, Funktionäre und Intellektuellen andererseits gab. [8]

In der ehemaligen DDR genügte man der materiellen Interessiertheit da-
durch, dass man über den Arbeitslohn hinaus eine Prämierung einführte,
und zwar durch Jahresendprämien als Hauptform, die auf das Betriebs-
ergebnis im gesamten Planjahr bezogen war, durch Objektprämien, die
für die Erfüllung oder Übererfüllung von Schwerpunktaufgaben vergeben
wurden, und durch operative Prämien für die sofortige Anerkennung her-
vorragender kollektiver oder individueller Leistungen. [2]
   
ANMERKUNGEN
[1] W. I. Lenin, Ausgewählte Werke in drei Bänden, Band II, 7.
     Auflage, Dietz Verlag, Berlin-Ost 1970, Seite 744.
[2] Die Gesellschaft der DDR (Untersuchungen zu ausgewählten
     Bereichen), Herausgeber: Dieter Voigt, Duncker & Humblot,
     Berlin 1984, die Seite 32.
[3] J. W. Stalin, Fragen des Leninismus, letzte Ausgabe, Dietz
     Verlag, Berlin-Ost 1951, die Seiten 597 – 612.
[4] Datjing -Daqing- (Ein rotes Banner an Chinas industrieller
     Front), im Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking (VR
     China) 1972, Seite 31.  
[5] J. W. Stalin, Werke, Band 13, im Dietz Verlag, Berlin-Ost
     1955, Seite 105.
[6] Über den Pseudokommunismus Chruschtschows und die
     historischen Lehren für die Welt (Neunter Kommentar zum
     offenen Brief des ZK der KPdSU), Verlag für fremdsprachi-
     ge Literatur, Beijing (Peking) 1964, die Seiten 29/30.
[7] Beijing-Rundschau Nr. 31 vom 8. August 1978, Seite 15.
[8] Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens, „Naim Frasheri“
     Verlag, Tirana (Albanien) 1971, die Seite 605.