EINE FREIKIRCHLICHE GEMEINDE LÖST SICH AUF

AUTOR: Josef Theobald

Nach dem Tode von Herbert W. Armstrong (1892-1986) gab es
innerhalb der Weltweiten Kirche Gottes (WKG) sehr starke Ver-
änderungen. Zunächst wurden dessen Lehren verwässert. Das
Ziel der neuen Kirchenleitung, die aus russischen Einwanderern
bestand, war allerdings die Aufgabe der Lehren des Gründers
der Kirche. Man gab den Slogan heraus, dass die Christen unter
der Gnade Gottes stehen und deshalb nicht verpflichtet seien,
bestimmte Vorschriften der Kirche zu befolgen (Sabbat, Gottes
heilige Tage, Reinheit der Speisen usw.). Die Folge war daher
ein gewaltiger Mitgliederrückgang. Die Einnahmen der Kirche
brachen ein. Man war deshalb gezwungen, das Tafelsilber zu
verscherbeln (Auditorium, Universität). Letzter Akt war schließ-
lich der Verkauf der Rechte an den Schriften Herbert W. Arm-
strongs an die (Philadelphia) Posaune.

Ende der Neunziger Jahre wurde Carlheinz Hübner von dem
Verantwortlichen für Europa, Santiago Lange, als Leiter der
Gemeinde in Darmstadt eingesetzt. Darmstadt war zu dieser
Zeit ein Zentrum des Sabbatarismus in Westdeutschland. Im
Stadtteil Eberstadt befand sich das alte Medienzentrum der
Siebenten-Tags-Adventisten.

In der Kirche Gottes unter Andrew Dugger (1886-1975) war
die Ablehnung der Dreieinigkeitsglaubens eine zentrale Lehre.
Als Herbert W. Armstrong mit der Radioarbeit begann, hat er
diese und andere Lehren lediglich übernommen. In seinen
Schriften hat er diese Lehren nur weiterentwickelt.

Carlheinz Hübner wollte mit seiner resoluten Haltung die
Ablehnung des Dreieinigkeitsglaubens in der Gemeinde
Darmstadt unterbinden. Doch hatte dieser relativ wenig
Glück. Jahre später erfuhr der Autor, dass die Gemeinde
in Darmstadt nicht mehr existiert.

ANMERKUNG

Damals hatte sich der Autor intensiv mit der Sabbatarier-
szene beschäftigt. Aus diesem Grunde hatte er viele Jahre
Kontakt zu den diversen Gruppen in Darmstadt, Möckern-
Friedensau, Berlin, Bonn und Henley-in-Arden (UK). In
Großbritannien ist Herbert W. Armstrong immer noch hoch
im Kurs. Hier gibt es eine Campingplatz-Mission. Der ehe-
malige Leiter der WKG-Gemeinde in Darmstadt war aus
Eppelborn.

AM ASCHERMITTWOCH IST ALLES VORBEI

AUTOR: Josef Theobald

Seit dem 6. Jahrhundert bildet der Mittwoch vor dem sechsten
Sonntag vor Ostern den Auftakt zur österlichen Fastenzeit. [1]
An ihm soll nach Überlieferungen der Erzengel Luzifer aus dem
Himmel gestürzt worden sein. So vermied man in früherer Zeit,
neues Vieh in den Stall zu stellen, das Haus zu reinigen, das
Dorf zu verlassen oder den Wald zu betreten. [2]

Der Aschermittwoch (lateinisch: „Dies Cinerum“) erhielt seinen
Namen, weil in der Alten Kirche die Büßer an diesem Tag öffent-
lich mit Asche bestreut wurden. Nach der Einstellung der öffent-
lichen Buße lässt sich seit dem 10. Jahrhundert die Austeilung
des Aschenkreuzes an diesem Tag nachweisen. [1] Die Asche
steht seit jeher für Vergänglichkeit, Trauer und Buße.

Bis zum Hochmittelalter legten die Sünder an den Sonntagen
vor Ostern ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut,
getreu dem Bibelzitat aus 1. Mose 3,19: „Bedenke Mensch, dass
du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“

Die Ostkirche kennt jedoch keinen Aschermittwoch, weil ihre
Fastenzeit bereits am Sonntagabend beginnt.

Die traditionelle Speise am Aschermittwoch ist der Hering, da
er gut mit dem Alkohol harmoniert, der meist an den vorherge-
henden Faschingstagen genossen wurde. [2] Ansonsten ist der
Aschermittwoch ein strenger Fast- und Abstinenztag. Fleisch
sollte an diesem Tag nicht gegessen werden. [1]

In der Politik hat sich die Tradition des „politischen Aschermitt-
woch“ eingebürgert, ein Tag, an dem sich gegnerische Parteien
auf Versammlungen zu einem heftigen Schlagabtausch treffen.
Ursprünglich stammt dieser Brauch aus Bayern, wo sich die
Bauern in Vilshofen an der Donau auf einem Rossmarkt trafen
und über Politik diskutierten. [2]

ANMERKUNGEN
[1] Becker-Huberti / Lota, KATHOLISCH A-Z, das Handlexikon,
Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite 26.
[2] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage, Wissen Media Ver-
lag, Gütersloh/München 2009, die Seiten 22 + 23.

DER VALENTINSTAG

AUTOR:  Josef Theobald

Am Valentinstag gab es verschiedene Bräuche. In Frankreich
wurde in früheren Zeiten vor allem die Tradition der Liebes-
Lose gepflegt. In England entscheidet die erste Begegnung
am Morgen des Valentinstages darüber, wer der Valentin oder
die Valentine werden soll. In Deutschland sagte man, ein Mäd-
chen sähe in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar ihren Zu-
künftigen im Traum.

Besonders ausgeprägt sind die Valentin-Feierlichkeiten heute
in den USA. 1849 wurde hier die erste Grußkarte gedruckt, um
sie an diesem Tag einem geliebten Menschen zukommen zu
lassen. Inzwischen sind jedes Jahr zum 14. Februar rund eine
Million romantischer Postgrüße in den Staaten im Umlauf.

Die Tradition, am 14. Februar der Angebeteten Blumen zu
schenken, geht auf das Fest „Lupercalla“ zurück. Im antiken
Rom wurde damit der Göttin Juno als Schützerin von Ehe
und Familie gedacht. Die Männer und Frauen opferten der
Göttin Tiere und Getreidekuchen.

Ausgerechnet am 14. Februar ließ der römische Kaiser
Claudius im Jahre 269 n. Chr. den Bischof Valentin von
Terni hinrichten. Ihm ist vorgeworfen worden, Paare zu
trauen, die eigentlich nicht heiraten durften, entweder da
die Eltern nicht mit der Verbindung einverstanden waren
oder dass der Bräutigam ein Soldat oder ein Sklave und
ihm daher die Ehe somit verboten war. [1] Zur Bedrohung
wurde Bischof Valentin deshalb, weil er die verheirateten
jungen Männer vor dem Kriegsdienst bewahrte. [2] Aus
diesem Grunde machte die Obrigkeit mit Bischof Valen-
tin kurzen Prozess.

Die Gebeine des Märtyrers, der heute als Patron der
Liebenden verehrt wird, wurden im 18. Jahrhundert
von Italien nach Süddeutschland überführt und sind
noch heute in einem gläsernen Sarg in der Stadt-
pfarrkirche St. Michael im schwäbischen Krumbach
zu besichtigen. [1]

ANMERKUNGEN
[1] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage, Wissen
Media Verlag, Gütersloh/München 2009, die Sei-
ten 18 + 19.
[2] Becker-Huberti / Lota, KATHOLISCH A-Z, das
Handlexikon, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite
260.