DIE EINBINDUNG DER SAARSTRECKE IN DIE EIFEL- UND MOSELSTRECKE

AUTOR: Josef Theobald

Nach der Rückgliederung des Saarlandes in die
Bundesrepublik Deutschland zeigte sich, dass
bahntechnisch eine Einbindung in die Eifel- und
Moselstrecke notwendig wurde.

Zwei Bahnstrecken fuhren nach Köln. Die eine
Strecke ging über die Eifel. Die andere verlief
an der Mosel vorbei über Koblenz nach Köln.
Das bedeutete, dass in den Sechziger Jahren
leistungsstarke Diesellokomotiven eingesetzt
werden mussten, um die langen Distanzen zu
bewältigen. Mit den alten Dampflokomotiven
der Baureihe 38 war dies nicht zu schaffen.

Mit der Elektrifizierung 1973 gewann die Mo-
selstrecke immer mehr an Bedeutung. Durch
die Einführung des IC-Verkehrs von Koblenz
nach Köln wurde die Eifelstrecke immer mehr
abgehängt. Zwischen Trier und Koblenz verke-
hren heute Regionalexpresszüge (RE).

Die Elektrifizierung der Saarstrecke brachte
einen Gleichstand. Der Kölner Raum war nun
bald besser und schneller zu erreichen. Trier
gilt hier als ein Knotenpunkt.

Es gibt in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-West-
falen Überlegungen, auch die Eifelstrecke zu
elektrifizieren. Zumindest werden Teillösungen
diskutiert. Ob dies aber den langjährigen Rück-
stand wieder wettmachen kann, bleibt fraglich.
Einen Sinn hätte dies nur in einem touristischen
Konzept, das die Orte in der Eifel aufwertet.

BILD: zwei Diesellokomotiven der Baureihe
225 im Güterzugeinsatz

3. OKTOBER: TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT

AUTOR: Josef Theobald

Der Wunsch nach deutscher Einheit wurde in West-
deutschland stets hochgehalten. Die sozial-liberale
Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt (1913-
1992) hatte lediglich normale völkerrechtliche Be-
ziehungen zur ehemaligen DDR angestrebt.

In der Regierungszeit von Bundeskanzler Helmut
Kohl (1930-2017) gelang die erstrebte Wiederver-
einigung. Kohl sah sich als Vollender der Einheit.

In der früheren DDR dagegen sah man den gegen-
wärtig existierenden sozialistichen Staat allein als
legitim an. Seit den Sechziger Jahren hatte man
eine deutsche Wiedervereinigung verworfen. Es
wurde zu einem Tabu-Thema.

Mit den wirtschaftlichen und finanziellen Schwierig-
keiten trieb man die DDR-Bevölkerung in die vor-
mals abgelehnte Wiedervereinigung.

Nach dem Beitrtt der früheren DDR zur Bundes-
republik Deutschland kam es am 3. Oktober 1990
zur gemeinsamen Wahl des Bundestages. Der in
der Bundesrepublik gefeierte 17. Juni wurde auf
den 3. Oktober verlegt. Seitdem ist der 17. Juni
nur noch ein Gedenktag an die Arbeiterunruhen
im Jahre 1953 in Ost-Berlin.

Die politische Lage der früheren DDR war durch
den bürokratischen Staatsmonopolkapitalismus
geprägt. Dazu kam eine weit verbreitete Korrup-
tion. Durch die Staatssicherheit politisch verfolgt
wurden Minderheiten, wie junge christliche Ge-
meinden, Umweltgruppen, Ausreisewillige und
Anhänger anderer kommunistischer Parteien.

Die wirtschaftliche Lage war sehr angespannt.
Die Subventionen des täglichen Lebens, wie
gedeckelte Mieten, günstige Energiekosten
und verbilligte Lebensmittelpreise, konnten
plötzlich durch die erzielten Steuereinnahmen
aus den Gewinnen der verstaatlichten Betriebe
(VEB) nicht mehr finanziert werden.

Der Export in die Länder des RGW ging zurück.
Die Sowjetunion verstand es, die festgesetzten
Verrechnungspreise zu ihren Gunsten zu ver-
ändern. Dadurch stiegen die Preise für Erdöl.

In der Periode der Perestroika (Reorganisation)
hatte die Sowjetunion erhebliche wirtschaftliche
Schwierigkeiten. Sie konnte ihre Abnahmever-
pflichtungen nicht mehr einhalten. Die DDR-
Betriebe produzierten nur noch auf Halde.

Nach der Wiedervereinigung wollten die Bürger
der ehemaligen DDR schnell die D-Mark haben.
Dies sorgte aber dafür, dass der Wert der DDR-
Betriebe erheblich absank. Denn die Mark der
DDR war etwa 2/3 weniger Wert. Auf diesem
Niveau hatte die frühere DDR produziert. So
war sie gegenüber anderen RGW-Staaten
konkurrenzfähig. Mit der Einführung der D-
Mark waren die neuen Bundesländer plötz-
lich nicht mehr in dieser Lage. Die Qualität
der Produkte, der vorhandene Investitions-
stau und die Kostensituation machten die
ehemaligen DDR-Betriebe nicht mehr wett-
bewerbsfähig. Dementsprechend sind sie
von der Treuhand abgewickelt worden.