Am Mittwoch, dem 30. Mai 2018, veranstaltete der Stadtverband der kulturellen Vereine in
Zusammenarbeit mit dem SPD-Ortsverein Saarlouis-Innenstadt den klingenden Ludwigs-
park. Hier einige Eindrücke von diesem Chorabend.
Am Freitag, dem 25. Mai 2018, wurden auf dem Marktplatz die diesjährigen
Rodener Tage eröffnet. Unter der Moderation von Hans Werner Strauß und
der Beteiligung der Gäste aus der Politik konnte das Festprogramm gestartet
werden. Schirmherren waren der OB Peter Demmer und die CDU-Generalse-
kretärin Annegret Kramp-Karrenbauer.
AUTOR: Josef Theobald
Für das Jahr 1225 ist ein Maibaum im Aachener Raum beurkundet. Die
angebrachten grünen Reiser galten als Fruchtbarkeitssymbole. [1]
Nach einer aufgestellten Liste wurden die Jünglinge von einem Maigrafen
aufgerufen und nach der Liebsten befragt. Dann nennt ein anderer Maigraf
den Namen der zugeteilten Jungfrau. [2]
Tradition war, dass vom Verehrer seiner Liebsten in der Nacht zum 1. Mai
eine frisch austreibende Birke, geschmückt mit bunten Bändern, als „Mai-
baum“ vor die Haustür gestellt wurde.
Im Frühling oder Sommer waren die für die Tradition verwendeten Bäume
oft Laubbäume. Teilweise waren es sehr hohe Bäume, denen lediglich eine
kleine grüne Kronenspitze gelassen wurde. Unter der Baumkrone hing ein
mit bunten Streifen geschmückter Kranz oder es waren in der Krone bunte
Stoffstreifen eingeflochten. [1] Unter dem Gesang von Liedern wurde dieser
Baum aufgepflanzt. Am Maimorgen geht der Bursche zu dem ihm zugeteilten
Mädchen, trägt ihr in der Maisprache Sprüche und Grüße vor und empfängt
als Dank einen frischen Maiblumenstrauß. [2] Bei einem Tanz unter dem mit
Bändern geschmückten Maibaum konnten dann die Buben und Mädel „an-
bändeln“. [1]
Jeder Bursche holte sich seine Tänzerin in deren Hause ab, und mit der ihm
zugeteilten Jungfrau an der Hand trat der Jüngling zum Maireigen. Doch war
dieser mit der Abenddämmerung beendet. Vor der Dunkelheit musste jeder
Jüngling sein Maimädchen heimgebracht haben. [2]
Der mit dem Monat „Mai“ verbundene Begriff des „Maien“ geht auf die Maja,
der römischen Göttin des Wachstums im Frühling, zurück. Maja war in der
römischen Götterwelt die Tochter des für Felder und Wälder zuständigen
Gottes Faunus und die Frau von Vulcanus, dem Gott für das Feuer und
die Schmiedekunst. Maja stand Patin für den Monatsnamen „Mai“. [1]
AUTOR: Josef Theobald
In diesem Jahr wäre Karl Marx 200 Jahre alt geworden. Er lebte von 1818
bis 1883 und gilt bis heute als der geistige Kopf der Arbeiterbewegung des
19. Jahrhunderts. Auf ihn hauptsächlich geht der später propagierte wissen-
schaftliche Sozialismus zurück. In der Zeit des noch bestehenden kommuni-
stischen Blocks galt Marx als der Begründer des Marxismus-Leninismus.
Der aus jüdischen Verhältnissen stammende Marx hatte seine Stationen in
Köln, Paris, Brüssel und London. Sein Großvater Levy Marx (1743-1804)
war in den Städten Saarlouis und Trier als Rabbiner tätig gewesen. Dieser
stammte aus dem böhmischen Postelberg und trug den Namen Mordechai.
Sein Vater Heinrich Marx (1777-1838) konvertierte wegen seines beruflichen
Fortkommens zum evangelischen Glauben und war zuletzt als Justizrat in der
Stadt Trier, dem Sitz der preußischen Bezirksregierung, tätig. Eigentlich hatte
K. Marx eine Hochschullaufbahn angestrebt. Doch die damals judenfeindliche
Atmosphäre hatte dies vereitelt. So machte sich Marx einen Namen als Autor
und Redakteur verschiedener Zeitungen. Im Jahre 1864 war er federführend
an der „Internationalen Arbeiterassoziation“ (I. Internationale) beteiligt. Auch
arbeitete er Im Hintergrund an der Gründung einer Sozialdemokratischen Ar-
beiterpartei (SDAP – Eisenacher) in Deutschland. 1875 beobachtete er sehr
kritisch die Vereinigung in Gotha zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutsch-
lands (SAP).
In seinen späten Jahren behauptete Marx, die russische Gemeinde sei in
Europa die einzige noch organische, vorherrschende Form im Landleben
eines ungeheuren Reiches. Das Gemeineigentum an Grund und Boden
biete ihr deshalb die natürliche Basis der kollektiven Aneignung und ihr
historisches Milieu, die Gleichzeitigkeit mit der kapitalistischen Produktion,
bietet ihr fix und fertig dar die materiellen Bedingungen der in großem Maß-
stabe organisierten kollektiven Arbeit. [1]
Zunächst hatte Friedrich Engels diese Meinung in seiner Schrift „Soziales
aus Russland“ geteilt. Die in Westeuropa erstrebte Form des Sozialismus
würde zuerst in Russland eingeführt. Denn damals gab es ja in Russland
Persönlichkeiten, die vor allem das russische Volk sozusagen als das aus-
gewählte Volk des Sozialismus ansahen. Sie begründeten dies besonders
mit dem Gemeindeeigentum an Grund und Boden. [2]
Erst in seinen Spätwerken ging Engels auf Distanz dazu.
Im Nachwort von 1894 zu „Soziales aus Russland“ stellte er fest, dass die
russische Gemeinde zwar Hunderte von Jahren bestanden hatte. Es sei
aber aus ihr nie ein Antrieb hervorgegangen, um selbst eine höhere Form
des Gemeineigentums entwickeln zu können. Die russische Gemeinde
könne nur dann auf eine höhere Stufe gestellt werden, wenn zum einen
das westeuropäische Proletariat über die Bourgeoisie gesiegt und zum
anderen die gesellschaftliche Produktion die kapitalistische ersetzt hätte.
[3]
Wie ist es zu dieser Fehleinschätzung gekommen?
Es waren russische Publizisten im Ausland, wie A. I. Herzen, die ein der-
artiges Bild von der russischen Landgemeinde zeichneten. Lenin sprach
davon, dass dieser 1847 Russland verließ, das revolutionäre Volk nicht
gesehen und den Glauben an dieses Volk nie besaß. Herzen galt als der
Begründer des „russischen“ Sozialismus der „Volkstümlerrichtung“, etwa
mit einer sozial-liberalen Bewegung in Westeuropa vergleichbar. Damals
kämpften die revolutionären Bauern als Besitzer und Kleineigentümer für
die Beseitigung des gutsherrlichen Grundbesitzes bis zur Aufhebung des
Privateigentums am Grund und Boden. Herzen allerdings erblickte in der
Befreiung der Bauern mit Landzuteilung, im Grundbesitz der Dorfgemein-
den und in der bäuerlichen Idee vom „Recht auf Grund und Boden“ den
Sozialismus. [4]
Die Ausgewählten philosophischen Schriften A. I. Herzens (1812-1870)
wurden erstmals 1949 in der Sowjetunion in deutscher Übersetzung her-
ausgegeben. Herzen gibt hier einen Überblick über das feindliche Lager,
das dem offiziellen Russland gegenüberstand. Das waren allerdings nur
vereinzelte Kämpfer, die in den Kasematten eingesperrt, gefoltert, nach
Sibirien verschickt und durch neue Kämpfer ersetzt wurden. Das macht
wohl die russische Tradition, das Majorat, aus (Seite 513).