DIE FASTENZEIT

AUTOR: Josef Theobald

Am Beispiel vom vierzigtägigen Fasten Jesu in der Wüste (Lukas
4,1-13) orientiert sich der christliche Fastenbrauch. So gelten die
40 Tage vor Ostern als dauernde Vorbereitung für dieses höchste
Fest im Kirchenjahr.

Die Fastenzeit beginnt mit Aschermittwoch und endet mit der Oster-
nacht, wobei die jeweiligen Sonntage keine Fasttage sind und des-
halb nicht mitgezählt werden.

Als äußeres Zeichen der Buße und Besinnung sollen die Gläubigen
in dieser Zeit Verzicht auf persönliche Annehmlichkeiten üben, nur
eine volle Mahlzeit pro Tag und zwei kleine Stärkungen zu sich neh-
men. An allen Freitagen gilt das Gebot der Abstinenz, der Enthaltung
von Fleischspeisen. Zwei Tage im Jahr sind Fast- und Abstinenztage
zugleich: Aschermittwoch und Karfreitag. [1]

Der Brauch des Fastens kam den im 2. und 3. Jahrhundert sich ver-
stärkenden asketischen Tendenzen entgegen.

Durchgehende Nahrungsaskese wurde vor allem im östlichen Mönch-
tum mit großer Strenge praktiziert. So soll die Nahrung des ägyptischen
Wüstenvaters Antonius nur aus Brot, Salz und Wasser bestanden ha-
ben. Ab dem 4. Jahrhundert bildeten sich allmählich die großen, auch
heute prägenden Fastenzeiten heraus. Im 7. Jahrhundert legte die west-
liche Kirche die Tage von Aschermittwoch bis Ostern unter Ausschluss
der Sonntage als Fastenzeit fest, während die östlichen Kirchen sieben
Wochen vor Ostern die Fastenzeit beginnen lassen, aber zusätzlich auch
den Samstag als Fastengebot ausnehmen. [2]   

ANMERKUNGEN
[1] Manfred Becker-Huberti – Ulrich Lota, KATHOLISCH A – Z, Das
     Handlexikon, Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite 81.     
[2] TASCHENLEXIKON RELIGION UND THEOLOGIE, Band 1: A-F,
     Verlag Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2008, Seite 361.